Sylvia Bretschneider (SPD)

Sylvia Bretschneider
Jahrgang
1960
Berufliche Qualifikation
Dipl. Lehrerin für Englisch und Deutsch
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Landtages, Präsidentin des Landtages
Wohnort
-
Wahlkreis
Neubrandenburg II
Ergebnis
32,0%
Landeslistenplatz
2
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Persönliche Website
www.sylvia-bretschneider.de
Fragen an Sylvia Bretschneider
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Frage zum Thema Verkehr
14.08.2006
Von:

Welche Teile aus dem Projekt www.mv-takt.de (Integraler Taktfahrplan) möchten Sie und Ihre Partei in die ÖPNV-Landesplan-Fortschreibung übernehmen?
Antwort von Sylvia Bretschneider
bisher keineEmpfehlungen
22.08.2006
Sylvia Bretschneider
Sehr geehrte Frau ,
das Projekt www.mv-takt.de ist interessant, kann aber durch mich hinsichtlich seiner Realisierbarkeit persönlich nicht bewertet werden. Gerade vor dem Hintergrund geringer Besiedlung und damit langer Wege in unserem Flächenland sind intelligente Lösungen für den ÖPNV gefragt. Daher sind Vorschläge wie der integrale Taktfahrplan wichtige Impulse und Anregungen für die Politik. Bitte haben Sie Verständnis dafür , dass Ihre Frage eher den entsprechenden Fachleuten zur Beantwortung vorgelegt werden sollte.
Mit freundlichen Grüßen
Sylvia Bretschneider
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Frage zum Thema Bürgerrechte
27.08.2006
Von:

Sehr geehrte Frau Bretschneider,
vielen Dank für Ihren Wahlaufruf und alle Achtung dafür wie viele Prominente Sie dafür gewinnen konnten.! In meinem Freundeskreis wird auch darüber diskutiert, ob oder warum wählen so wichtig ist. Ich habe darum mehrere Fragen:
1.Stimmt es das "Nichtwählen" der NPD nutzt?
2.Was würde die NPD an staatlichen Geldern bekommen wenn sie in den Landtag kommt?
3.Sind Sie für ein Verbot der NPD?

Mit freundlichen Grüßen
Baumjohan
Antwort von Sylvia Bretschneider
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30.08.2006
Sylvia Bretschneider
Sehr geehrter Herr Baumjohan,

ich danke Ihnen für Ihre Fragen zum Thema NPD. Ich hoffe, dass ich mit meinen Antworten den Diskussionsprozess in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis fördern kann.


1. Ja, es stimmt, dass die Chancen der NPD, mit Fraktionsstärke in den Landtag einzuziehen, durch "Nichtwählen" steigen. Das lässt sich mathematisch ganz leicht belegen. Die NPD hat bei der letzten Bundestagswahl im Jahr 2005 etwa 35.000 Stimmen in Mecklenburg-Vorpommern erhalten. Damit erreichte sie etwa 3,5 % der abgegebenen gültigen Stimmen. Bei der jetzt anstehenden Landtagswahl sind etwa 1,424 Millionen Bürgerinnen und Bürger wahlberechtigt. Wenn alle Wahlberechtigten auch wählen gingen, würden die 35.000 Stimmen der NPD weniger als 2,5 % der abgegebenen Stimmen ausmachen. Wenn jedoch nur die Hälfte aller Wahlberechtigten von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen, würde die NPD bei 35.000 Stimmen bereits etwa 4,9 % der abgegebenen Stimmen erhalten. Bei einer Wahlbeteiligung von 40 % würden diese 35.000 sogar etwa 6,1 % der abgegebenen Stimmen ausmachen. Je weniger Menschen zur Wahl gehen, desto mehr gewicht bekommen die abgegebenen Stimmen zugunsten der NPD.

2. Zunächst erhält die NPD, wie andere Parteien auch, unabhängig davon, ob sie in den Landtag einzieht, eine Wahlkampfkostenerstattung nach dem Parteiengesetz. Für jede für die NPD abgegebene Stimme erhält sie 85 Cent jährlich. Allein die 35.000 Stimmen, die sie bei der letzten Bundestagswahl in Mecklenburg-Vorpommern erreichen konnte, lassen jährlich etwa 30.000 € in die Kassen der Rechtsextremen fließen.

