Ulf Dunkel (DIE GRÜNEN)
Kandidat Landtagswahl Niedersachsen 2013
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Angaben zur Person
Ulf Dunkel
Geburtstag
27.08.1962
Berufliche Qualifikation
selbstständiger Software-Kaufmann
Ausgeübte Tätigkeit
Rechnungsprüfer KV Cloppenburg
Wohnort
Löningen
Wahlkreis
Cloppenburg
Ergebnis
5,1%
Landeslistenplatz
34
(...) Erlauben Sie mir daher, auf die letzte, aktuelle Bundestagsrede unseres grünen Bundestagsabgeordneten Markus Kurth hinzuweisen, der klar festhält, dass es schon aufgrund der bisher vorliegenden Zahlen und Ergebnisse dringend geboten ist, die "Conterganrente" nochmals deutlich zu erhöhen, Grünenthal weiter in die Pflicht zu nehmen und nach weiteren Möglichkeiten zu suchen, dem steigenden Bedarf an Hilfe für alle Contergangeschädigten nachzukommen. (...)
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Frage zum Thema Verkehr, Infrastruktur und Stadtentwicklung
28.11.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Dunkel,

mich würde interessieren, wie Sie zu dem Problem des immer weiter zunehmenden Schwerlastverkehrs in Deutschland und den daraus resultierenden Folgen für die Arbeitnehmer im Verkehrgewerbe stehen. Zunehmender Verkehr bedeutet oftmals auch zunehmende Staus, denen oft nicht effektiv ausgewichen werden kann - z.B. durch Durchfahrverbote. Des weiteren sind schon heute auf vielen Transitstrecken die Parkmöglichkeiten für schwere LKW hoffnungslos unzureichend. Dies erschwert es Fahrern erheblich, ihre gesetzlich vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten einzuhalten - was wiederum zu schweren Unfällen führen kann. Besteht Bedarf an besser ausgebauten Autobahnen, mehr und größeren Rastanlagen, und besser nutzbaren Ausweichstrecken, oder sehen sie andere Lösungen, die das Problem auch kurz- und mittelfristig eindämmen können ?

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Ulf Dunkel
1Empfehlung
28.11.2012
Ulf Dunkel
Lieber .

Dass der Schwerlastverkehr wirklich immer weiter zunehmen würde, ist nicht belegt. Das Deutsche Institut für Wirtschaft (DIW) in Berlin ermittelt jährlich Zahlen über die Verkehrsbewegungen auf deutschen Straßen und stellt dabei regelmäßig fest, dass der Schwerlastverkehr innerhalb von 10 Jahren gerade mal 1,4 % mehr wurde - aber nicht pro Jahr, sondern innerhalb von 10 Jahren insgesamt. Derzeit ist sogar eine abnehmende Tendenz zu beobachten.

Auch der Mautbericht 2007 des Bundesverkehrsministeriums (herausgegeben 2009) stellt fest, dass der Schwerlastverkehr auf den meisten Bundesstraßen seit Jahren stagniert, während er nur marginal auf den Autobahnen zugenommen hat.

Dennoch können auch diese Zahlen die täglichen Staus, die viele VerkehrsteilnehmerInnen tatsächlich erleben, nicht wegdiskutieren!

Viele Staus - gerade auf Autobahnen - sind m.E. oft dadurch hausgemacht, dass an Baustellen keine ausreichend frühe Vorwegweisung erfolgt, sondern der Verkehrsstrom nur kurz vor der Baustelle gewarnt und im Tempo reduziert wird, so dass kaum Zeit für Umleitungsuche bleibt.

Lkw-FahrerInnen sind momentan in der doppelt schwierigen Situation, dass sie den Druck ihrer Arbeitgeber (der Spediteure), ihres Wettbewerbs (andere Spediteure) und ihrer Auftraggeber (die Industrie und der Handel) aushalten müssen. Daher wird oft viel zu schnell und viel zu lange gefahren - Verkehrskontrollen belegen dies dramatisch. Leider ist mittlerweile als Regel zu beobachten, dass die erlaubten Höchstgeschwindigkeiten auch von schwer-Lkws regelmäßig deutlich überschritten werden: Geschwindigkeiten von ca. 95 km/h sind oft die Regel, obwohl sie auf Autobahnen max. 80 km/h und auf zweistreifigen Bundesstraßen sogar nur 60 km/h fahren dürfen. Die überhöhten Geschwindigkeiten sind eine weitere Ursache für Unfälle, leider eben oft kombiniert mit Übermüdung.

