Rolf Kramer (SPD)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Rolf Kramer
Jahrgang
1949
Berufliche Qualifikation
Diplom Ingenieur (FH), Berufsschullehrer
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Diepholz - Nienburg I
Landeslistenplatz
24, Niedersachsen
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(...) Generell zahlen gesetzlich Versicherte, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, eine Praxisgebühr von zehn Euro, sobald sie eine ärztliche Leistung eines Haus- oder Facharztes in Anspruch nehmen. Das ist bereits der Fall, wenn Sie sich in der Praxis Blut abnehmen oder ein Rezept ausstellen lassen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Finanzen
30.04.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Kramer,

nach Berechnungen verschiedenster Gruppen wäre es möglich, wenn man alle Einkommensmillionäre, welche deutlich durch Deutschland profitieren, mit 5% Millionärssteuer belegt, das ca 80 Milliarden Euro zusätzlich jedes Jahr in der Bundeskasse vorhanden wären.
Angesichts der wieder einmal kommenden Neuverschuldung in Höhe von ca 50 Milliarden frage ich mich, was Sie speziell gegen diese Neuverschuldung unternehmen und warum Ihre Partei diesen Besteuerungsvorschlag nicht endlich umsetzt.
Stattdessen werden im nächsten Jahr den Rentnern, die Deutschland erst aufgebaut haben mit Kürzungen bedroht und alles was für die Masse der Bürger ist gekürzt. Dafür werden Prestigeobjekte auf biegen und brechen durchgepeitscht, diese Politik kann niemand mehr nachvollziehen. Ich brauche Politiker die sich für UNS, das Volk einsetzen und nicht für Lobbys.
Also, wie stehen Sie zu der Besteuerung von Einkommensmillionären?
Was gedenken Sie gegen diese Neuverschuldung zu unternehmen?

MfG
Antwort von Rolf Kramer
2Empfehlungen
07.05.2009
Rolf Kramer
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 30. April 2009. Hier ist meine Antwort:

Mit Übernahme der Regierungsverantwortung hat die SPD konsequent das Ziel verfolgt, die Bezieher von unteren und mittleren Einkommen deutlich zu entlasten. Allein im Zuge der großen Steuerreform haben wir den Eingangssatz der Einkommenssteuer von 25,9 Prozent auf 15 Prozent gesenkt. Uns war es auch wichtig, die Grundfreibeträge zu erhöhen, damit mehr Menschen mit geringem Einkommen gar keine Steuern mehr zahlen.

Durch das aktuelle Konjunkturpaket II wird diese Politik weiter fortgeführt, indem erneut zur gezielten Entlastung der unteren Einkommen der Grundfreibetrag in zwei Stufen auf 8004,00 Euro angehoben und der Eingangssteuersatz auf 14 Prozent gesenkt wurde.

Man muss ernsthaft über die ungleiche Vermögensverteilung in Deutschland mit Blick auf eine solidarische Finanzierung unseres Gemeinwesens diskutieren. Derzeit besitzen 10 Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland rund zwei Drittel des kompletten Geldvermögens. In diesem Zusammenhang lohnt es sich den Artikel 14 Absatz 2 unseres Grundgesetzes zu vergegenwärtigen:

"Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen."

Die Entwicklungen in den vergangenen Jahren haben diesem Grundsatz häufig nicht entsprochen. Um die besonders Vermögenden stärker an der Finanzierung des Gemeinwesens zu beteiligen, haben wir daher bereits im Jahr 2007 -gegen den massiven Widerstand der Union- einen Steuerzuschlag eingeführt: Der Steuersatz für höchste Einkommen ab 250.000 Euro für Ledige und 500.000 für Verheiratete wurde von 42 auf 45 Prozent angehoben, wodurch wir jährlich 1,3 Milliarden Euro mehr haben, die wir in Bildung und Infrastruktur investieren können.

