Verlängerung des Anti-Terror-Einsatzes (OEF)
Nach dem ISAF-Mandat hat der Bundestag gegen die Stimmen von Grünen und Linken auch die Beteiligung deutscher Soldaten am Anti-Terror-Kampf verlängert. Wichtigste Änderung: Die Bundeswehr ist künftig nur noch vor dem Horn von Afrika präsent.
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Abstimmungsverhalten: nicht beteiligt
Dr. Karl Addicks
Dr. Karl Addicks
FDP
Saarbrücken
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Dr. Christoph Bergner
Dr. Christoph Bergner
CDU
Halle
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Lothar Bisky
Lothar Bisky
DIE LINKE
Frankfurt (Oder) - Oder-Spree
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Michael Brand
Michael Brand
CDU
Fulda
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Rainer Brüderle
Rainer Brüderle
FDP
Mainz
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Werner Dreibus
Werner Dreibus
DIE LINKE
Landesliste
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Gernot Erler
Gernot Erler
SPD
Freiburg
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Annette Faße
Annette Faße
SPD
Cuxhaven - Osterholz
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Dagmar Freitag
Dagmar Freitag
SPD
Märkischer Kreis II
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Otto Fricke
Otto Fricke
FDP
Krefeld I - Neuss II
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Martin Gerster
Martin Gerster
SPD
Biberach
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Michael Glos
Michael Glos
CSU
Schweinfurt
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Josef Göppel
Josef Göppel
CSU
Ansbach
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Hermann Gröhe
Hermann Gröhe
CDU
Neuss I
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Heike Hänsel
Heike Hänsel
DIE LINKE
Tübingen
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Michael Hennrich
Michael Hennrich
CDU
Nürtingen
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Peter Hintze
Peter Hintze
CDU
Wuppertal I
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Lothar Ibrügger
Lothar Ibrügger
SPD
Minden - Lübbecke I
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Nicolette Kressl
Nicolette Kressl
SPD
Rastatt
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Jürgen Kucharczyk
Jürgen Kucharczyk
SPD
Solingen - Remscheid - Wuppertal II
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Sibylle Laurischk
Sibylle Laurischk
FDP
Offenburg
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Prof. Dr. Dr. Karl Lauterbach
Prof. Dr. Dr. Karl Lauterbach
SPD
Leverkusen - Köln IV
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Michael Leutert
Michael Leutert
DIE LINKE
Landesliste
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Dr. Klaus W. Lippold
Dr. Klaus W. Lippold
CDU
Offenbach
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Friedrich Merz
Friedrich Merz
CDU
Hochsauerlandkreis
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Hans Michelbach
Hans Michelbach
CSU
Coburg
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Jan Mücke
Jan Mücke
FDP
Dresden II - Meißen I
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Gesine Multhaupt
Gesine Multhaupt
SPD
Oldenburg - Ammerland
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Andrea Nahles
Andrea Nahles
SPD
Ahrweiler
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Michaela Noll
Michaela Noll
CDU
Mettmann I
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Hans Raidel
Hans Raidel
CSU
Donau-Ries
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Steffen Reiche
Steffen Reiche
SPD
Cottbus - Spree-Neiße
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Walter Riester
Walter Riester
SPD
Göppingen
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Dr. Hermann Scheer
Dr. Hermann Scheer
SPD
Waiblingen
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Otto Schily
Otto Schily
SPD
München-Land
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Renate Schmidt
Renate Schmidt
SPD
Erlangen
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Olaf Scholz
Olaf Scholz
SPD
Hamburg-Altona
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Frank Schwabe
Frank Schwabe
SPD
Recklinghausen I
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Dr. Ilja Seifert
Dr. Ilja Seifert
DIE LINKE
Löbau-Zittau - Görlitz - Niesky
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Johannes Singhammer
Johannes Singhammer
CSU
München-Nord
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Dr. Margrit Spielmann
Dr. Margrit Spielmann
SPD
Brandenburg a. d.Havel - Potsdam-Mittelmark I - Havelland III - Teltow-Fläming I
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Dr. Max Stadler
Dr. Max Stadler
FDP
Passau
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Ludwig Stiegler
Ludwig Stiegler
SPD
Weiden
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Dr. Guido Westerwelle
Dr. Guido Westerwelle
FDP
Bonn
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Dr. Wolfgang Wodarg
Dr. Wolfgang Wodarg
SPD
Flensburg - Schleswig
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Sabine Zimmermann
Sabine Zimmermann
DIE LINKE
Zwickauer Land - Zwickau
Stimmverhalten: nicht beteiligt
Kommentare von Besuchern zur Abstimmung
Kommentar #13
Unsere Jungs sind zu wertvoll für diesen Schwachsinn. Die Russen haben dieses kriegerische Volk nicht besiegen können. Die Amis erst recht nicht. Deutsche Soldaten sofort raus aus Afghanistan!
von: HaJoPower
am: 29.12.2009 17:41
Kommentar #12
Besatzungsmächte bezahlen "Taliban”: der Gespenster-Krieg entlarvt sich.

