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Frederik Röse, Fördererbetreuung
Frederik Röse
Fördererbetreuung

Internes Lobbypapier belegt Nähe von Abgeordneten zur Tabakindustrie

Veröffentlicht am
22.05.2014 um 17:12
von
Redaktion abgeordnetenwatch.de
in
EU-Parlament, Lobbyismus

Welche Abgeordneten sind für die Anliegen der Tabaklobby zugänglich? In einem internen Dokument hat Philip Morris über vertrauliche Treffen mit EU-Parlamentariern und selbst über deren Hobbys Buch geführt. Ein FDP-Abgeordneter steht bei dem Tabakmulti besonders hoch im Kurs: Abstimmungsverhalten und Änderungsanträge waren ganz im Sinne von Philip Morris.

Für die Tabakindustrie ging es ums Ganze. Möglichst groß und auffällig sollten die Fotos mit dem verfaulten Fuß oder der schwarzen Raucherlunge künftig auf jeder Zigrattenschachtel zu sehen sein, um Menschen vom Rauchen abzuhalten. Das war der Plan der EU.

Um die EU-Tabakrichtlinie aufzuhalten oder zumindest abzumildern, setzte die Zigarettenindustrie ein ganzes Heer an Lobbyisten in Bewegung. Alleine für den Konzern Philip Morris waren 161 Mitarbeiter an der Offensive beteiligt, berichtete der Guardian im September. Nicht weniger als 233 Europaabgeordnete, also fast ein Drittel, seien von den Lobbyisten in vertraulichen Gesprächen bearbeitet worden.

Nun hat die lobbykritische Organisation Corporate Europe Observatory interne Philip Morris-Papiere geleakt, aus denen einige Medien in der Vergangenheit zwar schon zitiert hatten, die aber bislang nicht öffentlich zugänglich waren. Aus den Dokumenten geht hervor, dass Philip Morris über die allermeisten der 751 Europaabgeordneten penibel Buch führte: Wer ist zugänglich für die Positionen des Konzerns, also tabakfreundlich, mit wem gab es wann informelle Treffen, welche tabakkritischen Abgeordneten müssen vom Konzern im Auge behalten werden. Selbst die Hobbys einiger Parlamentarier wurden gesammelt.

In dem Geheimdokument werden von Philip Morris 28 der 99 deutschen EU-Abgeordneten als „High-Priority“ eingestuft, also als besonders wichtig, um die Konzerninteressen durchzusetzen. Einer der zentralen Abgeordneten für den Tabakkonzern ist laut des Papiers der FDP-Politiker Holger Krahmer.

Von Philip Morris wurde aufmerksam registriert, dass Krahmer im Juni 2007 einen Parlamentsbericht über Pläne für „ein rauchfreies Europa“ - den sog. "Florenz-Bericht" - mittels mehrerer Änderungsanträge massiv zu entschärfen versuchte:

Aus den geleakten Lobbypapieren geht hervor, dass Krahmer sich in eben jenem Juni 2007 mit Philip Morris-Leuten traf. Zum Inhalt des Gesprächs oder dem genauen Datum werden keine Angaben gemacht, ebensowenig zu zwei weiteren Treffen, die im Februar 2008 und im Oktober 2010 stattfanden.

Klar wird in den Dokumenten aber: Der FDP-Politiker liegt mit dem Tabakmulti in wichtigen Punkten auf einer Linie. Krahmer ist gegen ein Verbot von Inhaltsstoffen im Tabak, gegen das Verbot Zigaretten öffentlich zu platzieren und gegen ein Verbot des Kautabaks Snus. Als das Europaparlament vergangenen Februar über die von der Industrie bekämpfte Tabakrichtlinie abstimmte, gab es bei der FDP zwei Gegenstimmen. Eine stammte von Holger Krahmer.

Von "höchster Priorität" für die Tabaklobby sind laut der internen Papiere auch Krahmers Parlamentskollegen Angelika Niebler, Markus Ferber und Rainer Wieland. Auch ihr Abstimmungsverhalten bei der Tabakrichtlinie dürfte ganz im Sinne des Zigarettenkonzerns gewesen sein: Alle drei Unions-Abgeordnete stimmten gegen eine Verschärfung.

