Ullrich Sierau (SPD)
Kandidat Bürgermeisterwahlen Nordrhein-Westfalen 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Ullrich Sierau
Jahrgang
1956
Berufliche Qualifikation
-
Ausgeübte Tätigkeit
Stadtdirektor Stadt Dortmund
Wohnort
-
Stadt
Dortmund
Ergebnis
45,5%
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(...) In meinem Berufsleben, aber auch bei meinen politischen Aktivitäten, habe ich immer wieder festgestellt, wie wichtig es ist Menschen, die direkt oder indirekt von Entscheidungen betroffen sind, zu beteiligen. Dies ist daher einer meiner zentralen politischen Ansätze. (...)
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
10.07.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Sierau,

ich wohne seit vielen Jahren in Dortmund-Oespel (Nähe Jugenddorf) und muss leider feststellen,dass die Lärmbelastung in den vergangen Jahren ganz furchtbar zugenommen hat. Dies betrifft einmal die (z.T. sehr niedrigen) Überflüge, zum anderen aber die A 45, die inzwischen wirklich stark befahren ist und ja in großer Nähe zu den Wohngebieten liegt. Der Lärm ist bei Ostwind so stark, dass man praktisch nicht mehr auf der Terrasse sitzen oder bei offenem Fenster schlafen kann.

Meine Frage: Haben Sie und Ihre Partei die Absicht und die Möglichkeiten, auf der A 45 wirksame Lärmschutzmaßnahmen zu ergreifen oder zumindest ein Tempolimit auf 70 oder 80 km/h durchzusetzen? Die Lärmsituation in Bezug auf den Flughafen finde ich auch sehr negativ, dazu ist mir die Position der SPD aber bekannt. Oder können Sie zu dieser Frage auch noch neue Infos geben?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Ullrich Sierau
7Empfehlungen
15.07.2009
Sehr geehrte Frau ,

Vielen Dank für Ihre Frage.

Die Autobahn A45 ist seinerzeit auf der Grundlage eines Planfeststellungsverfahrens gebaut worden, in dem auch Lärmberechnungen durchgeführt wurden. Aufgrund der damals ermittelten Werte wurden, in Abhängigkeit von der Randnutzung der Straße, Lärmschutzmaßnahmen im gesetzlich vorgeschriebenen Umfang vorgenommen. Eine Verpflichtung, zu einem späteren Zeitpunkt Lärmschutzeinrichtungen nachzurüsten – in Fachkreisen spricht man von Lärmsanierung - sieht das Gesetz leider nicht vor.

Anders als bei der Anordnung der Geschwindigkeitsbeschränkung auf der B1 im Stadtgebiet hat die Stadt Dortmund auf Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen keinen Einfluss. Diese können nur von der Bezirksregierung auf Antrag der Landesstraßenbauverwaltung angeordnet werden. Davon wird allerdings nur in seltenen Fällen Gebrauch gemacht, um die Leistungsfähigkeit des Fernstraßennetzes zu erhalten.

Gleichwohl werde ich Ihr Anliegen in der nächsten Besprechung im Herbst 2009 mit dem Landesbetrieb Straßenbau auf die Tagesordnung setzten.

Ich sehe aber die Möglichkeit, bei einer Erneuerung der Fahrbahndecke Materialien einzubauen, die in der Lage sind, Lärm zu absorbieren. Auch werde ich mit den Vertretern des Landesbetriebes klären, ob in dem von Ihnen genannten Streckenabschnitt Geschwindigkeitsbeschränkungen angeordnet werden können.

Zum Thema Flughafen verweise ich auf den folgenden Link: www.ullisierau.de Dort finden Sie u.a. einen Antrag zu dem Thema, den ich auf dem SPD-Unterbezirksparteitag eingebracht habe.
Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

