Walter Hirche (FDP)
Kandidat Landtagswahl Niedersachsen 2008
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Walter Hirche
Jahrgang
1941
Berufliche Qualifikation
Assessor für das Lehramt an Gymnasien
Ausgeübte Tätigkeit
Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
Wohnort
-
Wahlkreis
Hannover-Buchholz
Ergebnis
6,5%
Landeslistenplatz
-
(...) Wenn der Inhaber einer Gaststätte in seinem eigenen Haus weder selbst rauchen noch dies seinen Gästen gestatten darf, ist dies verfassungsrechtlich ein unverhältnismäßiger Eingriff. Das Schutzgut Gesundheit rechtfertigt nicht eine extreme Verbotskultur. (...)
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Frage zum Thema Gesundheit / Verbraucherschutz
29.12.2007
Von:
-

Guten Tag,

die Versorgung pflegebedürftiger Menschen in Krankenhäusern, Pflegeheimen und zu Hause ist geprägt durch Personal- und Lohnkürzungen, Missmanagement durch berufsfremdes (und eigenes) Personal und unzureichender gesetzlicher Regelungen.
Aus Studien wissen wir, dass der durchschnittliche Patientenkontakt für Gespräche auf unter 5 Min./Tag gesunken ist, Tendenz fallend. Die Ansprüche an das Pflegepersonal steigt im Bezug auf Wissen und Arbeitsdichte. Trotzdem reagieren unsere Klinikbetreiber in der Region stets mit Personalabbau und Lohnkürzung (aktuell -3%). Damit hat das Pflegepersonal der Region in 2008 5,2% weniger Gehalt in den Taschen als 2007, bei steigender Arbeitsdichte. Die Auswirkungen von Burn Out auf Personalseite und ständiger Rück-einweisungen ("Drehtüreffekt") bei Patienten sind nicht von der Hand zu weisen.
Kein Verband und keine Gewerkschaft kann hier eingreifen. Es gibt keine Institution, die zur Zeit für die Qualität der Pflege im Sinne von Ausbildung und Auswirkung, überwacht und regelt. Was fehlt ist eine Institution, die die Qualität der Pflegeausbildung und die Qualität der geleisteten Pflege überwacht und bei Missmanagement regulierend eingreifen kann, damit die Versorgung der Bevölkerung gesichert und garantiert ist, genauso wie die Gesundheit der Pflegenden Personen, ob professionelle oder Laienpflege.
Als Verein zur Errichtung einer Pflegekammer in Niedersachsen e.V. erhalten wir seit Jahren unzureichende, unkonkrete, falsche Aussagen, Antworten und Hinweise. Wir werden, genauso wie der Niedersächsische Pflegerat in wichtige Gesundheitspolitische Entscheidungen, nicht eingebunden, obwohl entsprechende Fachkompetenz nachgewiesen ist!
Meine konkrete Frage: Wie wollen Sie die Pflegebedürftigen vor unzureichender und unprofessioneller Pflege zu schützen?
Wie wollen Sie die professionell Pflegenden in den Kliniken, Altenheimen und ambulanten Diensten vor weiterer Ausbeutung, Gesundheitsschäden und Arbeitslosigkeit schützen?
Antwort von Walter Hirche
3Empfehlungen
02.01.2008
Sehr geehrter Herr ,

liberale Politik setzt sich dafür ein, dass pflegebedürftige Menschen eine menschenwürdige Pflege erhalten. Das steht für mich im Vordergrund.

Zur Zeit sind es vor allem Bürokratie und Dokumentationspflichten, welche die Pflegekräfte belasten. Wir brauchen weniger Bürokratie, um mehr Zeit für die pflegebedürftigen Menschen zu haben. Durch eine eigene Imagekampagne des Landes konnten die Ausbildungszahlen in der Altenpflege übrigens gesteigert werden Niedersachsen hat auch mit der Änderung des Landespflegegesetzes die ambulante Pflege gestärkt und die Förderung durch den Verzicht auf komplizierte Berechnungsverfahren vereinfacht. Zum Bürokratieabbau wird in einem Modellvorhaben die Zusammenarbeit des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen mit der Heimaufsicht bei der Prüfung von Pflegeeinrichtungen verbessert, um unabgestimmte und doppelte Prüfungen zu vermeiden.