Auch der CDU-Europaabgeordnete Klaus-Heiner Lehne wird von Philip Morris als besonders wichtig eingstuft. Vier Treffen der Tabaklobbyisten und Lehne haben laut der geleakten Dokumente zwischen Februar 2008 und Juni 2011 statt gefunden.

2009 wurde Lehne Vorsitzender des EU-Rechtsausschusses und ist seitdem immer wieder wegen möglicher Interessenkonflikte in die Kritik geraten. Als der EU-Rechtsausschuss beispielsweise im Zusammenhang mit der EU-Tabakrichtlinie "extreme Maßnahmen" gegen die Tabakindustrie ablehnte, kam heraus, dass die international tätige Großkanzlei Taylor Wessing den Zigarettenhersteller Japan Tobacco International ("Camel") zu seinen Mandanten zählt. Partner von Taylor Wessing mit einem Jahresverdienst von mindestens 120.000 Euro: Klaus-Heiner Lehne. An der Schlussabstimmung über die Tabakrichtlinie im Plenum des Europäischen Parlaments nahm Lehne nicht teil. Einen Interessenskonflikt weist er von sich.

Auch Abgeordnete von SPD sowie jeweils ein Parlamentarier von Linkspartei und Grünen werden von Philip Morris als besonders wichtig eingestuft, was jedoch nicht mit "tabakfreundlich" gleichzusetzen ist. Im EU-Parlament stimmten sie - genauso wie zahlreiche ebenfalls aufgeführte Politiker von Union und FDP - für die Tabakrichtlinie.

Ein deutscher Europaabgeordneter ist in den Philip Morris-Papieren mit der Signalfarbe rot markiert: der CDU-Europaabgeordnete Karl-Heinz Florenz, dessen Bericht einst der FDP-Abgeordnete Holger Krahmer zu entschärfen versuchte. Rot, das bedeutet aus Sicht des Tabakkonzerns: Äußerst tabakfeindlich. Nach Angaben der Deutschen Welle soll es sogar eine Anweisung von Philip Morris gegeben haben, den CDU-Politiker im Parlament zu isolieren. Florenz fiel neben seinem erwähnten Bericht über das Grünbuch der europäischen Kommission für „ein rauchfreies Europa“ auch dadurch auf, dass er im Zusammenhang mit den Aktivitäten der Tabaklobby von „Lepra der Demokratie“ sprach.

Am Ende konnte die Lobbyoffensive von Philip Morris & Co. die Tabakrichtlinie zwar nicht verhindern, die im Februar 2014 mit großer Mehrheit beschlossen wurde. Aber ganz ohne Wirkung ist sie nicht geblieben. U.a. sollen Schockbilder und Warnhinweise künftig nur noch 65 Prozent auf Tabakverpackungen einnehmen. Die EU-Kommission wollte ursprünglich 75 Prozent.

Keno Franke

Kommentare

Nun so ganz erschließt sich mir nicht, warum man nun für ein Verbot des Kautabaks Snus sein muß, um Nichtraucher zu schützen.
Ansosnten kann ich auch gut nachvollziehen, daß der ein oder andere von dem übertriebenen Raucherbashing einfach die Nase voll hat, und deswegen gegen weitere Verschärfungen ist.

Man könnte den Artikel im übrigen auch ein bischen ausgewogener schreiben und das massive Lobbying von BigPharma in dieser Sache zumindest erwähnen.

Interessant wäre jetzt im Gegenzug zu erfahren in wieweit die Rauchgegner im Parlament mit der Pharmalobby ( auch WHO) zusammenarbeiten und wieviele Lobbyisten dieser Gruppierung die Abgeordneten manipuliert haben um die Heilpflanze Tabak und ihre Wirkstoffe aus der Öffentlichkeit zu verbannen und den Pharmakonzernen zuzuspielen. Nach unzähligen Studien über die Inhaltsstoffe von Tabak und deren medizinischer Wirkung ( siehe auch Fraunhofer Institut) liegt es nahe das die Pharmaindustrie ein massives Interesse daran haben Tabak zu kontrollieren. Die WHO besteht ja nahezu ausschliesslich aus Pharmalobbyisten und die massive Hetze gegen Tabak, rauchen usw. - zum Teil mit wissenschaftlich widerlegten Unwahrheiten ( Bilder von eingefärbten Lungen uvm.)- geht ja unter anderem von der WHO aus. Diese Verflechtungen würden mich in der Tat interessieren - zumal im Lichte einer solchen Lobbykooperation die Verflechtungen der Tabakkonzerne absolut legitim sind....