Auch in unserer Region wurden durch konservative Verkehrspolitik massiv Rast- und Parkplätze abgebaut, um angeblich immer weiter steigende Wartungskosten dieser Plätze zu sparen. Tatsächlich bringen die fehlenden Standflächen die Lkw-FahrerInnen sogar in Gefahr, weil sie eben oft zum Ende der erlaubten Fahrzeit keinen Parkplatz ohne weitere Umwege finden können und so eher das Risiko eingehen, noch ein Stück weiter zu fahren, und noch eines, und noch eines ...

Schon vor Jahren war in der Politik klar, dass die Schwerlastverkehre auf deutschen Bundesstraßen und Autobahnen eigentlich eine Wirtschaftssubventionierung sind. Industrie und Handel können sich durch das Märchen von "Just-in-time"-Lieferungen aufwendige Lagerung der Waren sparen; wir alle zahlen die Lagerung der Waren auf den Straßen, die Abnutzung der Straßen durch Schwerlastverkehre und indirekt auch die Schäden, die durch Unfälle nach Übermüdung entstehen.

Daher plädieren Grüne seit langem dafür, mehr Güterverkehre auf die Schiene (und wo möglich, auf Wasserwege) zu verlagern. "Just in time" ist vielerorts nur Wunschdenken, so dass auch etwas langsamere Transportgeschwindigkeiten auf Schiene und Wasser der Wirtschaft nicht schaden sollten. Dazu müssen natürlich die Etats für Verkehr in Land und Bund deutlich mehr für den Bereich Schiene aufbringen. Schwarz-Gelb hat immer wieder versucht, der Straße mehr und der Schiene weniger Mittel bereitzustellen. So führt man ein Verkehrssystem ad absurdum und das andere in den Kollaps.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die Transportwirtschaft mit vereinten Kräften gute Wege finden würde, auf wichtigen Hauptrelationen Roll-On-Roll-Off-Systeme zu entwickeln, bei denen Lkws huckepack auf der Schiene von A nach B befördert werden, so dass die eigentlichen Lenkzeiten der FahrerInnen nur vom Ladeort nach A und von B zum Zielort nötig sind. Dem Ausbau von Schienenwegen stehen m.E. auch wesentlich mehr Menschen positiv gegenüber als dem weiteren Ausbau unseres Straßennetzes.

Da ein Schwerlastkraftwagen die Straßen ca. 60.000-200.000 mal stärker abnutzt als ein Pkw, halte ich von Ausweichstrecken nichts, da diese in der Regel nicht mautpflichtig sind.

Wenn wir fordern, dass Lkw-FahrerInnen die Lenkzeiten und Ruhezeiten einhalten sollen, dann müssen natürlich entsprechende Rastplätze zur Verfügung stehen. Hier muss der Rückbau gestoppt werden. Es sollte ermittelt werden, welcher Bedarf wo besteht, damit dann zielgenau Rastplätze und Parkplätze aus- oder neugebaut werden können.

Freundliche Grüße,

Ulf Dunkel
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Frage zum Thema Soziales
02.12.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Dunkel

Im Mai wurde der Zwischenbericht über dringend notwendige Verbesserungen der Lebenssituation Contergangeschädigter veröffentlicht, in welchem eklatante Versorgungsdefizite festgestellt wurden:
  • Die in erhebl. Maß auftretenden, äußerst schmerzhaften Folgeschäden, die zu massiven Einschränkungen der Lebensqualität der Conterganopfer führen
  • Die gravierende Benachteiligung bzgl. der Erwerbsbiografie (Viele sind schon jetzt voll erwerbsgemindert und erleiden allein hierdurch weit über die Conterganrente hinausgehende lebenslange finanzielle Nachteile)
  • Die gängige Nicht-/Unterversorgung von Contergangeschädigten mit Heil-/Hilfsmitteln, zahn-/medizinischen und therapeutischen Maßnahmen
Ich selber bin ebenfalls betroffen. Noch arbeite ich, aber auch ich werde nicht das Renteneingangsalter erreichen und muss mit dramatischen Rentenabschlägen rechnen!
Ein hoher Preis, den ich neben körperl. Einschränkungen und tägl. Schmerzen dafür zahle, dass es gem. BVerfG dem Gesetzgeber obliegt darüber zu wachen, dass die Leistungen der übernommenen Verantwortung gerecht werden.
Stattdessen werde ich ständig auf meine anrechnungsfreie Conterganrente verwiesen, um schädigungsbed. Defizite zu finanzieren. Dabei bringe ich bereits jetzt neben der Rente einen stetig steigenden Teil meines Gehalts hierfür auf. Und das, obwohl die Bundesrepublik die Haftungsverantwortung vollumfänglich übernommen hat, ihrer Verpflichtung bis heute jedoch nur unzureichend nachkommt, wie auch der internat. Vergleich der Leistungen an Contergangesch. belegt.
Natürl. kann man mit Geld die Schmerzen nicht aufwiegen, aber es könnte uns helfen, ein menschenwürdiges Dasein abseits derzeit vorprogrammierter Altersarmut zu führen.
Meine Frage an Sie:
Was werden Sie/Ihre Fraktion tun, um diese Missstände angemessen/menschenwürdig zu ändern? Werden Sie sich persönlich für eine angemessene Entschädigung (z.B. im Sinne des Antrages der Linken Partei) einsetzen?
M. freundl. Grüßen,
D.
Antwort von Ulf Dunkel
1Empfehlung
03.12.2012
Ulf Dunkel
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich sehr wichtig finde. Bitte haben Sie Verständnis, dass ich mich als "neuer" Kandidat noch nicht in allen Themenbereichen fundiert auskennen kann. Der Bereich "Soziales" ist eher nicht mein Fachgebiet. Daher bitte ich Sie, mir nachzusehen, wenn ich Ihnen nicht direkt konkret antworte, nur damit es den Anschein erwecken würde, ich hätte zu Ihrem Problem und dem Thema der Contergan-Entschädigung selbst wirklich sachlich und fachlich Fundiertes zu sagen.

