Yvonne Ploetz (DIE LINKE)
Abgeordnete Bundestag

Grunddaten
Yvonne Ploetz
© Die Linke
Geburtstag
28.09.1984
Berufliche Qualifikation
Studentin der Politikwissenschaft
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Bliesdalheim
Wahlkreis
Landesliste
Landeslistenplatz
3, über Liste eingezogen, Saarland
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(...) Auch haben wir im Juni dieses Jahres eine Kleine Anfrage zur Anwendung der Online-Durchsuchung (17/5872) gestellt, auf welche die Bundesregierung aus Geheimhaltungsgründen allerdings nicht antworten konnte oder wollte. Kein Wunder, denn der Einsatz des Bundestrojaners ist nicht nur überflüssig und verfassungsfeindlich, sondern eine unkalkulierbare Sicherheitsgefahr. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Arbeit
04.03.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Ploetz, MdB!

In der Sendung vom 01.03.2010 wurde in der Sendung "Report Mainz" darüber berichtet, dass die Bundesagentur für Arbeit eine neue Dienstanweisung erstellt hat, wonach die Prüfgrenze für sittenwidrige Löhne bei 3 Euro liegt.

Teilen Sie meine Befürchtung, dass sich dadurch im Umkehrschluss jeder Arbeitgeber sicher sein kann, bei Löhnen über 3 Euro durch Sanktionsdrohungen im Falle einer Kündigung durch den Arbeitnehmer von den ARGEn Unterstützung zu erhalten und dass es sich hierbei quasi um die staatliche Anerkennung von Lohndumping handelt?

Welche Vorschläge hat die Partei "Die LINKE" zur Lösung solcher Probleme?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Yvonne Ploetz
bisher keineEmpfehlungen
06.05.2010
Yvonne Ploetz
Sehr geehrter Herr ,

die Dienstanweisung, auf die in der Sendung "Report Mainz" Bezug genommen wurde, soll nach dem Selbstverständnis der Bundesagentur für Arbeit einem flächendeckenden Lohndumping vorbeugen. Dass Unternehmer auf Kosten der Steuerzahler die Löhne immer weiter absenken, will die Bundesagentur mit der Anweisung verhindern. Man will gegen Arbeitgeber Maßnahmen einleiten, die zu niedrige Löhne zahlen und Arbeitnehmer damit zu sogenannten Aufstockern machen. Aufstocker sind Erwerbstätige, deren Lohn nicht zum Unterhalt ihres Lebens reicht und die deshalb zusätzlich noch auf Arbeitslosengeld II zurückgreifen müssen.

Das grundsätzliche Anliegen der BA ist erst einmal begrüßenswert. Die Anweisung als solche ist jedoch sehr kritikwürdig. Insbesondere muss gegen die äußerst niedrige Grenze von 3 Euro Widerspruch formuliert werden, ab der die Jobcenter im sogenannten "Regelfall" eingreifen sollen. Selbstverständlich kann man nicht erst ab drei Euro von einem Dumpinglohn sprechen. Zwar hebt die BA in einer Presseerklärung hervor, dass es im Ermessensspielraum der Jobcentern liegen soll, auch bei Löhnen oberhalb der 3 Euro eine Sittenwidrigkeit von Löhnen zu prüfen. In welchem Umfang dies geschehen wird, ist jedoch fraglich.

Wer sittenwidrige Niedriglöhne verhindern will, muss einen anderen Weg als die BA gehen. Wir brauchen endlich einen flächendeckenden Mindestlohn in Deutschland von 10 Euro. Erst ein solcher Lohn würde eine gesellschaftliche Teilhabe und ein auskömmliches Leben für alle ArbeitnehmerInnen gewährleiten. Erst ein solcher Mindestlohn würde den Dumpingbestrebungen in vielen Branchen einen wirksamen Riegel vorschieben.

Mit herzlichen Grüßen,
Yvonne Ploetz
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Frage zum Thema Internationales
20.04.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Ploetz,

mit großem Entsetzen habe ich auf RTL.de gelesen, dass an Ihrer Bürotür im Parlamentsgebäude ein Plakat hängt, dass die Soldaten die täglich ihr Leben im Einsatz riskieren, verhöhnt (siehe Link).
Mich interessiert nicht Ihre Meinung zum Einsatz, da ich mir denken kann, wie Sie dazu stehen.
Allerdings frage ich mich, ob Sie es für angemessen halten Soldaten, die in einem demokratisch legitimierten Einsatz sind, gleich ob Sie oder Ihre Fraktion dafür waren oder nicht, so zu verhöhnen? Diese Frauen und Männer sind nicht älter als Sie. Finden Sie es lediglich "doof" wenn Sie in die Luft gesprengt werden?

