Roland Claus (DIE LINKE)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Roland Claus
© Die LINKE
Geburtstag
18.12.1954
Berufliche Qualifikation
Diplom-Ingenieurökonom
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
-
Wahlkreis
Burgenland / Saalekreis
Ergebnis
31,7%
Landeslistenplatz
4, Sachsen-Anhalt
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(...) Aus allem ist zu sehen: Die Krise in Griechenland ist Ausdruck einer Krise der Europäischen Union insgesamt. Wer sie konstruktiv– das heißt: ohne Abstoßung eines oder mehrerer ihrer Mitglieder – lösen will, muss die Union grundsätzlich reformieren. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Roland Claus
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
30.01.2010
Von:
Udo

Guten Tag Herr Claus,

zur Frage der Gebührenerhöhung der Krankenkassen könnten Sie doch eine Eindeutige Stellung beziehen, einfach nur noch eine Kasse und für alle die gleichen Beiträge oder werden Kanzler und Bundestagsabgeordnete anders Krank als wir einfache Beitragszahler?
Wie wäre es noch mit der Abschaffung der Beamten oder der Besteuerung dieser einschließlich der gesamten Abzüge die ein normaler Arbeitnehmer hat , Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung usw. ?
Wie wäre es außerdem mit einer Bezahlung der Bundesregierung die sich an der allgemeinen Wirtschaftslage orientiert , Ursache für Mißstände ist doch die Politik die Sie machen.
Warum stimmen alle geschlossen einer Diätenerhöhung zu ? Mit welchem Recht bedienen Sie sich mit an den Steuern die ich zahle? Mit welchem Recht bekommen Politiker soviel Geld und diskutieren über Mindestlöhne ?
Antwort von Roland Claus
1Empfehlung
17.02.2010
Roland Claus
Sehr geehrter Herr ,

es ist für mich immer eine gute Sache, wenn sich Menschen aus dem Burgenlandkreis - meinem Wahlkreis - mit ihren Fragen an mich wenden. Haben Sie also Dank dafür! Nun ist es freilich gleich eine ganze Reihe von Fragen, die Sie da an mich stellen, und die Antwort wird daher etwas länger ausfallen.

Ganz schnell sind die Dinge in der Frage der Krankenkassen erledigt. Da sind wir uns ganz einig. Meine Partei DIE LINKE fordert das, was Sie fordern, schon lange: eine Krankenkasse für alle, eine Rentenversicherung für alle. Wenn es das gibt, haben wir eine echte Solidargemeinschaft. Sie haben ja Recht: Bundeskanzler und Abgeordnete werden nicht anders krank als andere. Gleiche Beiträge für alle wollen wir aber nicht. Die Beiträge sollen weiterhin vom Einkommen abhängen. Wer mehr hat, soll auch mehr in die Solidargemeinschaft zurückgeben. Und wer weniger hat, hat ein Recht auf die solidarische Hilfe der anderen. Nur dann kann die Gesellschaft wirklich funktionieren - das heißt: so funktionieren, dass alle Menschen in Würde leben können.

Auch in der Frage des Beamtenrechts sind wir nicht weit voneinander entfernt. Eine Reform steht auch für DIE LINKE auf der Tagesordnung. Da muss im Sinne einer Solidargemeinschaft in der Tat Vieles auf den Prüfstand. Ich bitte Sie jedoch, zu bedenken, dass die Begriffe "Beamte" und "Reichtum" nicht automatisch zusammengehören. Viele Beamtinnen und Beamte in den Verwaltungen, in der Polizei, in der Volksbildung und an vielen anderen Stellen arbeiten in unteren Gehaltsgruppen mit entsprechend niedrigen Rentenansprüchen. Bei einer Reform muss all dies berücksichtigt werden.

