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Sehr geehrte Frau Bätzing,
zunächst ein "Danke" für die recht zügige Antwort. Nicht jeder Ihrer Kollegen antwortet so schnell, manche gar nicht.
Dass die AA auf Zuschüsse verzichten, ist mir bekannt. Ich bin selbst aktiv in einer SHG tätig, bin auch selbst Alkoholiker und sehe daher, dass viele Maßnahmen zwar auf dem Papier stehen, aber letztendlich nicht umgesetzt werden. Warum wird der Verkauf von Alk nicht stärker kontrolliert und warum werden nicht härtere Strafen ausgesprochen bei Missachtung der bestehenden Gesetze?
Wenn ich sehe, dass 15-16-jährige sich mit hochprozentigen Spirituosen vollschütten, brauchen wir keine strengeren Regeln oder strengere Gesetze, es müssen nur die bestehenden umgesetzt werden. Jedes Kind, jeder Jugendliche, der mit der einer Alk-Vergiftung im KH eingeliefert wird, hat einen "Dealer" gehabt. Warum wird nicht mit der gleichen Konsequenz gegen Alk-Dealer vorgegangen wie gegen Drogendealer?
Etwas anderes Thema, aber auch nicht unwichtig: Wie werden auch die Kinder von Alkoholikern und die Angehörigen (Stichwort Co-Abhängigkeit) gefördert und welche Hilfeleistungen können sie erwarten? In den meisten Fällen wird hier die "Verantwortung" für die Hilfe auf Selbsthilfegruppen "abgeschoben". Welche konkreten Maßnahmen sind hier geplant?
In letzter Zeit muss selbst die Werbung für die Teilnahme am Lotto mit einem Warnhinweis auf das Suchtpotenzial versehen werden. Werbung für Alkohol wird nach wie vor ohne den geringsten Hinweis gesendet oder gedruckt.
Bei Tabakwaren hats geklappt. Kein HB-Männchen mehr, kein Geschmack mehr nach Freiheit und Abenteuer - nur die Bacardi-Insel ist nach wie vor unantastbar....
Warum? Wehrt sich die Industrie so sehr dagegen? Bei den Tabakwaren waren es ja zum großen Teil US-amerikanische Konzerne, die betroffen waren. Spielt hier bei dem Zurückschrecken vor einem konsequenten Verbot der Werbung eine Rolle, dass die deutsche Industrie betroffen sein könnte?
Mit freundlichen Grüßen