mit freundlichen Grüßen,

Ullrich Sierau
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
11.07.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Sierau,
ich wohne in der Glockenwiese und möchte von Ihnen gerne erfahren, in welcher Weise Sie, im Falle einer Wahl zum OB, in der Sache Flughafen tätig werden. Die Start-und Landeflugschneise befindet sich in etwa 150 m nördlich von meinem Wohnort und die Flughöhe schätze ich dabei i. M. auf ca. 500m Höhe. Ich werde vor allem morgens ab 6 Uhr, auch samstags und sonntags, vor allem im Sommer an heißen Tagen bei geöffnetem Fenster unsanft aus dem Schlaf gerissen. Ich weiss es nicht, ob Sie sich dies vorstellen können. Meine Frau und ich bewohnen eine Eigentumswohnung und können, auch aus Altersgründen nicht mehr deswegen wegziehen. Ausser uns sind alle unsere Nachbarn vom Fluglärm betroffen. Mir ist bewusst, daß wir in unserem Wohnbereich im Verhältnis zum gesammten Stadtbereich eine Minderheit sind, sodaß wir wahrscheinlich wegen der vorherrschenden Interessenslage wohl keine Chance haben. Im Hinblick auf die Wahl ist mir, wie eingangs erwähnt Ihr künftiges Wirken wichtig.
Mit freundlichem Gruß
Antwort von Ullrich Sierau
2Empfehlungen
21.07.2009
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für ihre frage, die ich selbstverständlich gerne beantworte.

Zur Vorbereitung des von mir für den letzten Unterbezirksparteitag der SPD vorgelegten Antrags habe ich einen Konsultationskreis eingerichtet, an dem Vertreter aller relevanten Gruppen (z.B. der Schutzgemeinschaft Fluglärm Dortmund - Kreis Unna e.V., Flughafen und IHK) beteiligt waren. Hier wurden transparent, konstruktiv und durchaus kritisch die Entwicklungsperspektiven des Dortmunder Flughafens diskutiert. Ein derart offenes Verfahren zu einem solch sensiblen Thema werden Sie in nicht vielen Städten vorfinden. Dabei wurden selbstverständlich auch die Lärmbelastung und Lärmschutzmaßnahmen thematisiert. Zudem habe ich Gespräche mit zahlreichen Anwohnern geführt. Auf Basis dieser Ergebnisse habe ich den bereits erwähnten Antrag formuliert. Diesen finden sie unter folgendem Link www.ullisierau.de auf meiner Internetseite. Daraus ist ersichtlich, dass das vorgeschlagene Verfahren ermöglicht, auf die Entwicklungen des Flughafens, der Luftverkehrswirtschaft insgesamt und ihrer Rahmenbedingungen unter Berücksichtigung aller Auswirkungen für unsere Stadt und ihre Bürger angemessen zu reagieren.

Mit freundlichen Grüßen

Ullrich Sierau
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Frage zum Thema Wirtschaft
13.07.2009
Von:

Hallo Herr Sierau,

Ihnen ist bekannt, dass die Stadt dem Investor Martin Metgenberg 2,55 Millionen Euro Entschädigung zahlen muss. Hierüber hat die Westfälische Rundschau hinreichend berichtet. Das OLG Hamm ( siehe Zeitungsartikel Westfälische Rundschau ) hat festgestellt, das Verwaltungsfehler gemacht wurden.
Das bedeutet im Klartext: die Stadt muss 2.55 Millionen Entschädigung zahlen, weil die Verwaltung eine Amtspflichtverletzung begangen hat.
Sie sind Stadtdirektor und wollen OB von Dortmund werden.
Wie wollen Sie es schaffen, weiteren Schaden von der Stadt abzuwehren, wenn es bis jetzt nicht gelungen ist, diesen Schaden zu vermeiden. Ich denke, dass die Stadt bereits Pleite ist. Ich denke, die Verwaltung ist zu aufgebläht und kostet dem Steuerzahler Millionen. Dieses Geld könnte besser eingesetzt werden, wenn die horrenden Gehälter der Städtischen Angestellten, hier Dezernentenstellen, endlich auf normales Mass heruntergefahren werden. Wieso muss jeder Dezernent ein Dienstfahrzeug haben?
Was werden Sie ändern?
Was wollen Sie tun, damit solche Dinge bei der Stadt nicht wieder passieren?
Wo und an was wollen sie sparen?

Über eine Antwort würde ich mich freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Ullrich Sierau
7Empfehlungen
16.07.2009
Sehr geehrter Herr ,

der von Ihnen beschriebene Vorgang ist sicherlich höchst unerfreulich. Dennoch ist es an dieser Stelle nicht richtig, wenn Sie von einer "Amtspflichtverletzung" der Verwaltung sprechen.

