Sönke Rix (SPD)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich. Besuchen Sie das aktuelle Profil.

Grunddaten
Sönke Rix
Jahrgang
1975
Berufliche Qualifikation
staatlich anerkannter Erzieher, Fachkraft für Berufs- und Arbeitsförderung in der Eckernförder Werkstatt, Mitarbeitervertreter in den Werkstätten im Kreis Rendsburg-Eckernförde
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Rendsburg - Eckernförde
Landeslistenplatz
5, Schleswig-Holstein
weitere Profile
(...) Die SPD hat zügig ein Finanzierungsmodell vorgelegt, das ich im Großen und Ganzen unterstütze. Jedoch halte ich den Ansatz, eine Kindergelderhöhung auszusetzen, um die freiwerdenden Mittel in die Kindertagesbetreuung zu investieren, für falsch. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Sönke Rix
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Soziales
11.12.2006
Von:

Sehr geehrter Herr Rix,

eine Frage an Sie als Mitglied des Ausschusse für FSFJ.
Im Kapitel 1702 Titel 68409 -290 Allgemeine Bewilligungen sind in 2006 12 Mio. € für die Förderung von Modellvorhaben zur Umsetzung der Empfehlungen der Kommission "Impulse für die Zivilgesellschaft" ausgewiesen. Frage: Welche Modellvorhaben wurden und werden in welcher Höhe gefördert ?
Vielen Dank im voraus.
MfG
Antwort von Sönke Rix
5Empfehlungen
12.12.2006
Sönke Rix
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Um Ihnen eine zuverlässige und detaillierte Auskunft über die einzelnen Modellvorhaben zur Umsetzung der Empfehlungen der Kommission "Impulse für die Zivilgesellschaft" geben zu können, haben wir beim zuständigen Bundesfamilienministerium angefragt. Sobald wir eine Antwort aus der zuständigen Abteilung erhalten haben, melden wir uns wieder bei Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen und eine schöne Adventszeit,
Anne-Katrin Fischer
wiss. Mitarbeiterin
Ergänzung vom 14.12.2006
Sehr geehrter Herr ,

anbei sende ich Ihnen die Liste der Modellvorhaben, denen Mittel zur Förderung von Modellvorhaben zur Umsetzung der Empfehlungen der Kommission "Impulse für die Zivilgesellschaft" bewilligt wurden. Einzelne Projekte waren auf ein Jahr oder wenig länger angelegt; einzelne sind erst nach dem Projektstart hinzugekommen. Das Modellprogramm endet am 30.06.2008.

Bei Rückfragen können Sie sich gerne wieder an unser Büro wenden.

Beste Grüße und noch eine schöne Adventszeit,
i.A. Anne-Katrin Fischer
  • Mitarbeiterin-

Anhänge:
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
11.01.2007
Von:

Wie stehen Sie zu der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens?
Antwort von Sönke Rix
4Empfehlungen
05.02.2007
Sönke Rix
Sehr geehrter Herr ,

zugegeben: im ersten Moment klingt die Idee von einem bedingungslosen Grundeinkommen sehr verlockend.

Auf den zweiten Blick jedoch halte ich ein bedingungsloses Grundeinkommen, bei dem keinerlei Verpflichtung besteht, für das Geld, das man vom Staat empfängt, eine Gegenleistung zu erbringen, für problematisch. Dann "lohnt" es sich auch nicht zu arbeiten. Das würde die Leistungsempfänger von der Arbeit und vom Wert des Geldes entfremden, das sie ja schließlich nur als Rente, nicht als Lohn für eine Gegenleistung empfangen würden.

Es ist für mich keine Frage, dass eine Gesellschaft Sorge für die materielle Existenz ihrer Mitglieder tragen muss. Ein Grundeinkommen, das von der Notwendigkeit der Erwerbsarbeit abgekoppelt ist, ist arbeitsmarktpolitisch und sozialpolitisch aber höchst abenteuerlich und hat nach meiner Auffassung nichts mit Verteilungsgerechtigkeit zu tun.

Die SPD hat einen anderen Ansatz: Statt Arbeitslosigkeit wird Arbeit finanziert. Arbeitslose - auch Langzeitarbeitslose – sollen besser und schneller in den Arbeitsmarkt integriert werden. Deshalb wurden auch Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammengelegt. Mehr als eine Million erwerbsfähiger Sozialhilfeempfängerinnen und Sozialhilfeempfänger sind damit aus der Sozialhilfe herausgeholt worden. Sie erhalten das gleiche Angebot an Förderung und Jobvermittlung wie alle anderen Arbeitssuchenden.

