Thomas Oppermann (SPD)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Thomas Oppermann
© spdfraktion.de
Geburtstag
27.04.1954
Berufliche Qualifikation
Jurist
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wohnort
Göttingen
Wahlkreis
Göttingen
Ergebnis
36,8%
Landeslistenplatz
5, Niedersachsen
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(...) Unsere Demokratie schuldet den Opfern und ihren Hinterbliebenen nicht nur Trauer und Mitgefühl. Wir schulden ihnen auch die rückhaltlose Aufklärung der Verbrechen und vor allem eine Erklärung dafür, warum sich in Deutschland ein nationalsozialistischer Untergrund über ein Jahrzehnt hinweg Morde, Banküberfälle und Bombenanschläge ausführen konnte, ohne dass unsere Sicherheitsbehörden etwas davon wussten. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Integration
18.11.2009
Von:

Wie stehen Sie zu der Personalie "Steinbach/ BdV"?
Ich, selbst Aussiedler aus Oberschlesien/ Polen, jedenfalls finde die anbiedernde Haltung von Herrn Westerwelle in Polen unerträglich.
Antwort von Thomas Oppermann
1Empfehlung
25.11.2009
Thomas Oppermann
Sehr geehrter Herr ,

das Schweigen von Angela Merkel im Fall Steinbach belastet die deutsch-polnischen Beziehungen. Bleibt es bei den ausweichenden und zweideutigen Bemerkungen zur Nominierung von Erika Steinbach für den Stiftungsrat der "Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung" verlieren wir das Vertrauen, das wir in den deutsch-polnischen Beziehungen in den letzten Jahren aufgebaut haben. Es kann hier nicht um persönliche Eitelkeiten einzelner Personen gehen. Dazu sind die Beziehungen Deutschlands zu den osteuropäischen Partnern und insbesondere zu Polen zu wichtig. Wir fordern die Bundesregierung dringend auf, diesem unwürdigen Schauspiel ein Ende zu machen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Oppermann
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Frage zum Thema Sicherheit
27.11.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Oppermann,

nachdem ich heute Ihre Aussagen zum Rücktritt von Herrn Jung gehört habe muss ich mich wundern.
Können Sie verstehen dass ehemalige SPD-Wähler sich wundern wenn SPD-Politiker wie Sie und auch der bisherige Außenminister Steinmeier bis zur Wahl voll hinter dem damaligen Verteidigungsminister Jung standen und jetzt nach der Wahlniederlage aus allen Rohren auf den ehemaligen Koalitionspartner schießen?

Ist es nicht genau dieses Verhalten welches zu der in letzter Zeit häufig genannten Unglaubwürdigkeit der SPD beim Wähler führt?

Können Sie mir erklären wie ein Wähler begreifen soll dass plötzlich wegen einer verlorenen Wahl genau die Aktionen scharf angegriffen werden die in Regierungsverantwortung vor acht Wochen noch richtig waren?

Glauben Sie dass die Glaubwürdigkeit der SPD mit solchen Meinungswechseln zurück gewonnen werden kann?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Thomas Oppermann
bisher keineEmpfehlungen
16.12.2009
Thomas Oppermann
Sehr geehrter Herr ,

die SPD steht nach wie vor zu ihrem Regierungshandeln in der Großen Koalition. Seit dieser Zeit hat sich jedoch die Informationslage zu den Vorfällen am 04. September in Kunduz und vor allem die zum Informationsstand des damaligen Verteidigungsministers Franz-Josef Jung (CDU) drastisch verändert, was zu einer Neubewertung dieses Sachverhaltes führen muss.

Jung dementierte in den ersten Tagen nach dem Angriff auf zwei von den Taliban entführten Tanklastern zunächst, dass unter den Opfern auch Zivilisten zu finden seien. In einer Rede vor dem Parlament des Deutschen Bundestages am 08. September bekräftigte Jung zudem seine Unterstützung für Oberst Klein, der militärisch für die Vorgänge in Kunduz verantwortlich war.

Ein Zeitungsbericht vom 26. November behauptet nun, unter Berufung auf vorliegende NATO- und Bundeswehrberichte, dass das Verteidigungsministerium bereits direkt nach den Vorfällen genauestens informiert wurde - so z.B. auch über vorhandene zivile Opfer.

Dies wirft aus unserer Sicht einige Fragen auf: Wer hat wann, was, wie über den Angriff und seine Folgen gewusst? Wurden der Deutsche Bundestag und seine Fachausschüsse durch Mitglieder oder Mitarbeiter der Bundesregierung (bewusst) falsch informiert? Wie regeln sich die Verantwortlichkeiten für den Einsatz?

