Christian Lindner
FDP
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Frage von Zvpunry iba Yüggjvgm an Christian Lindner bezüglich Umwelt

# Umwelt 21. Juli. 2019 - 12:07

Die FDP setzt sich bedingt für die Elektromobilität ein. Neben fahrtechnischen Nachteilen gegenüber dem Verbrennungsmotor, werden in anderen Ländern die Landschaft und das Grundwasser für den Abbau von Batterierohstoffen nachhaltig zerstört. Zudem verlieren die dort ansässigen Menschen auch noch ihre Lebensgrundlage. Das wird im ARD-Beitrag „Kann das Elektroauto die Umwelt retten“ vom 3. Juni 2019 (in der Mediathek anschau- und herunterladbar) mehr als deutlich und zeigt in drastischen Bildern die ökologische und soziale Katastrophe, die für einen Klimahype mit E-Mobilität in Deutschland, der global gesehen gar nichts bringt und obendrein einen falschen Ansatz hat (https://www.express.de/koeln/-klima-wahnsinn--koelner-konrad-adenauer-we...), in Kauf genommen. Wie rechtfertigen Sie die Umweltzerstörung der Landschaft und die Vernichtung des Grundwasserspiegels (allein die Lithiumgewinnung für eine Batterie verbraucht 80000 l Wasser – siehe erwähnter ARD-Beitrag) sowie die Zerstörung der Lebensgrundlage der in den Abbauregionen ansässigen Menschen? Zudem herrschen in Afrika menschenentwürdigende Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit bei der Batterierohstoffgewinnung. Wie passen dieser Missbrauch von menschlicher Arbeitskraft und die Verletzung der Menschenrechte für die Batterierohstoffgewinnung (https://www.dw.com/de/kinderarbeit-für-elektro-autos/a-40151803-0) in Ihr Menschenbild?
Ferner wird bei sofortigen Verzicht von jeglichem Gramm CO2 in Deutschland, laut Prof Rahmstorf vom Potsdamer Klimainstitut, das Klima um 0,05 Grad Celsius verringert (https://www.youtube.com/watch?v=pxLx_Y6xkPQ&t=27s), wobei Deutschland mit diesem Beitrag weltweit, aber selbst auch national gar nichts bewirken würde. Wie rechtfertigen Sie für eine derartige minimale, unbedeutende Temperaturabsenkung die staatlichen Milliardenbeträge, die vor allem der Steuerzahler tragen muss?

Von: Zvpunry iba Yüggjvgm

Antwort von Christian Lindner (FDP) 13. Aug. 2019 - 09:37
Dauer bis zur Antwort: 3 Wochen 1 Tag

Sehr geehrter Herr iba Yüggjvgm,

vielen Dank für Ihre Frage.

Ihre Sorge um die Auswirkungen unserer nationalen Klimaschutzmaßnahmen auf Entwicklungsländer teile ich. Die von der Politik verordnete planwirtschaftliche Festlegung auf die batteriebetriebene E-Mobilität ist ökologisch, industrie- und entwicklungspolitisch fragwürdig. Wie Sie richtig anmerken, kann diese zudem nur durch viel Steuergeld realisiert werden. Wir Freie Demokraten fordern mehr Marktwirtschaft und einen technologieoffenen Ansatz, um Mobilität und Klimaschutz, aber auch nachhaltige Entwicklung und Einhaltung der Menschenrechte in rohstoffreichen Ländern zusammenzubringen. So ist es sinnvoll, auch auf den Verbrennungsmotor zu setzen, beispielsweise in Kombination mit synthetischen Kraftstoffen, die klimaneutral herstellbar sind - übrigens auch in Entwicklungsländern mit großer Fläche und hoher Energieverfügbarkeit (Sonne, Wind und gegebenenfalls Geothermie). Es ist Aufgabe der Politik, geeignete und verlässliche Rahmenbedingungen dafür zu setzen. Wir haben hierzu einen Antrag ins Parlament eingebracht, den Sie hier finden: https://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/079/1907902.pdf

Mit freundlichen Grüßen
Christian Lindner