Beratung, Vermittlung und Weiterbildung haben Vorrang vor passiven Leistungen, also Geldzahlungen. Ich weiß, dass mit den Arbeitsmarktreformen der Königsweg im Detail noch nicht gefunden wurde. Aber die jüngsten Arbeitslosenzahlen zeigen: Die rot-grüne Regierung hat die Weichen richtig gestellt.

Mit freundlichen Grüßen
gez. Sönke Rix
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
12.02.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Rix,

ich bin auf dem Gebiet der Informationstechnologie tätig. Dadurch verfolge ich die aktuellen Ideen und Vorschläge auf dem Gebiet der Datensicherheit und Kriminalität über das Internet sehr genau. Leider muß ich feststellen, dass sich die Ideen führender Politiker darauf beschränken, Methoden aus dem Arsenal von Geheimdiensten anzuwenden. Sie wollen Daten sammeln auf Kosten der Komminikationsfirmen, Sie wollen ohne Wissen der Bürger in ihre intimsten Bereiche vordringen. Anders lassen sich die Ideen der Voratsdatenspeicherung sowie die heimliche Durchsuchung privater Rechner nicht umschreiben. Wenn jetzt allerdings die Argumente Kriminalität und Terrorbekämpfung fallen, dann halte ich dem entgegen: Genau wenn wir uns all die Freiheiten nehmen, die wir uns erkämpft haben, wenn wir genau die Methoden anwenden, die bei all den unfreien Regimes zu Recht verteufelt werden, wenn wir uns also auf diese Art und Weise beugen, genau dann haben wir den Kampf gegen den Terror verloren. Dann sind nämlich auch wir nicht mehr die freie Gesellschaft, auf die man mit Recht stolz sein kann. Dann unterscheiden wir uns von diesen Gesellschaften irgendwann nicht mehr. Anhand dieser Überwachung werden KEINE Straftaten verhindert, maximal kann die Aufklärung erleichtert werden. Das macht jedoch unser Land weder sicherer noch lebenswerter. Daher meine Frage: Wie stehen Sie zur Vorratsdatenspeicherung und dem Einbruch (Hacking) von Staatsorganen in private Rechner? Was tun Sie für die Stärkung unserer Rechte auf Privatsphäre?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Sönke Rix
6Empfehlungen
15.02.2007
Sönke Rix
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage zum Thema "Vorratsdatenspeicherung".

Wir müssen bis Herbst 2007 eine europäische Richtlinie umsetzen, die die Mitgliedstaaten verpflichtet, Speicherungspflichten für bestimmte Telefon- und Internetdaten zu Zwecken der Terror- und Verbrechensbekämpfung für eine Dauer von mindestens sechs und höchstens 24 Monaten einzuführen.

Die SPD-Bundestagsfraktion hat ihre Vorbehalte gegen diese EU-Regelung erst aufgegeben, nachdem die Bundesregierung in Brüssel einen zufriedenstellenden Kompromiss erzielt hat. Darin ist es gelungen, die "Vorratsdatenspeicherung" auf das zu reduzieren, was zur Bekämpfung von Terrorismus und Kriminalität tatsächlich erforderlich und angemessen ist.

So ist durch lange und intensive Verhandlung erreicht worden, dass die Mindestspeicherfrist sechs Monate beträgt. sind. Die Initiatoren der "Vorratsdatenspeicherung" hatten in den ersten Entwürfen zwölf Monate vorgesehen. In der Praxis bedeutet das, dass die Unternehmen, die die relevanten Daten heute bereits für erhebliche Zeiträume zu geschäftlichen Zwecken aufbewahren, keine wesentlich längeren Speicherungen vornehmen werden als bisher.

Wie schon auf europäischer Ebene werden wir auch auf nationaler Ebene bei der Umsetzung der Richtlinie den sachgerechten Interessenausgleich zwischen den Freiheitsrechten der Bürgerinnen und Bürger und dem Interesse an einer effektiven Strafverfolgung im Blick behalten und für eine Speicherung mit Augenmaß sorgen.

Mit freundlichen Grüßen
gez. Sönke Rix
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Finanzen
16.02.2007
Von:

Moin Herr Rix,

in den Eckernförder Nachrichten vom 14.02.07 nehmen Sie zum Thema Erbschaftssteuer Stellung und offenbaren interessante Einblicke Ihrer Sichtweise im Umgang mit dem Vermögen anderer Menschen, ob nun Immobilie und "Bares".