Im Falle eines Einzugs der NPD in den Landtag würden ihr erhebliche zusätzliche finanzielle Leistungen zustehen.

Dabei würde die Grundentschädigung für jeden Abgeordneten in Höhe von etwa 4.400€ brutto nur einen relativ bescheidenen Teil ausmachen. Dazu käme die Übernahme der Kosten für Wahlkreismitarbeiter der Abgeordneten.

Erheblich gewichtiger wären sicherlich die Zuwendungen, die die NPD als Fraktion im Landtag erhielte. Etwa eine halbe Million Euro im Jahr würde eine NPD-Landtagsfraktion erhalten. Das sind - bezogen auf die fünf Jahre der kommenden Wahlperiode – insgesamt 2,5 Millionen €.

Insgesamt reichen entsprechende Gelder für die Landtagsfraktion in Sachsen dazu aus, um ca. 30 Mitarbeiter zu beschäftigen, wobei bezweifelt werden darf, dass diese lediglich Fraktionsarbeit verrichten. So hat der Vorsitzende der NPD-Fraktion in Sachsen die Aufgabe des Wahlkampfleiters in Mecklenburg-Vorpommern übernommen. Folglich finanzieren zurzeit die sächsischen Bürgerinnen und Bürger mit ihren Steuergeldern den Wahlkampf der NPD in unserem Land.

3. Ja ich bin für ein Verbot der NPD. Dieser Auffassung vertritt auch der Landtag Mecklenburg-Vorpommern und hat dies in seinem einstimmig gefassten Beschluss zum Landesprogramm "Demokratie und Toleranz gemeinsam stärken" zum Ausdruck gebracht. Ich bin der Meinung, dass es sich bei der NPD um eine verfassungsfeindliche Partei handelt, weil deren Positionen und Ziele nicht mit unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung vereinbar sind. Unsere demokratische Ordnung ist geprägt von den Artikeln 1 und 3 des Grundgesetzes. Diese besagen, dass die Würde des Menschen unantastbar ist, alle Menschen vor dem Gesetz gleich, Männer und Frauen gleichberechtigt sind und niemand wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauung benachteiligt oder bevorzugt werden darf.

Ich erinnere nur an die Aktionen der NPD im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft als einzelne Spieler der deutschen Nationalmannschaft, wie z.B. Gerald Asamoah oder Patrick Owomoyela , wegen ihrer Hautfarbe und Herkunft diskriminiert wurden. Das hatte mit der Achtung der Menschenwürde und dem Grundsatz der Gleichheit aller Menschen nichts zu tun.

Es ist auch nicht zu akzeptieren, dass die demokratische Gesellschaft mit den Geldern ihrer Bürgerinnen und Bürger eine Partei und ihre Strukturen finanziert, die die Demokratie abschaffen will.

Mit freundlichen Grüßen

Sylvia Bretschneider
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Frage zum Thema Tourismus
30.08.2006
Von:

Hallo Fraun Bretschneider,
wie finden Sie es das genau vor unserer Ferienanlage im Juni eine neue
Straße gemacht wird, die Gäste sind ungehalten und ziehen nach einem Tag wieder aus da jeden morgen vor unserer Anlage die drei Fahrzeuge mit den Arbeiten pünktlich um 7 Uhr begannen.
Da können wir noch so viel in Alten Backhaus arbeiten und uns die beste mühe geben es lockt keinen mehr an diesen Ort. es ist so das wir jetzt schon so war es noch nie nur noch im durchschnitt 40,00 € Umsatz am Tag haben.
Die antwort der Verantwortlichen vom Straßenbauamt Neustrelitz, ist es
fallen beim Straßenbau immer welche durch den Rost so ist es. Das kann ich nicht hinnehmen diese Mitarbeiter des Straßenbauamtes wissen nicht wie schwer es ist in unserer Gegend von Mecklenburg, was auch durch den Muritzkreis nicht so richtig war genommen wird weil es nicht Waren oder Rechlin ist um Gäste hierher zubekommen und dann im Urlaub durch Bauarbeiten jeden Tag geweckt werden.
Das schadet nicht nur uns sondern der ganzen Region, und wir
Umsatzverluste von 85% nicht verkraften. Ich weiß nicht mehr weiter also allein arbeiten und die Mitarbeiterin entlassen sowie auch meine Frau da wir die Kosten nicht mehr aufbrinegn können. Das zum Beispiel interessiert unseren Landrat nicht, der hoffentlich auch nicht als Ministerpräsident gewählt wir dda er schon vielen was versprochen hat aber nicht gehalten.
Antwort von Sylvia Bretschneider
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02.09.2006
Sylvia Bretschneider
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Empörung über die Straßenbauarbeiten in unmittelbarer Nähe Ihrer Ferienanlage Storchennest kann ich nachvollziehen. Ich habe in letzter Zeit häufiger Beschwerden über Straßenbauarbeiten zu sehr ungünstigen Zeitpunkten gehört. Nachvollziehen kann ich, dass auf den Bundesautobahnen Baustellen in der Ferienzeit eingerichtet wurden, da bei einem früheren Baubeginn Behinderungen während der FIFA-Weltmeisterschaft eingetreten wären und man auf ein solches einzigartiges Ereignis Rücksicht nehmen muss. Das ist aber im Fall der Bauarbeiten in Buchholz nicht der Fall. Auch der vergleichsweise lange Winter lässt sich meines Erachtens nicht als Begründung heranziehen, Baustellen in touristisch geprägten Gebieten unmittelbar vor bzw. während der Hauptsaison einzurichten. Ich werde diese – ja nicht auf einen Einzelfall beschränkte – Vorgehensweise an geeigneter Stelle ansprechen, um auf die touristischen Auswirkungen hinzuweisen. Leider hilft Ihnen das im Hinblick auf die Saison 2006 und die jetzt erlittenen Einnahmeausfälle nicht weiter. Insoweit hoffe und wünsche ich Ihnen, dass die nach Beendigung der Bauarbeiten hoffentlich eintretende Verbesserung der Infrastruktur dazu beiträgt, dass Sie in der Zukunft mehr Gäste als bisher begrüßen und den Umsatzausfall kompensieren können.

Mit freundlichen Grüßen

Sylvia Bretschneider
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Frage zum Thema Bürgerrechte
02.09.2006
Von:

Sehr geehrte Frau Bretschneider,

bisher habe ich noch nie die SPD gewählt und werde es auch diesmal vermutlich nicht tun. Eigentlich wollte ich gar nicht wählen gehen. Nachdem ich Ihren Aufruf und Ihre Antwort zum Thema Bürgerrechte hier bei kandidatenwatch gelesen habe, überkommen mich aber Zweifel, denn ich will auch nicht, dass die Rechtsextremen in den Landtag einziehen.
Ist Ihr Wahlaufruf wirklich eine überparteiliche Aktion oder eine geschickte Wahlwerbung für die SPD? Gibt es auch Vertreter der CDU und anderer Parteien, die den Aufruf unterstützen oder handelt es sich bei den Unterstützern ausschließlich um Vertreter der SPD/PDS-Koalition und deren Sympathisanten?

Für eine Antwort wäre ich Ihnen dankbar.
Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Sylvia Bretschneider
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02.09.2006
Sylvia Bretschneider
Sehr geehrter Herr ,

der Wahlaufruf ist überparteilich, die Erstunterzeichner sind ganz bewusst keine Vertreter politischer Parteien gewesen. Gleichwohl ist der Aufruf vor Veröffentlichung von allen derzeit im Landtag vertretenen Parteien, aber auch darüber hinaus von anderen demokratischen Parteien begrüßt worden. Zu den Unterzeichnern gehören inzwischen auch der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Dr. Armin Jäger, Minister der Linkspartei wie der SPD, Vertreter der Partei der Grünen, aber auch Vertreter der Kirchen, der Kunst, der Kultur, der Wissenschaft, des Sports, der Wirtschaft und viele andere.

Sie können sich direkt beim Landtag auf dessen Internetseite bzw. über mein Sekretariat die Liste der Erstunterzeichner abfordern. Mit dem Wahlkampf der SPD hat das nichts zu tun.

