Dr. Annette Schavan
CDU
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Frage von Wna Oüetfzüyyre an Dr. Annette Schavan bezüglich Bildung und Forschung

# Bildung und Forschung 16. Sep. 2009 - 17:20

Sehr geehrte Frau Dr. Schavan,

In der Legislaturperiode der grossen Koalition habe ich das Thema Bildung unzureichend vertreten gesehen.

Als Bildungsministerin wissen sie das Deutschland darauf angewiesen ist viel Geld in Bildung zu investieren, um unseren Wirtschaftsstandort auch in Zukunft zu sichern. Gerade neue Technologiezweige sind wichtig zu erschliessen um die Arbeitsplätze von Morgen zu schaffen.

Ich frage mich deshalb seit längerer Zeit wieso ich leider aufgrund meiner Interessenslage ein Studium im Ausland ergreifen musste nur weil die Regierung in Deutschland der Entertainmentindustrie (Film/Videospiel) sehr kritisch gegenübersteht. Wie kann es sein das man in Ländern wie Frankreich und England erkannt hat was für ein enormes Potential in diesen neuen Berufszweigen (Videospielindustrie) liegen und diese sogar vom Staat mit viel Geld gefördert werden, während ein hochtechnologie Land wie Deutschland sich aus diesem Sektor komplett zurückzieht und Entwicklungen verschläft.

Während anderswo in der Welt also Unternehmen entstehen die an den Entwicklungen in der Entertainmentindustrie partizipieren werden hier Diskussionen geführt ob man "Killerspiele" verbieten sollte. Dabei bleibt zu beachten das die Videospielindustrie mittlerweile mehr Umsatz tätigt als die gesamte Filmindustrie. Das nicht erkannt wird das diese Industrie aber auch viele Arbeitsplätze in Zukunft schafft und junge Leute wie ich aufgrund von mangelnder Förderung und Angeboten aus dem Land treibt halte ich für sehr bedenklich. Hier muss die Bundesregierung den Zahn der Zeit erkennen um diese Branche in Deutschland zu stärken.

Meine Frage daher an Sie:

Werden Sie zukünftig die Bildung in der Entertainmentindustrie überhaupt oder viel mehr fördern?

Mit freundlichem Gruss
Jan Bürgsmüller

Von: Wna Oüetfzüyyre

Antwort von Annette Schavan (CDU)

Sehr geehrter Herr Bürgsmüller,

vielen Dank für Ihr Frage vom 16. September 2009.

Wir können die zukünftigen Herausforderungen unseres Landes nur dann meistern, wenn wir gut ausgebildete Bürgerinnen und Bürger haben. Aus diesem Grund hat die unionsgeführte Bundesregierung in den vergangenen Jahren soviel Geld in Bildung und Forschung investiert wie nie zuvor. Und die Entwicklung seit dem Jahr 2005 mit mehr frühkindlicher Bildung, mehr Lehrstellen, mehr Studienanfängern und einer deutlich besseren Ausbildungsförderung zeigt, dass wir mit den eingeleiteten Bildungsreformen auf einem guten Weg sind.

Deutschland hat in den vergangenen vier Jahren bei Bildung und Wissenschaft einen deutlichen Sprung nach vorn gemacht. Die Studienanfängerquote hat im Jahr 2008 mit 39,3 Prozent einen Rekordstand erreicht. Unser Ziel ist, dass 40 Prozent der jungen Frauen und Männer ein Studium beginnen und abschließen. Am 4. Juni 2009 haben Bund und Länder beschlossen, den Hochschulpakt fortzuführen. Damit jeder Studienberechtigte, der willens und fähig ist, ein Studium aufzunehmen, ein Studienangebot erhält, stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Hochschulpakts bis zum Jahr 2010 rund 565 Millionen Euro bereit. Ein wichtiger Indikator für die Effizienz des Bildungssystems ist die Erfolgsquote, also der Anteil derjenigen, die ihr Studium erfolgreich durchlaufen und es nicht vorzeitig abbrechen. Hier liegt Deutschland mit einer Erfolgsquote von 77 Prozent in der Spitzengruppe.

Ihre Frage betrifft den Bereich der Technikwissenschaften. Einen Schwerpunkt in unserer Arbeit haben wir in den vergangenen vier Jahren darauf gelegt, bei jungen Menschen das Interesse für Mathematik, Informatik sowie die Natur- und Technikwissenschaften zu wecken. Das war dringend erforderlich, da die Studienanfängerzahlen in diesen Fächern seit dem Jahr 2003 gesunken waren. Durch konsequente Aufmerksamkeit auf die genannten Fächer haben wir im vergangenen Jahr die Trendwende geschafft. Nun kommt es darauf an, dass sich die Länder und Universitäten verstärkt auf innovative Studiengänge konzentrieren, wie Sie dies auch wünschen. Wie beschrieben, bemüht sich der Bund, hier entsprechende Anreize zu setzen. Letztlich liegt die Ausgestaltung der Studiengänge aber im Verantwortungsbereich der Länder.

Die guten Ergebnisse, die wir bisher erreicht haben, sind uns Ansporn, nicht nachzulassen. Die CDU will die Bundesrepublik zur Bildungsrepublik ausbauen und eines der besten Bildungssysteme der Welt schaffen. Deshalb werden wir die Ziele und Maßnahmen des Bildungsgipfels von Dresden im Oktober 2008 konsequent umsetzen. Wir wollen bis zum Jahr 2015 gesamtstaatlich zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Bildung und Forschung investieren. Mit den drei Programmen Hochschulpakt, Exzellenzinitiative und Pakt für Forschung und Innovation haben wir einen großen Schritt getan. Diesen Weg wollen wir konsequent fortsetzen.

Seien Sie herzlich und mit guten Wünschen gegrüßt.

Ihre Annette Schavan