WHO mit Pharmaindustrie im Rahmen der Argumentation gegen das Rauchverbot in einen Topf werfen , rückt Sie verdächtig nah in den Dunstkreis der Nikotinlobby. Und wenn sie jetzt argumentieren wollen, dann zeigen Sie gute wissenschaftliche Untersuchungen, die den Zusammenhang zwischen inhalativem Nikotinkonsum und den malignen Erkrankungen sowie kardiovaskulären Erkrankungen ind den damit verbundenen Mehrkosten für die Allgemeinheit widerlegen

Sehr geehrter Herr Alexander !

Ich würde hier ganz anders fragen : Recht haben Sie absolut, dass der Tabakkonsum extrem hohe Kosten für die Allgemeinheit erzeugt; ALLE Menschen - auch Nichtraucher, werden quasi dazu "vergewaltigt", durch ihre Kassenbeiträge die Folgen des Rauchens zu begleichen.
Auf der anderen Seite des Blattes stehen aber die enormen Einnahmen unseres Staates in Form der Tabaksteuer. Diese Tabaksteuer - und das sollte deutlich hervorgehoben werden - geht NICHT an die Krankenkassen ! Es wird sogar Geld ausgeben im Voraus, weil mit den Einnahmen der Tabaksteuer fest für Jahre im Voraus geplant wird ! Wer Gelder fest verplant, kann es sich NICHT leisten, dass erwartete Einnahmen irgendwo wegbrechen. Und man muss auch bedenken : Für einen Staat ist nen verpatzter Autobahnzubringer irgendwo, für den man 5 Millionen verschleudert hat, noch "peanuts". Bei den Summen der Tabaksteuer bewegt man sich allerdings schon im Bereich von zweistelligen Milliardensummen ( ! ) jährlich und das sind auch für einen ( großen ) Staat dann Summen, die nichtmehr unter "ferner liefen" stehen.
Beispiel : Für eine 5-€-Schachtel aus dem Automaten beläuft sich nur die Tabaksteuer schon auf 2,90€. Rechnen sie sich selbst aus was passiert, wenn nur einen Tag lang eine Million von den geschätzten 25 Millionen Dauer-Rauchern sich KEINE Schachtel kaufen. Das dann mal 365 für ein Jahr. Für einen Staat, der leider mal begonnen hat, fest damit zu planen, ein finanzielles Horrorszenario. Schlimmer noch : Dauerhaft aufhören. Da die Schäden des Rauchens ja die Allgemeinheit trägt und der Staat nur Nutzniesser der Tabaksteuer ist, wird die Situation durch Rauchstopp von Millionen von Menschen zur zusätzlichen Katastrophe, wenn möglicherweise zehntausende von Menschen pro Jahr weniger an Lungen- u. Kehlkpfkrebs elendig zugrunde gehen - erhöhte und verlängerte Rentenzahlung...... . Der wirkliche Fehler war, dass der Staat irgendwann damit begonnen hat, mit der Tabaksteuer fest zu rechnen.

Das gesamte Warnkonstrukt und Drohszenario mit irgendwelchen Bildchen auf den Verpackungen von Tabakprodukten....Mumpitz - das interessiert einen Raucher nicht die Bohne geschweige würde ihn abschrecken.
Jugendschutz : völlig lächerlich ! Es gibt ja Länder, in denen diese Horrobilder verwendet werden. Vergangenes Jahr kam meine Nichte einmal aus der Schule nach Hause und erzählte mir, dass ein findiger Mitschüler diese Schachteln aus anderen Ländern für den doppelten Preis auf dem Schulhof verkloppt und sogar LEERE schachteln reissenden Absatz finden unter den rauchenden Kiddies. Die finden das "cool" !
Pharmaindustrie : Fragen Sie Pharmaindustrie einmal ganz offen, was diese davon halten würde, wenn ihr Umsatz von Chemotherapie-Präparaten um nur 10 Prozent einbrechen würde wenn die Anzahl an Krebserkrankungen entsprechen sinken würde.
Und so kann man seitenweise weiter darüber nachdenken; Rauchen ist tatsächlich für ALLE eine wahre Geißel, noch schlimmer finde ich es allerdings, wenn andere daraus dann einen Nutzen ziehen.

