Verlängerung Afghanistan-Einsatz (ISAF, Tornado)
Verlängerung Afghanistan-Einsatz (ISAF, Tornado)
Mit großer Mehrheit hat der Bundestag für die Verlängerung des ISAF- und Tornado-Einsatzes in Afghanistan gestimmt. Auch 15 Grünen-Abgeordnete stimmten entgegen des Parteitagsbeschlusses mit Ja. Gegenstimmen gab es aus allen Fraktionen, als einzige Fraktion stimmte die Linke geschlossen gegen die Mandatsverlängerung.
Hintergrundinformationen
Umstritten war die Zusammenlegung der beiden Afghanistan-Mandate "ISAF" und "Tornado" zu einem Mandat. Während die deutsche Beteiligung am NATO-geführten ISAF-Einsatz bei allen Fraktionen mit Ausnahme der Linken weitgehend unumstritten ist, gibt es bei Abgeordneten von SPD und Grünen Vorbehalte gegen den Tornado-Einsatz.

Der Antrag der Bundesregierung basiert auf den auslaufenden Mandaten und wurde um folgenden Absatz ergänzt: "Für die Beteiligung an der Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe in Afghanistan (einschließlich der Fähigkeit zur Aufklärung und Überwachung aus der Luft) werden bis zu 3.500 Soldaten und Soldatinnen mit entsprechender Ausrüstung eingesetzt."

Im Rahmen des ISAF-Einsatzes soll der staatliche und gesellschaftliche Wiederaufbau in Afghanistan fortgesetzt und abgesichert werden.
Konkret werden im Antrag folgende Aufgaben definiert:
  • Schutz der afghanischen Staatsorgane sowie des UN-Personals und anderer internationaler Zivilkräfte, die Wiederaufbauhilfe leisten oder humanitäre Projekte betreuen
  • Unterstützung bei der Reform des Sicherheitssektors, einschließlich der Entwaffnung illegaler Milizen
  • Unterstützung beim Aufbau einer funktionierenden afghanischen Armee

Trotz Fortschritten beim zivilen Aufbau gebe die Entwicklung der Sicherheitslage weiterhin Anlass zur Sorge, heißt es in dem Antrag. "Afghanistan ist angesichts der Bedrohung durch militante regierungsfeindliche Kräfte und die organisierte Kriminalität, einschließlich Drogenkriminalität, weiterhin auf die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft angewiesen."

Der Tornado-Einsatz soll dem Schutz der ISAF-Soldaten "in ganz Afghanistan" sowie der im Lande eingesetzten zivilen Helfer und der afghanischen Bevölkerung dienen. "Die Aufklärungsflugzeuge werden aufgrund ihres Auftrages und ihrer Ausstattung nur für Aufklärungszwecke angewiesen. Sie werden nicht zur Luftnahunterstützung (Close Air Support) herangezogen."

Die Kosten für den um zwölf Monate verlängerten Einsatz belaufen sich auf rund 487 Mio. Euro. Darin enthalten ist der Anteil für den Tornado-Einsatz, der in dem Antrag auf 44 Mio. Euro beziffert wird.

Die Linkspartei stimmte als einzige Fraktion geschlossen gegen die Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes. Eine Fortführung des Einsatzes werde Afghanistan nicht sicherer machen, sondern Unsicherheit und Kämpfe auch auf bisher relativ ruhige Regionen im Norden und Westen ausdehnen.

Die Mehrheit der Grünen-Fraktion folgte dem Beschluss des Sonderparteitages von Göttingen und stimmte der Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes nicht zu. Umstritten war innerhalb von Partei und Fraktion insbesondere die Fortsetzung des Tornado-Mandates.


© Foto: Michael Hirschka / www.pixelio.de



Links zur Abstimmung
Gesetzentwurf der Bundesregierung (BT-Drs. 16/6460)

ISAF-Einsatz bei Wikipedia
Kommentare von Besuchern zur Abstimmung
Kommentar #31
Das Gedächtnis der Menschheit für erduldete Leiden ist erstaunlich kurz. Ihre Vorstellungsgabe für kommende Leiden ist fast noch geringer. Lasst uns das tausend Mal Gesagte immer wieder sagen, damit es nicht einmal zu wenig gesagt wurde! Lasst uns die Warnungen erneuern, und wenn sie schon wie Asche in unserem Mund sind! Denn der Menschheit drohen Kriege, gegen welche die vergangenen wie armselige Versuche sind, und sie werden kommen ohne jeden Zweifel, wenn denen, die sie in aller Öffentlichkeit vorbereiten, nicht die Hände zerschlagen werden. (Berthold Brecht 1952 Wien)

Dem brauche ich nichts mehr hinzu zu fügen
von: Joachim Zens
am: 09.12.2009 12:16
Kommentar #30
Bundeswehreinsatz in Afghanistan

Mit ihrer Zustimmung für den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan haben die hierfür verantwortlichen Politiker die Deutsche Bundeswehr zu einer Söldnertruppe der internationalen Hochfinanz degradiert, zu Helfershelfern des amerikanischen Imperialismus.