Ich bitte Sie sehr: Gehen Sie zur Wahl und geben Sie demokratischen Kräften Ihre Stimme!

Mit freundlichen Grüßen

Sylvia Bretschneider
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Frage zum Thema Arbeit
02.09.2006
Von:

Sehr geehrte Frau Bretschneider,

Ihr Wahlaufruf, welcher von der Linkspartei angeregt wurde, zeugt von Ihrem undemokratischem Demokratieverständnis. Da Sie die Bürger offenbar mit Ihren Argumenten und dem Ergebnis Ihrer langjährigen Regierungstätigkeit nicht mehr überzeugen können, schüren Sie nun Ängste vor dem Einzug der NPD in den Landtag, obwohl nach jüngsten Umfrageergebnissen deren Wählerpotential nur im einstelligen Bereich liegt.
Die NPD kann somit die Regierung nicht übernehmen und wird bestimmt auch in keiner Koalition akzeptiert.
Wäre eine ordentliche Regierungsarbeit gemacht worden, bestünde nun nicht die Gefahr des Landtagseinzugs der Rechten.

Warum scheuen Sie bspw. ein TV-Duell mit NPD-Kanditaten, um diese bloß zu stellen? Wenn die NPD wirklich nur aus "Hohlköpfen" besteht, sollten Sie diese meiner Meinung nach, in einem Streitgespräch argumentativ außer Gefecht setzen.
Die SPD will mit diesen Angstparolen (s. auch Reaktion v. Hr. Tasche) offenbar davon ablenken, dass Sie selbst kein Konzept für unser Land hat und sich weit von ihren sozialen Wurzeln entfernt hat.

Die schlechte Wirtschaftslage (83 % aller Mecklenburger beurteilen die Wirtschaftslage als schlecht www1.ndr.de ), die desolate Arbeitsmarktsituation (ca.19% Arbeitslosenquote) Schulschließungen und Abwanderung junger Familien sind das Ergebnis Ihrer Koalitionsarbeit mit der Linkspartei. Dafür tragen Sie die Verantwortung und nicht die rechten Parteien.

Ich habe den Eindruck, dass hier schon im Vorfeld ein Sündenbock für die völlig verfehlte Landes- und Bundespolitik gefunden werden soll und Sie daher, genauso wie die Abgeordneten der SED-Nachfolgepartei, die NPD im Landtag brauchen und sich sogar wünschen.

Daher meine Fragen an Sie:
1. Wie wollen Sie Investoren für die Wirtschaft locken?
2. Was wollen Sie gegen die Abwanderung unternehmen?
3. Mit wem wollen Sie koalieren?

Gruß
Antwort von Sylvia Bretschneider
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05.09.2006
Sylvia Bretschneider
Sehr geehrte Frau ,

zunächst möchte ich richtig stellen, dass der Wahlaufruf nicht von der Linkspartei. PDS angeregt worden ist. Vielmehr ist der Wahlaufruf eher in der Tradition eines Aufrufes zu sehen, der im Jahr 1998 von dem ehemaligen Bürgerbeauftragten veröffentlicht worden ist. Obwohl der Aufruf inzwischen zahlreiche Unterstützer aus allen demokratischen Parteien aufweisen kann, ist er hinsichtlich des Inhalts und der Erstunterzeichner gerade keiner politischen Partei zuzuordnen. Dies wird auch in dem Text deutlich zum Ausdruck gebracht.

Meine Sorgen hinsichtlich eines Einzugs der Rechtsextremisten in den Landtag gehen nicht dahin, dass die NPD als Koalitionspartner einer demokratischen Partei Regierungsverantwortung übernehmen könnte. Da sind sich alle Demokraten einig, dass das nicht passieren wird. Es geht auch nicht darum, sich einer argumentativen Auseinandersetzung mit der NPD zu entziehen. In allen Parlamenten, in denen rechtsextreme Parteien vertreten waren, hat sich gezeigt, dass die Rechtsextremisten der parlamentarischen Auseinandersetzung mit den Demokraten nicht gewachsen und bereits nach einer Wahlperiode nicht wieder im Parlament vertreten waren.