Zur Ihrer Position in Sachen Bezahlung der Bundesregierung möchte ich Sie zunächst auf Folgendes aufmerksam machen: Sie benennen als Ursache für die Missstände "die Politik, die Sie machen". Damit sprechen Sie mich direkt an. Nun bin ich aber nicht in der Regierung, und auch meine Partei DIE LINKE ist nicht an der Regierung beteiligt. Wir sind im Bundestag linke Opposition und kritisieren als solche die Bundesregierung. Das können Sie auf unserer Website www.linksfraktion.de jederzeit nachlesen: In unseren Reden und Anträgen fordern wir die Bundesregierung immer wieder auf, sich ihrer direkten Verantwortung für die Finanz- und Wirtschaftskrise stellen. Das heißt für uns vor allem: Die Bundesregierung muss ihren politischen Kurs ändern. Sie muss aufhören mit einer Politik, in der das Volksvermögen immer weiter von unten nach oben verteilt wird. Sie muss endlich beginnen, das Vermögen von oben nach unten zu verteilen. Das heißt: Es muss Schluss sein mit Steuergeschenken für die großen Unternehmen und die Reichen und Vermögenden. Und es muss für die Arbeiterinnen und Arbeiter und für die Angestellten Mindestlöhne geben. Wir fordern einen Mindestlohn von 8 Euro pro Stunde, der bis 2013 auf 10 Euro pro Stunde wachsen soll. Man muss von seiner Arbeit in Würde leben können. Und es müssen die Bezüge der Hartz-IV-Empfänger deutlich erhöht werden. Es muss dem unerhörten Druck, der auf die Hartz-IV-Empfänger ausgeübt wird, ein Ende bereitet werden. Es ist nicht gut für die Gesellschaft, wenn den Hartz-IV-Empfängern unterstellt wird, nicht arbeiten zu wollen. Alle Erfahrung besagt, dass dann, wenn es genügend Arbeit gibt, von der man leben kann, die Menschen auch arbeiten wollen.

Und die Bundesregierung muss ihre Finanzpolitik ändern. Die Krise ist entstanden, weil immer mehr gewaltige Vermögen und Unternehmensanteile in die Finanzspekulation gepumpt worden sind. Es geht um Hunderte Milliarden Euro, die auf diese Weise dem Wirtschaftskreislauf und damit auch dem alltäglichen Leben der Menschen entzogen worden sind. Die Bundesregierung muss diesem Umgang mit Vermögen einen Riegel vorschieben. Die Vermögen sind durch die Arbeit von Millionen Menschen entstanden - sie müssen auch diesen Millionen Menschen zugute kommen. Bis heute allerdings - und das kritisieren wir scharf - ist die Bundesregierung zu einem solchen Umsteuern nicht bereit. Im Gegenteil: Sie hat Gesetze zur Eindämmung der Finanzspekulation, die sie mitten in der Krise gefasst hat, schon wieder aufgehoben. Es ist wieder Spekulation in allergrößtem Rahmen möglich.

Die Gehälter der Bundesregierung, die Sie ansprechen, werden vom Bundestag beschlossen. Bitte bedenken Sie bei all Ihrem Ärger, dass dies auch künftig einem rechtsstaatlichen Verfahren folgen muss. Und bitte haben Sie für einen Moment auch im Auge, dass die Mitglieder der Bundesregierung zwar sehr viel mehr als die durchschnittlichen Gehaltsempfänger und erst recht viel mehr als die Empfänger von Hartz IV verdienen, aber oft auch deutlich weniger als viele Unternehmerinnen und Unternehmer, Managerinnen und Manager, Bankerinnen und Bankern und manch andere. Deutschland hat über 800.000 Millionärinnen und Millionäre. Ministerinnen und Minister sind kaum darunter. Ich frage mich daher, ob sich Ärger und Protest über die herrschenden Verhältnisse tatsächlich auf die Ministergehälter konzentrieren sollten. Gut: Die Ministergehälter stammen aus Steuergeldern, und die Millionärsvermögen nicht. Aber auch die Millionärsvermögen kommen aus der Arbeit der Bevölkerung! Auch das ist Vermögen, das sich aus der Arbeit von Millionen speist. Und nicht selten auch direkt aus Steuervergünstigungen. Und zuweilen sogar aus Steuerhinterziehung.