In dieser Sache geht es um die Glaubwürdigkeit der parlamentarischen Kontrolle der Bundeswehreinsätze und um die Aufklärung militärischer Entscheidungen, die viele zivile Opfer gefordert haben. Deshalb haben wir als SPD-Fraktion einen Untersuchungssauschuss in dieser Angelegenheit gefordert, der inzwischen auch eingesetzt wurde.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Oppermann
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
02.12.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Oppermann,

warum unterstützt die SPD nicht das Normenkontrollverfahren bezüglich der Abwahl des ZDF-Chefredakteurs Brender? Glauben Sie wirklich, dass die SPD aus dem Umfragetief hinaus kommt, wenn hier wieder mal der Eindruck entsteht, Machtinteressen gingen über Inhalte? Halten Sie diese Berlusconisierung des öffentlich rechtlichen Rundfunks für eine im weitesten Sinne linke Politik?

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Thomas Oppermann
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16.12.2009
Thomas Oppermann
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 02. Dezember 2009. Sie steht im Zusammenhang mit der Entscheidung des ZDF-Verwaltungsrates vom 27. November 2009, den Vertrag des ZDF-Chefredakteurs Nikolaus Brender entgegen eines Vorschlages des ZDF-Intendanten nicht zu verlängern.

Es handelt sich hierbei um einen gravierenden Vorgang, der einen schweren Schaden für den unabhängigen Journalismus und die Rundfunkfreiheit bedeutet. Nach weitgehend übereinstimmender Einschätzung in den Medien hat die unionsorientierte Seite des Verwaltungsrates, organisiert vom Ministerpräsidenten Roland Koch, die erforderliche qualifizierte Mehrheit aus rein parteipolitischen Gründen verweigert.

Die SPD hatte den Vorschlag für die erneute Berufung von Nikolaus Brender unabhängig von dessen politischer Zuordnung unterstützt und eindringlich an die Mitglieder des ZDF-Verwaltungsrat appelliert, sich nicht für eine Verletzung der im Grundgesetz garantierten Rundfunkfreiheit zur Verfügung zu stellen. Diesem Apell sind die unionsorientierten Mitglieder des Verwaltungsrates mehrheitlich leider nicht gefolgt.

Der Vorsitzende des ZDF-Verwaltungsrates, Ministerpräsident Kurt Beck, hat deutlich gemacht, dass in der Sitzung kein stichhaltiges Argument vorgetragen worden sei, das dem qualifizierten Vorschlag des Intendanten entgegengestanden hätte. Die SPD-Bundestagsfraktion hat diese Entscheidung des ZDF-Verwaltungsrates in aller Deutlichkeit kritisiert und darauf hingewiesen, dass damit in der Angelegenheit Brender ein parteipolitisch motiviertes Agieren der Unionsvertreter zum Ausdruck gekommen ist, das die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und die Garantie der Staatsferne grundsätzlich infrage stellt. Dieses Vorgehen der Union beschädigt nicht nur das ZDF, sondern bringt den öffentlich-rechtlichen Rundfunk insgesamt in eine schwierige Lage.

Die SPD in Bund und in den Ländern hat von Anfang an deutlich gemacht, dass der Vorgang Konsequenzen haben muss und wir hierüber sorgfältig beraten werden, auch mit den Betroffenen aus den Ländern und dem ZDF. Dabei kommen aus Sicht der SPD sowohl rechtliche Schritte als auch Änderungen im ZDF-Staatsvertrag in Betracht.

Mit ihrer Initiative vom 04. Dezember 2009 haben Kurt Beck und vier weitere SPD-Länderchefs konkrete Änderungsvorschläge zum ZDF-Staatsvertrag vorgelegt. Diese Vorschläge werden von der SPD unterstützt und in den Medien sowie seitens zahlreicher Staats- und Verfassungsrechtler begrüßt.

Nach weitgehend übereinstimmender Meinung von Medienvertretern und Journalistenverbänden sowie unter Staatsrechtlern leidet der derzeitige ZDF-Staatsvertrag unter schwerwiegenden Mängeln, die das sachlich nicht begründete Vorgehen der Union in Sachen Brender erst möglich gemacht haben. Ziel muss es sein, durch Änderungen an der Zusammensetzung des Fernsehrates sowie des Verwaltungsrates die Staatsferne des ZDF zu gewährleisten und zugleich sicher zu stellen, dass ein Personalvorschlag des Intendanten nicht aus sachfremden Erwägungen heraus abgelehnt werden kann. Beide Gesichtspunkte werden durch die von Kurt Beck vorgeschlagenen Änderungen aufgegriffen.

Vom Verfahren her ist es - nicht zuletzt auch mit Blick auf das ZDF und die dort tätigen Journalistinnen und Journalisten - richtig, zunächst den Weg einer Änderung des Staatsvertrages zu gehen, bevor über einen möglichen Gang nach Karlsruhe entschieden wird. Wenn alle Länder mitziehen, kann eine Vertragsänderung deutlich schneller zum Ziel und zu Rechtssicherheit führen, als ein Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht, das dann auch erst noch umgesetzt werden muss.

