Tomás Santillán (DIE LINKE)

Tomás Santillán
Geburtstag
12.12.1964
Berufliche Qualifikation
-
Ausgeübte Tätigkeit
IT & Softwareberater
Wohnort
Bergisch Gladbach
Wahlkreis
Rheinisch-Bergischer Kreis I
Ergebnis
4,5%
Landeslistenplatz
36
Die Diskussion um die Deponiepläne auf dem Lüderich ist ein Paradebeispiel mit welcher Gleichkültigkeit die alten Parteien auf den Interessen der Bürgerinnen und Bürger herumtrampeln. (...) Besonders Grüne, SPD und CDU wussten seit langer Zeit, was am Lüderich geplant war, denn in den wichtigen Entscheidungsgremien saßen immer auch hochkarätige Vertreter aus der Kommunalpolitik dieser drei Parteien aus Overath mit am Tisch. (...)
 
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
02.03.2010
Von:

Am Freitag, den 26.2.2010 wurde die Fraktion der Linken aus dem Bundestag ausgeschlossen, weil sie schweigend die Namen der Opfer in Kunduz hochgehalten haben. Diese Aktionen gegen den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan ist nach der Geschäftsordnung des Bundestags nicht zulässig. Wie stehen Sie zu dazu?
Antwort von Tomás Santillán
4Empfehlungen
02.03.2010
Tomás Santillán
Sehr geehrter Herr ,

ich unterstütze die Aktion der Bundestagsfraktion nachdrücklich. DIE LINKE. ist im Bundestag die einzige Partei, welche sich konequent gegen den Kriegseinsatz deutscher Truppen wendet. 77% der deutschen Bürgerinnen und Bürger sprechen sich gegen eine weitere deutsche Beteiligung am Kampfeinsatz in Afghanistan aus. Der Bundestag hat am Freitag wiederholt gegen den erklärten Willen des Volkes abgestimmt.

Die formalistische Debatte um den Verstoß gegen die Geschäftsordnung geht nicht auf den tatsächlichen Hintergrund ein und will davon ablenken, dass sich unsere Soldaten an einem blutigen Krieg beteiligen. Die vielen zivilen Toten in Kunduz wurden auf Befehl der Bundeswehr getötet.
Die Bundestagsfraktion der LINKEN hat nur wenige Sekunden lang und in stiller Andacht den Opfern von Kunduz gedacht. Daraufhin wurde sie kurzerhand und aus formalen Gründen von der Aussprache im Bundestag ausgeschlossen. Die linken Kriegsgegner hatten dann kein weiteres Rederecht und mussten das Parlament verlassen. Der Bundestagspräsident Lammert hat dem Ansehen des deutschen Parlaments damit nachhaltig geschadet.

Widerstand gegen Krieg ist notwendig! Die Opfer von Kunduz haben unsere Erinnerung verdient. Ein Krieg ist etwas so trastisches, dass wir dieses auch im Parlament nicht unwidersprochen lassen dürfen.

Die Friedensbewegung ist meine politische Heimat. Der andauernde Krieg in Afghanistan ist einer der Gründe für meinen Austritt aus der SPD, der ich mehr als 20 Jahre als aktives Mitglied angehört habe. "Raus aus Afghanistan" ist auch meine politische Position.

Mit freundlichen Grüßen,

Tomás M. Santillán
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Frage zum Thema Umwelt
25.03.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Santillán,

sicher haben Sie die Diskussion um die Deponiepläne am Lüderich im Sülztal verfolgt. Die Bürgerinitiative hat die politischen Verantwortlichen in die Pflicht genommen, doch nach der Landtagswahl könnte alles wieder ganz anders aussehen. Schliesslich haben die gleichen Leute, die heute Verständnis für die Bürger zeigen, noch gestern für den Ausbau der Deponie gestimmt. Und das waren alle Parteien inkl. Grüne, CDU, FDP und SPD.

Die Linke dagegen wurde ja erst vor wenigen Monaten in die kommunalen Gremien gewählt.

Wie stehen Sie zu den Plänen um die Deponie?

Grüße,
Antwort von Tomás Santillán
2Empfehlungen
26.04.2010
Tomás Santillán
Sehr geehrte Frau ,

die Diskussion um die Deponiepläne auf dem Lüderich ist ein Paradebeispiel mit welcher Gleichkültigkeit die alten Parteien auf den Interessen der Bürgerinnen und Bürger herumtrampeln. Alle Parteien im Stadtrat Overath und auch im Kreistag haben nicht nur geschlafen, sondern haben ihre Aufgabe Volksvertreter nicht erfüllt. Besonders Grüne, SPD und CDU wussten seit langer Zeit, was am Lüderich geplant war, denn in den wichtigen Entscheidungsgremien saßen immer auch hochkarätige Vertreter aus der Kommunalpolitik dieser drei Parteien aus Overath mit am Tisch. DIE LINKE. hat erstmals im November 2009 ihre neuen Mandate im Kreistag eingenommen und war über den Stand der Entwicklung genauso wie auch die Bürgerinnen und Bürger im Sülztal nicht informiert worden.