Die Entschädigungszahlung an den Investor Martin Metgenberg wurde durch eine Entscheidung der Verwaltung im Jahr 2002 verursacht. Das Bauordnungsamt der Stadt hatte die Genehmigung zur Ansiedlung eines Discountmarktes auf der Grundlage der damals vorliegenden Rechtserkenntnisse in Abstimmung mit der Bezirksregierung in Arnsberg und den zuständigen politischen Gremien versagt, da das Vorhaben zu Nachteilen für das Zentrum Eving geführt hätte.
Im anschließenden Verwaltungsgerichtsprozess ist, nicht zuletzt durch jüngere Rechtssprechung ausgelöst, die Entscheidung der Stadt aufgehoben und damit der Weg für eine Schadensersatzforderung eröffnet worden. Weder ein Verschulden noch grobe Fahrlässigkeit der Verwaltung wurden durch die Gerichte bejaht.
Die Zusammenlegung der städtischen Fachbereiche Bauordnung und Stadtplanung in 2007 ist u.a. eine Reaktion auf diese Verfahren. Nicht nur, dass durch eine stärkere Abstimmung von Stadtplanung und Erteilung von Baugenehmigungen die Verwaltung effektiver wird, dies trägt auch dazu bei, durch stärkere interne Kommunikation o.g. Schadensersatzfälle zu vermeiden. Anders als Sie bin ich auch nicht der Meinung, dass die Verwaltung "aufgebläht" ist.
Im Vergleich zu anderen Großstädten, ist die Leistung der Stadt gemessen am Personaleinsatz überdurchschnittlich gut. In der Verwaltung arbeiten engagierte Kolleginnen und Kollegen für die Dortmunderinnen und Dortmunder.
Hinsichtlich der Gehälter der städtischen Bediensteten, auch der Dezernenten, sind der Stadt enge Grenzen durch entsprechende Besoldungsvorschriften und Tarifverträge gesetzt. Die Einhaltung dieser Vorschriften inklusive der Vergütung der Dezernenten unterliegt dabei der Kommunalaufsicht durch die Bezirksregierung Arnsberg.
An welchen Stellen ich sparen werde, kann ich zu diesem Zeitpunkt nicht konkret sagen.
Hinsichtlich denkbarer Einsparungsmöglichkeiten sichere ich Ihnen zu, dass ein künftiger Oberbürgermeister Sierau die städtischen Potentiale hierfür sehr genau prüfen wird. Dazu wird auch die Dienstfahrzeugregelung gehören.

Wichtig ist mir aber, dass wir als Stadt handlungsfähig bleiben und weiter auch in unsere Stadt und ihre Menschen investieren.

Mit freundlichen Grüßen

Ullrich Sierau
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Frage zum Thema Verwaltung und Föderalismus
26.07.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Sierau,

im Lokalteil der WR vom 24.07.09, wird im Zusammenhang mit den neuen Großplakate über Sie ausgeführt: "Er will sich als freundlicher und harmoniebedachter Familienvater empfehlen, der so gar nichts gemein hat mit dem Image eines hartgessottenen, rauhbeinigen Verwaltungschefs, das ihm einige nachsagen."
Mich würde interessieren, mit welchem Führungsstil und durch welche Maßnahmen Sie sich vom "beratungsresistenten und autokratischen Regierungsstil" Ihres Vorgängers (WR, WAZ, RN vom 24.09.08) unterscheiden wollen.
Antwort von Ullrich Sierau
2Empfehlungen
17.08.2009
Sehr geehrter Herr ,

grundsätzlich kann ich Ihnen sagen, dass es einige Unterschiede zwischen Herrn Dr. Langemeyer und mir gibt. Das hat allerdings weniger damit zu tun, dass ich mich zwanghaft unterscheiden möchte, sondern liegt ganz einfach in der Natur der Sache. Wir sind zwei unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Eigenschaften, Erfahrungen und Vorstellungen.

Ich möchte Ihnen daher nicht mitteilen, wie ich mich unterscheiden möchte, sondern Ihnen lieber sagen, welchen Führungsstil ich bisher pflege und auch weiterhin pflegen werde.

In meinem Berufsleben, aber auch bei meinen politischen Aktivitäten, habe ich immer wieder festgestellt, wie wichtig es ist Menschen, die direkt oder indirekt von Entscheidungen betroffen sind, zu beteiligen. Dies ist daher einer meiner zentralen politischen Ansätze. Ich rede mit den Beteiligten, höre mir ihre Anregungen und Vorschläge an und berücksichtige diese dann bei meiner Entscheidung.

Das dies der richtige Weg ist habe ich als Planungsdezernent immer wieder erlebt. Zum Beispiel bei der Aufstellung des Flächennutzungsplans oder bei der Erarbeitung der integrierten Stadtentwicklungskonzepte.