In einem zweiten Schritt plant die SPD mit Verabschiedung ihres Wahlprogramms die Ausgaben für Bildung durch einen Solidarbeitrag zu erhöhen, der über die Anhebung des Spitzensteuersatzes finanziert wird. Zielsetzung ist dabei gemäß den Vereinbarungen des "Bildungsgipfels 2008" die Ausgaben für Bildung und Forschung bis zum Jahr 2015 auf 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen, um unser Land im Bildungsbereich zukunftsfähiger zu gestalten. Daher schlagen wir einen Zuschlag als "Bildungssoli" bei der Besteuerung höchster Einkommen vor, in der Form, dass der Spitzensteuersatz auf 47 Prozent ab einem zu versteuernden Einkommen von 125.000 Euro (Verheiratete 250.000 Euro) angehoben wird.

Eines der zentralen Leitmotive der SPD ist die Handlungsfähigkeit des Staates. Eine übermäßige Staatsverschuldung beeinträchtigt diese natürlich. Allerdings glauben wir auch, dass der Staat in Krisensituationen wie in der jetzigen Finanzkrise handlungsfähig bleiben muss, um auch antizyklische Wirtschaftspolitik betreiben zu können.

Im Rahmen der Föderalismuskommission II haben sich Vertreter von Bund und Länder der Koalition auf einen Kompromiss geeinigt, welcher unsere zentralen Eckpunkte aufnimmt - wenn auch nicht alle Forderungen der SPD berücksichtigt wurden. Mit dem Kompromiss der "Schuldenbremse" verfolgen wir das gemeinsame Ziel, die Neuverschuldung des Staates durch das Grundgesetz in wirtschaftlich guten Zeiten stark zu begrenzen und gleichzeitig finanziellen Spielraum für wirtschaftliche Krisenzeiten zu schaffen. Dadurch wollen wir erreichen, dass die jetzt notwendig gewordene Neuverschuldung möglichst schnell wieder abgebaut werden kann.

Mit freundlichen Grüßen
Rolf Kramer
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
08.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Kramer,

ich würde gern wissen wie sie zur Debatte um das Verbot von Sportarten wie Softair oder Paintball stehen.

Ich bin seit vielen Jahren begeisterter Airsoftler und habe einige Jugendliche vom Computerbildschirm in die Natur geholt.

Wir haben Einzelgänger zu Teamspielern gemacht und in Gemeinschaften integriert und nebenbei durch hohe Ausgaben die dieser Sport mit sich bringt, die Wirtschaft angekurbelt.

Ich kann nicht nachvollziehen, dass unser Sport etwas sein soll, dass verboten werden sollte, und mit dieser Meinung stehe ich nicht allein da. Im Gespräch mit einigen Polizisten vor kurzer Zeit, haben mir die Beamten erzählt, dass sie ein Verbot für schlecht halten, da es danach zuviele Spieler gäbe die illegal ihrem Hobby auf unbefriedetem Gelände nachgehen würden und vielleicht Konfrontationen mit der Polizei verursachen würden.

Die Arbeit der letzten Jahre, Spieler zum Spielen auf legalen Spielfeldern abseits der Öffentlichkeit zu bewegen wäre zunichte gemacht und es würden im Groß- und Einzelhandel Jobverluste geben.

Ich freue mich auf Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Rolf Kramer
3Empfehlungen
12.05.2009
Rolf Kramer
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 8. Mai 2009. Hier ist meine Antwort:

Wie Sie vermutlich in den Medien verfolgt haben, wird derzeit intensiv über eine weitere Verschärfung unseres Waffenrechts diskutiert.

Derzeit kann ich Ihnen keine Stellungnahme zu einer möglichen Verschärfung des Waffenrechts in Form eines Verbots von Paintball- und Laserdome-Veranstaltungen geben, da die Beratungen zum Gesetzentwurf noch nicht abgeschlossen sind. Ich rechne mit einem Abschluss der Beratungen frühestens in der letzten Woche des Monats Mai. Nach Vorlage des Gesetzentwurfs im Deutschen Bundestag werde ich Sie umgehend in Form eines Schreibens über die Inhalte in Kenntnis setzen. Ich bitte Sie mir hierzu Ihre Kontaktdaten an die Adresse rolf.kramer@bundestag.de zu mailen.

