Dirk Niebel
FDP
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Frage von Wbpura Frryvt an Dirk Niebel bezüglich Arbeit

# Arbeit 20. Okt. 2009 - 09:37

Sehr geehrter Herr Niebel

Nach meinen Berechnungen erwitschaftet eine voll ausgelastete Friseurin monatlich zwischen 5000-10000 Euro! (Ein trockener Herrenhaarschnitt kostet zwischen 7,50 und 15 Euro und dauert ca. 15 Min.)
Falls diese Friseuse nicht voll- sondern beispielsweise nur halb ausgelastet ist, wird ihr von ihrem Chef bestimmt eher eine Halbtagsstelle angeboten, da in diesem Handwerk fast ausschliesslich über Kundentermine gearbeitet wird!
Ich will anhand dieses Beispiels nur deutlich machen, dass es mir absolut nicht einleuchtet, dass in einigen Branchen keine Mindestlöhne gezahlt werden können und meine eigentliche Frage wäre, ob denn auch die Gewinne aller Unternehmen zuerst überprüft werden, bevor dort mit staatlichen Lohnzuschüssen aufgestockt wird, denn ich zweifle stark daran, ob wirklich einige Unternehmen nicht mehr konkurrenzfähig sind, wenn sie Mindestlöhne zahlen würden!
Solange einige Unternehmen zahlen können, was sie wollen und der Rest vom Staat aufgestockt wird, bekommen wir unsere Staatsverschuldung noch schlechter weg!

Von: Wbpura Frryvt

Antwort von Dirk Niebel (FDP) 26. Jan. 2010 - 12:59
Dauer bis zur Antwort: 3 Monate 1 Woche

Sehr geehrter Herr Seelig,

wir wollen den Übergang von der CDU/SPD-Koalition auf eine christlich-liberale Koalition verantwortlich handhaben. Für den Bereich des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes und des Mindestarbeitsbedingungsgesetzes gibt es eine Verabredung in der Koalition: In den Branchen, die derzeit in § 4 Arbeitnehmer-Entsendegesetz aufgeführt sind, gibt es den Weg, mit einem einstimmigen Votum neue Mindestlöhne zu vereinbaren. Wir bleiben bei unserer Haltung, dass Mindestlöhne Arbeitsplätze gefährden. So sehen wir bei nahezu hundertprozentiger Tarifbindung im Bereich der Zeitarbeit keinen Handlungsbedarf für einen Mindestlohn.
Das Arbeitslosengeld II wirkt wie ein Mindestlohn. Um Anreize zur Arbeitsaufnahme zu setzen, haben wir vereinbart, die Hinzuverdienstgrenzen zu verbessern.

Mit freundlichen Grüßen

Dirk Niebel