Thomas Oppermann (SPD)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Thomas Oppermann
© spdfraktion.de
Geburtstag
27.04.1954
Berufliche Qualifikation
Jurist
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wohnort
Göttingen
Wahlkreis
Göttingen
Ergebnis
36,8%
Landeslistenplatz
5, Niedersachsen
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(...) Eine Zerschlagung der Deutschen Bahn AG lehnen wir ab. Deshalb sind wir gegen eine Kapitalprivatisierung. Diese Argumente werden wir gegenüber Regierungskoalition in den zuständigen Gremien des Bundestages zum Ausdruck bringen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
28.01.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Oppermann,

die Diskussionen um die angeblichen Verfehlungen unseres Bundespräsidenten nehmen langsam groteske Züge an.

Wäre es nicht anständiger, auch in dieser Diskussion bei der Wahrheit zu bleiben und anzuerkennen, dass der Verdacht der "Bestechlichkeit" nicht schon dann gegeben ist, wenn sich jemand von einer anderen Person/Institution Geld leiht, sondern erst dann, wenn er sich dadurch in eine wirtschaftliche Abhängigkeit begibt?

Sind nicht gerade Wähler bestechlich, die sich wissentlich in die mentale und wirtschaftliche Abhängigkeit von einer politischen Partei begeben, indem sie wirtschaftliche, materielle oder rechtliche Vergünstigungen ihrer Gruppe (z.B. Wirtschaftssubventionen, Energieförderungen, Kohlesubventionen, Frauenförderung, bedingungslose Grundeinkommen) als seriöse, angemessene Politik betrachten?

Sind nicht Subventionen eine Form der Korruption des freien Marktes?
Ist nicht Frauenförderung eine Korruption der Beziehungen zwischen Mann und Frau?
Ist nicht Solarförderung eine Korruption des wirtschaftlichen Denkens der Verbraucher?
Ist nicht jede Einschränkung des Bürgers per Gesetz durch die Politik, die aus einer objektiven Betrachtung heraus unnötig erscheint, eine Form der Korruption des Volkes?

Muss man eventuell einmal darüber nachdenken, ob der "Staat" oder besser die "Politik" sich nicht mehr zurücknehmen muss, um den Bürgern mehr FREIHEIT und Selbstständigkeit zuzugestehen?

Muss die Politik eventuell endlich einsehen, dass Menschen der einen Gruppe oft auch zu "Opfern" einer anderen Gruppe werden, weil sie die Verantwortung für sich selbst und Andere nicht bereit sind, zu tragen?

Muss die Politik eventuell endlich einsehen, dass Menschen der einen Gruppe oft auch "Täter" gegenüber einer anderen Gruppe werden, weil sie gesetzliche Rahmenbedingungen schafft, die die Übervorteilung anderer Gruppen der Gesellschaft begünstigt, d.h. Versuchungen schafft?

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort von Thomas Oppermann
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06.02.2012
Thomas Oppermann
Sehr geehrter Herr Dr. Seiß,

zum Verhältnis von Politik und Wirtschaft und zur Debatte um den Bundespräsidenten habe ich in der TV-Diskussion "Maybrit Illner" und hier auf Abgeordnetenwatch bereits ausführlich Stellung genommen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Oppermann
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
20.02.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Oppermann,

auf die Frage der Frau Illner, ob Herrn Wulff ein Ehrensold zustehe, habe Sie geantwortet, dass Sie Vertrauen in die Bundesregierung bei der rechtlichen Beurteilung des Anspruchs haben. Anders Ihre Kollegin Frau Nahles, die sich für die Gewährung des Ehrensoldes an Herrn Wulff ausspricht. Ich habe daraufhin Frau Nahles meine Meinung mitgeteilt:
"Ihre diesbezügliche Äußerung, dass Wulff den Ehrensold bekommen solle, trifft voll daneben. Hier ist eine juristische Entscheidung unter Beachtung von unbestimmten Rechtsbegriffen zu treffen. Eine politische Entscheidung steht hier nicht an. Aber interessant, welche Meinung Sie vertreten. In anderen Bereichen wird auf den Cent geachtet, aber bei Wulff werfen Sie mit Millionen Euro um sich. Meine Stimme, und die Stimmen derer, die ich überzeugen kann, gehen nicht mehr an die SPD. Fragen Sie Herrn Oppermann, der weiß, wie man verfahren muss."

Hat Ihrer Beurteilung nach Herr Wulff einen Anspruch auf EHRENsold und würde diesem überhaubt nach dem Sinn des entspr. Gesetztes Aufgaben eines EX-Bundespräsidenten zufallen ?