Es scheint allerdings so zu sein, dass das Thema Contergan-Entschädigung generell auf Bundesebene, und nicht auf Landesebene behandelt werden muss.

Erlauben Sie mir daher, auf die letzte, aktuelle Bundestagsrede unseres grünen Bundestagsabgeordneten Markus Kurth hinzuweisen, der klar festhält, dass es schon aufgrund der bisher vorliegenden Zahlen und Ergebnisse dringend geboten ist, die "Conterganrente" nochmals deutlich zu erhöhen, Grünenthal weiter in die Pflicht zu nehmen und nach weiteren Möglichkeiten zu suchen, dem steigenden Bedarf an Hilfe für alle Contergangeschädigten nachzukommen.

Hier ist seine Rede nachzulesen: www.gruene-bundestag.de

Freundliche Grüße nach Bösel,

Ihr Ulf Dunkel
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Frage zum Thema Gesundheit und Verbraucherschutz
31.12.2012
Von:

Warum treten Sie zurück,obwohl Ihr Gedicht von allen Atheisten und Agnostikern, aber auch von Leuten mit weniger intellektuellen Gewissensgebissen Geplagten geteilt wird; mit Toleranz hat Schweigen auf Grund Beschluß des ZK der Grünen nichts zu tun.

Wer sich über Vergewaltigungen und Mädchenabtreibungen in Indien aufregt, und auch über Klitorisverstümmelungen in Afrika, kann doch nicht an der Kinderverstümmelung der Babies der Orthodoxen (!) Juden vorbeisehen.

Aber mit Göring-Eckhardt hinein in die Unbestimmtheit und in die Koalition mit der angeblich christlichen Partei CDU & Co.Da stört einer wie Sie doch nur! Wer Juden kritisiert - orthodoxe wohlgemerkt- ist natürlich gleich Antisemit. Und wer Israel als nationalistisch und militaristisch bezeichnet, also Antizionist ist, natürlich auch.Nicht zurückschrecken, sonst bekommen wir anderen Angst vor Zensur und Strafbarkeit unsere Ansichten.

Der Sohn einer jüdischen Mutter (gem. Nürnberger Gesetzen von 1935)
(*1932)
Antwort von Ulf Dunkel
6Empfehlungen
02.01.2013
Ulf Dunkel
Sehr geehrter Herr .

Vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihre Frage.

Ich bin nirgends zurückgetreten, sondern habe nur für den (völlig
unwahrscheinlichen) Fall, dass ich ein Landtagsmandat erreichen sollte,
erklärt, dieses nicht anzunehmen.

Diese Erklärung habe ich vor allen Dingen deshalb abgegeben, um den
Druck von meiner Familie, die wegen der gegen mich ausgesprochenen
Morddrohungen große Angst hatte, zu nehmen.

Nachdem ich den Film "It´s A Boy!" des englischen Filmemachers Victor
Schonfeld gesehen hatte, hatte ich mich in meinem Wutausbruch und dem
Gedicht im Ton vergriffen und dafür um Entschuldigung gebeten.

Ich bin nach wie vor überzeugt, dass Eltern kein Recht haben sollten,
ohne medizinische Indikation die Körper ihrer Kinder irreversibel
verändern zu lassen, ganz unabhängig vom Thema Beschneidung.

ulfdunkel.wordpress.com
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Ihre Frage an Ulf Dunkel
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