Willi Halder (GRÜNE)
Abgeordneter Landtag Baden-Württemberg

Grunddaten
Willi Halder
© Grüne BW
Jahrgang
1958
Berufliche Qualifikation
Buchhändler
Ausgeübte Tätigkeit
Buchhändler
Wohnort
Winnenden
Wahlkreis
Waiblingen
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Bislang haben wir GRÜNE viele Anstrengungen unternommen, um die Vorgänge um den Einsatz eines verdeckten Ermittlers in Heidelberg umfassend und detailliert aufzuklären. Im Gegensatz dazu hat das SPD-geführte Innenministerium die von uns geforderte Transparenz nicht unterstützt. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
06.06.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Halder,

wird sich die neue Landesregierung mehr Recht und Gerechtigkeit in der Justiz kümmern?
Werden weiterhin Rechtswidrigkeiten von der Landesregierung unterstützt?
Welche Sicherheiten können die Grünen einem überhaupt geben, außer dem Atomausstieg?

Vielen Dank im Voraus
verbleibe ich

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Willi Halder
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26.06.2011
Willi Halder
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage, doch versteh ich den höheren Sinn nicht.

Von welchen Rechtswidrigkeiten sprechen Sie? Unterstellen Sie allen Landesregierungen pauschal Rechtswidrigkeiten? Oder was?

Und für den Atomausstieg ist ja jetzt Frau Merkel zuständig.

Sie gestatten mir diese etwas launige Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
Willi Halder
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
10.01.2012
Von:

Bertreff: Verdeckter Ermittler Simon Bromma -Heidelberg

Zu Beginn des Jahres 2011 – es war gerade Wahlkampf – versprachen die Grünen umfassende Aufklärung in der Spitzelaffäre.
Die Vorkommnisse müssten lückenlos aufgeklärt, die Öffentlichkeit und vor allem die Betroffenen umfassend informiert
und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Vor allem aber müsse gewährleistet werden, dass sich
dergleichen niemals wiederhole.

Nun habe ich gehört, dass die Sperrerklärung beantragt wurde, dass die Polizei nicht wollte, dass das Gericht vollständige
Einsicht in die Akten erhält. Das Innenministerium Baden-Württembergs die Akten, die für die Aufklärung der Spitzelaffäre
erforderlich sind, dem Gericht vorenthält.

Wo bleibt Ihr Wahlversprechen?
Antwort von Willi Halder
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20.01.2012
Willi Halder
Sehr geehrter Herr ,

bislang haben wir GRÜNE viele Anstrengungen unternommen, um die Vorgänge um den Einsatz eines verdeckten Ermittlers in Heidelberg umfassend und detailliert aufzuklären. Im Gegensatz dazu hat das SPD-geführte Innenministerium die von uns geforderte Transparenz nicht unterstützt.
Wir konnten aufklären, dass es keine weiteren verdeckten Ermittler gab. Den Betroffenen, gegen die kein Ermittlungsverfahren anhängig war (dies betrifft den Großteil der vom verdeckten Ermittler observierten Personen), wurde mitgeteilt, dass die über sie gespeicherten Daten gelöscht wurden.
Zum Thema Sperrerklärung: Das Innenministerium hat sich auf unsere Intervention hin bereit erklärt, nur wenige Aktenseiten zurückzuhalten. Dies betrifft nur Aktenseiten, in denen persönliche Daten von Mitarbeitern enthalten sind. Bislang sind uns keine Beschwerden des Gerichts bekannt. Bemerkenswert scheint uns, dass des Landesbeauftragte für Datenschutz keine Beanstandungen bezüglich dieses Vorgangs hat.

Mit freundlichen Grüßen

Willi Halder
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Frage zum Thema Finanzen
11.10.2012
Von:

Sind Sie gewillt, für die vollständige Trennung von Kirche und Staat einzutreten, wie sie im Verfassungsauftrag vorgegeben ist und als Folge die Finanzierung der Kirchen einzustellen?
Antwort von Willi Halder
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25.10.2012
Willi Halder
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Eine klare Trennung zwischen Kirche und Staat sehe ich in Deutschland weitestgehend verwirklicht. Bei der Finanzierung der Kirchen von staatlicher Seite muss man zwischen Kirchensteuern, Staatsleistungen und weiteren finanziellen Zuwendungen an die Kirchen in Deutschland unterscheiden. Für den Einzug der Kirchensteuer erhält der Staat eine pauschale Vergütung von 3-4 Prozent der Steuermittel. Der Staat leistet damit eine Art Dienstleistung, die er sich entsprechend bezahlen lässt. Auch bei weiteren finanziellen Zuwendungen von Seiten des Staates an die Kirchen (beispielsweise Erstattung von Religionsunterricht) sehe ich das Trennungsgebot zwischen Staat und Kirche nicht verletzt.

Die Staatsleistungen an die Kirchen sind Folge der Säkularisation von Kirchengut und sind im Grundgesetz in Artikel 140 und in der Landesverfassung in den Artikeln 4-10 verankert. Dies wurden damit als Entschädigung an die betroffenen Kirchen zur Aufrechterhaltung ihrer Organisation beschlossen. Diese Staatsleistungen sind nicht zweckgebunden und stehen den Kirchen damit zu Finanzierung ihrer Aufgaben zur freien Verfügung.