LG

WHO mit Pharmaindustrie im Rahmen der Argumentation gegen das Rauchverbot in einen Topf werfen , rückt Sie verdächtig nah in den Dunstkreis der Nikotinlobby. Und wenn sie jetzt argumentieren wollen, dann zeigen Sie gute wissenschaftliche Untersuchungen, die den Zusammenhang zwischen inhalativem Nikotinkonsum und den malignen Erkrankungen sowie kardiovaskulären Erkrankungen ind den damit verbundenen Mehrkosten für die Allgemeinheit widerlegen

Nun es hilft ganz einfach das Personal und die Führungsebenen der WHO zu betrachten um festzustellen das sich diese Gruppierung zu grossen Teilen aus Pharmamitarbeitern und Lobbyisten zusammensetzt. Genauso einfach ist es sich selbst u.A. beim Fraunhoferinstitut ( bspw. via Internet!) zu informieren von welchem Interesse die Tabakpflanze und ihre Wirkstoffe für die Pharamlobby ist. Zudem ist es sehr leicht sich bspw. bei Prf Dr Grieshaber ( u.A.)anhand faktisch vorliegender Zahlen über die wirkliche Auswirkung von sg. Passivrauch ( auch im Vergleich zu Autoabgasen oder normaler Kochdämpfe zu informieren.Zudem geht es nicht darum ob rauchen krank macht sondern um die freie und mündige Entscheidung eines jeden Bürgers selbst zu entscheiden was er tun will.Alles andere ist moralische Überheblichkeit.Dazu kommt das die Panikmache noch eine ganz andere Problematik mit sich bringt. Die massive Angst die geschürt wird bekräftigt und bestärkt eine ganze Gruppe von nicht diagnostizierten Phobikern.Die Angst vom Atmen bzw. von Inhaltsstoffen in der Luft krank zu werden( Aerophobie) ist eine ernstzunehmende Zwangsstörung. Zwangsstörungen bis hin zu depressiven Erkrankungen belasten nicht nur die Menschen und ihr Umfeld - sie werden oft nichtmal diagnostiziert weil die Menschen glauben ihre Ängste ( hier auch geschürt von der WHO) seien normal. Auch hier ergibt sich im grunde wieder ein pharmakologischer Selbstläufer ( Antidepressiva wollen ja auch verkauft werden). Das aber ein vorbeifahrender PKW mehr hochkarzinogene Gase in der Lunge des Fußgängers hinterlässt als einige hundert aktiv gerauchte Zigaretten ist erwiesen, wird aber nicht erwähnt. Das die Lungen Belastung durch Kerzen, Kochdämpfe, Industrieabgase, natürlich vorhandenes Radongas uvm.tagtäglich höher ist als das was eine Zigarette hinterlässt wird auch nicht erwähnt. Das es keinerlei Grundlage gibt die Zigarette alleine für Karzinome verantwortlich zu machen liegt auf der Hand sie ist ausschliesslich ein kleiner Baustein.Was auch die Studien der Todesfälle die gemeinhin gerne ausschliesslich der Zigarette zugeschrieben werden beweist.Die meiste dem zugewiesenen Todesfälle finden jenseits der 70-75 Jahre statt in der die mortabilität allerdings per se sehr hoch ist.Wer sich informiert ist klar im Vorteil bzw. lässt sich nicht einlullen. Und was spricht dagegen die Beziehungen zwischen Pharmalobby und Rauchgegnern im politischen Lager aufzudecken? Wenn es nichts zu verbergen gibt ist das doch gut! Wenn jedoch eine solche Beziehung besteht sollte man den Wahrheitsgehalt dieser halbgaren Behauptung - die Zigarette sei der Auslöser für alles mögliche Übel- einfach mal überdenken.

