Sabine Bätzing (SPD)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Angaben zur Person
Sabine Bätzing
Jahrgang
1975
Berufliche Qualifikation
Diplom-Verwaltungswirtin (FH), Beamtin im gehobenen nichttechnischen Dienst
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Neuwied
Landeslistenplatz
10, Rheinland-Pfalz
(...) In Privatwohnungen unterliegt das Rauchen keinerlei Beschränkung durch den Gestetzgeber. In der Vergangenheit haben sich mehrfach Bürgerinnen und Bürger an mich gewandt, die sich durch das Rauchen ihrer Nachbarn belästigt bzw. in ihrer Gesundheit beeinträchtigt sahen. Ähnlich wie bei der im nachbarschaftlichen Zusammenleben häufig beklagten Lärmbelästigung handelt es sich hier um eine privatrechtlich zu regelnde Angelegenheit, für deren Lösung ich empfehlen würde, das Gespräch mit ihren Nachbarn zu suchen und, gegebenenfalls auch unter Einbeziehung des Vermieters, nach einer für alle Beteiligten akzeptablen Lösung zu suchen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Finanzen
21.11.2007
Von:
-

Hallo Frau Genossin Bätzing!
Hatten Sie nicht in der Zeitung werbewirksam kundgetan, dass Sie g e g e n die Diätenerhöhung sind???????!!!!!!!!!
Ich bin echt enttäuscht ob solcher Unglaubwürdigkeit!!

Wann erfolgt denn mal eine Beamtenbesoldungserhöhung?

Was muss eine Hartz-IV-Familie über solche Glaubwürdigkeit denken!?

In Hoffnung auf eine e h r l i c h e Antwort:
Kalli , SPD-Genosse
Antwort von Sabine Bätzing
1Empfehlung
22.11.2007
Sabine Bätzing
Lieber Genosse ,

vielen Dank für Deine Anfrage.
Ja, genau das habe ich kundgetan und ich habe auch kundgetan, dass ich mich in der Fraktion gegen die Diätenerhöhung einsetzen werde. Nachdem ich dies getan habe, habe ich leider erkennen müssen, dass sich die Mehrheit der Fraktion für die Diätenerhöhung ausgesprochen hat. Ich habe daher der Fraktionsdisziplin folgend ebenfalls für den Antrag gestimmt. Nicht, weil man einem Zwang unterliegt, sondern weil ich mir wünsche, dass im umgekehrten Fall, wo die Mehrheit der Fraktion einen von mir befürworteten Sachverhalt unterstützt, sich auch alle an diese Vorgabe halten. Ist dies nämlich nicht der Fall, wird es schwer sein, parlamentarische Mehrheiten zustande zu bekommen. Zu der Abstimmung habe ich die folgende Erklärung abgegeben:

Erklärung zum Abstimmungsverhalten nach § 31 GO BT

Erklärung nach § 31 der Geschäftsordnung des deutschen Bundestages zu dem siebenundzwanzigsten Gesetz zur Änderung des Abgeordnetengesetzes (Drucksache 16/6942)

Ich werde dem Gesetzentwurf aus Gründen der Fraktionsdisziplin und, weil ich die Erhöhung der Abgeordnetendiäten niemanden missgönne, zustimmen.

Ich halte die Erhöhung jedoch für einen Fehler.

Es geht nicht darum, dass gute Arbeit nicht gut entlohnt werden soll. Ich bin der Überzeugung, dass wir hier weit überwiegend sehr gute und sehr zeitintensive Arbeit leisten. Auch ist es richtig, die Diäten auch an der Bedeutung der Tätigkeit zu messen. Ich habe daher kein Problem mit der Argumentation, dass die Diätenerhöhung durch die Leistung verdient sei.

Für mich ist allerdings ausschlaggebend, dass die weiten Teile der Bevölkerung, die ebenfalls sehr gute, wichtige und zeitintensive Arbeit leisten, und ebenfalls eine entsprechende Erhöhung verdient haben, diese in den letzten Jahren nicht erhalten haben und auch (noch) nicht in diesem Maße von dem wirtschaftlichen Aufschwung profitiert haben. Solange uns, als politisch Verantwortlichen, die Aufgabe nicht gelungen ist, der Bevölkerung entsprechende Steigerungen des Einkommens zu verschaffen, halte ich eine Diätenerhöhung in der vorgeschlagenen Höhe für falsch.