Sie merken, worauf ich hinaus will: Es geht mir immer wieder vor allem um die Politik, die die Regierungsmitglieder machen. Kümmern sie sich um den gesellschaftlichen Ausgleich, sorgen sie also für all die, die mit ihren Einkünften ganz unten stehen - oder gilt ihre Sorge der Vergrößerung der ohnehin schon großen Einkünfte und Vermögen, schaffen sie dadurch also noch mehr Armut und spalten sie die Gesellschaft weiter. Daran müssen sie gemessen werden. Und genau hier kritisieren wir die jetzige Bundesregierung aufs Schärfste. Und wenn sich dann - wie jüngst bei Außenminister Westerwelles Attacken auf die Hartz-IV-Empfänger - zeigt, dass keinerlei Bodenhaftung mehr vorhanden ist, dass der Bezug zum realen Leben vollständig verloren gegangen ist, dann kann ich die Wut auf Gehälter und Einkünfte natürlich verstehen.

Ein letztes Wort zu den Diäten der Abgeordneten. Auch diese werden vom Bundestag beschlossen - aber keineswegs so einstimmig, wie Sie das darstellen. Meine Partei zum Beispiel hat der letzten Diätenerhöhung in der vergangenen Wahlperiode nicht zugestimmt und dann, als diese Erhöhung beschlossen war, für sich den Beschluss gefasst, die Erhöhung in Sozialprojekte zu spenden.

Sehr geehrter Herr , schauen Sie den Abgeordneten auf die Finger. Prüfen Sie selbst genau, was die unterschiedlichen Abgeordneten und Parteien für eine Politik machen. Gern bin ich bereit, mit Ihnen auch einmal persönlich über diese Dinge zu reden. Sie finden die Kontaktdaten meines Wahlkreisbüros in Naumburg auf meiner Website www.roland-claus.de .

Mit freundlichen Grüßen
Roland Claus
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Frage zum Thema Verlängerung des Sudan-Einsatzes (UNMIS)
27.06.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Roland Claus,

Sie haben sich bei diese Abstimmung enthalten. Ich verstehe nicht wie dies zur angekündigten Programmatik der Linksfraktion für die gegenwärtige Legislaturperiode laut ihrem Bundeswahlprogramm passt. In dem genannten steht:
• keine Auslandskriegseinsätze der Bundeswehr zulassen – auch nicht unter UN-Mandat: keine Militärberater zur Unterstützung autoritärer Regimes entsenden;
Mir ist nicht klar, wieso dies kein Auslandskriegseinsatz der Bundeswehr ist, bzw wieso im Sudan kein autoritäres Regime existiert.
Bisher war mir eine konsequente Antikriegspolitik der Linkspartei verständlich, doch nun "torpedieren" sie sich selber. Die Linkspartei wurde doch nicht gewählt, um bei wichtigen Entscheidungen im Bundestag sich zu enthalten, uns somit weder eine Position zu beziehen, bzw. ihren Wählern keine klare Stimme zu geben. Das Bundeswahlprogramm gilt doch irgendwie für alle Mitglieder der Fraktion. Warum begeben Sie sich in eine Position, die bestimmt von der Mehrheit derjeniger die sie gewählt haben, aber mehr noch von denen, die Sie persönlich und ihre Partei im Wahlkampf konsequent und mit den zur Verfügung stehenden Mitteln, nämlich ihren Parteigenossen an der Basis nicht mitgetragen werden kann, da diese dann sich und ihre Wahlmotivation verraten würden.
Ich würde mich freuen wenn Sie, auch wenn Sie wahrscheinlich nicht viel Zeit haben, mir antworten würden.

Mit freundlichen Grüßen
aus der Basis in Chemnitz

Antwort von Roland Claus
1Empfehlung
01.07.2010
Roland Claus
Sehr geehrter Herr ,

ja, das stimmt: Ich habe mich bei der Abstimmung zur Verlängerung des deutschen Beitrags zur UNO-Mission im Sudan (UNMIS) enthalten.

Bei allen anderen Abstimmungen zu deutschen Beiträgen zu Militäreinsätzen habe ich mit Nein gestimmt. Darunter auch bei der anderen den Sudan - und zwar konkret die Provinz Darfur - betreffenden Abstimmung über die Mission UNAMID.

Meine beiden Voten sind - da bin ich mir ganz sicher - durch das von Ihnen herangezogene Wahlprogramm der LINKEN von 2009 gestützt. Es heißt dort: "DIE LINKE lehnt alle völkerrechtswidrigen Militär- und Kriegseinsätze, auch mit UN-Mandat, ab. Kriege sind immer inhuman und die gravierendste Menschenrechtsverletzung."

