Sehr geehrter Herr

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besten Dank für ihre Frage. Da ich kein Arzt bin, kann ich nur aus nichtwissenschaftlicher Sicht antworten.
Allerdings möchte ich die Schweinegrippe- wie einige andere Krankheiten - auch nicht verharmlosen, da es – wie bei jeder Grippenwelle - zu Todesfällen gekommen ist.
Wir sollten uns auch vor Augen halten, daß die Spanische Grippe, die eine weltweite Pandemie, die zwischen 1918 und 1920 durch einen ungewöhnlich virulenten Abkömmling eines Influenzavirus verursacht wurde und mindestens 25 Millionen Todesopfer forderte. Andere Quelle schreiben sogar von knapp 50 Millionen Todesopfern.
Daher würde ich es als unverantwortlich halten, wenn die Gesundheitsexperten der Regierungen nicht entsprechende Überlegungen zum Schutz der Bürger anstellten.
Sollte sich jedoch herausstellen, daß ein Mittel der Pharmaindustrie nicht den versprochen Schutz bietet, müßte die Frage der Haftung und Kostenübernahme durch den Hersteller eingefordert werden.
Eine Pflichtimpfung ohne fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse, bezüglich der Notwendigkeit und nachhaltigen Wirksamkeit der Impfmittel, lehne ich ab.
Leider glauben viele Medien durch Panikmache ihre Umsätze steigern zu können. Dennoch halte ich es nicht für richtig, in einen puren Aktionismus abzugleiten.
Sie fragen zudem::"Wieso werden Pharmaherstellern mit Steuergeldern für wissenschaftlich nicht ausreichend erforschte Impfstoffe bzw.Medikamente mit zweifelhafter Wirkung subventioniert?"
Auch ich sehe darin einen Systemfehler. So wird z.B. gegen Krankheiten, die jährlich weit mehr Todesfälle in der Welt verursachen, keine bzw. unzureichende Forschung betrieben, da sich die Pharmaindustrie aus der Bekämpfung dieser Krankheiten kein Geschäft versprechen. Dies betrifft vor allem Krankheiten, die vorwiegend in den ärmeren Teilen unserer Welt auftreten, wo die Pharmahersteller kein großes Geld verdienen könnten.
Auf der anderen Seite ist die Forschung nach Mitteln gegen Krankheiten ein zeit- und kostenintensives Geschäft. Und Pharmaunternehmen sind nun einmal in der Mehrzahl kapitalistische, gewinnorientierte Unternehmen.
Nach meiner Meinung sollte es Aufgabe der Staaten sein, für die Gesundheitsforschung ausreichende Mittel, z.B. über einen Forschungsfonds, zur Verfügung zu stellen und Vorgaben für die Forschung der Pharmafirmen zu erstellen.
Selbstverständlich müßten die Patentrechte bei dem Fonds liegen
Das weltweit genügend Geld vorhanden ist, zeigen die Unsummen vagabundierender Milliarden auf der Suche nach renditestarken Anlagen. Eine weltweite, zweckgebundene Finanztransaktionssteuer, könnte hier ein Lösungsansatz sein, entsprechende Gelder für eine Gesundheitsforschungsfond zu vereinnahmen. Die Bundesregierung sollte dabei nicht auf globale Einführung der Finanztransaktionssteuer warten, sonder zügig vorangehen und weitere Staaten überzeugen diesem Schritt zu folgen.
Die Bekämpfung von Krankheiten ist ein Grundrecht der Menschen. Profitinteressen der Pharmaindustrie, dürfen nicht vor der Gesundheit der Menschen stehen.
Mit freundlichen Grüßen
Steffen Etzel