Wir als FDP setzen uns darüber hinaus für ein Niedersächsisches Heimgesetz ein, das bürokratische Verfahrensregeln wie Anzeige-, Aufzeichnungs- und Begründungspflichten reduziert, ohne Qualitätsstandards abzusenken, und das dem Entstehen neuer Wohnformen für Pflegebedürftige nicht entgegensteht.


Mit freundlichen Grüßen
Walter Hirche
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Frage zum Thema Bürokratie / Verwaltung
08.01.2008
Von:
Kay

Sehr geehrter Herr Hirche,

lt. Wahlprogramm 2003 wollte sich die FDP für " die Abschaffung der Zwangsmitgliedschaft für Gewerbetreibende in den Industrie- und Handelskammern" einsetzen. Obwohl dieses Ziel nicht erreicht wurde, ist es im aktuellen Wahlprogramm nicht mehr zu finden. Was haben Sie seit 2003 für die Abschaffung der Zwangsmitgliedschaften unternommen und wie stehen Sie heute zu dem Thema ?
Antwort von Walter Hirche
4Empfehlungen
09.01.2008
Sehr geehrter Herr ,

die Eckpfeiler einer freiheitlichen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung sind Selbstbestimmungsrecht und Eigenverantwortung des Bürgers. Als Liberaler bedarf für mich eine Pflichtmitgliedschaft einer besonderen Begründung. Dies gilt auch für die Kammern.
Der Doppelcharakter der Kammern (Selbstverwaltung des eigenen Bereichs und staatliche Aufgabenwahrnehmung) war - analog zum Doppelcharakter der Kommunen - mit Bedacht gewählt. Aufgabe der Kammern soll nicht nur die Interessenvertretung der gewerblichen Wirtschaft sein, sondern im Unterschied zu den Unternehmerverbänden auch im Auftrage des Staates übergeordnete allgemeine volkswirtschaftliche bzw. gesamtwirtschaftliche Interessen berücksichtigen (z.B.Lehrlingsausbildung, gutachterliche Stellungnahmen). Deshalb hat sich auch die FDP auf einem Bundesparteitag 2006 mehrheitlich für die Beibehaltung der Pflichtmitgliedschaft entschieden. Ein Aufheben der Pflichtmitgliedschaft würde die Kammern zu Parallelorganisationen der freiwilligen Wirtschaftsvereinigungen machen. Die kritische Frage nach der Berechtigung einer Pflichtmitgliedschaft auch in Zukunft bleibt ein ständiger Prüfauftrag, der die Kammern zu Recht zwingt, ihren Nutzen für die Mitgliedsbetriebe ständig aktuell unter Beweis zu stellen.

Mit freundlichen Grüßen
Walter Hirche
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Frage zum Thema Arbeit
10.01.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Hirche,

ich möchte von ihnen wissen, wie sie die teilweise relativ hohe Arbeitslosigkeit in NDS bekämpfen wollen? In Niedersachen gibt es teilweise Regionen, in denen die Arbeitslosigkeit sehr hoch ist, wie wollen sie diese Arbeitslosen wieder an die Machinen bringen, wenn die Stundenlöhne in manchen Betrieben und Berufen niedriger sind, als das ALG 2, dass die Arbeiter verdienen?
Außerdem würde ich gerne wissen, was sie dazu sagen, dass z.B. die Airbus-Werke in Nordenham und Varel verkauft werden sollen, aber der Konzern gleichzeitig noch mehr eingenommen hat, als im Vorjahr.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Walter Hirche
2Empfehlungen
13.01.2008
Sehr geehrter Herr ,

der Arbeitsmarkt in Niedersachsen hat sich dank der liberalen Wirtschaftpolitik besser als in vielen anderen Bundesländern entwickelt. Niedersachsen lag vor dem Regierungswechsel 2003 in der unteren Tabellenhälfte der Bundesländer. Seitdem sinkt die Arbeitslosenquote speziell bei Jugendlichen und jetzt auch bei Langzeitarbeitslosen. Niedersachsen liegt jetzt im Länderranking kontinuierlich in der oberen besseren Hälfte. Diesen Weg wollen wir konsequent fortsetzen. allein im letzten Jahr hat es ca. 50.000 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze gegeben.

In den vergangenen Jahren konnte jedem ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen in Niedersachsen ein Angebot gemacht werden. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist trotz der konjunkturell schwierigen Lage kontinuierlich gestiegen - 2007 im Vergleich zu 2006 allein um 4%. Der Ausbildungspakt hat sich als voller Erfolg erwiesen. Eine Ausbildungsplatzumlage, wie sie die Opposition wollte, hat dagegen keinen einzigen zusätzlichen Ausbildungsplatz geschaffen.