Das UNMIS-Mandat muss meiner Überzeugung nach anders behandelt werden als all jene Mandate, gegen die ich gestimmt habe. UNMIS ist ein friedenserhaltender Einsatz, der auf die Umsetzung eines Friedensabkommens gerichtet ist. Die Mission ist nicht völkerrechtswidrig, sie erfolgt auf der Grundlage des Völkerrechts. Der deutsche Beitrag zu UNMIS besteht in der Entsendung unbewaffneter Militärbeobachter. Da im Januar 2011 das Referendum über die weitere Zukunft Südsudans stattfindet, droht in den nächsten Monaten eine Eskalation der Spannungen, die in einen neuen Krieg münden kann. Das muss durch energische diplomatische Bemühungen von UN, Afrikanischer Union, Europäischer Union, China und anderen verhindert werden. Die UN-Soldaten bilden in dieser Situation einen Puffer zwischen den aufgerüsteten und in Stellung gebrachten Truppen des Nordens und des Südens. Das ist eine klassische Blauhelm-Aufgabe. Ein jetziger Abzug der Blauhelme wäre eine Einladung zur Wiederaufnahme der Gewalt.

In unserem Wahlprogramm von 2009 heißt es auch: "Wir wollen, dass die UNO gestärkt wird." Meine Enthaltung hat auch mit diesem Grundsatz zu tun. Würden die deutschen Militärbeobachter jetzt aus UNMIS zurückgezogen, hätte das nur geringe Auswirkungen auf die Mission selbst, aber die politisch-symbolische Bedeutung wäre erheblich. In der jetzigen Situation die UNO im Stich zu lassen, halte ich für nicht vertretbar.

Zugleich kann ich aber in Sachen UNMIS auch nicht mit Ja stimmen. Die Entsendung von Militärbeobachtern dient leider auch der Vertuschung von eklatanten Versäumnissen der Politik und Diplomatie, und es hat sich bis heute nichts daran geändert, dass die sich gegenüberstehenden Konfliktparteien auch von Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates weiter aufgerüstet werden.

In dieser widerspruchsvollen Situation habe ich mich für eine Enthaltung entschieden. Jede neu entstehende Situation konkret zu bewerten und die Abstimmungsentscheidung auf der Grundlage sowohl der Parteiprogrammatik wie auch dieser Einzelfallprüfung zu treffen halte ich für das unverzichtbare Recht eines Abgeordneten.

Ich würde mich freuen, wenn ich mit meiner Antwort Ihr Verständnis für meine Enthaltung gewinnen könnte, und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Roland Claus, MdB
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Frage zum Thema Internationales
24.12.2010
Von:

Herr Claus,
in der Unterschriftenliste der Kampagne ´Stop the bomb´, die sich auf ein angebliches Atomwaffenprogramm der Islamischen Republik Iran bezieht, ist am 5. Juli 2009 auch Ihr Name verzeichnet.
Können Sie bestätigen, dass dieser Eintrag authentisch ist?

M.
Antwort von Roland Claus
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21.01.2011
Roland Claus
Sehr geehrter Herr Schubert,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Ich kann nicht bestätigen, dass der Eintrag meines Namens auf der von Ihnen angesprochenen Liste authentisch ist.

Mit freundlichen Grüßen

Roland Claus
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
21.01.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Claus,
Sie schreiben hier, daß der Eintrag Ihres Namens auf der Liste "stop the bomb" nicht authentisch ist (1).
Mithin sorgt also jemand dafür, daß ein irreführender Eindruck Ihre Person bzw. Ihre politische Orientierung betreffend entsteht.
Was denken oder wissen Sie, wer Sie sozusagen unter falscher Flagge in Erscheinung treten läßt?

Desweiteren interessiert mich, was Sie zu den Plaudereien Ihres Fraktionsvorsitzenden Gysi mit dem US- Botschafter sagen, der z.B. an den USA angeblich nichts weiter auszusetzen hat als die Tatsache, daß die dortige Administration einen nicht zu gewinnenden Krieg führt (2).

Ist denn in den USA jener demokratische Sozialismus sozusagen fast Realität, den die LINKE für Deutschland anstrebt?