Ich werde daher, sollte das Gesetz in dieser Form beschlossen werden, die Erhöhung nicht für mich behalten, sondern für meinen Wahlkreis verwenden. Über die Art der Verwendung werde ich die Öffentlichkeit informieren.

Für richtig an dem Gesetzentwurf halte ich die Absenkung der Altersentschädigung. Ich setze mich jedoch dafür ein, dass in Zukunft ein System geschaffen wird, bei dem die Abgeordneten Beiträge in eine Versorgungseinrichtung, sei es die gesetzliche Rentenversicherung oder ein Versorgungswerk leisten, und dafür einen entsprechenden Anspruch auf Altersversorgung erwerben. In diesem Falle halte ich auch eine entsprechende Erhöhung der Diäten für richtig.

Ich werde jetzt, meiner Ankündigung folgend, das Geld für den Wahlkreis verwenden und dies auch dokumentieren.

Mit den besten Grüßen

Sabine Bätzing
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Frage zum Thema Diätenerhöhung
21.11.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Bätzing,
ich wäre dankbar, wenn Sie mir mal erklären könnten, warum Sie bei der Abstimmung am 16.11.2007 für die Diätenerhöhung stimmten, obwohl Sie im Wahlkreis Ihrem (dummen?) Wahlvolk etwas anderes erzählen. Der Abgeordnete ist ja - Gott sei Dank- nicht an Weisungen gebunden, so will es unsere Verfassung, daher auch - vor allem bei solch einer Frage - kein Fraktionszwang. Es waren ja auch aufrechte Sozialdemokraten die gegen die Diätenerhöhung stimmten. Warum stimmten Sie dafür, obwohl Sie vorher etwas Gegenteiliges erzählten, obwohl Sie angeblich dagegen waren? Reichen Ihre bisherigen Bezüge nicht für die diesjährigen Weihnachtsgeschenke?
Mit freundlichem Gruß
Antwort von Sabine Bätzing
4Empfehlungen
22.11.2007
Sabine Bätzing
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage.
Ich halte das Wahlvolk nicht für dumm, deshalb hat es auch in der Mehrzahl erkannt, dass ich mich nicht widersprüchlich verhalten habe. Ich habe angekündigt, mich in der Fraktion gegen die Diätenerhöhung einzusetzen. Nachdem ich dies getan habe, habe ich leider erkennen müssen, dass sich die Mehrheit der Fraktion für die Diätenerhöhung ausgesprochen hat. Ich habe daher der Fraktionsdisziplin folgend ebenfalls für den Antrag gestimmt. Wohlgemerkt, nicht wegen eines Fraktionszwanges, sondern wegen meiner freien Entscheidung, Entschlüsse der Fraktion auch mitzutragen. Ich wünsche mir auch, dass im umgekehrten Fall, wo die Mehrheit der Fraktion einen von mir befürworteten Sachverhalt unterstützt, sich auch alle an diese Vorgabe halten. Ist dies nämlich nicht der Fall, wird es schwer sein, parlamentarische Mehrheiten zustande zu bekommen. Zu der Abstimmung habe ich die folgende Erklärung abgegeben:

Erklärung zum Abstimmungsverhalten nach § 31 GO BT

Erklärung nach § 31 der Geschäftsordnung des deutschen Bundestages zu dem siebenundzwanzigsten Gesetz zur Änderung des Abgeordnetengesetzes (Drucksache 16/6942)

Ich werde dem Gesetzentwurf aus Gründen der Fraktionsdisziplin und, weil ich die Erhöhung der Abgeordnetendiäten niemanden missgönne, zustimmen.

Ich halte die Erhöhung jedoch für einen Fehler.

Es geht nicht darum, dass gute Arbeit nicht gut entlohnt werden soll. Ich bin der Überzeugung, dass wir hier weit überwiegend sehr gute und sehr zeitintensive Arbeit leisten. Auch ist es richtig, die Diäten auch an der Bedeutung der Tätigkeit zu messen. Ich habe daher kein Problem mit der Argumentation, dass die Diätenerhöhung durch die Leistung verdient sei.