Selten so einen Schwachsinn gelesen. Ein vorbeifahrender PKW hinterlässt keinesfalls mehr hochkarzinogene Gase in der Lunge des Fußgängers als einige hundert aktiv gerauchte Zigaretten.
Und sich hier auf den pseudowissenschaftlichen Schwachsinn von diesem Tabaklobbyisten Grieshaber zu berufen, sagt eigentlich schon alles. Wer das superflache Dahergerede Grieshabers glaubt, ist wahrscheinlich auch der Meinung, die Erde sei eine Scheibe. Ist doch immer wieder interessant, mit anzusehen, wie die Nikotinsucht logisches Denken quasi komplett auslöscht.

Heilpflanze Tabak?

12000 Chemikalien davon ca. 6000 krebserregend bzw. im Verdacht stehend

So nicht korrekt.

Tabak selbst hat nicht diese vielen Inhaltsstoffe, es ist der Rauch und die - in Zigaretten beigefügten - Zusatzstoffe, welche die Gifte enthalten.

Genau so flasch ist auch die Annahme, dass Nikotin sei soo schlimm.
Nikotin ist zwar ein Nervengift, aber etwa genau so wirksam oder unwirksam wie Koffein.

Ich bin die staatlichen Bevormundung inzwischen leid!
Es ist absolut überzogen, was hier im Verlauf des letzten Jahrzehnts über die Raucher in der Öffentlichkeit verbreitet wird.
Mündige Bürger sind für ihre Gesundheit selbst verantwortlich!
Gefährliche Sportarten, Pillenmissbrauch, Alkohol, Fast Food etc. sind scheinbar weniger populär in der Öffentlichkeit gegeißelt zu werden, wie der angeprangerte Tabakgenuss.

Wenn du das so siehst, bin ich in Zukunft als Nichtraucher nicht mehr bereit, die Volkswirtschaftlichen Kosten, die von Rauchern, Alkoholikern, Pillensüchtigen und Fast-Food_Fettleibern verursacht werden mit zu tragen.
Ich könnte wahrscheinlich etliche Euros allein an Krankenkassenbeiträgen Sparen....
Schönen Tag noch...

Sollten sie jedoch Autofahrer sein, bin ich nicht mehr bereit mit meinen Steuern irgendwelche Umweltprojekte mitzufinanzieren.

Was man selber tut, lässt sich immer entschuldigen, mit dem Finger auf andere zu zeigen, ist natürlich sehr viel leichter, als bei sich anzufangen.

Fahren Sie Fahrrad, hilft gegen Bauch und auch der Umwelt. Kein einziger Autofahrer, der in der Freizeit! sein Auto aus Faulheit verwendet, hat das Recht Raucher zu behelligen. Sie tun Mitmenschen und der Umwelt weitaus mehr an, als ein nicht Auto fahrender Raucher. Guten Tag, ihr Witz ging nach hinten los.

Dann musst du wohl auswandern! Solange die Leute sowas wie die CDU/FDP/SPD wählen, wirst du bezahlen dürfen!

Ist es nicht erwiesen, dass Raucher sich eher positiv auf die Finanzsituation der Krankenkassen auswirken? Ne Chemo und anschließend n Herzinfarkt mit 70 wird weniger kosten als die vielen Alterserscheinungen, mit denen ein 90-jähriger eben zu kämpfen hat. Also meines Wissens ist das Argument überholt!
Und Volkswirtschaftliche Kosten... das meinste jetzt nicht ernst, oder? Schon mal was von Tabaksteuer gehört?