Wenn Sie es nicht auf die Erbschaften kleiner Leute abgesehen haben , frage ich mich, wie Sie all die großen Projekte, die Sie in Ihrem Artikel erwähnen, in den nächsten Jahren finanzieren wollen. Ausschließlich mit dem "leistungslosen Einkommen" großvermögender Menschen? Kaum möglich!
Im Übrigen ist eine derartige Bezeichnung von Erbschaften m.E. beschämend und diskriminierend und ich hoffe das diese, der Neidkultur in unserem Lande zuzurechnende Wortschöpfung, hoffentlich bald aus dem Vokabular seriöser Politiker verschwindet. Dennoch, vielleicht werden Sie ja auf dieser Seite einmal konkret, warum Sie glauben, dass die Erbschaftssteuer die Zukunftssteuer des Landes sein wird, denn als diese postulieren Sie sie ja in Ihrem Artikel.

In den letzten Tagen haben führende Wirtschaftsexperten davor gewarnt die Erbschaften weiter drastisch zu besteuern und einige haben sogar schlüssig nachgewiesen, dass eine Abschaffung dieser Steuer eben genau den auch von Ihnen gewünschten Effekt der gesteigerten Binnennachfrage hätte.

Der Vergleich hinsichtlich der Erschaftssteuern anderer Länder hinkt m.E. insofern, als er von Politikern gerne dann erwähnt wird, wenn er die eigene Argumentation stützt (legitim) aber seriöse Vergleiche der Steuersysteme (aus Unkenntnis?) vermeidet.

Die Zukunft Deutschlands, Herr Rix, hängt nicht von der Erbschaftssteuer allein, aber in großem Masse vom Entgegenwirken der Politiker gegen die eigene Masslosigkeit im Umgang mit den anvertrauten Steuervermögen ab. Erst wenn diese Diskrepanz ausgeräumt ist, sollten Sie weiter über die bereits vielfach versteuerten und zu vererbenden Geld- und Vermögenswerte Ihrer Bürger nachdenken

Mit freundlichen Grüßen aus Eckernförde

Antwort von Sönke Rix
6Empfehlungen
06.03.2007
Sönke Rix
Moin Herr , sehr geehrte Damen und Herren von www.abgeordnetenwatch.de,

so sehr ich mich auch anstrenge: Ich finde beim besten Willen nicht die Frage, die ich beantworten soll. Deshalb beschränke ich mich darauf, ein paar Ihrer Anwürfe richtig zu stellen. Diejenigen, die meinen Beitrag zur Erbschaftssteuer nicht kennen (das werden die meisten Besucher dieser Seite sein), sollten übrigens nicht in den Eckernförder Nachrichten suchen. Dort habe ich zu diesem Thema nichts veröffentlicht. Zunächst erlaube ich mir, meinen Beitrag in der Eckernförder Zeitung vom 14.02.07 zu dokumentieren:

Erben ist keine Leistung

Das Bundesverfassungsgericht hat es endlich bestätigt: Die derzeitige Besteuerung von Erbschaften ist verfassungswidrig. Besonders die Ungleichbehandlung von Immobilien- und reinen Gelderbschaften muss ein Ende haben. Der Verkehrswert soll die ausnahmslose Bewertungsgrundlage für Immobilien sein. Bis Ende 2008 muss der Gesetzgeber eine neue Regelung finden.

Bisher wurden die Erben von großen Miethäusern oder großen Firmen in einem nicht zu vertretenden Umfang geschont. Und jahrzehntelang hat sich keine Regierung an eine gerechte Lösung getraut. Das muss sich jetzt ändern.

Ich erwarte, dass sich der Gesetzgeber bei der Neuregelung der Erbschaftssteuer an diesem klaren Urteil orientiert. Der Staat kann von vererbten großen Vermögen – "leistungslosem Einkommen" – berechtigt einen größeren Anteil zur Finanzierung der öffentlichen Aufgaben verlangen und das Aufkommen aus der Erbschaftsteuer für Zukunftsaufgaben der Länder verwenden.