Für mich ist allerdings ausschlaggebend, dass die weiten Teile der Bevölkerung, die ebenfalls sehr gute, wichtige und zeitintensive Arbeit leisten, und ebenfalls eine entsprechende Erhöhung verdient haben, diese in den letzten Jahren nicht erhalten haben und auch (noch) nicht in diesem Maße von dem wirtschaftlichen Aufschwung profitiert haben. Solange uns, als politisch Verantwortlichen, die Aufgabe nicht gelungen ist, der Bevölkerung entsprechende Steigerungen des Einkommens zu verschaffen, halte ich eine Diätenerhöhung in der vorgeschlagenen Höhe für falsch.

Ich werde daher, sollte das Gesetz in dieser Form beschlossen werden, die Erhöhung nicht für mich behalten, sondern für meinen Wahlkreis verwenden. Über die Art der Verwendung werde ich die Öffentlichkeit informieren.

Für richtig an dem Gesetzentwurf halte ich die Absenkung der Altersentschädigung. Ich setze mich jedoch dafür ein, dass in Zukunft ein System geschaffen wird, bei dem die Abgeordneten Beiträge in eine Versorgungseinrichtung, sei es die gesetzliche Rentenversicherung oder ein Versorgungswerk leisten, und dafür einen entsprechenden Anspruch auf Altersversorgung erwerben. In diesem Falle halte ich auch eine entsprechende Erhöhung der Diäten für richtig.

Ich werde jetzt, meiner Ankündigung folgend, das Geld für den Wahlkreis verwenden und dies auch dokumentieren.

Mit den besten Grüßen

Sabine Bätzing
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
22.11.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Bätzing,

als Westerwälderin aus meiner Nachbarschaft, kennen Sie sicher das Sprichwort: "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht!"

Nun haben Sie, entgegen Ihrer großartigen Ankündigung in der Rheinzeitung, sich doch am 16.11.07 für die Diätenerhöhung entschieden, und entsprechend abgestimmt.

Das macht Sie, der soviel Vertrauen in ihrem Wahlbezirk geschenkt wurde, völlig unglaubwürdig.
Warum enttäuschen Sie so ignorant Ihre ehemaligen Freunde und Wähler? Waren Sie doch zu jung und zu schwach, Ihren Charakter in der "großen Politik" beibehalten zu können ?

Schreiben Sie mir nicht, daß Sie damit nur Ihr Versprechen die Erhöhung einem guten Zweck zukommen zu lassen, einlösen wollten.

Mit freundlichem Gruß
Antwort von Sabine Bätzing
2Empfehlungen
22.11.2007
Sabine Bätzing
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage.
In der Rheinzeitung ist angekündigt worden, dass ich mich in der Fraktion gegen die Diätenerhöhung einsetzen werde. Diese Ankündigung ist auch bewusst so geschehen. Nachdem ich dies getan habe, habe ich leider erkennen müssen, dass sich die Mehrheit der Fraktion für die Diätenerhöhung ausgesprochen hat. Ich habe daher der Fraktionsdisziplin folgend ebenfalls für den Antrag gestimmt. Nicht, weil man einem Zwang unterliegt, sondern weil ich mir wünsche, dass im umgekehrten Fall, wo die Mehrheit der Fraktion einen von mir befürworteten Sachverhalt unterstützt, sich auch alle an diese Vorgabe halten. Ist dies nämlich nicht der Fall, wird es schwer sein, parlamentarische Mehrheiten zustande zu bekommen. Zu der Abstimmung habe ich die folgende Erklärung abgegeben:

Erklärung zum Abstimmungsverhalten nach § 31 GO BT

Erklärung nach § 31 der Geschäftsordnung des deutschen Bundestages zu dem siebenundzwanzigsten Gesetz zur Änderung des Abgeordnetengesetzes (Drucksache 16/6942)

Ich werde dem Gesetzentwurf aus Gründen der Fraktionsdisziplin und, weil ich die Erhöhung der Abgeordnetendiäten niemanden missgönne, zustimmen.

Ich halte die Erhöhung jedoch für einen Fehler.

Es geht nicht darum, dass gute Arbeit nicht gut entlohnt werden soll. Ich bin der Überzeugung, dass wir hier weit überwiegend sehr gute und sehr zeitintensive Arbeit leisten. Auch ist es richtig, die Diäten auch an der Bedeutung der Tätigkeit zu messen. Ich habe daher kein Problem mit der Argumentation, dass die Diätenerhöhung durch die Leistung verdient sei.

