Christoph Barthe
AfD
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Frage von Martina Wiecha an Christoph Barthe bezüglich Städtebau und Stadtentwicklung

# Städtebau und Stadtentwicklung 03. Feb. 2015 - 18:56

Wenn Sie am 15.2.2015 in die Bürgerschaft für den Wahlkreis 7 gewählt werden,

- wie wollen Sie den Beschluss der Bezirksversammlung vom 29.1.2015-ein Zentrum für Lokstedt- durch Ihre Arbeit in der Bürgerschaft konkretisieren?

- die Rindermarkthalle im Schanzenviertel ist ein gelungenes Beispiel für ein Einkaufszentrum mit Aufenthaltsqualität. Können Sie sich eine Übertragung dieses Modells am Behrmannplatz vorstellen?

- wie sehen Ihre persönlichen Vorstellungen für ein Lokstedter Zentrum am Behrmannplatz aus?

Von: Martina Wiecha

Antwort von Christoph Barthe (AfD) 07. Feb. 2015 - 21:03
Dauer zur eingetroffenen Antwort: 4 Tage 2 Stunden

Sehr geehrte Frau Wiecha,

ich wohne zwar selbst nicht in Lokstedt, würde mich aber als direkt gewählter Abgeordneter für den Wahlkreis Lokstedt, Niendorf, Schnelsen natürlich auch Ihrem Stadtteil verpflichtet fühlen. Da ich bisher kein politisches Amt oder Mandat im Wahlkreis inne hatte, bin mit dem Thema bisher nur wenig vertraut. Mir ist bekannt, dass ein attraktives Zentrum in Lokstedt fehlt und dass die Rindermarkthalle in St. Pauli kürzlich den Europäischen Innovationspreis in der Kategorie „Stadt“ verliehen bekommen hat. Ob die Rindermarkthalle aber ein Modell für Lokstedt sein kann, scheint mir zweifelhaft. Meines Wissens ist in Lokstedt kein vergleichbares Gebäude verfügbar. Es würden also zusätzliche Kosten anfallen, ein solches Gebäude bereitzustellen. Die Frage ist meines Erachtens, ob dafür eine ausreichende Nachfrage besteht. Lokstedt hat 26.000 Einwohner. Ein neues Zentrum würde aber mit dem Tibarg in Niendorf konkurrieren, der 40.000 Einwohner versorgt und der Osterstraße in Eimsbüttel, das 56.000 Einwohner hat.

Der Website http://zentrum-lokstedt.de/politik.html entnehme ich, dass ein Stadtteilzentrum der Kategorie C in der städtebaulichen Zentrenhierarchie, wie es für Lokstedt gewünscht wird, in der Regel einen Einzugsbereich von 20.000 bis 50.000 Einwohnern versorgt. In dieser Spanne liegt Lokstedt derzeit noch am unteren Rand. Es tut mir Leid, es zu sagen, aber es überrascht es mich deshalb nicht sehr, dass sich noch kein Investor gefunden hat, der bereit ist, in ein solches Zentrum zu investieren.

Ein Problem scheint mir auch zu sein, dass Lokstedt durch die stark befahrene Julius-Vosseler-Straße durchschnitten wird. Kann es sein, dass auch wegen dieser Straße manche Lokstedter, die südlich davon wohnen, lieber in der Osterstraße einkaufen als in der Grelckstraße? Die Bedingungen für ein neues großes Zentrum am Behrmannplatz scheinen mir also noch nicht sehr günstig zu sein. Die Konkurrenz der umliegenden Zentren ist zu groß und der Stadtteil durch eine Hauptverkehrsstraße geteilt. Das alles bedeutet, dass mehr Steuergelder aufgewendet werden müßten als sonst üblich, um ein neues Lokstedter Zentrum für einen Investor attraktiv zu machen. Ich würde mich in der Bürgerschaft dafür einsetzen, dass Lokstedt diese Unterstützung bekommt, möchte Ihnen aber nicht zu große Hoffnungen machen, dass hier ein schneller Erfolg möglich ist. Wenn Lokstedt weiter wächst, würden sich die Bedingungen für ein neues attraktives Zentrum aber auf längere Sicht verbessern.

Freundliche Grüße

Christoph Barthe