Birgit Stöver
CDU
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Frage von Eboreg Fpuvyyre an Birgit Stöver bezüglich Gesundheit

# Gesundheit 24. Mai. 2013 - 14:39

Sehr geehrter Frau Stöver,

Lärm macht krank.
Das ist nun hinreichend bekannt und bewiesen.
Bereits vor über 100 Jahren stellte der berühmte Arzt und Mikrobiologe Robert Koch fest:
„Eines Tages wird der Mensch den Lärm ebenso unerbittlich bekämpfen müssen, wie die Cholera und die Pest“.
Davon sind wir aber scheinbar noch Lichtjahre entfernt, denn in Hamburg wird der Lärm nicht bekämpft, sondern sogar noch aktiv in die Stadt geholt:
Ich habe gerade gesehen, dass im Juni tatsächlich wieder die Harley Days in Hamburg stattfinden dürfen. Das heißt für die Bürger wieder mehrere Tage lang von allen Seiten zugedröhnt zu werden. Denn die ungeheure Belästigung geht ja nicht nur von den zentralen Veranstaltungsorten aus, die Zigtausenden Motorradfahrer brettern ja permanent durch die ganze Stadt.
Reicht der ganz normale alltägliche Lärmwahnsinn (Autos, Flugzeuge, Mottorräder etc.) nicht schon aus?

Meine konkreten Fragen in diesem Zusammenhang:

Was unternehmen Sie gegen die gesundheitlichen und umweltbezogenen Lärm- und Luft-Schädigungen durch Motorräder?
Warum werden die Harley Days nach wie vor genehmigt? Nennen Sie mir bitte einen einzigen Grund, der diesen zusätzlichen Lärmterror rechtfertigt?
Werden Sie sich persönlich dafür einsetzen, dass die Veranstaltung nicht mehr in Hamburg stattfindet? Wenn ja, wie?

Ich freue mich auf Ihre Antworten,
viele Grüße

Robert Schiller

Von: Eboreg Fpuvyyre

Antwort von Birgit Stöver (CDU)

Sehr geehrter Herr Schiller,

herzlichen Dank für Ihre Fragen, die ich wie folgt beantworten möchte:

Das Thema Lärm ist ein wichtiges Kriterium für Wohn- und Lebensqualität. Das ist bereits in vielen Bereichen und Entscheidungsgremien wie der EU erkannt worden. Sie haben es selbst zitiert: Lärm macht krank! Nach der EU-Umgebungslärmrichtlinie ist es erforderlich, Lärm zu identifizieren und mit Maßnahmen entgegen zu wirken. Europäische Staaten wie auch die deutschen Bundesländer sind verpflichtet diese umzusetzen. Hamburg ist in diesen Prozess eingestiegen - auch wenn es unter diesem Senat bisher nicht zu ausreichend konkreten Maßnahmen kommt. Besonders in der Metropole Hamburg sorgen diversen Verkehre (Pendler-, Hafen, Industrie- und Handelsverkehre) für eine starke Lärmbelastung. Daher ist es besonders für Hamburg wichtig, für die Bürgerinnen und Bürger den bestmöglichen Lärmschutz zu erzielen.

Sie sprechen in Ihrer Frage besonders die Situation von Motorrädern an. Für mich persönlich ist es unverständlich, dass beim Herabsenken der aktuellen Lärmgrenzwerte von Fahrzeugen, Motorräder überhaupt nicht berücksichtigt wurden.
Es muss uns allerdings darum gehen, die Lärmbelastung Hamburgs generell zu senken und nicht nur durch das symbolische Verbot einer Veranstaltung. Lärmbelastungen werden immer über eine längere Dauer betrachtet (nicht über Stunden oder einzelne Tage) und hinsichtlich ihrer Gesundheitsgefährdung definiert. Daher sind die Harley Days in diesem Zusammenhang als Event vergleichbar mit dem Alstervergnügen oder dem Hafengeburtstag, die ebenfalls Lärm verursachen, zu sehen.
Ganz persönlich bin ich ebenso wie Sie der Ansicht, dass dieses Event für Hamburg entbehrlich ist.

Birgit Stöver MdHB