Von Daniel Neun | 22.Oktober 2009

Afghanistan: Die deutsche Bundespolizei, die deutschen Landespolizei-Kräfte und das deutsche Militär müssen sofort zurück nach Deutschland.

Seit Wochen wartet die US-Regierung mit ihren Forderungen nach noch mehr deutschen Truppen und Polizeikräften, bis endlich die Regierung in Berlin steht welche diese schicken soll. Mit der zu erwartenden Forderung (welche die Bedeutung der Berliner Republik für imperiale Kriegführung weltweit deutlich macht), wird Washington das Establishment der ohne demokratische Tradition im schläfrigen Nirvana einer faktischen Oligarchie vor sich hin dämmernden Deutschen bis an den Knackpunkt belasten. Denn dieses Volk hat von Krieg, Diktatur und imperialer Herrschaftssucht die Nase voll. Und das wird auch die Regierung der USA merken, wenn sie von der Republik noch mehr Truppen für ihren strategischen Stützpunkt in Zentralasien fordert.

Die jüngste Äusserung von US-Verteidigungsminister Robert Gates, welche besagt dass "die Taliban” in Afghanistan wieder Aufwind hätten weil die Europäer zuwenig Truppen schicken (1), ist gelinde gesagt eine Unverschämtheit. Seit 8 Jahren ist dieses Land besetzt, bereits nach der vollständigen Invasion Ende 2001 wurde die Niederlage des bis dahin herrschenden Taliban-Regimes verkündet. Im Land gab es keinen einzigen Flecken, der nicht unter Kontrolle der Invasionstruppen und der von ihnen angestellten "Nordallianz” aus heimischen Kriegsfürsten und Milizenführern gewesen wäre. Die Niederlage der Taliban wurde verkündet. Das Land wurde in Besatzungszonen aufgeteilt. Die Drogenproduktion explodierte, man arrangierte sich, man richtete sich häuslich ein und erzählte den Deutschen zuhause was vom Brunnenbauer in Uniform. Kamen Zweifel auf, zeigte man auf die blutigen Bilder von ungeklärten Attentaten, welcher einer "Terrororganisation El Kaida” zugeschrieben wurde welche selbst laut der preisgekrönten BBC-Dokumentation "The Power of Nightmares” aus dem Jahre 2004 nie existiert hat. (BBC-Doku: Die Organisation "Al Qaida” hat nie existiert, 21.09.2009)

Schliesslich standen der frisch organisierte Präsident der Besatzungszone, Hamid Karzai, zusammen mit dem damaligen Pentagon-Chef Donald Rumsfeld über 2 Jahre nach der Invasion vor der Presse und verkündeten schon wieder das Ende der Taliban. Hamid Karzai im Februar 2004 (2):

"Was Terrorismus angeht, was die Taliban angeht, glauben wir fest, mit Beweisen, dass sie besiegt sind. Sie sind weg..Wir sehen kein Wiedererstarken der Taliban. Die Taliban-Bewegung existiert nicht mehr.”

