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19.04.2013 | Bundestag 2009-2013
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Nachricht zum Thema "Chemtrails".

Das Institut für Physik der Atmosphäre des DLR untersucht seit vielen Jahren die Wirkung der Emissionen des Luftverkehrs. Sollte es also irgendwelche Veränderungen bezüglich der Konzentration von Chemikalien in unserer Atmosphäre geben, wäre eine Warnung durch das DLR erfolgt. Darüber hinaus widerlegen sowohl der Deutsche Wetterdienst, als auch das deutsche Verteidigungsministerium die Existenz von sogenannten "Chemtrails".

Artikel, die das Vorhandensein von "Chemtrails" dazustellen versuchen, greifen ausschließlich auf nicht verlässliche und unwissenschaftliche Quellen zurück. Die von Ihnen beschriebenen Kondensstreifen werden in der Fachsprache als sogenannte "Contrail-Cirren" bezeichnet. Gewöhnliche Kondensstreifen (Zirruswolken/Cirren) aus Eiskristallen dehnen sich bei ausreichender Feuchtigkeit am Himmel immer weiter aus und können somit bei günstigen Bedingungen länger existieren als gewöhnliche Kondensstreifen. In chemischer Zusammensetzung und Entstehung sind beide Typen aber gleich. Um die Vereinnahmung des Himmels durch Kondensstreifen zu reduzieren, wurden Gesetze erlassen, die den Bedeckungsgrad von 0,5 Prozent in den neunziger Jahren auf 0,06 Prozent heutzutage reduzieren konnten.

Persönlich sehe ich alle Unternehmen in der Pflicht, ihren Beitrag für eine saubere Umwelt und einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen zu leisten.

Mit freundlichen Grüßen

Alexander Dobrindt, MdB
22.03.2013 | Bundestag 2009-2013
Sehr geehrter Herr von ,

vielen Dank für Ihre Frage zum Thema Chemtrails über die Plattform abgeordnetenwatch.de.
Ja, ich halte Chemtrails für eine Verschwörungstheorie. Im übrigen verweise ich auf die Pressemitteilung des Bundesumweltamtes vom März 2011, die sich mit der Frage im Details auseinandersetzt.
www.umweltdaten.de

Mit freundlichen Grüßen

René Röspel
19.03.2013 | Bundestag 2009-2013
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 09.03.2013 zum Thema "Chemtrails" und umweltschädliche Subventionen.

Mit dem Phänomen der "Chemtrails" hat sich die Bundestagfraktion von Bündnis90/Die Grünen vor längerer Zeit bereits auseinandergesetzt und die wissenschaftlichen Untersuchungen von Fachleuten eingehend ausgewertet. Demnach sind die beschriebenen Phänomene dem Umweltbundesamt (UBA) und auch dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) nicht bekannt. Im DLR werden seit Jahren die Wirkungen der Emissionen des Luftverkehrs auf die Atmosphäre beobachtet und entsprechende Untersuchungen durchgeführt. Für das im Zusammenhang mit den "Chemtrails" erwähnte Einbringen von Aluminiumverbindungen in die Atmosphäre gibt es laut den wissenschaftlichen Institutionen der Bundesregierung keinerlei wissenschaftlichen Beleg. Gäbe es die so genannten Chemtrails, müssten dem DLR darüber Informationen vorliegen; die Messungen enthalten jedoch keinerlei Hinweise darauf. Auch gibt es bisher keinerlei Hinweise auf die Einbringung solcher Substanzen in allen uns bekannten Messungen von Umweltparameter in den letzten Jahren.

Es handelt sich also demzufolge nach Stand aller vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnisse um Bildung von Kondensstreifen, die aus dem Zusammenspiel von Luftverkehr und Atmosphäre/Wetterbedingungen entstehen.

Die hohe Frequentierung des Luftverkehrs und die dadurch entstehende Freisetzung von Kerosin führt in der Tat zu einer Umweltschädigung.
Sie fragen:
"Warum wird Kraftstoff für Autos mit Mehrwertsteuer, Ökosteuer und Mineralölsteuer besteuert, während Flugbenzin überhaupt nicht besteuert wird?"

Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen ist in Übereinstimmung mit Ihrer Positionierung der Ansicht, dass eine Subvention von Kerosin aus ökologischen Gesichtspunkten nicht vertretbar ist und abgebaut werden muss. Vielmehr noch fordert sie eine EU-weite Besteuerung von Kerosin. Hierzu hat die Fraktion bereits am 03.12.2008 einen Antrag (Drucksache 16/11206) in den Bundestag eingebracht.

Mit freundlichen Grüßen

Büro Katrin Göring-Eckardt
12.03.2013 | Bundestag 2009-2013
Sehr geehrter Herr ,

die sogenannten "Chemtrails" gibt es nicht. Dazu verweise ich auf zahlreiche bereits vorliegende Antworten:
www.abgeordnetenwatch.de

Ein reales Problem hingegen ist der Ressourcenverbrauch und die Luftverschmutzung durch den Flugverkehr. Zur Umwelterziehung sollte es gehören – bei meinen Kindern war das der Fall -, ein kritisches Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass alle Mobilität auch mit Kosten und ökologischen Lasten verbunden ist. Das heißt nach meiner Meinung jedoch nicht, dass der Luftverkehr an sich schlecht ist. Schließlich ist es ein alter Traum der Menschheit und Ausdruck unserer globalisierten Welt, dass Reisen in alle Teile der Welt, nicht zuletzt zu geschäftlichen Zwecken, niedrigschwellig möglich sind.

Zu fragen ist allerdings, ob die externen Effekte des Flugverkehrs angemessen internalisiert werden durch die direkten Kosten des Fliegens. Dies ist wohl eher nicht der Fall.
Mit der Einführung einer Kerosinsteuer auf gewerbliche Inlandsflüge stünde jedoch zu befürchten, dass dies zu einem Ausweichverhalten durch Auftanken im Ausland und auch vereinzelt zu einer Abwanderung auf ausländische Flughäfen in Grenznähe und damit zu Wettbewerbsnachteilen für den Standort Deutschland führt.

Stattdessen wird zur Verringerung der schädlichen Emissionen der Flugverkehr in der Europäischen Union seit 2012 in das Europäische Emissionshandelssystem einbezogen.
Dies ist sicherlich ein gutes Ansatz, wenngleich er bisher leider nicht wettbewerbsneutral ist. Die Luftverkehrsabgabe gilt bisher nur für Intra-EU-Flüge und stellt damit zum Beispiel eine Verbindung wie Hamburg-München-Singapur schlechter gegenüber einer Verbindung wie Hamburg-Dubai-Singapur.

Dies ist das Problem aller regionalen und nationalen Alleingänge. Unsere Hoffnung ruht daher auf einer internationalen Verständigung. Um den Klimaschutz im Flugverkehr wirklich voranzubringen, ist ein internationales Abkommen aller großen Emittenten erforderlich. Daher müssen die Verhandlungen bei der UN-Zivilluftfahrtorganisation ICAO mit Nachdruck vorangetrieben werden. Ziel muss es sein, die europäischen Klimaschutzbemühungen mit der internationalen Staatengemeinschaft so abzustimmen, dass Wettbewerbsnachteile für die europäischen Fluggesellschaften vermieden werden und keine handelspolitischen Verwerfungen entstehen.

Mit freundlichen Grüßen
Uhl
12.03.2013 | Bundestag 2009-2013
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Fragen beziehen sich auf eine Verschwörungstheorie, die besagt, dass den von Flugzeugen verursachten Kondensstreifen am Himmel Chemikalien zugesetzt werden, mit dem manipulativen Ziel, etwa das Klima oder die Bevölkerungsdichte zu kontrollieren. Dazu haben in der Vergangenheit mehrere Institutionen, wie zum Beispiel das Umweltbundesamt oder Greenpeace, Stellung genommen und Chemtrails als reine Fiktion, für die es keinerlei wissenschaftliche Belege gebe, bezeichnet. Die Stellungnahme des Umweltbundesamtes können Sie hier nachlesen: www.umweltdaten.de .

