Weiterentwicklung Bologna-Prozess
In einem Dringlichkeitsantrag fordern CSU und FDP den Bologna-Prozess in Bayern gemeinsam mit den Studenten weiterzuentwickeln. Dafür sprachen sich in namentlicher Abstimmung CSU, SPD und FDP aus.
Hintergrundinformationen
1999 wurde die Bologna-Erklärung zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulwesens bis zum Jahr 2010 von 29 europäischen Bildungsministern unterzeichnet.
Im April 2009 haben sich die Bildungsminister von inzwischen 46 teilnehmenden Staaten zur "Erklärung zu Bologna 2020" und damit zu einer Fortsetzung des Prozesses bekannt.

Laut dem Antrag von CSU und FDP sollen im Rahmen der Fortführung des Prozesses folgende Eckpunkte berücksichtigt werden:

  • Neustrukturierung der Bachelorstudiengänge in Eigenverantwortung der Hochschulen
  • Höhere Flexibilität bzgl. der Regelstudienzeit (z.B. auch sieben und acht Semester)
  • Erleichterte Möglichkeiten für Auslandsaufenthalte und Studienortwechsel
  • Verringerung der Zahl der Prüfungsleistungen
  • der Übergang vom Bachelor- zum Masterstudiengang soll allein von der Eignung des Studenten und nicht von Übertrittsquoten abhängen
  • Intensivere Beratung und Betreuung der Studenten

Die Fraktion der Grünen lehnte den Antrag geschlossen ab, brachte jedoch einen eigenen Antrag zur Entwicklung der Bologna-Reform ein, in dem zusätzlich die Gebührenfreiheit des Studiums gefordert wird.
( Antrag der Grünen: "Konsequenzen aus den Protesten der Studierenden ziehen" (pdf) )


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Kommentare von Besuchern zur Abstimmung
Kommentar #1
so - ich bin Student
1. wieso gibt es hierzu keinen einzigen Kommentar - bei den zichtausenden 'Studenten'?

2. Bildung muss frei sein!
Bis 2020 werden sich wohl nur noch seit der frühen Kindheit 'geförderte' / gequälte Jugendliche der Eliten vom (klar abgegrenzten, bis ins letzte Detail obligatorisch-terminierten) Anspruch an die intellektuelle 'Verballhornung' erlauben können, sich an ein (geistes-wissenschaftliches) Studium heranzuwagen - ganz abgesehen von den finanziellen Erfordernissen.

3. "Neustrukturierung der Bachelorstudiengänge in Eigenverantwortung der Hochschulen"
Nicht ausschließlich die Hochschul-Gremien der Länder sollten über die Lehrpläne des Bachelors entscheiden, sondern die Studenten sollten zumindeßt ein aktives Mitsprache-Recht innehalten!!

Uns werden Lehrpläne aufgezwungen, der emanzipierten, autonomen, bohemen 'Schülern der Geisteswissenschaften' die Haare zu Berge stehen lässt.
Libertäre, anti-autoritäre Strukturen der Partizipation sind längst überfällig!

p.s. ich absolviere kein geisteswissenschaftliches Studium, sondern 'Jung-Gesellen' Medien-Management - doch selbst hier ist die immanente Unterdrückung der im GrundGesetz verbrieften individuellen Entfaltungs-Freiheiten allgegenwärtig.

Ich verbringe wesentlich mehr Zeit mit privater Recherche alternativer, unabhängiger Medien - größtenteils über das Netz - als mit dem weitgehend stupiden, weil fehl-/einheitlich-/zu breit-gefächert-konzipierten, 'Studium'
von: Stephan Schwarz
am: 16.03.2010 01:21
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