Man muss sich diesbezüglich vor Augen halten, was alles vor der Invasion Afghanistans (und in der Zeit nach Kriegsbeginn am 11.September 2001) erzählt und behauptet worden war. Die Regierung Chinas sah sich nach einer Kampagne in den US-Informationsmedien (damals noch mehrheitlich TV, Radio und Druckzeitungen) genötigt zu erklären, dass man nicht auf Seiten des Taliban-Regimes stehe und dieses auch nicht unterstütze. (3)
Die isralische Geheimdienst-Webseite "Debka Files” behauptete allen Ernstes am 5.Oktober 2001 hätten 3.000 chinesische Soldaten die Grenze nach Afghanistan überschritten – zur Unterstützung der Taliban und Osama Bin Ladens. Rechte und reaktionäre Nachrichtenmedien machten daraus dann gleich 15.000 chinesische Soldaten, welche als "ethnische Muslime” an der Seite ihrer Glaubensbrüder gegen das Abendland kämpfen würden. Russland, Vietnam und das Fass Hugo Chavez wurden gleich mitaufgemacht. (4)

Jetzt, bald 8 Jahre später, tauchen endlich Meldungen über Waffen des deutschen Militärs und der deutschen Bundespolizei auf Schwarzmärkten in Afghanistan und Pakistan auf (5). Bis heute ist in Deutschland jeder in den Bundestagsparteien zu dumm oder zu feige die Frage zu stellen, woher irgendwelche Milizen in den Bergen eines zentralasiatischen Landes (die ja 8 Jahre nach der Invasion angeblich wieder mal kurz vor der Machtübernahme stehen) eigentlich ihre Waffen und Munition bekommen. Und nicht nur das: Transportmittel, Infrastruktur, Nahrung, Unterkunft und nicht zuletzt die Informationen über Militärbewegungen des Gegners. Von einer Luftwaffe der Taliban wagt sogar die Nato nicht zu reden, von Satelliten-Unterstützung ganz zu schweigen. Trotzdem ist dieser seit 8 Jahren mal existierende, dann wieder nicht existierende, aber schier unersetzliche Gegner in einem sonst der Bevölkerung nicht mehr zu vermittelnden Krieg scheinbar bestens informiert darüber wann, wo, wie und wieviele Nato-Soldaten sich durch die Besatzungszone bewegen.

So auch am 18.August 2008. Nach späteren Aussagen überlebender französischer Elite-Soldaten gegenüber der Zeitung "Le Monde” spielt sich an diesem Tage folgendes ab…(6)

Die französischen Soldaten des 8. Fallschirmspringer-Regiments der Marine, dem 2. Fallschirmspringer-Regiments der Fremdenlegion und dem Regiment des Tschad-Marsches (” Régiment de marche du Tchad (RMT)” sind gegen 13.30 Uhr mittags im Rahmen einer ISAF-Mission unterwegs auf einer Strasse die zur Stadt Sarobi führt, deren Distrikt die französische Militärführung erst kürzlich im Rahmen der von Präsident Sarkozy verfügten Truppenaufstockung von den US-Militärs als "Verantwortungsbereich” (Besatzungszone) übernommen hatte.

Diese Strasse, die sehr bald zu einem engen Pass werden würde, ist aber noch Teil der Region Kabul. Das Kommando über die 5000 NATO-Soldaten in der nur 30 Meilen entfernten Stadt Kabul hatte vor wenigen Tagen, am 5.August, der Franzose Michel Stollsteiner übernommmen.

Diese Strecke über den Lataband-Pass gilt als extrem gefährlich. Das anvisierte Ziel liesse sich auch anders erreichen. Trotzdem wird der französische Generalstabschef General Jean-Louis Georgelin nachher bei einer Pressekonferenz erklären, dass es nötig war die Elite-Soldaten zu Fuss auf die Pass-Spitze zu schicken.
Die französischen Soldaten sind mit US-Spezialeinheiten und afghanischen Militärs unterwegs. Diese halten sich hinter den Franzosen.

In dem Augenblick als die französischen Truppen die Pass-Spitze erreichen, geraten sie in einen Hinterhalt. Später wird Generalstabschef Georgelin in Paris behaupten, in diesen Minuten hätten die eigenen Truppen die meisten Verluste erlitten.
Nach Aussage der überlebenden Soldaten passiert aber folgendes: 4 Stunden lang erhalten sie im Gefecht durch die US-Soldaten und die afghanischen Truppen hinter ihnen nicht nur keine Unterstützung – sondern sie werden von den eigenen "Verbündeten”, darunter Elite-Scharfschützen, direkt unter Feuer genommen, . Sie müssen sich nach allen Seiten verteidigen. Die Munition geht ihnen aus. Das eigene, das französische Kommando in Kabul unter Michel Stollsteiner bricht die Verbindung zu ihnen ab. Verstärkung und Entsatz kommt nicht, obwohl 5000 NATO-Soldaten nur 30 Meilen entfernt sind.