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Edathy, MdB
27.02.2013 | Bundestag 2009-2013
Sehr geehrter Herr ,

ich habe zum Thema aus meiner Sicht alles gesagt.

Beste Grüße
Andrea Nahles
________________________________________
Von: abgeordnetenwatch.de [antwort@abgeordnetenwatch.de]
Gesendet: Samstag, 23. Februar 2013 16:21
An: Nahles Andrea Laptop
Betreff: Eine Frage an Sie vom 23.02.2013 12:48

Sehr geehrte Frau Nahles,

aus 08539 hat als Besucher/in der Seite
www.abgeordnetenwatch.de (Bundestag) bzgl. des Themas "Demokratie und
Bürgerrechte" eine Frage an Sie.

Um diese Frage zu beantworten, schicken Sie diese Mail mit Ihrem
eingefügten Antworttext an uns zurück (als wenn Sie eine normale Mail
beantworten würden).



Sehr geehrte Frau Nahles,

die Bildersuche nach dem Wort "Chemtrails" habe ich als Beispiel gebracht,
weil durch die Suche nach diesem Wort einfach die besten und am breitesten
aufgestellten Fotos vom zerstörten Himmel zu finden sind.
Ich habe Sie mit meinen Fragen danach gefragt, ob Sie oder Ihre Kinder
gern unter einem durch Kondensstreifen "zerstörtem" Himmel leben.
Ich wollte Antworten, warum wir in unserem Land kaum noch blauen Himmel
haben, sondern bald nur noch unter so einer weißen Kondensstreifen-Suppe
leben müssen.
Sie brauchen keinerlei google-Recherche, um festzustellen, dass unser
Himmel jedes Jahr mehr kaputt gemacht wird, und wir immer weniger blauen,
natürlichen Himmel haben.
Es würde schon genügen, öfters einmal hochzuschauen!!!

Wenn Ihnen als Politikerin nicht einmal mehr bewusst wird, worauf der
Bürger hinaus will, und dass in diesem Land und diesem Europa nicht einmal
mehr der Himmel noch heil ist, dann denke ich, brauchen Sie sich nicht
wundern, dass immer mehr Bürgerinnen und Bürger von den "Volksvertretern"
maßlos enttäuscht sind.

Frau Nahles,
ich möchte Betreff Ihrer Antwort noch einige Fragen stellen:

1. Warum holen geleich die Nazi-Keule raus, wenn einer das Wort
"Chemtrails" erwähnt? Ich bin ein Mensch, der einfach nur einen blauben
Himmel haben will natürlichen Sonnenschein und eine Solaranlage betreibt.
Menschen, die darauf hinweisen, dass der Himmel durch den Luftverkehr
kaputt geht, warum holen Sie gegen solche Menschen hier die Nazi-Keule
raus?

2. Stellen Sie andere Menschen, die eine andere als die Ihnen angenehme
Meinung haben auch öfters mal in die Rechte Ecke, oder ist dies hier -wie
ich hoffe- ein Einzelfall?

3. Fluggesellschaften erheben innerhalb der EU eine Kerosinsteuer? Echt?.

4. Bezüglich Ihrer Argumentation von "Verschwörungstheorien" möchte ich
anmerken, dass es 1938 als "Verschwörungstheorie" galt, dass die Nazis
alle Juden umbringen würden. :(

mit freundlichen Grüßen,






Um die Frage direkt einzusehen, können Sie auch diesem Link folgen:
www.abgeordnetenwatch.de

Mit freundlichen Grüßen,
www.abgeordnetenwatch.de
(i.A. von )

Ich erkläre mich durch Beantwortung dieser e-Mail mit der
Veröffentlichung meiner Antwort auf www.abgeordnetenwatch.de und mit der
dauerhaften Archivierung im digitalen Wählergedächtnis einverstanden.

