Frage an Andreas Lämmel von Fvrtsevrq Yberam bezüglich Internationales

27. Juni 2008 - 20:05

Sehr geehrter Herr Lämmel,

Ist es nicht eher so gelaufen:
Beim Bürgerentscheid 2005 wurde gesagt, der Brückenbau stünde n i c h t im Widerspruch zum Welterbe. Viele habe deshalb mit Ja gestimmt.
Der UNESCO wurde auf Grund falscher Angabe im Englischen mitgeteilt, die Brücke entstünde westlich des Stadtkernes. Das wurde akzeptiert. Die Dresdner Stadtverwaltung kannte den Fehler und korrigierte ihn nicht . Nicht auf Grund der Intervention irgend welcher Leute kam es zum NEIN der UNESCO, sondern durch das Bekanntwerden der tatsächlichen Brückenlage.
Prominenteste Persönlichkeiten unserer Stadt, ganz Deutschlands, unzählige Verbände haben sich inzwischen für einen Tunnel und für das Welterbe ausgesprochen.
50.000 Dresdner fordern einen neuen Entscheid. Mit fadenscheinigen Gründen wird das vom Tisch gewischt.
CDU-dominiert wollen der Freistaat und die Landeshauptstadt offensichtlich die Beseitigung des Welterbestatus, um entsprechenden "Freunden" ungehindert Baugenehmigungen erteilen zu können.

Frage von Fvrtsevrq Yberam
Antwort von Andreas Lämmel
08. Juli 2008 - 12:49
Zeit bis zur Antwort: 1 Woche 3 Tage

Sehr geehrter Herr Lorenz,

vielen Dank für Ihre Zuschrift vom 26. Juni 2008, die ich folgendermaßen
beantworten möchte:

Dresden wollte den UNESCO-Welterbetitel nur mit Brücke. Die Gremienmitglieder wurden vor Verleihung des Titels an den Ort der späteren Baustelle geführt. Damals hatte die UNESCO keine Einwendungen gegen den Bau. Auf Seiten der UNESCO gab es erst nach Verleihung des Titels und nach dem Bürgerentscheid plötzlich eine schwer nachvollziehbare Meinungsänderung. Auslöser war die Einflussnahme des in den USA lebenden Kunzstmäzen Günter Blobel auf die Gremien-Mitglieder. Das Verhalten der UNESCO unterliegt keiner rechtsstaatlichen Kontrolle. Nach transparenten Richtlinien für die Entscheidung, Welterbestätten auf die „Rote Liste“ zu setzen oder den Titel zu entziehen, sucht man bei der UNESCO vergebens. Auf solche „Kunstexperten nach Gottes Gnaden“ kann Dresden verzichten.

Der Mehrheit der Dresdner Bürger ist die Entwicklung der Stadt und die sich weiter entwickelnde Kulturlandschaft des Dresdner Elbtals auf jeden Fall wichtiger als ein Titel, der nach Gutdünken vergeben und auch wieder entzogen werden kann. Der Ausgang der Oberbürgermeisterwahl am 22. und am 28. Juni 2008, bei der die CDU-Kandidatin Helma Orosz, die im Wahlkampf für den Brückenbau geworben hatte, eine deutliche Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen konnte, belegt dies einmal mehr. Dresden braucht die Brücke an dieser Stelle, hat kein Geld zu verschenken und kann nicht in neue Planungen für einen Tunnel investieren, deren Ausgang in jeder Hinsicht ungewiss ist. Dass er, selbst wenn zulässig, die Verkehrsprobleme nur sehr unzulänglich lösen würde und dauerhaft viel teurer als die Brücke ist, ist auch bekannt.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Lämmel