Aber auch als ich vom SPD Parteitag den Auftrag erhielt, eine Position zum Flughafen zu entwickeln, war dieses Vorgehen sehr erfolgreich. Ich habe alle Beteiligten an einen Tisch geholt. Das waren unter anderem die Befürworter und Gegner eines Ausbaus, die Geschäftsführung und die Betriebsräte sowie Anwohner/innen und politisch Aktive. Das Ergebnis war ein für alle Beteiligten tragbarer Kompromiss.

Diesem Führungsstil werde ich auch als Oberbürgermeister treu bleiben. Sollte ich gewählt werden, werde ich ein Ansprechpartner für die Dortmunderinnen und Dortmunder sein. Das gilt auch für meine Rolle als Chef der Verwaltung.

Mit freundlichen Grüßen

Ullrich Sierau
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Frage zum Thema Gesundheit
31.07.2009
Von:

Sehr geehrter Hr. Sierau,

als Sprecher der Interessengemeinschaft Lärmgeschädigter der A2 in Dortmund-Brechten möchte ich diese Plattform nutzen, um eine Stellungnahme unserer OB-Kandidaten zum Lärmproblem zu bekommen. Dabei habe ich mich für den Bereich Gesundheit entschieden, weil unsere Gesundheit nachhaltig und fahrlässig durch den enormen Lärm und dessen Folgen gefährdet wird.
Aber die A2 hat nicht nur gesundheitliche Auswirkungen, sondern wirkt sich direkt auch auf den Wert unseres Eigentums und unsere Lebensqualität aus.

Landes- und Bundesverkehrsminister hören uns nicht angemessen zu bzw. nehmen uns nicht ernst. Nach einer ziemlich langen Trägheit der Dortmunder Politik hat man sich jetzt per Resolution im AUSW als Rat der Stadt Dortmund hinter uns und unsere Forderung gestellt.

Unsere Forderung ist so einfach wie logisch:
Ganz Brechten wurde lauter gemacht und jetzt muss man auch ganz Brechten wieder leiser machen. Dabei ist uns eine ganzheitliche und nachhaltige Lösung ohne Problemverschiebung wichtig. Offenporiger Asphalt könnte so eine Lösung sein.

Wie stehen Sie zu unserem Problem?

Von jemandem, der schon sehr bald unsere Stimme haben möchte, würde ich erwarten, dass er die entsprechenden Bürger auf ihre Probleme anspricht und auch seine Haltung dazu erläutert.
Warum haben Sie sich bisher nicht mal selber ein Bild von der Lage vor Ort gemacht?

Die sehr fragwürdigen Lärmmessungen wurden mittlerweile durchgeführt und ergaben, dass die Grenzwerte eingehalten werden. Mit diesem Ergebnis war zu rechnen, weil die Messungen unter völlig unrealistischen Bedingungen durchgeführt wurden. Um zu unserem guten Recht auf nachhaltigen Gesundheitsschutz zu kommen müssen wir politischen Druck auf das Land und den Bund ausüben.

Würden Sie uns als OB von Dortmund dabei unterstützen und wie würden Sie uns unterstützen?
Antwort von Ullrich Sierau
2Empfehlungen
17.08.2009
Sehr geehrter Herr ,

die von Ihnen beschriebene Situation in Brechten ist ohne Zweifel problematisch. Ich versichere Ihnen auch, dass ich die Situation vor Ort kenne. Daher habe ich auch die im AUSW beschlossene Resolution sehr begrüßt. Gerne sage ich Ihnen deshalb zu, mich im Falle meiner Wahl für Ihre Interessen bei der Landesregierung einzusetzen.

Wie Sie aber richtigerweise schreiben, hat die Stadt in Ihrem Fall leider keine direkten Handlungsmöglichkeiten. Hier braucht es klare Anweisungen des zuständigen Landesministeriums an den Landesbetrieb Straßen.NRW. Dies scheitert aber offenkundig an der schwarz-gelben Landesregierung. Ausnahmsweise schließe ich mich deshalb in meinen Ausführungen einmal Herrn Pohlmann an, der ihnen bereits geantwortet hat, dass ja im nächsten Jahr Landtagswahl ist und man dann einiges bewegen könne.

Das sehe ich genauso. Wir müssen bei der Landtagswahl wieder einen Regierungswechsel herbeiführen, damit in Zukunft solche Probleme wieder zügiger gelöst werden.

Mit freundlichen Grüßen
Ullrich Sierau
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