Ruprecht Polenz (CDU)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Ruprecht Polenz
Jahrgang
1946
Berufliche Qualifikation
Jurist
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, IHK-Geschäftsführer (beurlaubt)
Wahlkreis
Münster
Landeslistenplatz
11, über Liste eingezogen, Nordrhein-Westfalen
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(...) Mit meiner Fraktion halte ich es für sinnvoll, hier auch durch eine wissenschaftliche Untersuchung genauen Aufschluss über die potentielle Gefährlichkeit des Sports zu bekommen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
12.03.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Polenz,

Iranischen und deutschen Pressemeldungen (Quellenangaben siehe im Text unten) entnehme ich, dass Sie anfang März Alaeddin Boroujeri, den Vorsitzenden des aussenpolitischen Ausschusses des iranischen sogenannten Parlaments zu Gesprächen nach Berlin - unter anderem mit Inneminister Schäuble sowie dem Geheimdienstkoordinator Fritsche - eingeladen haben. Laut deutschen Presseberichten ging es um "Möglichkeiten der Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des Drogenhandels" ( www.bmi.bund.de und: www.handelsblatt.com ), laut Meldungen iranischer Medien um den Ausbau deutsch-iranischer Wirtschaftsbeziehungen ( zawya.com ) sowie um die Beobachtung iranischer Exil-Oppositioneller durch deutsche Geheimdienste (IRNA: www5.irna.ir )

Können Sie mir bitte sagen:
1. Welche Themen Sie mit Herrn Boroujeri besprochen haben?
2. Was koordinieren deutsche Geheimdienste mit denen einer totalitären Diktatur?

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Ruprecht Polenz
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17.03.2009
Ruprecht Polenz
Sehr geehrter Herr ,

für Ihre Anfrage danke ich Ihnen.

Die Gespräche mit der iranischen Delegation befassten sich mit:

  • der Lage in Afghanistan
  • der Lage im Nahen Osten, insbesondere mit dem Israel-Palästina-Konflikt
  • dem iranischen Nuklearprogramm
  • dem Verhältnis zwischen den USA und Iran
  • der Menschenrechtslage in Iran, insbesondere der Lage der Baha´i und der Todesstrafe bei Minderjährigen sowie der Lage im Iran vor den Präsidentschaftswahlen.

Die Frage der Zusammenarbeit der Geheimdienste entzieht sich meiner Kenntnis.

Mit freundlichen Grüßen

Ruprecht Polenz
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Frage zum Thema Internationales
10.04.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Polenz,

im Tagesspiegel vom 8.4.09 werden Sie folgendermaßen zitiert:

"Dagegen warnte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz (CDU), eindringlich davor, Iran gegenüber nun zusätzliche Drohinstrumente zu zeigen, während die US-Regierung versuche, nach 30 Jahren wieder einen Gesprächsfaden nach Teheran zu knüpfen. In dieser Phase sollte man mit zusätzlichen Signalen gegenüber Iran zurückhaltend sein”, forderte der CDU-Politiker. Ausdrücklich wandte er sich gegen eine Strategie der "sticks and carrots” (Bestrafung und Belohnung, wörtlich: "Stöcke und Möhren”), die dem Adressaten die Mentalität eines Maultiers unterstelle. "Die Iraner wollen mit Respekt behandelt werden”, betonte er.

Glauben Sie nicht, dass jeder mit Respekt behandelt werden möchte? Nach dieser Logik könnte man niemanden mit Sanktionen belegen.
Nur wenn alle an einem Strang ziehen und Verluste in Kauf nehmen, funktionieren doch Sanktionen auch.

Außerdem steht in dem Artikel: "Der Außenminister will mit einer mit Frankreich und Großbritannien abgestimmten Initiative zur Androhung schärferer Sanktionen den Neuansatz von Präsident Barack Obama in der amerikanischen Iran-Politik unterstützen."
Es soll also die USA unterstützt werden.

Was wollen Sie denn tun, wenn der Iran die immer wieder angebotenen Gespräche ausschlägt bzw. sie zum Taktieren annimmt, aber sich nicht weiter bewegt?

Glauben Sie nicht, dass es auch mal für uns Deutsche an der Zeit wäre, nicht nur auf die wirtschaftlichen Vor-/Nachteile zu schauen, sondern rechtzeitig zu handeln und dem Iran eine klares Stoppschild zu setzen - bevor es zu spät ist?
Antwort von Ruprecht Polenz
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23.04.2009
Ruprecht Polenz
Sehr geehrter Herr ,

für Ihr Schreiben danke ich Ihnen.

Die internationale Gemeinschaft hat zu Recht Sorge um das Atomprogramm des Iran. Sie verfolgt eine auch von Deutschland unterstützte Doppelstrategie, um den Iran dazu zu bringen, Kernenergie dauerhaft, verlässlich und transparent nur zu friedlichen Zwecken zu nutzen.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat Sanktionen gegenüber dem Iran verhängt, weil dieser der Suspendierung der Urananreicherung nicht entsprochen hat. Die USA, China und Russland haben gemeinsam mit den Europäern dem Iran eine umfangreiche Zusammenarbeit angeboten, damit der Iran seine Atompolitik ändert.