Für mich ist allerdings ausschlaggebend, dass die weiten Teile der Bevölkerung, die ebenfalls sehr gute, wichtige und zeitintensive Arbeit leisten, und ebenfalls eine entsprechende Erhöhung verdient haben, diese in den letzten Jahren nicht erhalten haben und auch (noch) nicht in diesem Maße von dem wirtschaftlichen Aufschwung profitiert haben. Solange uns, als politisch Verantwortlichen, die Aufgabe nicht gelungen ist, der Bevölkerung entsprechende Steigerungen des Einkommens zu verschaffen, halte ich eine Diätenerhöhung in der vorgeschlagenen Höhe für falsch.

Ich werde daher, sollte das Gesetz in dieser Form beschlossen werden, die Erhöhung nicht für mich behalten, sondern für meinen Wahlkreis verwenden. Über die Art der Verwendung werde ich die Öffentlichkeit informieren.

Für richtig an dem Gesetzentwurf halte ich die Absenkung der Altersentschädigung. Ich setze mich jedoch dafür ein, dass in Zukunft ein System geschaffen wird, bei dem die Abgeordneten Beiträge in eine Versorgungseinrichtung, sei es die gesetzliche Rentenversicherung oder ein Versorgungswerk leisten, und dafür einen entsprechenden Anspruch auf Altersversorgung erwerben. In diesem Falle halte ich auch eine entsprechende Erhöhung der Diäten für richtig.

Ich werde jetzt, meiner Ankündigung folgend, das Geld für den Wahlkreis verwenden und dies auch dokumentieren.

Mit den besten Grüßen

Sabine Bätzing
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Frage zum Thema Gesundheit
22.11.2007
Von:

Sehr geehrte Drogenbeauftragte,

bezugnehmend auf Ihre Aussage der Kompetenzförderung für die eigene Gesundheit, Stärkung der Selbsthilfe sowie einer Verbesserung der Position der Patienten/Patientinnen und Erhöhung der Chancengleicheit würde ich gerne wissen, ob sich diese Ihre Prioritäten auch auf die vielen Betroffen anwenden lassen, die sich z. B. im ACM (Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin e. V.) und im SCM (Selbsthilfenetzwerk-Cannabis-Medizin) organisiert haben?

Tausende Schmerzpatienten könnten von den gesundheitsförderlichen Eigenschaften des Cannabis profitieren, sehen sich jedoch permanent einer Ausgrenzung und schändlichen Kriminalisierung ausgesetzt, die seitens der für diesen Zustand Verantwortlichen noch mit einer ausschließlich einseitigen Contra-Cannabis-Propaganda angefüttert wird.

In sämtlichen Ihrer Präventions- und Aufklärungskapagnen findet sich nicht eine einzige positive Bemerkung über diese seit Alters her bekannte und vielfach genutzte Heilpflanze. Diese TAKTIK ist der o. g. Prioritätenliste nicht nur unwürdig, sondern zeigt m. E. deutlich, dass der ständig vorgeschobene Jugendschutz, die fehlende Unbedenklichkeitsbescheinigung und der vom BfArM angeführte zu hohe adminstrative Aufwand für den Import von standardisiertem med. Cannabis einer gewissen politischen Floskelhaftigkeit und nahezu ritualisierter Ablehnung von Kompetenzförderung und Stärkung der Selbsthilfe chronisch - mitunter tödlich kranker Menschen unterliegt, was in der Folge zu jährlich 5000 Suiziden wg. inadäquater Schmerzbehandlung führt.

Opfer der Prävention?

Haben Sie als deutsche Drogenbeauftragte nicht den holländischen Vorbildcharakter der Diamorfinbehandlung gerühmt und von einer notwendigen Stabilisierung der Schwerstabhängigen gesprochen? Darf ich diesbezüglich nachhaken, warum ein solches "Gnadenbrot" nicht auch für
HIV-, Krebs-, M. Crohn-, Hepatitis-, MS etc. -Patienten gewährt wird?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Sabine Bätzing
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30.11.2007
Sabine Bätzing
Sehr geehrter Herr ,

Sie haben am 10.11.2007 in diesem Forum eine Frage zu den Meldungen über verunreinigtes Cannabis an mich gerichtet, auf die ich Ihnen gern geantwortet habe.