Die Länder als Empfänger der Erbschaftsteuer müssen die Chance nutzen, mit einer verbesserten Erbschaftsbesteuerung ein höheres Steueraufkommen zu erzielen. Hierbei müssen auch soziale Erwägungen einfließen. Beispielsweise könnte es bei der Erbschaft eines Betriebes steuerlich positiv berücksichtigt werden, wenn die Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Mit den zusätzlichen Einnahmen können die Länder beginnen, ihre Haushalte zukunftssicher zu machen. Zurückgehaltene Investitionen der Länder könnten endlich getätigt werden. Die Bundesländer würden dann einen stärkeren Beitrag zur wirtschaftlichen Erholung Deutschlands leisten, denn diese Investitionen bedeuten Aufträge für die heimische Wirtschaft.

Um es klar zu sagen: Nicht die Besteuerung der kleinen Erbschaften von Millionen, sondern die Millionen-Erbschaften von Wenigen stehen nach dem Urteil auf dem Prüfstand. Der Angstmacherei, von einer höheren Erbschaftsteuer seien auch die Erben kleinerer Vermögenswerte negativ betroffen, müssen wir mit einer Schonvermögensklausel von vornherein einen Riegel vorschieben.

Dass eine höhere Erbschaftssteuer nichts Ehrenrühriges ist, zeigt übrigens der internationale Vergleich: Deutschland hat da eine eher geringe Abgabenquote. Vergleicht man die Einnahmen aus Erbschaft- und Schenkungssteuern 2004 unter den führenden Industrienationen der OECD (im Verhältnis zum jeweiligen Bruttoinlandsprodukt), dann liegt die Bundesrepublik hinter den anderen großen Staaten Frankreich, Japan, den USA, Großbritannien und Spanien."

Ich habe also nicht geschrieben, ich wollte "all die großen Projekte", die ich in meinem Artikel erwähne, in den nächsten Jahren ausschließlich mit dem "leistungslosen Einkommen großvermögender Menschen" finanzieren. Ich postuliere auch nicht die Erbschaftssteuer als die Zukunftssteuer des Landes oder schreibe, von der Erbschaftssteuer allein hinge die Zukunft Deutschlands ab. Und ich habe auch nicht einen Vergleich von Steuersystemen vorgenommen, was im Rahmen der 14-tägigen Kolumne in der EZ auch gar nicht möglich wäre.

Ich habe mit meinem Hinweis auf die Praxis in anderen Ländern lediglich verdeutlicht, dass eine höhere Erbschaftssteuer keine aus Neidgefühlen gespeiste Erfindung aus der sozialistischen Folterkammer ist. Denn so lauten ja die reflexartigen Verteidigungslinien derjenigen, die dabei möglicherweise etwas zu verlieren haben - verbunden mit der irreführenden Behauptung, es solle an die Erbschaften der kleinen Leute gehen.

"Erben ist keine Leistung" – das heißt: Erben habe in der Regel für ihr Erbe nichts geleistet. Dies festzustellen halte ich nicht für beschämend und diskriminierend. Ich meine, das Gemeinwesen darf hier berechtigt einen größeren Anteil zur Finanzierung der öffentlichen Aufgaben verlangen.

Mit freundlichen Grüßen
Sönke Rix, MdB
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Familie
05.03.2007
Von:

Lieber Herr Rix,
kurze Fragen: halten Sie - nach der für Familien besonders harten MWSteuererhöhung (die von Ihrer Partei im Wahlkampf noch "Merkelsteuer-das wird teuer" genannt wurde) eine weitere Belastung durch Beschneidung des Ehegattensplittings und der Nichterhöhung des Kindergeldes (die faktisch eine Senkung ist) für vertretbar?
Wissen Sie denn nicht, dass die Kinder erst "richtig" Geld kosten, wenn sie zur Schule gehen?
Wissen Sie , dass in SH die Schulbusbeförderung kostenpflichtig ist und derzeit weiter vertreuert wird?
Wissen Sie, dass wir k e i n e Lernmittelfreiheit haben?
Wissen Sie, was es kostet, wenn man 3 Kinder in einem Jahr auf Klassenfahrt fahren lassen muss (die Lehrer- A13-A15 Beamte sagen "ja" zu 400-500€/Kind!)?
Wissen Sie, wie eine Familie mit Schulkindern zur Ader gelassen wird? Wird das alles noch verstärkt von den SPD-Finanzierungsplänen der Krippenplätze ? Ist das Familienpolitik, die ausgewogen ist, die breiten Schultern mehr auflastet, als schmalen?
Für Ihre Antworten vorab vielen Dank.
MfG
Antwort von Sönke Rix
7Empfehlungen
07.03.2007
Sönke Rix
Sehr geehrter Herr ,

ein großes Ziel, das die große Koalition im Koalitionsvertrag formuliert hat, ist der Ausbau der Kindertagesbetreuung auf bundesweit 230.000 zusätzliche Plätze bis 2010. Dieser Ausbau wurde mit dem Kindertagesbetreuungsausbaugesetz bereits in der letzten Legislaturperiode von der rot-grünen Koalition beschlossen und die Finanzierung wurde sichergestellt.