Die Parolen, die die NPD jetzt im Wahlkampf verwendet, sind als Grundlage für eine sachliche Diskussion mit Demokraten nicht geeignet. Nehmen Sie als Beispiel den Aussagegehalt des Plakates "Touristen willkommen – Asylbetrüger raus". Touristen sind seit Jahren in Mecklenburg-Vorpommern willkommen. Durch hohe Zuwachszahlen ist unser Land zum Tourismusland Nr. 1 in Deutschland in der Beliebtheit bei den Deutschen geworden. Das konnte nur erreicht werden, weil sich das Land als fremdenfreundlich und weltoffen präsentiert. Dass Asylbetrüger ausgewiesen und abgeschoben werden, ist geltende Rechtslage und nicht Gegenstand der politischen Diskussion. Über das, was unzweifelhaft der gesellschaftlichen und rechtlichen Realität entspricht, lohnt eine Diskussion nicht. Das Plakatieren entsprechender Parolen soll lediglich Ängste schüren.

Die NPD spricht darüber hinaus davon, dass sie das System der Bundesrepublik Deutschland – also unser System der parlamentarischen Demokratie, das auf ethischen und humanitären Grundwerten basiert – abschaffen will. Insoweit gibt es keinen Grundkonsens für eine gemeinsame Arbeit in einem demokratischen Parlament mit Vertretern dieser Partei.


Zu Ihren Fragen:


* Investoren lassen sich für unser Land nur gewinnen, wenn wir ein Investitionsfreundliches Klima schaffen. Dazu gehören viele Faktoren, so genannte harte und weiche Standortfaktoren, die das Image einer Region als Investitionsstandort ausmachen. Dieses Image Mecklenburg-Vorpommerns würde aber erheblich leiden, wenn Rechtsextremisten bei uns politischen Einfluss gewinnen würden. Noch heute wird bei vielen Menschen, die unser Land nicht kennen, Mecklenburg-Vorpommern mit den Vorfällen in Rostock Lichtenhagen negativ assoziiert, obwohl das mit unserem Land des Jahres 2006 nichts mehr zu tun hat.

Mecklenburg-Vorpommern hat sich hinsichtlich der harten und weichen Standortfaktoren in den letzten Jahren deutlich verbessert. So haben Unternehmen die Möglichkeit, Förderprogramme des Landes in Anspruch zu nehmen, durch die Anfangsinvestitionen durch Zuschüsse oder die Kreditgewährung gefördert werden. Durch diese Landesmittel konnten z.B. die Ansiedlungen der Flamm Aerotec in Schwerin oder die CD-Werke in Boizenburg und Röbel maßgeblich gefördert werden. Ein wesentlicher Aspekt, der die harten Standortfaktoren positiv beeinflusst hat, ist die verbesserte Infrastruktur durch die Fertigstellung der A 20. Insbesondere Ostmecklenburg und Vorpommern profitieren von dem Lückenschluss und die dadurch erfolgte Anbindung an die Wirtschaftsräume Hamburg und Schleswig-Holstein. Mit der Fertigstellung der A 14 zwischen Schwerin und Wismar und der südlichen Weiterführung wird auch der Westen Mecklenburgs hinsichtlich der Verkehrsinfrastruktur besser angebunden sein. Verbunden mit der Fortführung der Investitionsförderprogramme wird durch die verbesserte Verkehrsanbindung Mecklenburg-Vorpommern für Investoren noch interessanter werden.

Außerdem verfügt unser Land über viele so genannte positive weiche Standortvorteile. So hat Mecklenburg-Vorpommern einen der höchsten Versorgungsgrade bei der Kinderbetreuung. Anders als in vielen alten Ländern müssen sich die Menschen in unserem Land keine Sorgen darüber machen, eine qualitativ hochwertige und quantitativ ausreichende Betreuung in Krippen und Kindertagesstätten zu erhalten.

Außerdem zeichnet sich unser Land durch seinen hohen Freizeitwert aus, der in die Abwägung bei potentiellen Investitionen ebenso eine Rolle spielen kann.