Aus Gründen der Rechtssicherheit wird Ihre IP-Adresse beim Beantworten
dieser e-Mail gespeichert, aber nicht veröffentlicht.
20.02.2013 | Bundestag 2009-2013
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Frage auf abgeordnetenwatch.de Gerne möchte ich diese beantworten. Wenn Sie sich beispielsweise auf Wikipedia gehen oder andere seriöse Informationen einsehen, können Sie dort unter anderem folgendes Lesen: "Aufgrund zahlreicher Anfragen nahmen Nichtregierungsorganisationen, Meteorologen und weitere Institutionen wiederholt Stellung. Fachleute sehen in Chemtrails "reine Fiktion", laut deutschem Umweltbundesamt gibt es weder für das massive Ausbringen von Chemikalieb noch für auffällig geänderte Kondensstreifen wissenschaftliche Belege. (...) Das Greenpaece Magazin bewertete die Spekulationen über Chemtrails in einem eigene Artikel als Verschwörungstheorie und schloss sich den Ergebnissen des Umweltbundesamtes an." ( www.wikipedia.de , Stand: 15. Dezember 2012) Dem schließe ich mich an. Erlauben Sie mir, noch anzumerken, dass nicht nur "Besserverdienende" nach Mallorca oder Antalya in den Urlaub fliegen.

Mit freundlichen Grüßen
Robert Hochbaum
13.02.2013 | Bundestag 2009-2013
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 6. Februar 2013 zu sogenannten Chemtrails.

Seit in der Zeitschrift Raum & Zeit 127/2004 der Artikel "Die Zerstörung des Himmels” erschienen ist, erhielt das Umweltbundesamt (UBA) zahlreiche Anfragen besorgter Bürgerinnen und Bürger zu den sogenannten Chemtrails. Dabei soll es sich um angeblich durch Flugzeuge in der Atmosphäre versprühte Chemikalien handeln. Der Artikel behauptet unter anderem, dass im Rahmen geheimer Projekte der USA militärische und zivile Flugzeuge Aluminium und Bariumverbindungen in die Atmosphäre ausstoßen, aus denen sich diese Chemtrails - ähnlich der Bildung von Kondensstreifen - entwickeln würden. Ziel soll dabei sein, der durch den Menschen hervorgerufenen (anthropogenen) Erwärmung, verursacht durch Emissionen treibhauswirksamer Gase in die Atmosphäre, entgegenzuwirken.

Für das in dem genannten Artikel erwähnte Einbringen von Aluminiumverbindungen in die Atmosphäre und die Bildung sogenannter Chemtrails gibt es keinerlei wissenschaftliche Belege. Auch im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sind die beschriebenen Phänomene nicht bekannt. Das Institut für Physik der Atmosphäre des DLR untersucht seit vielen Jahren die Wirkung der Emissionen des Luftverkehrs auf die Atmosphäre - einschließlich zahlreicher Messungen gas- und partikelförmiger Emissionen von Verkehrsflugzeugen. Falls es die sogenannten Chemtrails gäbe, müssten beim DLR darüber Informationen vorliegen. Die Messungen enthalten jedoch keinerlei Hinweise darauf. Die Deutsche Flugsicherung GmbH bestätigte, dass sie im Rahmen der Luftraumüberwachung keine auffälligen Flugbewegungen beobachtete, die etwas mit dem beschriebenen Sachverhalt zu tun haben könnten.

Darüber hinaus teilte der Deutsche Wetterdienst mit, dass in den Beobachtungsdaten keine Besonderheiten auffindbar seien, die auf abweichende Formen von Kondensstreifen hindeuten. Auch das Bundesministerium der Verteidigung hat keine weitergehenden Erkenntnisse. Das Hauptquartier der US-Luftwaffe Europa teilte mit, dass es die beschriebenen Projekte bei der US-Luftwaffe weder gibt noch gegeben hat.

Das UBA ging auch der in Zuschriften vorgetragenen Behauptung nach, die Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (WHO) hätte angeblich eine Risikoanalyse über mögliche Folgen der Chemtrails unternommen. Auf Anfrage des UBA versicherte die WHO, weder über sogenannte Chemtrails Kenntnis, noch eine Studie zum Thema in Auftrag gegeben zu haben.

