Frage an Björn Böhning von Newra Crgref bezüglich Verkehr und Infrastruktur

11. September 2009 - 08:12

Sehr geehrter Herr Böhning,

Sie setzen vordergründlich auf soziale Gerechtigkeit, mein tägliches Ärgernis liegt jedoch eher im Straßenverkehr. Aber vielleicht überschneiden sich diese Themen mehr als auf dem ersten Blick erscheinen mag.

Um es auf den Punkt zu bringen: im Verkehr stören mich nicht die anderen Teilnehmer auch nicht die Kreuzungen sondern die Ampel, die dort in Berlin fast immer anzutreffen sind.

FRAGEN: Was halten Sie von Kreisinseln? In wie fern würden Sie den Umbau von Ampel-Kreuzungen in Kreisinseln auch in der Stadt fordern?

In mehren Ländern Europas, besonders West-Europas, ist die Erfahrung schon seit den 1980-ern gemacht worden, dass der Kreisverkehr nicht nur den Autoverkehr vereinfacht sondern auch sehr gut mit dem Verkehr von Fussgängern, Radfahrern und Straßenbahnen zu kombinieren ist. So sorgen die Kreisinseln für eine entspanntere Teilnahme aller Betroffenen am Verkehr und senken erheblich den Ausstoß Natur-toxischer Stoffe sowie die Kosten, besonders für Strom, Infrastruktur und Unfall- und Krankenversicherungen.

In Deutschland jedoch findet diese Alternative bis jetzt nur wenig Anwendungen, die sich meist auf ländlichen Strecken beschränkt.

FRAGEN: Wie kann es Ihrer Meinung nach in Deutschland zu diesem Rückstand gekommen sein? Was sind Sie bereit zu unternehmen?

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und würde mich über eine baldige Antwort sehr freuen.

Mit freundlichem Gruß,
A. Peters

Frage von Newra Crgref
Antwort von Björn Böhning
21. September 2009 - 04:51
Zeit bis zur Antwort: 1 Woche 2 Tage

Sehr geehrter Herr Peters,

eines gleich vorneweg: Die Verkehrspolitik ist, wie Sie schon richtig bemerken, in der Tat nicht mein Spezialgebiet. Entscheidungen zur Einführung von mehr Kreisverkehren wären in Berlin auch Ländersache, darüber würde also der Senat entscheiden. Derzeit gibt es in Berlin keine Überlegungen, den Kreisverkehr für Kreuzungsbereiche auszudehnen. Ich stimme Ihnen aber zu, dass das in vielen westeuropäischen Ländern erfolgreich eingesetzt wird. Allerdings wesentlich öfter in Kleinstädten als in Großstädten. Für Berlin glaube ich dass es sinnvoller wäre, die Ampelschaltungen weiter zu optimieren. Dazu gehört für mich auch eine stärkere Entzerrung von Fuß-, Rad- und Autoverkehr, die bei der jetzigen Verkehrsführung noch zu oft in gefährliche Konfliktsituationen, insbesondere beim Abbiegen, kommen. Auch beim Verkehrsfluss insgesamt sehe ich hier noch Potenziale.

Mit freundlichen Grüßen

Björn Böhning