Die sogenannte "Rapid Force”, die schnelle Eingreiftruppe, ist angeblich nicht in Bereitschaft, was allen militärischen Grundregeln und Einsatzmustern widerspricht. Die afghanischen Soldaten, die mit ihnen auf die Patrouille gingen, nehmen sie immer dann unter Feuer, wenn sie versuchen sich vom Pass zurückzuziehen.

Dann kommen NATO-Bomber. Sie greifen die Franzosen an und töten mehrere Soldaten. Über 13 Stunden gehen die Gefechte, schliesslich werden die letzten verwundeten Franzosen gegen 2 Uhr nachts am Dienstag evakuiert.

Als "Le Monde” schliesslich die Darstellung der französischen Elite-Soldaten veröffentlicht, verweigert man in Paris einen Kommentar dazu. Später steht in Kabul der zufällig geplant nach Afghanisten gereiste französische Präsident Sarkozy in der französischen Regionalkommandatur General Stollsteiners vor den Särgen der Toten und verneigt sich, die Presse ist eingeladen.

Anschliessend sagt Sarkozy: "Die beste Weise, Euren Kameraden die Treue zu halten, ist es, weiter zu machen, den Kopf zu heben, professionell zu handeln”. Der Afghanistan-Einsatz sei "unerlässlich” im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. "Warum sind wir hier? Weil es hier um einen Teil der Freiheit in der Welt geht”.
Die französischen Truppen kämpften nicht gegen die Afghanen, sondern mit ihnen – "um sie nicht der Barbarei zu überlassen”.
Kampfflugzeuge der Verbündeten seien den "in einen Hinterhalt von extremer Gewalt geratenen Soldaten” zur Hilfe geeilt, so Sarkozy.

Niemand der anwesenden Soldaten erschiesst diesen Präsidenten auf der Stelle.

Der französische Armeechef General Elrick Irastorza, gerade mit der Abwicklung der französischen Armee und ihrer Inlandsstützpunkte zugunsten der neuen EU-Militärdoktrin Sarkozys für weltweite Einsätze beschäftigt, sagt angesprochen auf die Enthüllungen von "Le Monde”: "Alles zur richtigen Zeit…es gibt eine Zeit für Mitgefühl, für Solidarität..wir werden die Lehren ziehen aus diesem Event..”

Der deutsche Verteidigungsminister Franz Jung spricht Nicolas Sarkozy sein Beileid aus und erklärt in einem Interview:

"Frage: Es zeichnet sich ab, dass die USA ihren Kampf gegen den internationalen Terrorismus deshalb nach Pakistan verlagern wollen. Ziehen Sie dabei mit?
Jung: Wir müssen Pakistans Grenzen respektieren, aber entschieden auf eine Lösung des Grenzproblems dringen. Pakistan muss den Anti-Terror-Kampf stärker unterstützen.”
Frage: "Halten Sie einen ISAF-Einsatz in Pakistan für notwendig?”
Jung: "Das steht nicht zur Diskussion, aber abgesehen davon ginge das nicht ohne Zustimmung Pakistans und ein Mandat der Vereinten Nationen.”

Vor wenigen Tagen nun wurde öffentlich, dass die italienische Besatzungsmacht über den Militär- und Auslandsgeheimdienst "Sismi” in eben dieser afghanischen Region Sairobi vor der Machtübergabe an das französische Militär unter Regionalkommandatur General Stollsteiner regelmässig Söldner- und Milizenführer bezahlte; der dafür passende Creative Commons-Begriff für Uni(n)formierte: "Taliban”.