In Ihrer aktuellen Abgeordnetenwatch-Frage beklagen Sie, dass Cannabis nicht als Medikament eingesetzt wird. Die gleiche Frage hatten Sie bereits im August dieses Jahres unter Nutzung einer standardisierten Massenmail an mich gerichtet. Aufgrund meiner damaligen an Sie gerichteten Antwort sind Sie also darüber informiert, dass

...... , wie bereits in der Antwort der Bundesregierung vom 13. November 2006 zur "Verwendung von Cannabis zu therapeutischen Zwecken" (DS 16/3393) ausgeführt, es sich bei Cannabis nach wie vor um ein nicht verschreibungsfähiges Betäubungsmittel handelt, dessen therapeutischer Nutzen - abgesehen von Dronabinol bei bestimmten Indikationsbereichen - bis heute nicht eindeutig wissenschaftlich nachgewiesen ist. Der Bundesregierung sind zwar Studien zu bestimmten definierten und standardisierten Cannabisextrakten bekannt, jedoch haben auch diese Studien bislang keinen endgültigen Wirksamkeitsnachweis erbracht. Deshalb kommt derzeit auch eine Umstufung von Cannabisprodukten - über Dronabinol hinaus - nicht in Betracht.

...... seit 1998 die Möglichkeit besteht, den synthetisch hergestellten Cannabis-Wirkstoff Dronabinol ärztlicherseits mit einem Betäubungsmittelrezept zu verschreiben. Die Krankenkassen übernehmen die dafür anfallenden Kosten im allgemeinen nicht, da die Substanz in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen ist.

.... die Bundesrepublik Deutschland nach Artikel 4 Buchstabe c des Einheitsübereinkommens der Vereinten Nationen über Suchtstoffe von 1961 verpflichtet ist, die Verwendung von Suchtstoffen, einschließlich Cannabis, auf ausschließlich medizinische oder wissenschaftliche Zwecke zu beschränken. Gemäß § 29 Abs. 1 Betäubungsmittelgesetz unterfällt Cannabis deshalb der grundsätzlichen Strafbarkeit des unerlaubten Besitzes, des Anbaus und des unerlaubten Handels.

...... im Mai 2005 das Bundesverwaltungsgericht entschieden hat, dass die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung nach § 3 Abs. 2 des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) im öffentlichen Interesse liegen kann, sofern sie der Sicherstellung der notwendigen medizinischen Versorgung der Bevölkerung dient. Diese kann im Einzelfall auch den Einsatz von (nicht verschreibungsfähigen) Betäubungsmitteln zur individuellen therapeutischen Anwendung umfassen. Das für die Erteilung der erforderlichen Ausnahmegenehmigungen nach § 3 Abs. 2 des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) zuständige Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bezieht seine Entscheidung über die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung unter Berücksichtigung der spezifischen therapeutischen Anwendung immer auf den konkreten jeweiligen Einzelfall.

...... im August 2007 die Bundesopiumstelle beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erstmals einer an multipler Sklerose erkrankten Patientin erlaubt hat, Cannabis zur Linderung ihrer Schmerzen einzusetzen. Diese Entscheidung war unter verantwortungsvoller Abwägung aller relevanten Sachverhalte des Einzelfalls im Interesse der individuell notwendigen medizinischen Versorgung der Patientin zu treffen. Dass eine solche Entscheidung getroffen wurde, ist Beleg dafür, dass vom Gesetzgeber durchaus eine "zivilisierte Lösung" gefunden wurde, die einer Kriminalisierung der Betroffenen vorbeugt. Inzwischen wurden vier der vorliegenden Anträge zur Nutzung von Cannabis(extrakt) als Medizin vom BfArM positiv beschieden.

Die öffentliche Wiederholung Ihrer Frage ermöglicht es, ein breiteres Publikum zum Thema "Cannabis als Medikament" zu informieren. Danke!

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Bätzing
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
22.11.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Bätzing.

In Ihrer Antwort vom 14.11.2007
Schreiben sie:
"Es wäre gesundheitspolitisch verantwortungslos, sie staatlicherseits mit Ihrem Suchtstoff zu versorgen und Ihnen keine Hilfsangebote zu machen."

Nun Frau Bätzing, welche durchschlagenden Erfolge haben wir derzeit gegen Suchterkrankungen? Die Hilfsangebote, von denen sie hier sprechen konzentrieren sich am Ende auf die umsattlung auf eine andere Droge (Methadon). Damit ist aber den Leuten längst nicht geholfen!

Was passiert denn mit den Leuten, bei denen eine Heilung schon ausgeschlossen ist? Der Staat überlässt diese Menschen sich selbst!