Mit freundlichen Grüßen
Rolf Kramer
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
12.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Kramer,

mit großer Besorgnis verfolge ich die Debatten zum Thema "Sperrung von Internetseiten". mich wundert sehr das der Entwurf keinerlei Kontrollen für das BKA vorsieht. Wird dadurch nicht ein unkontrollierbares Instrument zur Zensur für das BKA geschaffen? Abgesehen davon kann jeder Laie die geplante Sperre innerhalb von wenigen Minuten umgehen. Sollte die Energie und das Geld nicht dem wirklichen Kampf gegen Kinderpornografie gewidmet werden?

Wie stehen sie zum Entwurf zur Änderung des Telemediengegesetzes?

Was sagen sie zu den Ausführung von Frau von der Leyen zu diesem Thema?

Wie würden sie ihre Kompetenzen in diesem Bereich Beschreiben?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Rolf Kramer
2Empfehlungen
22.05.2009
Rolf Kramer
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre kritischen Fragen zum Gesetzentwurf zur Bekämpfung der Kinderpornographie.

Der SPD-Bundestagsfraktion war bereits zu Beginn dieser Diskussion voll bewusst, dass wir uns in einem Spannungsfeld zwischen dem notwendigen Kampf gegen Kinderpornographie im Internet und den hierdurch betroffenen Freiheitsrechten der Bürgerinnen und Bürger bewegen. Deshalb haben wir stets deutlich gemacht, dass wir für eine entsprechende Internetsperre eine gesetzliche Grundlage für erforderlich halten, um rechtsstaatlichen Grundsätzen genügen zu können. Wie Sie wissen, hat es ja vor kurzem vertragliche Vereinbarungen mit großen Internetprovidern gegeben, die jedoch rechtlichen Zweifeln unterliegen. Mit dem nun vorliegenden Gesetzentwurf verfolgen wir das Ziel, den Zugang zu kinderpornographischen Inhalten zu erschweren. Uns ist bekannt, dass versierte Nutzer diese Sperrung technisch umgehen können. Es kommt uns aber entscheidend darauf an, die Hemmschwelle, die an dieser Stelle in den letzten Jahren deutlich gesunken ist, wieder signifikant zu erhöhen. Dem dient neben der Sperrung einzelner Seiten die Umleitung auf eine Stoppseite mit entsprechenden Informationen.

Die SPD-Bundestagsfraktion hat durchgesetzt, dass es zum Gesetzentwurf am 27. Mai eine Anhörung des Wirtschaftsausschusses geben wird. Der Gesetzentwurf wirft zahlreiche inhaltliche und rechtliche Fragen auf, die wir in einem transparenten parlamentarischen Verfahren erörtern müssen. Damit können wir auch die in Teilen der Internet-Community aufgeworfenen Kritikpunkte, die ihren Ausdruck in einer stark beachteten E-Petition gefunden haben, angemessen einbeziehen und erörtern. Die SPD-Fraktion wirbt dafür, sowohl das Thema Kinderpornographie als auch das freie Internet mit der gebotenen Sensibilität zu behandeln. Der wichtige Kampf gegen Kinderpornographie im Internet und die Rechte der Internet-Nutzer müssen sich nicht ausschließen. Im weiteren Gesetzgebungsverfahren werden wir insbesondere prüfen, an welchen Stellen der Gesetzentwurf in datenschutzrechtlicher und verfahrensrechtlicher Hinsicht verbessert werden kann.

Eines ist allerdings klar und da gebe ich Ihnen Recht: Weitere Schritte sind erforderlich, um Kinderpornographie effektiv zu bekämpfen. Die SPD-Fraktion hat dazu mit einem Anfang Mai beschlossenen 10-Punkte-Plan zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt und Ausbeutung ein umfassendes Konzept mit weiteren konkreten Maßnahmen vorgelegt.