Das ist eine gute Idee! Was bezahlt die GKV denn dann noch? Also wenn jetzt jedes Lrbensrisiko ausgeschlossen wird: Autounfälle ( schliesslich ist es sehr Risikoreich ein Auto zu steuern man kann sich und andere schädigen) Sportverletzungen, Fettleibigkeit, Arbeitsverletzungen, Krankheiten wie Krebs ausgelöst durch Lebensmittel und Umweltbedingungen, Stürze bei Spazierengehen ohne Helm uva. wären ja nach dieser Theorie ausgeschlossen. Schliesslich kann die Allgemeinheit doch nicht für das höhere Lebensrisiko eines Joggers aufkommen - ist ja selbst schuld wenn er sich solchen Risiken aussetzt.Und da haben wir sie wieder die offenbar gewünschte massive Entmündigung das Bürgers. Wenn es nicht per Gesetz geht allen das gleiche, uniforme Lebensmodell aufzudrücken - werden andere Druckmittel eingesetzt. Irgendwie erinnert mich eine solche Attitüde an Deutschland mitte der 30 er im letzten Jahrhundert die Methodik war deutlich die selbe!

nun ja.... wenn ich in einem Raum sitze mit einem Paraglider, einem Pillenmißbrauchenden, einem trinkenden Alkoholiker und einem Fast Food Essenden, dann schädigt das MEINE Gesundheit nicht. Ein Raucher schädigt meine Gesundheit schon, is klar, oder?

Als Nichtraucher und Musiker, der früher oft in verrauchten Kneipen spielen/singen musste, bin ich dankbar für das Rauchverbot in Kneipen!

Als Raucher und Musiker finde ich es bedauerlich das es durch Rauchverbote immer weniger Kneipen gibt in denen man spielen kann und viel schlimmer noch das während gespielt wird 80% der Gäste stetig rausgehen um zu rauchen und mit ihnen die nichtrauchenden Freunde incl. Wirt der selbst starker Raucher ist...Der Mensch ist also nicht mündig genug zu entscheiden ob und wo er hingeht ? Werden dann denn jetzt auch Schwimmerbecken zugunsten der Nichtschwimmer abgeschafft? Schliesslich muss nach solch verquerer Logik, ein Nichtschwimmer ja auch JEDES Becken im Schwimmbad nutzen können und Schwimmerbecken stellen eine Gesundheitsgefahr für den Nichtschwimmer dar..

Und ganz nebenbei warum hat eigentlich - wenn es denn stimmt das Passivrauch so gefährlich ist - jüngst eine Studie der BGN (Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten ) anhand ihrer Krankenstatistiken die numal nicht zu leugnen sind folgendes festgestellt: Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen leiden Kellner und Servicekräfte die ja dem Rauch massiv exponiert sind NICHT häufiger an Lungenkrankheiten und all dem anderen was gemeinhin dem Rauch zugeschrieben ist sondern eher weniger. Bereinigt man diese Studie um die Faktoren aktives Rauchen und Asbestkontakt sind es unter anderem Förster, Bergleute,Chemiefacharbeiter, Stuckateure,Juristen, Verwaltungsleute und einige andere mehr bei denen WESENTLICH häufiger die dem Passivrauch zugeschriebenen Krankheitsbilder zeigen. Erstaunlich oder ??? Ich verweise dazu auch noch auf das "American Journal of Epidemiology" in dem eine maßgebliche Studie zum Thema Stewards und Stewardessen auf Raucherflügen zu folgendem Ergebnis kam :" Wir fanden ein recht bemerkenswert niedriges Risiko für Lungekrebs bei weiblichen Flugbegleitern und kein erhöhtes Risiko für männliche Flugbegleiter, was darauf schliessen lässt, dass Rauchen und Passivrauchen in dieser Gruppe KEINE wichtige Rolle bei der Mortalität spielt.Die Mortaliät an Herz Kreislauf und Schlaganfallerkrankungen war deutlich reduziert."
Die Frage ist immer wie informiert man ist.

Aber nocheinmal zum BGN ich zitiere: .....Aber bis zum Alter von 59 Jahren lässt sich mit ausreichender Sicherheit sagen ( und sie verfügen über die Krankendaten die sich nunmal nicht wegleugnen lassen)dass das Berufszeitrisiko der Kellner; an Lungenkrebs erkranken, ebenso wie das der beiden direkten Vergleichsgruppen- der Köche und Bäcker niedriger liegt als das Risiko der Wohnbevölkerung desselben Alters - mit einer Ausnahme: männliche Köche im Alter zwischen 40 und 59. Unter den drei Berufsgruppen wiesen die Kellner die niedrigsten Erkrankungszahlen auf....Zitat Ende
Man kann an den Weihnachtsmann glauben weil einem jemand eingetrichtert hat es gebe ihn - muss man aber nicht.