All diese Politiker die den Auslandseinsätze in Afghanistan zustimmten oder fordern, verstoßen gegen das Deutsche Grundgesetz (Art. 26) und machen sich strafbar gemäß Strafgesetzbuch § 80.

Doch wo die Justiz willfähriger Teil des Systems ist, ist auch kein Kläger und wo kein Kläger ist, ist auch bekanntlich kein Richter.
von: Lutz Huth
am: 28.09.2009 23:55
Kommentar #29
afghanistan ist ein harter brocken.an ihn haben sich schon andere die ZÄHNE
ausgebissen.letztlich richtig erkannt , Finger weg .Doch nach 2 verlorenen
Kriegen muss es uns mal gelingen so einen kleinen krieg zu gewinnen.zumal er ja weit weg ist von deutschen städten.ein talibanflugzeug wird noch am
hindukusch abgeschossen und die bestellten kofferbomber schon am
Bahnhof bei laufender kamera in obhut genommen.was wollen wir eigendlich in einem fremden land?wer hat uns gerufen? afghanistan die USA?
als1953 am 17.juni in Berlin , 1956 in Budapest und danach in Prag sovjetische Panzer in die inneren angelegenheiten eingriffen da war
das geschrei der bundesdeutschen medien und Politiker nicht zu überhören. Einmischung von Außen.Nun ist das Ziel von Damals erreicht und nun gibt es neue Ziele.
Der Drogenbande die felder abbrennen.wir sind gegen Drogen ,ok.Die moslems gegen Alkohol.Was würden unsere Weinbauern sagen , wenn morgen ,die schon eingedrungenen, moslems alle weinberge und rebstöcke in rheinland-pfalz-baden-hessen-unstrut usw dem erdboden gleich machen. wir würden uns wehren.das tuen die taliban auch nur mit ihren mitteln.es gibt ein recht auf selbstverteidigung.also- wir sind so stolz auf die "friedliche Revolution in der DDR 1989"kein schuß kein Blut. Afghanistan soll sich selber befreien.
Es gibt auch ein Sebstbestimmungsrecht der Völker.
Waffen Raus-Maurerkelle rein.Politiker, schafft in deutschland ordnung!!
keine neuen Mörder in fremde Länder-auch kein geschrei bei einem neuen Wenningen.Das nie wieder eine mutter ihren Sohn beweint.aus DDR Hymne
von: wolfgang schmidt
am: 26.09.2009 16:26
Kommentar #28
Hat sich hier noch keiner gefragt, wieso die eher wirtschaftlich ausgerichteten Parteien für diesen Einsatz sind?

In Afghanistan gibt es einen Kuchen, wenn wir Deutschen noch ein Stück davon haben möchten, müssen wir auch was dafür tun.

Dass die ganze Sache unter dem Deckmantel "Anti-Terror" läuft, finde ich unehrenhaft, sollen die Herren doch sagen, um was es tatsächlich in Afghanistan geht.

Können doch nicht alle Aljazeera.net in englisch lesen.
von: roger
am: 22.10.2008 08:59
Kommentar #27
Höchst merkwürdig, wie geschlossen die Damen und Herren Politiker für so einen Einsatz entscheiden...

Stellt sich mir die Frage: Wie viele von ihnen hatten jemals selbst Uniform an, bzw. haben diesem Staat als Soldat gedient? Oder anders formuliert: Wie viele haben sich vor dieser Pflicht gedrückt, die jetzt so einmütig die Hand heben?

Vor allem "die Grünen", die ich durchweg als Kriegsdienstverweigerer bezeichne, schicken deutsche Soldaten (mal wieder) in einen Kriegseinsatz...

Verwundert bin ich jedoch auch über die Gleichgültigkeit in der Bevölkerung: Während in den siebzigern und achtzigern mit Friedenskundgebungen und Demo's aller Art an die Öffentlichkeit gegangen wurde, herrscht heute erschreckende Gleichgültigkeit... und so macht die Regierung, was den USA gefällig ist.

Hingegen wird dem Volke suggeriert, man habe viel aus der deutschen Geschichte gelernt... da wäre es längst an der Zeit, sich gerade im Hinblick darauf aus allen Kriegshandlungen herauszuhalten...
von: Manfred Endres
am: 25.05.2008 12:24
Ihr Kommentar zur Abstimmung
Abstimmungsergebnis