Andrea Lindholz
CSU
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Frage von Tnov Sybue an Andrea Lindholz bezüglich Land- und Forstwirtschaft

# Land- und Forstwirtschaft 20. Dez. 2018 - 07:13

Warum haben Sie für die Ferkelkastration ohne Betäubung gestimmt?

Von: Tnov Sybue

Antwort von Andrea Lindholz (CSU) 09. Jan. 2019 - 13:47
Dauer bis zur Antwort: 2 Wochen 6 Tage

Sehr geehrte Frau Sybue,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage zum Thema Ferkelkastration. Bevor ich auf Ihre Frage eingehe möchte ich es nicht versäumen, Ihnen für das neue Jahr 2019 alles Gute zu wünschen.

Auf meine Beweggründe bin ich in der Antwort an Herrn Walze, der sich mit seinen Fragen vom 19.12.2018 zum gleichen Thema an mich gewandt hat, ausführlich eingegangen. Ich erlaube mir daher auf die Antwort an Herrn Walze zu verweisen und halte mich hier deshalb kurz.

Leider weisen die drei Alternativverfahren (1. Durchführung des Eingriffs unter (Voll-)Narkose, 2. Impfung gegen Ebergeruch 3. Jungebermast) derzeit Nachteile auf, die bisher nicht ausgeräumt werden konnten.

Meine Fraktion setzt daher gemeinsam mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) alles daran, die tierschutzgerechte Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration zu beschleunigen. Auf diesem Weg brauchen die Tierhalter in Deutschland aber unsere Unterstützung. Deshalb wollen wir den Landwirten ermöglichen, die Betäubung durchzuführen. Dafür müssen die Landwirte dann einen Nachweis erbringen, dass sie sachkundig mit dem Betäubungsgerät und dem Medikament umgehen können. Hierzu wird aber noch Zeit benötigt, die wir mit einer Verlängerung der Übergangsfrist um zwei Jahre gewinnen können. Ohne die beschlossene Übergangslösung stünden viele der kleineren Betriebe in Deutschland vor dem Aus. Ein Aus der Ferkelerzeugung in Deutschland wäre eine Steilvorlage für die Produktion in Ländern mit niedrigeren Standards.

Klar ist aber auch: Alle Verantwortlichen müssen die nächsten beiden Jahre nutzen, um im Sinne des Tierwohls an praktikablen, wissenschaftlich fundierten und marktgängigen Alternativverfahren zu arbeiten. Hierfür müssen jetzt alle zuständigen Akteure eng zusammenwirken – ob in Politik, Wirtschaft, Verwaltung oder Wissenschaft.

Mit freundlichen Grüßen

Andrea Lindholz