Den pseudowissenschaftlichen Unfug des Tabaklobbyisten Grieshaber kann man getrost vergessen: Kellner haben das höchste Krebsrisiko:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19925375

Grieshaber ist seit Jahrzehnten mit der Tabakindustrie gut Freund, im Aufsichtsrat der BGN sitzt wer? Na? Genau! Die Tabakindustrie! Diese sogenantten "Forschungen" von Grishaber sind ein übler Mix aus Ablenkung, und gezielter Desinformation. Wie kann man nur so dumm sein, diesen Unfug hier auch noch nachzuplappern?

Und mal ganz nebenbei:

Diese Warnhinweise und ggf. "Einheitsverpackungen", an denen sich in den letzten Monaten so viele dran "hochziehen" bringen genau _Null_.

Beweise findet man dafür z.B. in dem Land, dass diese Maßnahmen Ende 2012t auf die Spitze getrieben und die Zigarettenschachteln in einem ekeligen Olivgrün mit Riesenwarnhinweisen und Schockbildern versehen hat: Australien.

In Australien, stiegen die Raucherzahlen seit der Einführung von "Plain Packaging" (2012) von 14,7 % (2011) auf 16,4 % (2013) an. [1]

[1] http://www.health.nsw.gov.au/tobacco/Publications/tobacco-snapshot.pdf

LOL. Will uns der passionierte Hobby-Tabaklobbyist hier absichtlich belügen oder sind die Englischkenntnisse mangelhaft?

While this is higher than the
14.7% rate in 2011, the
difference is not statistically
significant and most likely reflects the change
in survey methodology. In 2012, NSW Health
implemented a new survey design that
included mobile phones for the first time.

Für alle, die Englisch nicht können, eine kurze Zusammenfassung: Der gemessene Anstieg ist statistisch nicht signifikant, weil 2012 eine neue Umfragemethode eingeführt wurde.

Ich habe kein Problem damit, wenn sich die Menschen (Raucher) das eigene Leben durch rauchen verkürzen. Ich habe aber ein Problem damit, wenn Raucher es als ihr Recht ansehen, andere Menschen mit Rauch belästigen und damit negativ auf deren Gesundheit Einfluss nehmen. Im Übrigen halte ich Lobbyismus in jeder Form für volkswirtschaftlich schädlich.

Es macht eben Sinn Texte so zu ändern, dass ihre Aussage stimmt und nicht nur das beinhaltet, was sich einige Ideologen wünschen.Helmut Schmidt ist ein Beleg dafür, dass rauchen nicht automatisch zu einem früheren Tod führt, sondern eben kann.

Die Isolation von MdEP Florenz war in weiten Teilen sogar recht erfolgreich, wie die sueddeutsche.de letztens berichtete (Lobbyismus in Brüssel - Macht, Milliarden, Meinungsmacher, 17. Mai 2014). Ein wirklich lesenswerter Artikel, der sich vor allem mit den Auswirkungen von Lobbyismus beschäftigt. Dieser beschränkt sich nämlich nicht nur auf die Einwirkung auf Gesetze, sondern betreibt auch ganz gezielt Mobbing der politischen Gegner.

Ja dann sollte aber jemand wie Martin Schulz ( SPD MdeP) nicht auf die gleiche Manipulation und Mobbing der Mitglieder des EP zurückgreifen die gegen eine überbordende Volksentmündigung und erziehung ( auch in den eigenen Reihen) waren und sind.
Die Art und Weise wie Herr Schulz Menschen mit abweichender politischer Meinung mundtot macht ist ähnlich gelagert.

Hallo,

könnt ihr eure Erkenntnisse auch auf der Wikipedia-Seite der genannten Abgeordneten eintragen? Hier stößt ja kaum jemand auf die wichtige Information.

Geht die Grafik auch größer? Ich kann gar nichts davon lesen.

lg Monika

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