Den französischen Soldaten, die am 18.August durch die Kugeln und Bomben der eigenen vermeintlichen Verbündeten fielen, wurde in der Times (7) unterstellt, sie seien durch eigene "katastrophale Fehleinschätzung” selbst Schuld an ihrem Tod gewesen. Angeblich sei das französische Militär – also die französische Militärführung – nicht informiert gewesen. Die Italiener hätten dies einfach vergessen. Nur dem Einsatz der US-Soldaten hätten die französischen Soldaten ihr Überleben verdankt.
Trotzdem hätten die italienischen Militärs auch im Nachhinein von einer gelungenen "`hearts and minds` operation” gesprochen – einer Operation zur psychologischen Kriegführung.

Nicht eine deutschsprachige Zeitung – nicht eine - griff die damaligen Zeugenaussagen der überlebenden französischen Soldaten auf, welche im "Le Monde” dokumentiert waren. Soviel zur deutsch-französischen Freundschaft.

Desweiteren liess die Washington Regierung unter Barack Obama durchsickern, dass ihre Vorgänger-Regierung unter George Bush über die Zahlungen der Italiener an "die Taliban” informiert gewesen war (8). Was dies über die Vorgänge am 18.August 2008 aussagt, kann sich jeder denken der überhaupt noch denken kann in diesem Land.
Laut dem Bericht einer französischen Nachrichtenagentur bezahlen auch die Militärs von Kanada die "Taliban” ihrer Besatzungszone. Der kanadische Verteidigungsminister Peter Mackay nannte den Pressebericht "Taliban Propaganda”. (9)

Durchgeführt worden sei der Angriff auf die Franzosen am 18.August 2008, so die "Times” (7), durch "eine gemischte Streitkraft von Taliban-Mitglieder und Kämpfern der Hizb-I-Islami”. Die "Hizb-I-Islami” ist die "Partei” des Warlords Gulbuddin Hekmatyar. Im September 2009 konnte man nun lesen, dass Hekmatyar in der Nähe des deutschen Militärhauptquartier in Kunduz sein Hauptquartier hat und wieder einmal in "Verhandlungen” mit Hamid Karzai steht (10). Das war er laut Zeitungsberichten schon Ende 2006 (Afghanistan: Der Kupfer-Krieg, 29.11.2006)

Nicht ein einziger Parlamentarier, nicht ein einziger Vertreter einer Bundestagspartei, nicht einmal eine einzige Zeitung benannte in den letzten Tagen all diese öffentlich einsehbar- und überprüfbaren Fakten.

Wolfgang Schäuble versucht derzeit mit allen Mitteln seine erneute Ernennung als Bundesinnenminister durchzusetzen, Franz Jung seine Wiederernennung als Verteidigungsminister. Niemand fragt diese Regierungsvertreter wieso Waffen ihrer Ministerien bei irgendwelchen "Terroristen”, "Taliban”, mithin irgendwelchen Söldner und Milizionären Afghanistans auftauchen.
Niemand fragt, wohin eigentlich die 32 Milliarden Euro flossen (11), welche die Besatzungsmächte im Juni 2008 nach Afghanistan hineinkippten, 2 Monate vor dem Überfall auf die französischen Elitesoldaten am Lataband-Pass. Wohin floss das Geld? Wohin genau? An wen? Wer unterzeichnete wo wann in wessen Gegenwart welche schriftlichen Dokumente? Wo sind die Belege? Und wer will das überhaupt wissen?

Wer hat, vielleicht als einfacher Wähler der Kriegsparteien Deutschlands, ein einziges Mal nach dem EU-Missionchef in Afghanistan, Michael Semple, und dem hochrangigen UN Beamte Mervyn Patterson gefragt, welche im Dezember 2007 aus Afghanistan ausgewiesen wurden? Semple war MI-6-Agent, die EU finanzierte "Terrorcamps” der "Taliban” im Süden des Landes, beide lieferten Waffen, Geld, Infrastruktur, Handys, Laptops und Guthaben über Satellitenzeit aus. Sie unterwiesen sie in der Benutzung abhörsicherer Satellitentelefone, damit sie direkt mit den britischen Geheimdiensten in Kontakt bleiben konnten. Um die Lager der "Taliban” hatte sich schützend die britische Armee gelegt. (12, 13)

Sowohl Semple als auch Patterson hatten mit ihrer Tätigkeit einige Erfahrung: schon in den 80ern hatten sie Söldner und Milizen in Afghanistan entsprechend ausgerüstet, damaliger Pop-Begriff für die Heimatfront im Kampf gegen den Kommunismus: "Mujaheddin”.