Besten Dank für wertvolle Zeit, die Sie meinem Anliegen schenken.
Antwort von Thomas Oppermann
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28.02.2012
Thomas Oppermann
Sehr geehrter Herr ,

der Rücktritt von Christian Wulff vom Amt des Bundespräsidenten war überfällig. Die Ära Wulff liegt hinter uns. Jetzt ist wichtig, dass wir nach vorne schauen. Die Würde des Amtes muss wieder hergestellt werden. Dafür ist Joachim Gauck der richtige Mann.

Sie haben das Thema Ehrensold angesprochen. Ich bin der Auffassung, dass der ehemalige Bundespräsident das, was ihm nach Recht und Gesetz zusteht, erhalten soll. Nicht mehr und nicht weniger. Dies ist eine rechtliche Frage, keine politische Entscheidung. Ob die gesetzlichen Voraussetzungen für die Zahlung des Ehrensoldes erfüllt sind oder nicht, entscheidet das Bundespräsidialamt.

Unabhängig davon steht es Christian Wulff natürlich frei, auf den Ehrensold zu verzichten oder – wie er es selbst in Aussicht gestellt hat – nach seinem Rücktritt wieder einer geregelten Arbeit nachzugehen.


Mit freundlichen Grüßen

Thomas Oppermann
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
22.02.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Oppermann,

Joachim Gauck hat in einen NZZ-Interview seine Sicht der Freiheit erläutert und sich ausführlich zu Themen wie Sarrazin, Islam, Überfremdung, Hartz 4, Abbau des Sozialstaats und Kommunismus geäußert.
www.nzz.ch

Was ist Ihnen an seinen Thesen besonders sympathisch und welche passen am Besten zur Programmatik der SPD?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Thomas Oppermann
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28.02.2012
Thomas Oppermann
Sehr geehrter Herr ,

die SPD hält Joachim Gauck für einen sehr guten Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten. Ich habe bereits 2010 für ihn gestimmt und begrüße, dass er von einer breiten Mehrheit in der Bundesversammlung am 18. März unterstützt werden wird.

Joachim Gauck steht nicht für eine bestimmte politische Richtung, nicht für eine bestimmte Regierungskonstellation. Er ist ein unabhängiger Kopf ohne Parteibuch und steht hoffentlich für die Rückkehr einer werteorientierten Politik in Deutschland. Viele Menschen hat er mit seinen Reden und seinem entschiedenen Eintreten für Freiheit und Verantwortung beeindruckt.

Wir haben ihn vorgeschlagen wegen seiner Unabhängigkeit, wohl wissend, dass er kein eingeschworener Sozialdemokrat ist. Und wohl wissend, dass seine Unabhängigkeit mal für die eine und mal für die andere politische Partei auch Ärger mit sich bringen kann. Gerade weil er eine ihn prägende Biografie hat, die Respekt in breiten Teilen der Bevölkerung findet, und gerade weil er geradeheraus spricht, weil er, wo es notwendig ist, auch der Kontroverse nicht aus dem Weg geht, kann er für Deutschland in kritischer Zeit mit vielen Unsicherheiten ein guter und geachteter Präsident sein.

Mir gefällt besonders, dass er Freiheit nicht in erster Linie als "Freiheit von" etwas, sondern als "Freiheit zu" etwas sieht. Als Freiheit zu verantwortlichem Leben und Handeln. Genau darum muss es in einer Demokratie gehen.

Freiheit für alle gibt es nur in einem modernen Sozialstaat. Freiheit und soziale Sicherheit gehören zusammen. Menschen, die nicht wissen, wovon sie in den nächsten Wochen leben sollen, sind nicht frei.


Mit freundlichen Grüßen

Thomas Oppermann
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Frage zum Thema Finanzen
26.02.2012
Von:
-

Sehr geehrter Herr Oppermann!

Sie sind angetreten mit dem Versprechen, Schaden vom deutsche Volk abzuwenden. Sie wurden als Volksvertreter in den Bundestag gewählt. Sicher haben auch Sie bemerkt, dass das Volk mehrheitlich gegen eine weitere Unterstützung eines Pleitestaates und damit Milliardenverschwendung ist. Seit zwei Jahren höre ich mir an, dass kein Geld nach Griechenland fließt und die "Rettung" Griechenlands den deutschen Steuerzahler keinen Cent kosten wird. Viele verlorene Milliarden Euro später sowie der von Griechenland nachgewiesenen Unfähigkeit sowie des erwiesenen Unwillens, grundlegende Änderungen auch nur ansatzweise durch zu führen schicken Sie sich an, ein weiteres milliardenschweres "Rettungspaket" zu verschenken, wohl wissend, dass Griechenland dieses Geld nie zurückzahlen kann und wird. Ich hoffe auch nicht, dass Sie ernsthaft daran glauben, dass nach erfolgter Wahl in Griechenland die dann regierenden Politiker sich an die Versprechungen und "Unterschriften" gebunden fühlen werden.
Wie werden Sie abstimmen? Werden Sie dem Beispiel von mutigen Volksvertretern folgen und dieser Geldvernichtung endlich einen Riegel vorschieben?