Bei der weiteren Verringerung der Arbeitslosigkeit könnte z.B. eine weitere Flexibilisierung der Flächentarifverträge, Deregulierung des Arbeitsmarktes und eine grundlegende Reform der "Arbeitsverwaltung" mit einer weitgehenden Verlagerung der Zuständigkeiten auf die kommunale Ebene die Situation noch weiter verbessern.

Die Entscheidung des EADS-Konzerns, Airbus-Standorte zu verkaufen, ist eine unternehmerische Entscheidung. Die jetzige Lösung, in der die Werke im Verbund erhalten bleiben und gemeinsam durch ein norddeutsches Unternehmen übernommen werden, werte ich als äußerst positives Signal. Das Land wird die Standorte insbesondere durch eine Aufwertung der CFK-Fertigkeiten, also zukunftsweisender neuer Materialien stärken. wir stehen dazu in engem Kontakt mit Betriebsräten, Gewerkschaften, den Kommunen und der Bundesregierung. Ich bin zuversichtlich, dass unsere niedersächsischen Airbus-Standorte eine gute Zukunft haben.

Mit freundlichen Grüßen
Walter Hirche
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Frage zum Thema Bürokratie / Verwaltung
10.01.2008
Von:
Kay

Sehr geehrter Herr Hirche,

Im Jahr 2006 sprach sich die FDP nach Ihren Angaben mehrheitlich für die Beibehaltung der Zwangsmitgliedschaft von Gewerbetreibende in den Industrie- und Handelskammern aus.

Eine 180-Grad-Wendung, denn im Wahlprogramm 2003 versprach die FDP, sich für die A b s c h a f f u n g der Zwangsmitgliedschaft von Gewerbetreibende in den Industrie- und Handelskammern einzusetzen.

Ist es richtig, dass Sie bzw. die FDP 3 !! Jahre lang ( 2003 - 2006 ) keine k o n k r e t e n Schritte zur Abschaffung der zwangsweisen Mitgliedschaft unternommen hat, obwohl es sich hier um ein - in dieser Zeit gültiges - Wahlversprechen handelte und die Regierungsbeteiligung dies durchaus ermöglicht hätte ?

mfg
Antwort von Walter Hirche
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15.01.2008
Sehr geehrter Herr ,

die FDP hat sich auf Bundesebene mit einem Parteitagsbeschluß 2006 für die Beibehaltung der Pflichtmitgliedschaft ausgesprochen. Die Diskussion hatte einen jahrelangen Verlauf.
Persönlich mache ich keinen Hehl daraus, dass ich am Ende der Diskussion in der Kammerorganisation eine richtige Übertragung staatlicher Kompetenzen an die Selbstverwaltung der Wirtschaft sehe.

Mit freundlichen Grüßen
Walter Hirche
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Frage zum Thema Wirtschaft
15.01.2008
Von:

Habe gelesen, dass Sie, Herr Hirche, für den Flughafen Hannover den Namen des Flugpioniers Jatho vorgeschlagen hatten. Habe das ebenfalls vor dem Start der Weltausstellung getan und nahezu mit den gleichen Argumenten wie später Sie. Mich würde interessieren warum Ihr Vorschlag nicht angenommen wurde. Wäre doch für den Standort Hannover als Industrieansiedlung und Stätte großer Söhne bestimmt vom Vorteil. Gäbe auch zu Messestadt und Stadt der kleinen Weltausstellung einen guten Akzent.

Danke für die Antwort und es grüßt Sie 15.1.08
Antwort von Walter Hirche
2Empfehlungen
16.01.2008
Sehr geehrter Herr ,

es freut mich, dass wir beide der Meinung sind, dem Gründer der Hannoverschen Flugzeugwerke und Sohn der Stadt Hannover sollte als Pionier der Luftfahrt durch eine entsprechende Namensgebung Respekt gezollt werden. Inzwischen wurde ein Terminal des Flughafens (GAT - General Aviation Terminal) nach Karl Jatho benannt. Eine vollständige Umbenennung des Flughafens in Langenhagen, so die Geschäftsleitung, würde unverhältnismäßig hohe Kosten mit sich bringen, die vor allem durch die heutzutage notwendige Einführung des Namens als wirtschaftliche Marke und die Änderung der internationalen Flughafenkennummer entstehen würden.

Mit freundlichen Grüßen
Walter Hirche
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