Mit kopfschüttelnden Grüßen




www.rtl.de
Antwort von Yvonne Ploetz
4Empfehlungen
21.04.2010
Yvonne Ploetz
Sehr geehrter Herr ,

Vielen Dank für ihren kritischen Denkanstoß!

Die Heftigkeit der Reaktionen, die unser Türplakat "Beim Bund ist alles doof.." bei Teilen der Öffentlichkeit hervorgerufen hat, hat uns etwas überrascht. Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass eine Karikatur, die einen kritischen Bezug zum Afghanistan-Einsatz herstellt, keine Verhöhnung von Soldaten darstellt. Natürlich provoziert die Karikatur. Und das soll sie auch. Provokationen bieten Raum für Debatten, die in einer Demokratie dringend nötig sind. Und das ist insbesondere an der Stelle mehr als geboten, an der sich FDP und CDU nicht nur mit Ihrer Politik gegen die Überzeugung von 70 Prozent der Bevölkerung stellen, sondern dabei das Leben unschuldiger Menschen aufs Spiel setzen. Als Kritik am Afghanistaneinsatz der Bundeswehr der Partei DIE LINKE zielt darauf, dass die Bundeswehrsoldaten schnellstmöglich unversehrt nach Hause kehren können, nicht auf ihre Verhöhnung. Dies ist auch immer die Position von Yvonne Ploetz gewesen. Wir brauchen endlich ein Umdenken in der Afghanistanstrategie. Krieg ist kein Mittel der Politik!

Der Militäreinsatz in Afghanistan hat neben zivilen und militärischen Opfern auch schon 43 Bundeswehrsoldaten das Leben gekostet. Das muss in einer demokratischen Gesellschaft kritisch zum Thema gemacht werden können- in Wort, Schrift und auch mittels einer Karikatur.

Dass solche öffentliche Debatte politisch nicht gewollt ist, zeigen die weit überzogenen Kommentare der Bild-Zeitung ebenso deutlich, wie der Sachverhalt, dass das Plakat mittlerweile auf Anordnung des Verwaltungsdirektors des Bundestag polizeilich von der Tür des Abgeordnetenbüros entfernt wurde.

Mit herzlichen Grüßen
Stefan Kalmring
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Büro Yvonne Ploetz
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Frage zum Thema Umwelt
21.04.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Ploetz,

Sie haben zum Thema "Atomausstieg" folgende Aussage gemacht:

"Jeder Kabelbrand, jedes geplatzte Rohr kann aus einem Atomkraftwerk innerhalb von Minuten eine Bombe machen. Jedes 5. Kind im Umfeld eines AKWs lebt mit erhöhtem Krebsrisiko." *

Hierzu hätte ich als Diplomingenieur zwei Fragen:

1. Können Sie mir bitte beispielhaft ein Kabel oder ein Rohr nennen, welches bei seinem Defekt in einem beliebigen AKW in Deutschland aus diesem "eine Bombe" machen würde? Auch eine reine technische Prinzipbeschreibung dieses Vorganges würde mir völlig ausreichen.

2. Verfügen Sie über eine aktuelle Studie, welche die von Ihnen gemachte Krebsrisikobetrachtung erhärtet? Vergangene Studien, welche dies versuchten, haben über den Korrelationsnachweis leider die Kausalität aus den Augen verloren, was jedoch der entscheidende Punkt ist, da AKWs statistisch nicht überall gleich häufig auftauchen und an den besonders gesungen Stellen aus infrastrukturellen Gründen eher selten anzutreffen sind.