Mit freundlichen Grüßen
Rolf Kramer
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
13.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Kramer,
mal wieder wird das EU-Parlament gewählt und schon jetzt ist abzusehen, dass die Wahlbeteiligung sehr niedrig sein wird.
Die EU-Kommission ist das höchste Gremium.
1.Wieso ist dieses Gremium nicht durch die Bürger Europas gewählt?
Für mich ist das höchst undemokratisch, einfach herzugehen und die MP´s oder Präsidenten dort als höchste Instanz tätig sein zu lassen.
Mfg
Antwort von Rolf Kramer
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25.05.2009
Rolf Kramer
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 13. Mai 2009. Hier ist meine Antwort:

Im Zuge des Verfassungskonvents zum Vertrag von Lissabon wurde die Einführung einer Direktwahl des Kommissionspräsidenten durch die Bürgerinnen und Bürger der Europäischern Union kontrovers diskutiert, ohne jedoch in den Entwurf aufgenommen zu werden.

Die Gründe dafür liegen zum einen in den parlamentarischen Traditionen der Mitgliedsstaaten, die das präsidentielle Modell als institutionellen Fremdkörper erscheinen lassen; zum anderen hängen sie mit dem Verdacht zusammen, dass eine Volkswahl des Kommissionspräsidenten die konsensuellen Strukturen der EU stärker belasten würde als eine Wahl durch das Parlament.

In meiner Antwort vom 10. April 2008 habe ich Ihnen bereits meine Haltung zum Thema Volksentscheide dargestellt. Im Übrigen weise ich Sie darauf hin, dass der Vertrag von Lissabon die Einführung eines Bürgerbegehrens vorsieht, dass ab einem Quorum von einer Million Unionsbürgerinnen und -bürgern diesen die Möglichkeit gibt, die Kommission zur Vorlage von Rechtssetzungsvorschlägen aufzufordern. Ich beurteile diese Möglichkeit eines Bürgerbegehrens als wichtigen Baustein, um die Institutionen der EU im Rahmen des Vertragwerkes demokratischer und bürgernäher zu gestalten.

Der Forderung nach einer Direktwahl des Bundespräsidenten oder auch des Kommissionspräsidenten auf Ebene der Europäischen Union stehe ich hingegen skeptisch gegenüber. Wir haben mit dem bisherigen Verfahren unserer repräsentativen Demokratie auf dieser Ebene seit Gründung der Bundesrepublik vor 60 Jahren gute Erfahrungen gemacht. Ich sehe nicht ein, warum ein bewährtes Verfahren geändert werden sollte.

Mit freundlichen Grüßen
Rolf Kramer
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Frage zum Thema Land- und Forstwirtschaft
22.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Kramer,
Ich hätte drei kurze Fragen an Sie zum Thema Milch, weil ich nicht sicher bin welche Partei ich wählen soll. Wie sehen Sie die Situation am Milchmarkt? Was sollte man Ihrer Meinung nach tun,um die Milchpreiskrise nachhaltig !!! in den Griff zu bekommen? Was halten Sie von einer flexiblen Mengenregulierung,d.h.dass man das Angebot an Milch flexibel an die Nachfrage anpasst,so dass der Preis für Verbraucher und Produzent jeweils angemessen fair ist?. Wenn Sie mir diese Fragen bitte schnellst möglich beantworten würden,wäre ich Ihnen sehr dankbar.
Antwort von Rolf Kramer
bisher keineEmpfehlungen
11.06.2009
Rolf Kramer
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 22. Mai 2009. Hier ist meine Antwort:

In einem gemeinsamen Telefonat haben wir uns bereits im Vorfeld der Beantwortung Ihrer Fragen konstruktiv über die Situation auf dem deutschen Milchmarkt ausgetauscht. Gerne teile ich Ihnen ergänzend eine schriftliche Stellungnahme über abgeordnetenwatch mit.

Ob das vom Bund der Milchviehhalter (BDM) geforderte System der flexiblen Milchmengensteuerung eine auch langfristig tragfähige Alternative darstellt, muss ich ernsthaft hinterfragen. Für mich ist es nicht besonders überzeugend, wenn die Hoffnung geweckt wird, mit einem etwas geänderten Mengensteuerungssystem könnte langfristig ein deutlich höherer Erzeugerpreis durchgesetzt werden. Mir erscheint das ganze System noch nicht bis zu Ende durchdacht. Meine Fragen in diesem Zusammenhang:
  • Wie hoch ist ein "fairer" Milchpreis für ganz Deutschland?
  • Ist es nicht so, dass die Produktionsunterschiede zwischen dem Süden und dem Norden Deutschlands mehrere Cent ausmachen?
  • Wie sollen diese unterschiedlichen Preise ausgeglichen werden?
  • Wie wird verhindert, dass hohe Quotenkosten, wie im bisherigen System, die Erlöse für die Erzeuger mindern?
  • Wer setzt den "fairen" Milchpreis fest?
  • Wer verhängt die Sanktionen bei Nicht-Einhalten der festgelegten Liefermengen?
  • Wie hoch schätzt der BDM den Koordinierungsaufwand für die Erfassung der aktuellen Liefer- und Verbrauchsmengen und die daraus resultierenden Regulierungsmaßnahmen ein?

