Sabine Ursula Stüber (DIE LINKE)
Abgeordnete Bundestag

Grunddaten
Sabine Ursula Stüber
© Die LINKE
Geburtstag
11.11.1953
Berufliche Qualifikation
Diplom-Ingenieurin
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Chorin
Wahlkreis
Uckermark - Barnim I
Ergebnis
32,0%
Landeslistenplatz
9, Brandenburg
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(...) Der Vorschlag von Herrn Niebel, das Yasuni-Projekt in das REED Programm zu integrieren ist zum jetzigen Zeitpunkt kein positives Signal, da die Vorbereitung von REED noch Zeit braucht und noch keine Wirkung entfaltet hat. Das Yasuni-Projekt ist jetzt umsetzungsreif. Neue Bedenken aus dem Hause Niebel sind sachlich nicht nachvollziehbar. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Umwelt
13.07.2012
Von:
-

Sehr geehrte Fr.Stüber

Bei uns in der Uckermark werden immer mehr Flächen mit Windrädern zugepflastert,man hat kaum noch eine Sichtachse ohne Windräder.Kann man die Fläche die für Windräder ausgewiesen wird nicht begrenzen und wenn nein warum nicht?
Ich seh immer wieder das Windräder stillstehen und sich nicht drehen,was meistens die "älteren sind, kann es sein das von den Windenergiefirmen solche Windräder nicht in Betrieb gesetzt werden da sie dann für den Gewinn Gewerbesteuer zahlen müßten?
Antwort von Sabine Ursula Stüber
bisher keineEmpfehlungen
17.07.2012
Sabine Ursula Stüber
Sehr geehrter Herr ,

ich habe sicher keine befriedigende Antwort für Sie, aber ein paar Erklärungen:

Auf politischer Ebene setze ich mich sowohl im Umweltausschuss als auch im Wahlkreis dafür ein, dass beim Bau von Windkraftanlagen ein Interessenausgleich und großzügige Abstandsrichtwerte für betroffenen Bürgerinnen und Bürger erreicht werden. Auch wenn das für Sie vielleicht im ersten Moment zu pauschal klingt, ist es genau das, was mir am Herzen liegt. Natur- und sozialverträgliche Rahmenbedingungen sind der Punkt, bei dem ich als Vertreterin der Opposition eine gewisse Aussicht auf Erfolg sehe.

Generell bin ich davon überzeugt, dass wir die Erneuerbaren Energien für unsere Zukunft brauchen, allerdings mehr dezentral und in einem ausgewogenen Mix, eben auch natur- und sozialverträglich. Das geht durchaus, und der gepriesene alte Ingenieurgeist unseres Landes blüht regelrecht auf mit kleinen Lösungsansätzen, gerade für die Stromverteilung und -speicherung. Nur politisch wird das derzeit noch zu wenig wahrgenommen und unterstützt. Deshalb passt im Moment einfach nichts mehr so richtig zusammen, und die vier großen Energiekonzerne kämpfen mit harten Bandagen um ihre Monopolstellung.

Ein Großteil des Bedarfs an Energie kann dezentral über Niederspannungsnetze abgedeckt werden. Das widerspricht allerdings dem System der zentralen Stromversorgung der Großkonzerne. Strom konnte bisher nur an einzelnen Standorten (Kohlekraftwerk, Atomkraftwerk) erzeugt werden, dann aber in großen Mengen, die transportiert werden mussten. Jetzt kann Strom an sehr vielen Standorten erzeugt werden und müsste nur noch zu einem geringen Teil quer durchs ganze Land transportiert werden.

Jetzt komme ich auf den Systemfehler: So lange es das Ziel ist, so viel wie möglich Strom mit maximalen Gewinnstreben zu verkaufen, kommen wir zu keiner Stromversorgung, die natur- und sozialverträglichen den wirtschaftlichen und kommunalen Bedarf abdeckt.

Allerdings will Brandenburg ein Energieexportland sein. Darin liegt unter den geltenden Rahmenbedingungen ein großer Teil des wirtschaftlichen Erfolgs des Landes und seiner Energieerzeuger. Und das immer noch geltende gesellschaftliche Wachstumsprinzip der Wirtschaft mit Streben nach höchstmöglichem Profit bringt zur Zeit das Ungleichgewicht von Stromerzeugung und Verbrauch in unsere Landschaft, das Sie so verärgert und auch ich mit großer Skepsis sehe.

Die Begrenzung der Fläche für Windeignungsfelder wird im Regionalplan der Planungsregionen für Brandenburg festgelegt, kommunal bestätigt und von der Landesregierung letztendlich genehmigt. Den aktuellen Stand für die Planungsgemeinschaft Barnim-Uckermark können Sie auf der Internetseite www.uckermark-barnim.de nachlesen. Es ist in einem ziemlichen Bürokraten-Deutsch geschrieben. In Kurzform: Es sind von der Regionalversammlung neue Kriterien für die Planung von Windparks bereits beschlossen worden. Derzeit wird an einer neuen Abgrenzungen von Eignungsgebiete für Windenergienutzung gearbeitet. Wahrscheinlich soll es dann nochmals ein öffentliches Beteiligungsverfahren geben. Auf dieser Ebene können Sie sich über die Gemeinde oder den Landkreis einbringen.

Noch zu Ihrer zweiten Frage: Das Stillstehen der Windräder wird nicht von den Windenergiefirmen bestimmt. Das regeln die Netzbetreiber, und es geht dabei um die Netzstabilität der Stromleitungen. Windenregie kann manchmal nicht aufgenommen werden, weil für das Stromnetz zu viel Strom produziert wird. Deshalb ist der Ruf nach dem Netzausbau auch so laut. Ich rufe, so laut ich eben kann, eher nach dezentraler Stromerzeugung und Stromversorgung und nach dezentralen Stromspeichern, was nicht heißen soll, dass es völlig ohne große Überlandleitungen gehen wird, aber auf das Maß kommt es an.


Soweit meine Antworten.

Herzliche Grüße

Sabine Stüber
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