Mit freundlichen Grüßen,



* (Quelle: www.google.de )
Antwort von Yvonne Ploetz
3Empfehlungen
09.07.2010
Yvonne Ploetz
Sehr geehrter Herr ,

ich danke Ihnen für Ihre Fragen und Ihr Interesse.
Technologien, die von Menschenhand nicht beherrscht werden können, sind aus meiner Sicht abzulehnen. Atomkraftwerke sind nicht nur störanfällig, sondern verseuchen die Umwelt auch im Normalbetrieb mit Billionen Becquerel radioaktiver Strahlung . Radioaktive Stoffe sind eine Bedrohung für die Erde. Die Alternativen wie rationelle Energienutzung, Energieeinsparung und die Nutzung vorhandener erneuerbarer Energieträger wie Sonne, Wind und Wasser, liegen dabei doch auf der Hand.
Auch die immer wieder behauptete Trennung in zivile und militärische Nutzung ist nicht möglich. Wer Atomanlagen hat, kann auch Atombomben bauen. Atomenergie ist daher immer auch ein sicherheitspolitisches Risiko.
Die Untersuchung des Deutschen Kinderkrebsregisters in Mainz, die im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) durchgeführt wurde und die diversen Reaktionen füllen inzwischen Bände. Unstrittig ist darin belegt, das dass Risiko für Kinder an Leukämie zu erkranken zunimmt, je näher ihr Wohnort an einem Kernkraftwerkstandort liegt. Die aus meiner Sicht aktuellsten Stellungnahmen zu dieser Kinderkrebsstudie stammen von Dr. Alfred Körblein aus München und Dr. Sebastian Pflugbeil aus Berlin.

Herzliche Grüße,

Yvonne Ploetz
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Frage zum Thema Internationales
21.04.2010
Von:

Würden Sie bitte so freundlich sein mir zu erklären, warum Sie Bundeswehrsoldaten auf Ihrem Plakat gegen den Bundeswehreinsatz in Afghanistan als Schweine dargestellt haben?
In einer ersten Stellungnahme äußerten Sie, mit dem Plakat provozieren zu wollen.
Würden Sie mir dahingehend Recht geben, das Sie es als bodenlose persönliche Beleidigung empfinden würden, wenn ich oder jemand anderes Sie als Schwein karikieren würde?
Ich habe mir die Mühe gemacht, Ihr Plakat zu vervielfältigen und in den Landtagswahlkampf NRW als Entscheidungshilfe für unentschlossene Wähler einzubeziehen. Falls Sie dagegen Einwände vorbringen möchten, können Sie es hier gern formulieren.
D.
Antwort von Yvonne Ploetz
bisher keineEmpfehlungen
25.08.2010
Yvonne Ploetz
Sehr geehrter Herr ,

Die Karikatur des linksjugend[solid] Plakats "Beim Bund ist alles doof" ist eine Persiflierung des Motivs "Ohne ich ist alles doof" der Sheepworld-Reihe. Mit ihr wird ein kritischer Bezug zum Afghanistan-Einsatz herstellt. Eine Verhöhnung von Soldaten ist sie nicht. Mit ihr soll ein Raum für öffentliche Debatten geöffnet werden. Wenn Sie das Plakat in einem Wahlkampf verwenden wollen, so ist dies durchaus im Sinne der Jugendorganisation der Partei Die LINKE.

Herzliche Grüße

Yvonne Ploetz
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Frage zum Thema Sicherheit
21.04.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Ploetz,

Sie lassen von Ihrem wissenschaftlichen Mitarbeiter die Frage von Herrn Lüdemann wie folgt beantworten:
"Die Heftigkeit der Reaktionen, die unser Türplakat "Beim Bund ist alles doof.." bei Teilen der Öffentlichkeit hervorgerufen hat, hat uns etwas überrascht. Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass eine Karikatur, die einen kritischen Bezug zum Afghanistan-Einsatz herstellt, keine Verhöhnung von Soldaten darstellt. Natürlich provoziert die Karikatur."

Kann es sein, dass Sie den Bürger eventuell auch für ein bisschen doof halten? Auf dem Plakat ist mittig ein Schwein dargestellt das offenbar einen Soldaten darstellen soll. Auf dieses Schwein zeigt ein Pfeil mit der Beschriftung "Ich doof". Das ist tatsächlich nicht in Bezug zu unseren Soldaten gemeint?

Ich halte die öffentliche Reaktion auf ihr Verhalten noch für viel zu gering. Wann gedenken Sie sich bei den Mitgliedern der Deutschen Streitkräfte öffentlich zu entschuldigen?

Antwort von Yvonne Ploetz
2Empfehlungen
25.08.2010
Yvonne Ploetz
Sehr geehrter Herr ,

bei dem Plakat "Beim Bund ist alles doof" von linksjugend[solid] handelt es sich um eine Persiflierung des Sheepworld-Plakats "Ohne dich ist alles doof". Eine kritischer Bezug zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr wird hergestellt. Eine Verhöhnung von Soldaten findet nicht statt.

Mit freundlichen Grüßen
Yvonne Ploetz
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