Von Grüner Seite wird bereits seit längerem eine Neugestaltung des Religionsverfassungsrechts gefordert. Einem solchen stehe ich grundsätzlich positiv gegenüber. Klar ist jedoch auch, dass entsprechende alternative Regelungen gefunden werden müssen. Die Kirchen in Deutschland leisten gerade im sozialen Bereich hervorragende und allen offenstehende Arbeit. Mögliche Änderungen im Bereich der Staatsleistungen können nur in gemeinsamen Gesprächen und Verhandlungen mit den Kirchen gefunden werden.

Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Freundliche Grüße

Ihr
Willi Halder
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
12.04.2013
Von:

Sehr geehrter Herr Halder,

ich hätte gerne gewusst, wie sie zur Thematik und inhaltilichen Ausrichtung der Jugendorganisation ihrer Partei, der "Grünen Jugend" stehen.

Mich haben in den letzten Monaten doch einige dieser Punkte abgeschreckt.

Unter anderem die Patriotismus Debatte zur Fußball- EM 2012. Hier wurden Unverständnis für Symphatiebekundungen zur deutschen Mannschaft und zum deutschen Staat insgesamt geäußert.
Außerdem wurde jegliches Zeigen einer deutschen Fahne als rechsextremes, ausländer- und fremdenfeindliches Unterfangen gebrandmarkt.

Desweiteren wundert mich das öffentliche Bekenntnis der "Grünen Jugen" zur Abschaffung des Kapitalismus und der Hinwendung zum Sozialismus.

Auch über die Werbung und die Beteiligung an der Kampagne "Ich bin linksextrem" wundere ich mich doch sehr. Für mich sind alle Formen von Extremismus abzulehnen. Gerade von einer Partei in Regierungsverantwortung. Eine solche Verharmlosung von Extremismus ist nicht hinehmbar. Egal ob rechts oder links..

Es tut mir leid es sagen zu müssen, aber diese Aktionen der Partei machen die Partei für mich immer weniger wählbar. Und das obwohl ich in den letzten Jahren immer wieder stark mit den Grünen sympathisiert habe.

Daher würde ich gerne mal Ihre Meinung zu diesen Umtrieben in Ihrer Partei erfahren.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Willi Halder
bisher keineEmpfehlungen
16.04.2013
Willi Halder
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Einige Kampagnen der Grünen Jugend riefen in der Vergangenheit teils heftige Reaktionen hervor. Als unabhängige Jugendorganisation vertritt die Grüne Jugend teilweise auch andere Positionen als Bündnis 90/Die Grünen. Als basisdemokratische Partei ist uns eine solche Meinungsvielfalt wichtig. Bei den von Ihnen angesprochenen Kampagnen ist es meiner Meinung nach entscheidend, die Einzelstatements im Gesamtkontext zu sehen.

Mit der Kampagne "Patriotismus - Nein Danke!" will die Grüne Jugend bewusst eine kritische Diskussion über Nationalstolz und Patriotismus anregen. Das Hauptargument bezieht sich dabei darauf, dass Patriotismus immer mit einem positiven Bild des "Vaterlandes" verbunden ist und damit eine Abwertung von Anderen erfolgt. In einem pluralistischen und multikulturellen Staat ist es meiner Meinung nach wichtig, dass auch solche Statements der Grünen Jugend öffentlich diskutiert werden. Dies spiegelt die Meinungsvielfalt in unserer Gesellschaft wider.

Hintergrund der Kampagne "Ich-bin-linksextrem" sind die Ermittlungspannen des Verfassungsschutzes vor allem im Zuge der NSU-Mordserie. Gleichzeitig werden bereits seit Jahren Persönlichkeiten und Organisationen aus dem "linken" Lager vom Verfassungsschutz beobachtet. Die Beobachtung des DKP-Mitglieds (Deutsche Kommunistische Partei) Gerhard Bialas, der über Jahrzehnte hinweg in kommunalen Gremien in Tübingen mitarbeitete, oder die Beobachtung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) durch den Verfassungsschutz sind hier nur Beispiele und erscheinen mir im Hinblick auf die NSU-Gefahren äußerst fragwürdig. Im vergangenen Jahr wurden auch Mitglieder der Grünen Jugend in Niedersachsen vom Verfassungsschutz beobachtet. Die Kampagne zielt demnach darauf ab, das teilweise nicht nachvollziehbare Vorgehen der Verfassungsschutzbehörden zu kritisieren. Ich kann Ihnen jedoch zustimmen, dass die "Wahl der Mittel" in diesem Fall etwas fragwürdig erscheint. Auch wir Grüne stellen uns ganz klar gegen jede Form von Extremismus und mahnen zum kritischen Umgang mit Linksextremismus und Rechtsextremismus.

Die Grünen haben seit jeher einen kritischen Blickwinkel auf den Kapitalismus. Für die Grünen geht es im Bereich des Wirtschaftssystems um eine ökologische Erneuerung der Produktions- und Konsumweise. Im Koalitionsvertrag von Grün-Rot in Baden-Württemberg finden sich diese Vorstellungen unter dem Stichwort "ökologische und soziale Modernisierung" wider. Eine Hinwendung zum Sozialismus ist mir weder von Seiten der Partei Bündnis 90/Die Grünen noch von der Grünen Jugend bekannt. Ganz im Gegenteil hat sich die Grüne Jugend in verschiedenen Stellungnahmen und Pressemitteilungen klar gegen ein System des "real-existierenden Sozialismus" ausgesprochen.

Bei weiteren Fragen können Sie sich gerne an mich wenden.

Freundliche Grüße

Willi Halder
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