Diese Fragen müssen auch von jenen beantwortet werden, die Forderungen nach einer Mengenbegrenzung für Milch erheben.

Die SPD hat immer begleitende Maßnahmen eingefordert, um einen sanften Ausstieg aus der Milchquote zu ermöglichen. Wir dürfen in dieser Situation nicht vergessen, dass die Politik diese Maßnahmen auf den Weg gebracht hat.

Wir verbessern die Investitionsförderung und ziehen sie zugleich vor. Die Bundesländer erhalten die Möglichkeit, folgende Änderungen ab Mitte 2009 anzuwenden:

  • Anhebung des Fördersatzes für besonders tiergerechte Haltungsverfahren von 30 Prozent auf 35 Prozent;
  • Anhebung des förderfähigen Investitionsvolumens von 1,5 Mio. Euro auf 2,0 Mio. Euro;
  • Aufhebung des Nachweises der Milchquote auch für Milcherzeuger, die ihre Anträge auf Investitionsförderung nach dem 31. Dezember 2006 gestellt haben.

Darüber hinaus werden weitere Änderungen ab 1. Januar 2010 in Kraft treten: An dieser Stelle sei die Anhebung des Fördersatzes für Kooperationen von Landwirten mit anderen Partnern zur Einkommensdiversifizierung z.B. zur effizienteren Nutzung von Bioenergie genannt. Dieser steigt von derzeit 25 Prozent auf bis zu 35 Prozent.

Die o.g. Maßnahmen verdeutlichen, dass wir unsere Hausaufgaben gemacht haben. In dieser schwierigen Marktsituation übernimmt die SPD politische Verantwortung. Es wäre daher völlig falsch, wenn wir nun neue Illusionen wecken. Gerade zu Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise ist es Aufgabe der Sozialdemokratie deutlich zu machen, dass es mit moralischen Appellen nicht getan ist, sondern die Ursachen in der falsch verstandenen Liberalisierung der Märkte liegen. Um Krisen dergestalt vorzubeugen, sind verbindliche Regeln erforderlich.

Lassen Sie mich abschließend noch einige Worte zu den aktuellen Entwicklungen der letzten Woche ergänzen. Wie Sie sicherlich verfolgt haben, haben sich die Koalitionsfraktionen kurzfristig geeinigt, die Land- und Forstwirte beim Agrardiesel deutlich zu entlasten. Auf Grund der schwierigen aktuellen Situation sollen alle landwirtschaftlichen Betriebe zeitlich befristet wieder von dem reduzierten Mineralölsteuersatz auf Agrardiesel von 25,56 Cent pro Liter profitieren. Der "Selbstbehalt" von 350 Euro je Betrieb bei der Rückvergütung der Mineralölsteuer soll auf zwei Jahre befristet entfallen wie die Deckelung von maximal 10.000 Litern je Betrieb. In der Summe sollen diese Maßnahmen die landwirtschaftlichen Betriebe um ca. 285 Millionen Euro im Jahr entlasten.

Mir ist bewusst, dass die Milchbauern von diesen Regelungen, die für 2009 verabschiedet wurden, nur teilweise profitieren. Die Verantwortung hierfür wird allerdings nicht bei der Politik zu suchen sein, sondern bei den widersprüchlichen Forderungen und Initiativen aus den Landwirtschafts-Verbänden selbst, die meines Erachtens in den Verhandlungen nicht immer den Forderungen der Milchbauern höchste Priorität gewährten.

Mit freundlichen Grüßen
Rolf Kramer
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