Die Diskussion der letzten Wochen ging jedoch weiter: Sowohl die Familienministerin als auch meine Fraktion sind der Meinung, dass 230.000 zusätzliche Plätze nicht dem realen Bedarf entsprechen und es in Zukunft ein größeres Angebot geben muss. Darüber hinaus sehen wir in der frühen Förderung, die in der Kindertagesstätte die Erziehung der Eltern ergänzt und Bildungsangebote über das Elternhaus anbietet, einen Schritt in Richtung Chancengleichheit für alle Kinder. Zudem unterstützt ein gutes Betreuungsnetz die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die heute für viele Familien nicht nur wünschenswert sondern dringend notwendig ist.

Ich habe die Debatte der letzten Wochen sehr begrüßt, weil sie vor allen Dingen auch einmal die Vielfalt der unterschiedlichen Familienmodelle in den Vordergrund gerückt hat.

Die SPD hat zügig ein Finanzierungsmodell vorgelegt, das ich im Großen und Ganzen unterstütze. Jedoch halte ich den Ansatz, eine Kindergelderhöhung auszusetzen, um die freiwerdenden Mittel in die Kindertagesbetreuung zu investieren, für falsch. Denn das würde natürlich – wie Sie richtig feststellen – eine Benachteilung der Eltern bedeuten, die heute schon Schulkinder haben.

Deshalb darf es ein Gegeneinanderausspielen von direkten Leistungen und dem Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen nicht geben. Sollte Geld fehlen, um sowohl ein angemessenes Kindergeld als auch eine umfassende Betreuung ab dem 2. Lebensjahr sicherzustellen, müssen die Mittel auch aus anderen Quellen kommen. Eine Änderung des Ehegattensplittings sehe ich hier als richtigen Ansatz, weil davon eben nicht nur Familien profitieren. Ehepaare ohne Kinder werden bisher über die Maßen und stärker als Familien mit Kindern entlastet. So setzt das Ehegattensplitting schon grundsätzlich die falschen Anreize.

Ich hoffe, dass die weitere Diskussion um die Finanzierung der Kindertagesbetreuungsplätze uns zu einer guten Lösung führen wird, in der die Familien mit Kindern unterschiedlicher Altersgruppen nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Zum Thema Schülerbeförderung: Der SPD-Kreisverband Rendsburg-Eckernförde, dessen Vorsitzender ich bin, hat auf seinem Parteitag am vergangenen Wochenende einen Antrag zu Schülerbeförderung einstimmig angenommen, in dem wir uns für die Entlastung der Eltern bei der Finanzierung der Schülerbeförderung einsetzen.

Ein paar Worte noch zu der von Ihnen angesprochenen Mehrwertsteuererhöhung: Wir haben in unserem Wahlmanifest zur Bundestagswahl 2005 dargestellt, warum wir gegen die von CDU und CSU geforderte Mehrwertsteuererhöhung sind und haben gleichzeitig deutlich gemacht, wie wir uns ein gerechtes Steuersystem und die notwenige Konsolidierung der öffentlichen Haushalte vorstellen.

Die SPD hat bei der Bundestagswahl dafür keine Mehrheit bekommen. Ich hätte gerne mit den Grünen und der FDP über eine Koalition verhandelt. Vielleicht hätten wir so die Mehrwertsteuererhöhung verhindern können, aber die FDP hat sich vor der Verantwortung gedrückt und sogar Vorgespräche über eine so genannte Ampelkoalition verweigert.

So blieb nur die große Koalition aus SPD, CDU und CSU, die sich kaum jemand gewünscht hat. Der Koalitionsvertrag, den wir beschlossen haben, verlangt den Parteien, ihren Mitgliedern, ihren Abgeordneten und selbstverständlich und in erster Linie auch ihren Wählern schmerzhafte Kompromisse ab. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer gehört leider dazu.

Mit freundlichen Grüßen
Sönke Rix
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Sönke Rix
Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.