Dr. Eckehart Ehrenberg
DL
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Frage von Sybevna Qratyre an Dr. Eckehart Ehrenberg bezüglich Arbeit

# Arbeit 16. Sep. 2006 - 23:59

Sehr geehrter Herr Dr. Ehrenberg,

wie bewerten Sie mit Ihrem beruflichen Hintergrund als Dipl.Phys. und Dr.phil. die Tatsache, daß es die SPD politisch ermöglicht, aus Atommüll gar Babynahrung zu machen?

Darf politisches Lobbytum tödlich für Bürgerinnen und Bürger sein?

Quelle:
http://www.atomenergie-und-gesundheit.de/strahlenschutz.html

Wegen der auf oben angeführten Seiten beschriebenen Politik der SPD rechnet der Bürgerrechtler Dr. Sebastian Pflugbeil, der einzige Politiker in Deutschland, der Atomkraftwerke wirklich flugs dicht machte, als amtierender Präsident der renommierten Gesellschaft für Strahlenschutz mit Tausenden zusätzlichen Strahlentoten.

Wird die politische Praxis der SPD beim Strahlenschutz so zum Fall für den Staatsanwalt?

Von: Sybevna Qratyre

Antwort von Eckehart Ehrenberg (DL) 17. Sep. 2006 - 14:28
Dauer bis zur Antwort: 14 Stunden 28 Minuten

Sehr geehrter Herr Dengler,

vielen Dank für Ihre Mail und Ihre Hinweise zur Atommüll-Beseitigung.

Diese Änderung der Strahlschutzverordnung ist unakzeptabel und ein Skandal. Politisch gesehen ist sie der - öffentlich beinahe unbemerkte - Preis für den "heldenhaften" sog. Atomausstieg von Rot-Grün, an dem der SPD-Bundesumweltminister zumindest rhetorisch wacker festhält.

Ich selbst war eine Weile in der Strahlenphysik tätig und 1978-79 Mitarbeiter eines alternativen Gutachterteams zur seinerzeit geplanten atomaren Wiederaufarbeitung in Gorleben. Natürlich spielte schon damals u.a. auch das Tritium-Problem eine Rolle.

Der Strahlenschutz-Lobbyismus entspricht der Haltung der Atomindustrie, sich um die langfristigen Folgen ihres Tuns wenig Gedanken zu machen. Dadurch unterscheidet sie sich wenig von der auch sonst bei sog. Unternehmern und Politikern weitverbreiteten Einstellung: "Nach uns die Sintflut."

Das ist ja auch bequemer so, insbesondere nachdem das Arbeitsplatzargument hemmungslos erpresserisch eingesetzt werden kann, um jeden gefährlichen Unsinn durchzusetzen.

Meine eigene aktuelle Kandidatur ist als Signal dagegen gedacht: Gegen politische Doppelbödigkeit und für die Orientierung an Gesundheit und Natur in langfristiger Perspektive. Aus der SPD bin ich schon Frühjahr 1998 ausgetreten.

Mit den besten Grüßen

Ihr

Eckehart Ehrenberg