Ich selbst habe mir ein Bild über die Pläne gemacht und schliesse mich der Kritik und dem Widerstand der Bürgerinitiative im Sülztal an.

Der Kampf muss weitergehen, denn tatsächlich kann es nach der Landtagswahl NRW in der Politik wieder anders aussehen. Der Plan ist noch nicht vom Tisch.

Die Bürgerinnen und Bürger müssen wachsam bleiben und ihren Vertreterinnen und Vertretern im Stadtrat, im Kreistag und im Landtag gehörig auf die Finger hauen.

Mit freundlichen Grüßen,

Tomás M. Santillán
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Frage zum Thema Arbeit
28.03.2010
Von:

Hallo Herr Santillan,

Herr Rüttgers und die CDU sind gegen die Einheitsschule. Halten Sie das in Zeiten, in denen ein Hauptschüler keinen Ausbildungsplatz mehr bekommt, noch für eine moderne und fortschrittliche Politik?
Antwort von Tomás Santillán
1Empfehlung
26.04.2010
Tomás Santillán
Sehr geeherte Frau ,

ich selbst trete seit Jahren für "Eine Schule für Alle" ein. Das bedeutet, dass alle Kinder gemeinsam in eine Schule gehen und gemeinsam lernen. Die CDU nennt dieses Konzept "Einheitsschule" und versucht damit den Eindruck zu erwecken, dass die Kinder nicht nach ihren Fähigkeiten gefördert werden sollen. Genau das Gegenteil ist elementarer Bestandteil des Konzept für eine Schule, in der alle Kinder die gleichen Chancen bekommen sollen. Alle Kinder ob lernstarke, lernschwache oder behinderte Kinder müssen nach ihren Fähigkeiten gefördert werden,. In ganz Europa werden solche Konzepte seit Jahren praktziert. Lediglich Deutschland und Österreich halten an einem überholten und veralterten dreigliedrigen Schulksystem fest. Alle Studien haben längst gezeigt, dass deutsche Bildungssystem das schlechtesten und unsozialeste in Europa ist. Das gilt sowohl für die durchschnittlichen als auch für die sehr begabten Schülerinnen und Schüler. Die soziale Durchlässigkeit ist zu gering. Das dreigliedrige Schulsystem muss abgeschafft werden, denn es ist eines der grössten Hindernisse für Innovation und die wirtschaftliche Entwicklung.

Die Diskriminierung von Hauptschulen hat seine Ursache in dem von CDU und FDP beförderten sogenannten Elitedenken. Dies hat sich auch bei vielen Ausbildungsbetrieben festgesetzt. Schon bei der Ausschreibung von Ausbildunsgplätzen werden andere Abschlüsse erwartet. Diese bedeutet, dass viele Schülerinnen und Schüler schwer einen Ausbildungsplatz bekommen. Das muss sich ändern. Doch Schülerinnen und Schüler stimmen längst mit den Füssen ab. Wir wollen, nicht warten, bis die Hauptschule von selbst verschwindet, sondern wollen direkt eine Abschaffung der Realschulen, Gymnasien und Hauptschulen zu Gunsten "einer Schule für Alle!

DIE LINKE. will das dreigliedrige Schulsystem in NRW abschaffen und stattdessen "Eine Schule für Alle" als Regelschule einführen.

Bis dahin fordert DIE LINKE. eine zweite Gesamtschule in Bergisch Gladbach und unterstützt die Forderung nach einer Gesamtschule in Rösrath.

Mit freundlichen Grüßen

Tomás M. Santillán
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Frage zum Thema Bildung
29.04.2010
Von:

Lieber Thomas,

falls es in NRW zu einer rot-rot-grünen Koalition kommen sollte, stellt sich nun doch die Frage, wie die Linke zum dem wirren Schulprojekt der SPD steht. Dass es um eine längere gemeinsame Beschulung aller Schüler geht, ist klar. Das haben wir aber schon in der Gesamtschule.
1. Der Name Gemeinschaftsschule ist unlogisch, da es eine Gemeinschaftsschule in unserem Land schon gibt, und zwar als konfessionsfreie Schule.
2. Die Aussagen der SPD- Kandidaten sind uneinheitlich, was die Dauer dieser sog. Gemeinschaftsschule angeht. Von den einen hört man 5-6, von anderen 1-6. (Das wäre dann eine verlängerte Grundschule.)
3. Warum nicht die Gesamtschule stärker fördern? Die Gemeinschaftsschule würde den bestehenden Gesamtschulen Schüler wegnehmen und sie dadurch schwächen.
4. An welchen Stellen sollen diese sog. Gemeinschaftsschulen entstehen? Das scheint völlig ungeklärt.
5. Die Form der geplanten (oder ungeplanten) Entscheidungsprozesse nach der 6 scheint völlig wirr oder unklar.

Da Frau Hammelrath auf diese Fragen nicht antwortet, frage ich nun dich als potenziellen Koalitionspartner.