Ministerpräsident Kurt Beck wird die Änderungsvorschläge zum ZDF-Staatsvertrag nun in die Rundfunkkommission der Länder einbringen und auf die Tagesordnung der Sitzung am 15. Februar 2010 setzen. Dieser Vorstoß ist die beste und schnellste politische Initiative zur gebotenen Veränderung des Staatsvertrags. Der Vertrag kann bei konstruktiven Verhandlungen auf diesem Weg bereits im nächsten Jahr geändert werden.

Um den politischen Veränderungswillen der SPD zu unterstreichen und für den Fall, dass die politische Initiative von Ministerpräsident Kurt Beck auf der Sitzung der Rundfunkkommission der Länder im Februar von der CDU zurückgewiesen wird, werden Vorarbeiten für ein Normenkontrollverfahren bereits jetzt eingeleitet. Sollte sich die Union also einer substanziellen Änderung des ZDF-Staatsvertrages verschließen, wird die SPD-Bundestagsfraktion die Initiative ergreifen, um den ZDF-Staatsvertrag im Wege der abstrakten Normenkontrolle auf seine Vereinbarkeit mit Art 5 Abs. 1 Satz 2 GG vom Bundesverfassungsgericht überprüfen zu lassen.

Ziel aller Beteiligten muss es sein, zukünftig in vergleichbaren Fällen eine sachlich nicht begründete Entscheidung gegenüber einem inhaltlich nicht zu beanstandenden Personalvorschlag des ZDF-Intendanten auszuschließen und die Unabhängigkeit des ZDF auf eine rechtlich solide Grundlage zu stellen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Oppermann
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Frage zum Thema Finanzen
17.01.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Oppermann,

Angesichts der Millionenspende der Düsseldorfer Substantia AG an die FDP finde ich auf die folgende Frage einfach keine Antwort:

Was muss überhaupt geschehen, damit es wenigstens einmal einen Anfangsverdacht auf Korruption gibt?

Wenn eine Partei eine Millionenspende entgegennimmt, unmittelbar darauf die Interessen des Spenders vertritt und dann erklärt, die zeitliche Nähe zwischen beiden Ereignissen sei reiner Zufall, dann ist das doch das Gleiche, wie wenn ich mir an der Bude eine Bratwurst kaufe und erkläre, die zeitliche Nähe zwischen der Übergabe des Geldes und der Wurst sei reiner Zufall und nicht nachzuweisen.

Was müssen FDP und Hotelketten denn sonst noch alles tun, damit die Staatsanwaltschaft wenigstens einen Anfangsverdacht auf Korruption hat?

Liebe Grüße
Antwort von Thomas Oppermann
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07.07.2011
Thomas Oppermann
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihren Kommentar.

Die SPD-Bundestagsfraktion bewertet diesen Fall folgendermaßen:

Bei den Großspenden der Unternehmen, die zum Firmengeflecht des Baron von Finck gehören, der wiederum Miteigentümer der Mövenpick-Kette ist, an FDP und CSU ist der Anschein gegeben, dass damit ein politischer Vorteil erkauft werden sollte. Rechtlich sind diese Spenden wahrscheinlich jedoch nicht angreifbar. Dazu müsste nachgewiesen werden, dass die Spenden in unzweifelhaftem Zusammenhang mit der Entscheidung stehen, die Mehrwertsteuer für Hotelübernachtungen zu senken.

Mit freundlichen Grüßen

Büro Thomas Oppermann 
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Frage zum Thema Arbeit
26.02.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Oppermann,

ich beziehe mich auf das Zitat aus der B.Z. vom 24.02.10. Und deshalb meine Frage ist für Sie das entgegennehmen und ausgeben von Oberbekleidung "harte Arbeit" ? Und ist es nicht umso sittenwidriger und unerträglicher wenn z.B. Friseurinnen teilweise in Deutschland weit unter 5,50 pro Stunde "entlohnt" werden? In diesem Zusammenhang ist doch 5,50 für eine einfache Tätigkeit die eine geringe Qualifikation und keinerlei Lehre erfordert schon eher eine Überbezahlung. Was tun Sie für die aus Ihrer Sicht zu niedrige Entlohnung des Garderobenpersonals? Geben Sie vermehrt Trinkgeld? Ist es Abgeordneten nicht zumutbar sich selbst um das Aufbewahren ihrer Oberbekleidung zu sorgen?

MfG
C.
Antwort von Thomas Oppermann
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25.07.2011
Thomas Oppermann
Sehr geehrter Herr ,

Thomas Oppermann hat sich in zahlreichen Interviews ausführlich zum Thema Mindestlohn geäußert. Gute Arbeit muss fair bezahlt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Büro Thomas Oppermann
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