Mit dringlichem Gruß

-
Antwort von Thomas Oppermann
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28.02.2012
Thomas Oppermann
Sehr geehrter Herr ,

ich habe dem Rettungspaket für Griechenland zugestimmt.

Wir können im Moment nicht zulassen, dass Griechenland zusammenbricht, weil dies erhebliche Ansteckungsgefahren für andere südeuropäische Länder birgt. Dadurch entstünden uns möglicherweise weit höhere Kosten als jetzt. Auch viele deutsche Arbeitsplätze gerieten in Gefahr. Ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro würde außerdem eine enorme Abwertung der Währung bedeuten und wahrscheinlich viele Menschen in soziales Elend stürzen.

Allerdings wird Griechenland auch mit diesem Programm noch lange nicht über den Berg sein.

Wir haben bisher mit viel Geld für Griechenland Zeit gekauft, fast zwei Jahre. Wir haben diese Zeit aber nicht genutzt, um dort grundlegende Veränderungen herbeizuführen. Das liegt in erster Linie daran, dass die Kanzlerin den Eindruck erweckt hat: Mit dem nächsten Hilfspaket werden die Probleme gelöst. Sie hat gezögert und gezaudert und mehrfach ihre Meinung geändert. Zu lange hat sie sich in koalitionsinternen Streitigkeiten verheddert. Jetzt rennt die Zeit davon.

In Griechenland sind wichtige Reformen unterblieben. Neben der Abwendung des Staatsbankrottes brauchen die Griechen in erster Linie Hilfe beim Aufbau eines funktionsfähigen, korruptionsfreien Staatswesens. Solange das fehlt, besteht die Gefahr, dass alle Hilfen in Vetternwirtschaft versickern.

Es ist völlig ausgeschlossen, dass ein so hochverschuldeter Staat über die Sparbeiträge von Krankenpflegerinnen, Taxifahrern und Rentnern saniert werden kann. Gleichzeitig nimmt man hin, dass die großen Vermögen außer Landes gebracht werden. Ein unglaublicher Vorgang, wie die Wirtschafts- und Funktionseliten in Griechenland ihren Staat im Stich gelassen haben.

Die jetzige Sparpolitik führt dazu, dass Griechenland immer tiefer in die Krise rutscht. Es fehlen konkrete Maßnahmen für Wachstumsperspektiven. Ohne Wachstumsperspektiven kann Griechenland die Schuldentragfähigkeit nicht erreichen. Deshalb hat die SPD-Bundestagsfraktion einen Entschließungsantrag in den Deutschen Bundestag eingebracht: Man wird sich kaputt sparen, wenn man nicht gleichzeitig Strukturen verändert und eine Art Marshall-Plan entwickelt, der dazu führt, dass wirtschaftliches Wachstum entsteht. Sonst werden die Griechen nicht in die Lage kommen, wenigstens den größeren Teil ihrer Staatsschulden zurückzahlen zu können. Einseitig auf Kürzungen und Einsparungen zu setzen, ist falsch. Überfällig ist auch die Einführung der Finanztransaktionssteuer.


Mit freundlichen Grüßen

Thomas Oppermann
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Frage zum Thema Sicherheit
12.03.2012
Von:

Sehr geehrteer Herr Oppermann,

wie stehen Sie als parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion zu der Einführung von "Gesichtsscannern" an Fußballstadien, die der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Lorenz Caffier (CDU), zur Zeit prüfen lässt? Wie wollen Sie sicherstellen, dass dadurch nicht sämtliche Stadionbesucher unter einen Generalverdacht gestellt werden, nur weil sie ein Fußballspiel besuchen wollen?

Mit freundlichen Grüßen
C.
Antwort von Thomas Oppermann
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19.03.2012
Thomas Oppermann
Sehr geehrter Herr ,

meine Kollegin Dagmar Freitag, Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, hat sich bereits skeptisch zu Herrn Caffiers Vorschlag geäußert, in den Fußballstadien sogenannte Gesichtsscanner einzuführen.

Diese Frage müssen wir deshalb mit unseren Fachpolitikern zunächst gründlich prüfen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Oppermann
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