Viele Grüße,
Antwort von Tomás Santillán
1Empfehlung
04.05.2010
Tomás Santillán
Lieber ,

wir wollen eine "Schule für Alle". Die SPD versteht unter Gemeinschaftschulen eigentlich nur eine Art Schulzentrum, in denen die drei Schulformen Gymnasium, Hauptschule und Realschule unter eine Dach aber formal getrennt untergebracht werden. Das ist nicht das was DIE LINKE. fordert.
Tatsächlich geht es der SPD nur um eine verlängerte Grundschulzeit. Das wäre zwar schon ein erheblicher Fortschritt, aber geht nicht weit genug.

Das heutige Konzept der integrierten Gesamtschule als Regelschule kommt den Vorstellungen der Linken eigentlich am nächsten. Alle anderen Schulformen sollten mittlfristig in Gesamtschulen umgewandelt werden. Das dreigliedrige Schulsystem muss weg.

DIE LINKE. fordert seit langem die Errichtung von zusätzlichen Gesamtschulen.

Die Aussagen in der SPD sind wirklich widersprüchlich, denn es gibt starke Kräfte in der SPD, welche eine Gesamtschule befürworten und andere, die die Gesamtschule anlehnen.

Viele Grüße,


Tomás M. Santillán
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Frage zum Thema Bürgerbeteiligung/-gesellschaft
06.05.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Santillan,

ich habe die Politik der Linken in Bergisch Gladbach und in Rösrath seit der Kommunalwahl aktiv verfolgt und möchte den Hut vor ihnen ziehen, denn es ist ihnen gelungen die Politik in Bergisch Gladbach in Bewegung zu bringen. Unabhängig von meiner parteipolitischen Wahl freue ich mich sehr darüber, dass es endlich wieder eine hörbare Opposition gibt, die diesen Namen auch wirklich verdient.

Zu meiner Frage:

Bei dieser Landtagswahl NRW gibt es erstmals zwei Stimmen. Für die kleineren Partei, wie der FDP, Grünen und die Linke ist die Zweitstimme die wichtigere Stimme, denn es ist sehr unwahrscheinlich, dass andere Kandidaten als SPD oder CDU die Direktwahlkreise gewinnen können. Die erste Stimme entscheidet über die Kandidaten für den Wahlkreis.

Sie werben offen für die zweite und die erste Stimme und wollen beide Stimmen für die Linken.

Würden sie nicht lieber die Kandidatin der SPD statt dem Kandidat der CDU im Landtag sehen? Warum rufen sie nicht zur Wahl in der Erststimme für die SPD auf?

Grüße,
Antwort von Tomás Santillán
1Empfehlung
06.05.2010
Tomás Santillán
Sehr geehrte Frau ,

in den letzten Tagen vor der Wahl haben die Parteien Kampagnen begonnen, um die Wählerinnen und Wähler von der Abgabe der Zweitstimme zu überzeugen. Die zweite Stimme ist die wichtigere Stimme, denn diese bestimmt die Stärke der Parteien im Landtag.

Die SPD Kandidatin im Rheinisch-Bergischen Kreis wirbt verstärkt um die Erststimme, und versucht damit die taktischen Wählerinnen und Wähler der Grünen und der LINKEN für sich zu gewinnen. Nur so rechnet sich die SPD für ihre Kandidatin eine Chance gegen Amtsinhaber der CDU aus. Die SPD vor Ort und im Land kritisiert offen die Kampagne der LINKEN, welche um beide Stimmen kämpft.

Es gibt keinen Grund die erste Stimme für grüne oder SPD-Kandidaten abzugeben. Schließlich stehen beide Parteien für eine falsche und verfehlte Politik. Auch lehnen beide Parteien bis heute eine Koalitionsaussage mit der LINKEN ab. Die SPD kann nicht erwarten, dass DIE LINKE die unsoziale Politik ihrer Abgeordneten mit ihren Stimmen stützt.

Für uns geht es darum, deutlich zu machen, dass wir überall in NRW gegen die jetzige Politik antreten. Die Direktkandidaten der anderen Parteien stehen für die unsoziale und ungerechte Politik ihrer Partei. So wird der Krieg in Afghanistan und auch Hartz IV von den vier großen Parteien gestützt. Für eine solche Politik und für diese Kandidaten geben wir keine Stimme ab. Das heißt konsequent bleiben und mit beiden Stimmen DIE LINKE wählen!

Wir wollen ein soziales NRW. Auf Umfragen können wir nicht vertrauen. Uns geht es erster Linie darum, die unsoziale Koalition von CDU und FDP zu brechen. Eines ist allen klar: Wenn es DIE LINKE in den Landtag schafft, haben CDU und FDP keine Mehrheit mehr. Eine Abwahl des CDU Ministerpräsidenten wird nicht an der LINKEN scheitern.

Wer aber am 9. Mai grün wählt, wird sich schwarz ärgern!

Mit freundlichen Grüßen

Tomás M. Santillán
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