In der Tat gab und gibt es im wissenschaftlichen Bereich verschiedene theoretische Vorstellungen, zum Schutz des Klimas unterschiedliche Stoffe in die Atmosphäre einzubringen - zum Beispiel Aluminiumoxid, Aluminium, Ruß, Eisenverbindungen. Mit derartigen Substanzen will man erreichen, dass weniger Sonnenstrahlung die Erdoberfläche erreicht, was zur Folge hätte, dass die Erwärmung der Atmosphäre verringert wird. Das bedeutet konkret, dass der anthropogenen Erwärmung der Atmosphäre durch treibhauswirksame Gase ein abkühlender Effekt - künstlich - hinzugefügt wird. Jedoch konnten sich diese Ansätze aus dem Bereich des Geoengineering - das sind großmaßstäbliche Eingriffe in natürliche Vorgänge - nicht durchsetzen - auch nicht im experimentellen Maßstab. Denn: Abgesehen von der Frage nach der Wirksamkeit gibt es große Bedenken und Unsicherheiten, welche unvorhergesehenen weiteren Wirkungen mit solchen Eingriffen verbunden sein könnten.
Darüber hinaus wären die Kosten für derartige Maßnahmen erheblich. Das Einbringen der Verbindungen in die Atmosphäre wäre, um eine globale Wirkung zu gewährleisten, fortlaufend und in globalem Umfang notwendig. Im Internet lässt sich eine große Menge Material zum Stichwort Chemtrails finden. Dabei wirkt aber keine Quelle wirklich glaubhaft, da überzeugende Belege fehlen. Die Quellen heißen "paranews", "ufos-aliens", "esoterikforum" oder "allmystery" und zeigen zum Teil Fotos etwaiger Chemtrails, die allerdings keinen Anlass geben, dahinter etwas anderes als gewöhnliche Kondensstreifen oder Wolken zu vermuten. Zumeist handelt es sich um die unterschiedlichen Formen von Zirruswolken, die aus Eiskristallen bestehen.
Auch auf den verschiedenen Fotos, die Bürgerinnen und Bürger dem UBA zusandten, sind nach Erkenntnis des Amtes langlebige Kondensstreifen und Zirruswolken zu sehen. Offenbar werden als Kondensstreifen meist nur jene wahrgenommen, die sich kurzzeitig bilden und die sich - wegen zu geringer relativer Feuchte - rasch wieder auflösen.

Das Institut für Physik der Atmosphäre des DLR gibt folgende detaillierte Auskunft über die Bildung von Kondensstreifen: Kondensstreifen entstehen in hinreichend kalter Atmosphäre als Folge der Wasserdampfemissionen aus Flugzeugtriebwerken. Bei niedriger Feuchte lösen sich Kondensstreifen rasch wieder auf. Ist die Atmosphäre jedoch hinreichend feucht, können Kondensstreifen länger existieren und weiter wachsen. Unter geeigneten Bedingungen können sie sich zu großflächigen Zirruswolken, die im Falle einer solchen Entstehungsgeschichte Contrail-Cirrus heißen, entwickeln. Contrail-Cirrus ist dann nicht mehr von natürlichen Zirren unterscheidbar, falls nicht seine gesamte Entstehungsgeschichte beobachtet wurde.
Nehmen Zirruswolken, die optisch sehr dünn sein können, eine große Fläche ein, erscheint dem Beobachter der Himmel milchig weiß. Im Mittel sind rund 0,06 Prozent der Erde mit (linienförmigen) Kondensstreifen bedeckt. Gegenden mit hohem Flugverkehrsaufkommen erreichen deutlich höhere Bedeckungsgrade. So lag Mitte der neunziger Jahre der Wert für Europa bei 0,5 Prozent. Der Bedeckungsgrad durch Contrail-Cirrus ist noch nicht bekannt. Erste Schätzungen liefern Werte, die etwa zehnmal so groß sind wie der Bedeckungsgrad mit linienförmigen Kondensstreifen. Altern Kondensstreifen, bleiben sie nicht glatt, sondern bilden Formen, wie auf vielen Fotos zu sehen ist. Dieser Vorgang ist ein lange bekanntes Phänomen und eine Folge der Turbulenz, die in der Atmosphäre allgegenwärtig ist. Diese Formen lassen sich auch durch Modellsimulationen reproduzieren.