Und es ist nunmal Fakt dass diese Leute sich dann in die Beschaffungskriminalität begeben!


Zu Ihrer Antwort vom 09.11.2007:

"Zur Entkriminalisierung trägt bereits jetzt bei, dass der Abschnitt 6 des Betäubungsmittelgesetzes im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln bereits zwischen Straftaten und Ordnungswidrigkeiten unterscheidet."

Das nennen sie Entkriminalisierung? was nützt mir der Unterschied zwischen einer Straftat und einer Ordnungswidrigkeit wenn ich mich bei jedem Kauf von Cannabis an Leute wenden muss, die sehr tief in der Kriminalität stecken und mir ständig härtere Drogen andrehen wollen?

Ich will mich nicht mit solchen Leuten abgeben oder gesehen werden! Ich will nicht Kontakte zu organisierten Verbrechern knüpfen nur weil ich meinen Joint Abends in ruhe rauchen will ( Ich habe laut Gesetz Recht auf meinen Rausch!)

Schließlich interessiert es auch keinen ob jemand Abends seine Beruhigungs,- oder Schlaftabletten nimmt solange er bewusst seinen Aufgaben im Lebensalltag nachgeht.

Darüber hinaus werde ich nach einer Ordnungswidrigkeit ebenfalls meine Anonymität verlieren. Da wird mir die Strafe sowieso egal sein weil es mir (und vielen anderen) eher um die Privatsphäre geht! Ich will nunmal nicht als Drogenkonsument bekannt werden weil es meiner Position in der Gesellschaft schadet! Das nenne ich Kriminalisierung!

Mit freundlichen Grüßen.
Antwort von Sabine Bätzing
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30.11.2007
Sabine Bätzing
Sehr geehrter Herr ,

die Drogen- und Suchtpolitik in Deutschland stützt sich auf die vier bewährten Säulen von Prävention, Therapie, Hilfe und Angebotsreduzierung. In Ihrer Einschätzung verkürzen Sie bedauerlicherweise die bestehenden Hilfsangebote für Suchtkranke auf die Substitutionsbehandlung. Das ist so nicht korrekt. Zur Hilfe zählen auch umfangreiche sowohl ambulante als auch stationäre Therapiemaßnahmen, die in ihrer Gesamtheit durch eine Vielzahl weiterer einzelner Leistungen ergänzt werden. Die Erfahrung der Fachkräfte aus Medizin, Psychiatrie sowie Sucht- und Drogenhilfe zeigt im Übrigen, dass es hoffnungslose Fälle eigentlich nicht gibt. Selbst langjährig Abhängige können doch noch einen Weg aus dem Teufelskreis Sucht finden. Mit der Diamorphinbehandlung möchte ich die Handlungsmöglichkeiten für den Kreis der schwer chronisch Kranken ausbauen.

Es gibt gute Gründe, viele davon in meinen Antworten in diesem Forum nachzulesen, wegen derer Cannabis unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Bedauerlicherweise ist Cannabis eine Droge, deren Konsum noch immer verharmlost wird. Im Auftrag der Bundesregierung haben Prof. Rainer Thomasius und Dr. Kay Uwe Petersen die Studien der letzten zehn Jahre zu den Auswirkungen von Cannabiskonsum und -missbrauch gesichtet und die Ergebnisse zusammengefasst. Die knapp 200 Seiten umfassende Expertise ist unter dem Titel "Auswirkungen von Cannabiskonsum und -missbrauch. Expertise zu gesundheitlichen und psychosozialen Folgen. Ein systematisches Review der international publizierten Studien von 1996 - 2006" im Buchhandel erhältlich. Sie belegt, dass Cannabis bei weitem nicht so ungefährlich ist, wie häufig vermutet wird.

Sie wollen nicht als Drogenkonsument bekannt werden. Das legt die Annahme nahe, Sie wollen weiterhin "ungestört" Drogen konsumieren. Bitte bedenken Sie, dass Sie damit langfristig sowohl sich selbst als auch Ihrem sozialen Umfeld Schaden zufügen. Eine Vielzahl von Beratungsstellen informiert über Möglichkeiten, den Cannabiskonsum zu reduzieren. Kontaktadressen können über die Kommunen und die Homepage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter www.bzga.de erfragt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Bätzing
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Ihre Frage an Sabine Bätzing
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