Während man sich so rührend um die Versorgung der eigenen "Taliban” kümmert, kann man bei der Versorgung der eigenen Truppen mit Waffen, Nachschub und Ausrüstung schon mal durcheinander kommen. Nach Amtsantritt steltte die neue US-Regierung (mit ihrem alten Pentagon-Chef Robert Gates) im Februar 2009 auf einmal fest, dass ein Drittel der nach Afghanistan gelieferten Waffen des US-Militärs irgendwie verdunstet sind -

EIN DRITTEL. (14)

Am 19. Mai stand dann in der "New York Times” (15) zu lesen, dass nach Untersuchungen welche das US-Militär selbst durchgeführt hat, jahrelang Waffen des US-Militärs in Afghanistan an "Taliban”-Milizen geliefert wurden, Waffenproduzenten wie Wolf oder A.E.Y. Inc sind involviert, ebenso die tschechische Regierung.

Aber was passiert? Nichts. Es geht in Deutschland einfach alles weiter wie bisher. Die "Parteien” schweigen, die Presse schweigt, die Bürger flüstern nur miteinander wenn sie über den Zusammenhang von Krieg, Attentaten und Regierungen reden und jeder versucht sich vor der Wahrheit zu drücken, weicht aus, lügt, heuchelt und dementiert, nur um sich selbst "nichts kaputt zu machen”.
Dabei stellt sogar jede einzelne Landesregierung jedes einzelnen deutschen Bundeslandes Landespolizisten für den 17. State of Germany. Deutsche Landespolizisten in Afghanistan – auch darüber wird nicht geredet, durch niemanden, durch nichts, durch keine Partei, durch keine Zeitung.

Wenn die Deutschen zu dumm sind für die Demokratie, dann werden sie weiter dumm genug für den Krieg sein. Sie haben die Wahl.
von: Cosmo
am: 22.10.2009 17:53
Kommentar #11
Bei allem Gepoltere gegen die Abstimmung darf man nicht vergessen, dass wir Verpflichtungen aus geschlossenen Bündnissen zu erfüllen haben. Jeder der fordert, dass Deutschland am Hindukusch nichts verloren hat, der tritt die Geschichte mit Füssen und die Zukunft unseres Landes scheint diesen Menschen auch egal zu sein. Wir sind Mitglied der NATO und müssen unseren Beitrag zu diesem Bündnis leisten. Dass wir in Deutschland seit fast 60 Jahren im Frieden leben ist fast ausschließlich der NATO zu verdanken. Aber es wird gerne und oft schnell vergessen, dass es Frieden nicht umsonst gibt. Dafür muss man einiges tun und auch zu seinen Partnern und Verbündeten halten.

Deutschland raus aus Afghanistan? So ein populistischer Quatsch kann nur von der Gysi-Lafo-Ecke kommen.
von: Joachim Fallert
am: 23.09.2009 17:53
Kommentar #10
Gewalt erzeugt Gegengewalt, das war schon immer so. Es kommt wohl darauf an, diese Kette zu unterbrechen und der andere wird es wahrscheinlich nicht tun.

Was hat Deutschland am Hindukusch zu suchen?
von: Thomas Buck
am: 25.02.2009 11:15
Kommentar #9
Es gibt keinen vernünftigen Grund für diese Aktion. Es gibt eine Menge unvernünftige Gründe. Es sollen die in Ordnung bringen die es angezettelt haben und Deutschland hat es nicht angezettelt. Es kostet Blut, Schweiß und Tränen, und natürlich Geld. Eine Menge von allem. Aber wer hat den Profit davon? Meiner Meinung nach die wichtigste Frage bei der Beobachtung solcher Projekte. Wer hat den Vorteil ? Nun, auf diese Frage gibt es eine Menge antworten. Volk steh auf und sage "Nein" zu solchem Irrwitz. Deutsch raus aus Afghanistan. Meine Meinung.
von: Andreas. Hofmann
am: 15.01.2009 23:34
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