In diesem Zusammenhang interessiert mich auch, was Sie heute zu den Thesen jener Ideologen meinen, die in den 50er/ 60 er Jahren die Konvergenztheorie (3) propagierten.

Mit freundlichen Grüßen
W.

1) www.abgeordnetenwatch.de
2) www.linkezeitung.de
3) www.bpb.de
Antwort von Roland Claus
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28.01.2011
Roland Claus
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Meine Annahme ist, dass mein Name während einer Begegnung vor dem Reichstagsgebäude von meinem Namensschild notiert und in einer der Unterschriftenlisten dieser Kampagne festgehalten worden ist. Deshalb ist mein Eintrag dort nicht authentisch.

Auf Ihre anderen Fragen behalte ich mir vor, nicht zu antworten. Meine politische Arbeit sollte hier Antwort genug sein.

Mit freundlichen Grüßen
Roland Claus
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Frage zum Thema Umwelt
08.09.2011
Von:

Guten Tag,

warum ist in Deutschland Sodomie nicht strafbar?

Haben sie schon mal geschundene Tiere gesehen?

Weiblichen Tieren wurden Gegenstände in die Genitalien gerammt, Welpen wurden vergewaltigt, bis die inneren Organe geplatz sind.... usw...

Ich möchte nicht näher darauf eingehen, da die Liste unendlich lang ist.

Die mißbrauchten Tiere leiden sowohl seelisch als auch körperlich.

Wobei die seelischen Schäden teilweise nicht mehr reparabel sind.

Weitere Infomationen hierzu kann man sich im I-Net heraus suchen.

Da ich ehrenamtlich im Tierheim tätig bin, weiß ich wie sehr Tiere unter sexuellen Mißbrauch leiden.

Diese Gesetzes-Lücke muss unbedingt geschlossen werden.

Im Namen der Tiere hoffe ich auf baldige Änderung des Gesetzes.

Mit freundlichen Grüßen

C.
Antwort von Roland Claus
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22.09.2011
Roland Claus
Sehr geehrte Frau ,

für Ihre Frage und Ihre an die Frage sich anschließende Stellungnahme danke ich Ihnen.

Ihren sorgenvollen, von vielfältiger persönlicher Erfahrung in Ihrer ehrenamtlichen Arbeit getragenen Mahnruf nehme ich sehr ernst, und ich weiß, dass ich damit nicht allein stehe. Meiner Kenntnis nach bereitet die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen einen Entwurf für ein neues Tierschutzgesetz vor, und auch in meiner Fraktion DIE LINKE sind Fachgespräche im Gange, die das Ziel haben, zu gut begründeten Positionen zur Strafbarkeit gewalttätiger sexueller Handlungen mit Tieren zu gelangen.

Nun werden Sie fragen, warum das erst jetzt geschieht, wo doch, wie Sie es beschreiben, schon so viel Leid geschehen und Schaden angerichtet worden ist. Aber es ist hier – so sagen es mir die Fachleute meiner Fraktion – doch auch zu bedenken, dass es Gründe gab, die den Bundestag im Jahre 1969 dazu bewogen, die bis dahin geltende Strafbarkeit bloßer "Unzuchtshandlungen" mit Tieren aufzuheben. Nur zeigt sich heute eben, dass mit der Gesetzgebung von 1969, die vor allem auf die Menschenwürde zielte, die Würde des Tieres offensichtlich nicht ausreichend geschützt ist. Die Fachleute sagen mir: § 303 des Strafgesetzbuches schützt Tiere nicht ausreichend, denn er berücksichtigt nur, weil er auf "Sachbeschädigung" gerichtet ist, "fremde" Tiere, lässt hingegen "eigene" und "herrenlose" außer Acht. Und § 17 des Tierschutzgesetzes stellt zwar Tierquälerei unter Strafe, aber reicht offenbar nicht aus, um das, was Sie, sehr geehrte Frau , beschreiben, zu verhindern.

So kann ich Ihnen an dieser Stelle nur versichern, dass Ihr Schreiben bei mir und in meiner Fraktion auf offene Ohren stößt und wir bemüht sind, unseren Beitrag zu einer Neuregelung zu leisten.

Mit freundlichen Grüßen

Roland Claus
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