* Der Stopp der Abwanderung aus unserem Land stellt sicherlich eine große Herausforderung für die nächsten Jahre dar. Die Abwanderungsproblematik betrifft in besonderem Maße unseren östlichen Landesteil, also Vorpommern. Dabei ist zu differenzieren zwischen den jungen Menschen, die aus dem ländlichen Raum in die Städte unseres Landes ziehen und denen, die Mecklenburg-Vorpommern gänzlich verlassen. Ein Zuzug junger Menschen aus dem ländlichen Raum in die städtischen Regionen wird sich sicherlich nicht verhindern lassen. Das hängt zum einen mit den schulischen und beruflichen Angeboten zusammen, die in den Städten zahlreicher sind. Selbstverständlich muss es Ziel der Landespolitik sein, auch die entsprechenden Angebote im ländlichen Raum im Auge zu behalten, jedoch sind die Möglichkeiten zur Steuerung gerade hinsichtlich der Schaffung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum begrenzt. Darüber hinaus ist in den Städten das Freizeitangebot weitaus größer, weshalb es nur verständlich ist, dass sich junge Menschen zu urbanen Gebieten stärker hingezogen fühlen.

Eine andere Frage betrifft die Wanderungsbewegungen aus dem Land Mecklenburg-Vorpommern in andere Bundesländer. Ich gehe davon aus, dass wir den Zenit entsprechender Abwanderungen bereits überschritten haben. Zum einen entstehen bei uns wieder mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, die Anzahl der Arbeitsplätze steigt also. Das hängt damit zusammen, dass Strukturumstellungen, die nach 1990 erforderlich waren weitgehend abgeschlossen sind und sich nach dem Einbruch der Baubranche Mitte bis Ende der 90’er Jahre der Anteil der in Baubranche Beschäftigten auf einem langfristig überlebensfähigen Niveau befindet. Neue Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern entstehen jetzt in zukunftsträchtigen Wirtschaftssektoren, etwa im Bereich der Gesundheitswirtschaft.

Zudem wird der veränderte demografische Aufbau unserer Bevölkerung dazu führen, dass weniger junge Menschen Mecklenburg-Vorpommern verlassen. Noch bis Mitte der 90’er Jahre waren wir das Land mit den meisten jungen Menschen, da hier bis zur Wende im Jahr 1989 weitaus höhere Geburtenraten vorzufinden waren als in den alten Ländern. Diese in den 80’er Jahren geborenen jungen Menschen haben inzwischen ihre Schulausbildung beendet und standen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung, der jedoch nicht genügend attraktive Angebote aufwies. Anders sah die Situation in den alten Ländern aus, wo bereits in den 80’er Jahren eine relativ niedrige Geburtenrate herrschte und demzufolge ein Bedarf an jungen Arbeitskräften bestand. Inzwischen haben sich die Geburtenraten in den neuen und alten Ländern aber sehr stark angeglichen, mit der Folge, dass die jungen Menschen auch bei uns wieder interessantere Ausbildungs- und Arbeitsplatzangebote in ausreichendem Maße finden.


* Die Frage nach einer Koalition lässt sich erst nach Vorliegen der Wahlergebnisse beantworten. Zunächst muss nach der Wahl festgestellt werden, welche rechnerischen Optionen für mögliche Koalitionsbildungen überhaupt bestehen. Erst dann kann ausgelotet werden, mit welchem Partner die für die nächsten fünf Jahre anstehenden Aufgaben besser bewältigt werden können und mit welchem Partner die eigenen Politikziele besser durchgesetzt werden können.

Eine volle Übereinstimmung mit allen Zielen und Inhalten einer anderen Partei gibt es seitens der SPD nicht (dies gilt für die anderen Parteien natürlich ebenso). So ist ja kein Geheimnis, dass sich die Positionen der SPD im Bereich der Schulpolitik von der der CDU unterscheiden, aber etwa die Haltung der SPD zur Inneren Sicherheit nicht unerheblich von der Position der Linkspartei. PDS abweicht.

Eine Koalitionspräferenz muss sich folglich an den Vorstellungen und Zielen für eine erfolgreiche Landespolitik in den kommenden fünf Jahren orientieren, eine entsprechende Koalitionsaussage kann folglich erst nach entsprechenden Gesprächen erfolgen, wenn das Wahlergebnis feststeht.


Mit freundlichen Grüßen

Sylvia Bretschneider
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