Dr. Anton Hofreiter MdB
Dr. Anton Hofreiter
DIE GRÜNEN
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Frage von Zvpunry iba Yüggjvgm an Dr. Anton Hofreiter bezüglich Umwelt

# Umwelt 06. Jan. 2020 - 13:07

In der medialen Darstellung des Klimawandels wird oftmals eine lineare oder exponentielle Klimakurve aufgezeigt. In Rahmsdorfs und Schellnhubers Buch „Der Klimawandel“ ist auf Seite 41 jedoch zu lesen: "Man kann von der Physik ausgehen, nämlich von der im Labor gemessenen Strahlungswirkung von CO2, die ohne jede Rückkopplung direkt eine Erwärmung um 1,2 Grad bei einer Verdopplung der Konzentration bewirken würde“. Setzt man diese Vorgabe in einem Temperatur-/CO2-Koordinatensystem um, erhält man eine logarithmische Kurve, d.h., je stärker das CO2 ansteigt desto mehr schwächt sich die Temperaturerhöhung ab. Unter dieser Erkenntnis bleibt von der linearen oder exponentiellen Klimakurve, die uns eine Klimakatastrophe visuell vor Augen führen soll, nicht mehr viel übrig. Vielmehr nähern wir uns langsam den Temperaturparametern der mittelalterlichen Warmzeit ( https://www.bing.com/images/search?view=detailV2&ccid=HsGMLAmQ&id=6F03DB... ), die retrospektiv betrachtet für die Bevölkerung ein Segen war. Warum wird der heutige Weg in die Wiederholung der segensreichen mittelalterlichen Warmzeit von Ihnen bzw. Ihrer Partei schlechtgeredet?

Von: Zvpunry iba Yüggjvgm

Antwort von Anton Hofreiter (GRÜNE)

Sehr geehrter Herr iba Yüggjvgm,

haben Sie vielen Dank für Ihre Frage.

Es ist richtig, dass in manchen Regionen der Nordhalbkugel während der sogenannten Mittelalterlichen Warmzeit ungewöhnlich hohe Temperaturen beobachtet wurden. In vielen anderen Gegenden der Erde und auch insgesamt war die Welt jedoch kühler als heute. Zudem belegen Messungen, dass die Temperaturen heute über den damaligen liegen. Dies gilt besonders auf der Nordhalbkugel, wo die Mittelalterliche Warmzeit am deutlichsten spürbar war. Nicht zuletzt ist wissenschaftlich belegt, dass die Mittelalterliche Warmzeit auf natürliche Schwankungen im Klimasystem zurückzuführen sind. Die Gründe sind eine leicht erhöhte Sonneneinstrahlung und eine niedrige Vulkanaktivität. Darüber hinaus spielten Veränderungen im Muster der Ozeanzirkulation eine wichtige Rolle. Diese beförderten wärmeres Meerwasser in den Nordatlantik, wodurch ein Großteil der seinerzeitigen Wärme auf der Nordhalbkugel erklärt wird. Eine Gleichsetzung der Mittelalterlichen Warmzeit mit der heutigen Erderwärmung ist wissenschaftlich falsch, da die weltweite Erderwärmung nicht auf natürlichen Schwankungen beruhen, sondern unbestreitbar auf menschlichen Einflüssen, welche die Erde aufheizen und unsere natürliche Lebensgrundlage zerstören.

Mit freundlichen Grüßen
Team Hofreiter

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