Deutschland beteiligt sich an den vom Sicherheitsrat verhängten Sanktionen. Dies macht deutlich, dass für die Bundesregierung wirtschaftliche Interessen in dieser Frage nicht im Vordergrund stehen.

Durch die neue Bereitschaft der USA ohne Vorbedingungen mit dem Iran zu sprechen, kann neue Bewegung in die festgefahrenen Positionen kommen.

Wichtig ist vor allem, dass die internationale Gemeinschaft geschlossen bleibt und abgestimmt handelt. Eine vorzeitige hypothetische Beantwortung von Was-wäre-wenn-Fragen hilft in einer solchen Situation nicht weiter.

Mit freundlichen Grüßen

Ruprecht Polenz
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Frage zum Thema Land- und Forstwirtschaft
18.04.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Polenz,

ich wende mich heute als langjähriger CDU-Wähler und Jäger an Sie.
Mit Unbehagen verfolge ich seit dem Amoklauf von Winnenden die Diskussion um eine Verschärfung des Waffenrechts, die bis zu einem generellen Verbot von Schußwaffen im Privatbereich reichen. Ich sehe hier meine Interessen nicht nur gefährdet, sondern z.T. überhaupt nicht mehr vertreten.
Es kann doch nicht sein, daß wegen einer grausamen Einzeltat eines Einzelnen das gesamte Gros der Jäger und Sportschützen zu einer generellen Gefahr für die Öffentlichkeit an den Pranger gestellt wird?!

Ich möchte nunmehr von Ihnen wissen:
1.Wie steht die CDU zu der Frage des privaten Waffenbesitzes?
2.Welche Änderungen im Waffenrecht werden ernstahft erwogen?

Ich möchte an dieser Stelle einmal feststellen, daß es in der ganzen Diskussion an analytischer Klarheit mangelt. Das sieht man schon an dem Vorschlag von herrn Schäuble, die Waffenschränke mit fingerabdruckgesteuerten Sensoren zu versehen. was, bitte, nützt mir den solch ein gesicherter Schrank, wenn der Vater des Täters die Waffe im Schlafzimmer "versteckt"???
Bitte teilen Sie mir die Haltung Ihrer Partei zu der Problematik mit.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Ruprecht Polenz
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28.04.2009
Ruprecht Polenz
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie vielen Dank für Ihre E-Mail vom 18. April 2009, in der Sie mich baten, Ihnen die Haltung der CDU zu Waffenbesitz und Waffenrecht darzulegen.

Zunächst einmal möchte ich festhalten, dass mich der Amoklauf von Winnenden tief erschüttert und entsetzt hat. Nach wie vor denke ich oft an die Menschen vor Ort, mein Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden der Opfer.

Ich halte es angesichts einer solchen Tragödie für notwendig und unvermeidlich, öffentlich über das Waffenrecht zu diskutieren. Persönlich bin ich allerdings der Ansicht, dass Amokläufe wie der berühmte "Blitz aus heiterem Himmel" wohl nie völlig auszuschließen sein werden.

Deutschland hat unbestritten das schärfste Waffenrecht in Europa. Trotzdem hat die CDU/CSU-Fraktion den Amoklauf von Winnenden zum Anlass genommen, mögliche waffenrechtliche Konsequenzen sowie Änderungen beim Vollzug bereits bestehender waffenrechtlicher Vorschriften intensiv zu prüfen.

Bei der Erarbeitung von Lösungsmöglichkeiten soll es auch Gespräche mit Vertretern der Jäger und Schützen geben, die sich vernünftigen Lösungen nicht verschließen werden. Privater, legaler Waffenbesitz zur Ausübung des Schießsports ist und bleibt auch auf die Akzeptanz in der Bevölkerung angewiesen.

Unter Vorsitz des Bundesinnenministeriums ist zudem bereits eine Arbeitsgruppe aller Innenministerien eingerichtet worden, die der Innenministerkonferenz und der Ministerpräsidentenkonferenz im Juni 2009 einen Bericht zu möglichen Konsequenzen im Waffenrecht vorlegen soll. Ich denke, dass man bei jedem Erlass von Vorschriften nicht zuletzt auch daran denken muss, wie die Einhaltung kontrolliert werden kann.

Wir werden jedenfalls alles tun, was wir als Gesetzgeber für sinnvoll und zielführend halten, um einem fürchterlichen Missbrauch von Waffen, wie im Amoklauf von Winnenden geschehen, zukünftig so gut es irgend möglich ist vorzubeugen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Ruprecht Polenz
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
06.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Polenz,

ich würde Sie gerne fragen, wie Sie zu der aktuellen Entwicklung - angestoßen insbesondere durch ihre Parteikollegin Ursula von der Leyen - stehen.

Ob auch Sie es für vertretbar halten, dass hier unter dem Vorwand der Bekämpfung von Kinderpornografie eine Kontrollstruktur geschaffen wird, die es Organen des Staates ermöglicht, unkontrolliert (!) Seiten des eigentlich freien Internets auf einen Index zu setzen - und damit zu sperren - welcher nicht einmal (geschweige denn öffentlich) einsehbar ist?!