Mehrere Kondensstreifen nebeneinander entstehen zum Beispiel dadurch, dass Flugzeuge festen Routen folgen und die Windrichtung in der Höhe von der Flugroute abweicht. Die Kondensstreifen verschieben sich dadurch seitlich. An Knotenpunkten der Flugrouten können sich Kondensstreifen unterschiedlicher Orientierung bilden. Als Folge der Verschiebung der Kondensstreifen entstehen dann die auf Fotos festgehaltenen rautenförmigen Muster.
Da Windrichtung und -geschwindigkeit praktisch nie gleich sind, entstehen aus vormals geraden Mustern gekrümmte Formen. Außerdem fliegen Flugzeuge nicht immer nur geradeaus, sondern auch Kurven, insbesondere während Warteschleifen in Flughafennähe. In diesem Fall können gekrümmte Kondensstreifen entstehen.
Bisher hat die Chemtrail-Thematik in den Medien hauptsächlich über die Zeitschrift Raum & Zeit Verbreitung gefunden. Schaut man die Inhaltsverzeichnisse der letzten Jahre genauer an, finden sich in dieser Zeitschrift fortlaufend Beiträge, die vom gegenwärtigen naturwissenschaftlichen und medizinischen Kenntnisstand abweichen. Dazu zählen beispielsweise Gegenthesen zur Relativitätstheorie oder den Ursachen von AIDS und BSE.
Auch mehrere Artikel, die den anthropogenen Treibhauseffekt und die damit verbundene Klimaänderung bestreiten, sind enthalten. Dies erscheint besonders widersprüchlich angesichts der Behauptung an gleicher Stelle, Chemtrails seien der Versuch, die Wirkungen des vom Menschen gemachten Klimawandels zu mildern.

Abschließend ist festzuhalten, dass die Bildung von Zirruswolken aus Kondensstreifen nach neueren Erkenntnissen in besonderem Maße zur Klimawirksamkeit des Flugverkehrs beiträgt. Kondensstreifen und Zirren erwärmen das Klima. Es wäre also kontraproduktiv, mit Hilfe zusätzlicher Zirren oder zirrenähnlicher Wolken der Klimaerwärmung aufgrund der anthropogenen Emissionen von Treibhausgasen entgegenwirken zu wollen. Auf der Basis des gegenwärtigen Kenntnisstandes des UBA und der Zusammenschau aller oben erläuterten Aspekte lässt sich schlussfolgern, dass die im Artikel "Die Zerstörung des Himmels” aufgestellten Behauptungen nicht glaubwürdig sind.

Weitere Informationen zu den Auswirkungen des Luftverkehrs auf die Zusammensetzung der Atmosphäre und das Klima sind im Internet zu finden:
• IPCC-Bericht zum Luftverkehr: www.ipcc.ch
• Tagungsband der AAC-Konferenz (Aviation, Atmosphere and Climate):
www.pa.op.dlr.de
• Übersichtsartikel zu den Auswirkungen des Luftverkehrs auf die
Atmosphäre:
www.ingentaconnect.com
• Abstracts der international Conferenz on Transport, Atmosphere and
Climate 2006: www.pa.op.dlr.de

Sehr geehrter Herr , ich hoffe sehr, mit den vorstehenden Erläuterungen Ihre Bedenken zerstreut zu haben.

Seien Sie herzlich und mit guten Wünschen gegrüßt.
Ihre Annette Schavan
04.02.2013 | Bundestag 2009-2013
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage zu Chemtrails.