Ich beobachte mit erheblicher Beunruhigung, dass hier immer mehr Befugnisse beansprucht werden, welche mit eben solch einem Index meinem Verständnis von Zensur entsprechen würden.

Darum frage ich hier Sie: Wie stehen Sie dazu und wie wollen Sie sich (auch bei Abstimmungen) zu diesem Thema verhalten?

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Ruprecht Polenz
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08.05.2009
Ruprecht Polenz
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie vielen Dank für Ihre E-Mail vom 6. Mai 2009 zum Umgang des Gesetzgebers mit dem Problem der Kinderpornografie im Internet.

Es ist immer ärgerlich, wenn sich alle Menschen Maßnahmen beugen müssen, nur damit die Untaten einiger weniger verhindert werden können. Trotzdem ist dies in manchen Bereichen unumgänglich. Ein Beispiel dafür ist die Notwendigkeit der Kontrollen aller Passagiere an Flughäfen.

Bundesministerin von der Leyen hat nun die Initiative ergriffen, Kinder wirkungsvoll vor Ausbeutung und Missbrauch durch im Internet verbreitete Kinderpornographie zu schützen. Diese Initiative begrüße ich ausdrücklich. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum - das kann unsere Gesellschaft auch nicht wollen. Die Würde der Kinder rechtfertigt einen Eingriff in die unbeschränkte Freiheit der Massenkommunikation.

Ich denke, dass man nie imstande sein wird, alle kriminellen Aktivitäten im Internet zu kontrollieren, dass man jedoch versuchen muss, den Zugang zu bestimmten Angeboten zu erschweren. Das Internet ist für die Verbreitung von Kinderpornographie von großer Bedeutung, insbesondere zur Gewinnung neuer "Kunden". Es wird jetzt darum gehen, mit möglichst vielen Ländern der Welt zusammenzuarbeiten, sich über die relevanten Internetseiten mit dem Ziel der übergreifenden Sperrung auszutauschen und nicht zuletzt die Zahlungswege so zu regulieren, dass der Konsum so effektiv wie möglich eingedämmt wird.

Ich hoffe, dass nicht zuletzt durch die Berichterstattung in den Medien zu diesem Thema das Bewusstsein für das Leid der Opfer, die missbrauchten Kinder, geschärft wird. Wir brauchen ein deutlich stärkeres Unrechtsbewusstsein bei den Tätern und eine noch ausgeprägtere Kultur des Hinsehens in der Bevölkerung, damit Kinder gar nicht erst zu Opfern werden.

Mit freundlichen Grüßen

Ruprecht Polenz
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
11.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Polenz,

aufgrund der furchtbaren Ereignisse in Winnenden denkt die Koalition darüber nach Paintball zu verbieten und beruft sich dabei darauf, dass dieser Sport menschenverachtend sei und die Hemmschwelle zum töten senken würde.

In welchem direkten Zusammenhang steht Paintball mit dem Amoklauf von Winnenden?

Inwiefern ist Paintball menschenverachtender als beispielsweise Boxen, Fechten oder Judo?

Wie stehen sie zu Spielzeugwaffen für Kinder?

Auf welche wissenschaftliche Studie beruft sich die Koalition bei der Behauptung Paintball setze die Hemmschwelle zum töten herab und sind ihnen Fälle bekannt in denen ein passionierter Paintballspieler einen erweiterten Suizid begangen hat?

In den Medien wird diskutiert, dass die Paintballer nun darunter leiden müssen, dass die beiden Volksparteien die in ihnen fest verankerten und gut organisierten 2. Mio Sportschützen im Wahljahr 2009 nicht verprellen wollen und stattdessen sich das Bauernopfer Paintball gesucht haben. Wie ist ihre Position dazu?

Ihr Parteifreund Bosbach erklärte im Interview für RTL, dass die Kontrollen für Sportschützen nicht härter ausgefallen seien, weil man die "große Masse der friedliebend und gesetzestreuen Jäger und Sportschützen nicht über Gebühr" belasten wolle. (Zitat: www.youtube.com
Was ist mit der Masse der friedliebenden und gesetzestreuen Paintballspieler?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Ruprecht Polenz
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02.06.2009
Ruprecht Polenz
Sehr geehrter Herr ,

für Ihr Schreiben vom 11. Mai zum ursprünglich geplanten Paintball-Verbot danke ich Ihnen.

Über Paintball wird heftig diskutiert. Die Meinungen sind geteilt. Dies steht in Zusammenhang damit, dass die Paintballanlagen sehr unterschiedlich betrieben werden.

In einigen Anlagen mutet das ganze Ambiente bis hin zur Kleidung der Teilnehmer paramilitärisch an. Andere vermitteln eher den Eindruck sportlicher Wettkämpfe.

Mit meiner Fraktion halte ich es für sinnvoll, hier auch durch eine wissenschaftliche Untersuchung genauen Aufschluss über die potentielle Gefährlichkeit des Sports zu bekommen.

Mit freundlichen Grüßen
Ruprecht Polenz, MdB
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Ihre Frage an Ruprecht Polenz
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