Die Begriffsbildung "Chemtrail" leitet sich von den englischen Begriffen "Contrail" (Kondensstreifen) und "Chemical" (Chemisch) ab. Im Vergleich und im Unterschied zu Kondensstreifen (Contrails) soll es sich bei Chemtrails um atmosphärische Phänomene handeln, die der Phänomenologie der Kondensstreifen ähneln, sich aber angeblich in ihrer Entstehung und Zusammensetzung von diesen unterscheiden. Im Unterschied zu Kondensstreifen wird bei Chemtrails vorausgesetzt, dass diese durch in der Atmosphäre versprühte chemische Substanzen erzeugt würden. Die Existenz von Chemtrails ist hingegen weltweit noch nirgendwo wissenschaftlich haltbar nachgewiesen.

In Abgrenzung zu den Chemtrails handelt es sich bei Kondensstreifen um natürliche Eiskristalle, die in hinreichend kalter Atmosphäre als Folge der Wasserdampfemissionen aus Flugzeugtriebwerken entstehen. Die Lebensdauer und weiter die Entwicklung der Kondensstreifen hängt von den jeweiligen atmosphärischen Bedingungen ab (insbes. von der Luftfeuchte, der Temperatur, aber auch von der Windscherung). Bei niedriger Feuchte lösen sich Kondensstreifen rasch wieder auf. Ist die Atmosphäre jedoch hinreichend feucht, können Kondensstreifen auch länger existieren und weiter wachsen bzw. sich weiter ausdehnen. Unter geeigneten Bedingungen können sie sich so zu großflächigen Zirruswolken (Contrail-Cirrus) entwickeln, die optisch nicht mehr von natürlichen Zirren unterscheidbar sind.
An dieser Stelle sei auch auf eine Stellungnahme des Umweltbundesamtes zum Thema "Chemtrails" verwiesen www.umweltdaten.de in der die Sachlage noch etwas ausführlicher zusammengefasst wird. Auch die dortige Stellungnahme konstatiert, dass es für die Bildung so genannter Chemtrails keinerlei wissenschaftlichen Belege gebe.

Mit Blick auf die Sorge einer möglichen Bedeutung von "Chemtrails" als "Umweltgift für Tiere, Pflanzen und Menschen" weise ich Sie darauf hin, dass derartige Zusammenhänge nicht zum Aufgabenbereich des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung im Allgemeinen oder zu dem des Deutschen Wetterdienstes (DWD) im Speziellen gehört. Eine fachlich fundierte Bewertung derartiger Risiken kann hier daher nicht gegeben werden. Da Chemtrails entsprechend obiger Ausführungen jedoch bislang weltweit nirgendwo wissenschaftlich haltbar nachgewiesen wurden, bleibt deren Wirkung als Umweltgift aber nur ein theoretisches Risiko, das im Einzelfall und im Hinblick auf seine Auswirkungen auf Pflanzen und Tiere jedoch von der Art und Konzentration der chemischen Substanzen abhinge.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Dr. Peter Ramsauer
01.02.2013 | Bundestag 2009-2013
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 26. Februar 2013.

Ja, ich habe ein Kind und nein, ich möchte nicht gerne mit meiner Familie unter einem verschmutzten Himmel leben und bin deshalb auch sehr froh in Deutschland zu leben, wo der Staat seine Verantwortung im Bereich des Umweltschutzes sehr ernst nimmt und der Luftreinhaltung eine hohe Priorität einräumt.

Ihre These, dass der Normalverdiener in besonderer Weise über Mehrwert-, Öko- und Energiesteuer aus Umweltschutzgründen zur Kasse gebeten wird, währen Gutverdiener weniger belastet werden, teile ich so nicht. Zum einen vergessen Sie bei Ihrer Analyse, dass Flugreisen schon seit langem kein Privileg mehr für höhere Einkommen sind, zum anderen, dass auch die Bezieherinnen und Bezieher höherer Einkommen die von Ihnen aufgeführten Steuern selbstverständlich entrichten müssen. Außerdem wird in Deutschland der Flugverkehr durch die sogenannte Luftverkehrsgabe sehr wohl besteuert.

Zu den sogenannten Chemtrails habe ich Ihnen ein Schreiben des Umweltbundesamtes beigefügt.

Ich würde mich freuen, wenn diese Informationen von Interesse für Sie wären.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Volker Wissing
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