Rentenpaket
Rentenpaket
Mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD hat der Bundestag das Rentenpaket beschlossen.
Hintergrundinformationen
Das sind die wichtigsten Punkte des Rentenpakets:

- Abschlagsfreie Rente mit 63: Nach 45 Beitragsjahren sollen Beschäftigte künftig mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen können. Das gilt für die Jahrgänge bis einschließlich 1952. Ab dann wird das Renteneintrittsalter stufenweise erhöht. Wer nach 1963 geboren ist, kann ab 65 abschlagsfrei in Rente gehen. Um Renteneintritte bereits mit 61 zu vermeiden, hat sich die Große Koalition am Montag darauf verständigt, dass Zeiten der Arbeitslosigkeit in den letzten 2 Jahren vor Renteneintritt nicht berücksichtigt werden. Ansonsten werden Zeiten der Arbeitslosigkeit aber angerechnet.

- Mütterrente: Die sog. Mütterrente wird ausgeweitet. Für die Erziehung von Kindern, die vor 1992 geboren wurden, wird ein zusätzlicher Rentenpunkt pro Kind bewilligt. Für ihre Erziehungszeiten erhalten Mütter bzw. Väter einen zusätzlichen Pauschalbetrag pro Kind von rund 28 Euro in den alten und rund 26 Euro in den neuen Bundesländern.

- Erwerbsminderungsrente: Erwerbsgeminderte bekommen zwei Jahre zusätzlich angerechnet: Das bedeutet, sie werden so gestellt, als hätten sie zwei Jahre länger mit einem durchschnittlichen Gehalt gearbeitet und eingezahlt.

- Anhebung des Reha-Deckels: Als Anpassung an den demografischen Wandel (in den nächsten Jahren wird sich der Anteil der reha-bedürftigen Versicherten aufgrund der Altersverteilung in der Bevölkerung erhöhen) wird das Budget stufenweise erhöht.

- Flexi-Rente: Am Montag haben sich Union und SPD auf eine sog. Flexirente geeinigt. Nach dem Erreichen der Regelaltersgrenze soll es möglich sein, befristet weiterbeschäftigt zu werden, ohne weiter in die Rentenkasse einzuzahlen. Dies war ein Anliegen des Mittelstandsflügel der CDU.

Das Rentenpaket soll 2014 rund 4,4 Mrd. Euro kosten und zunächst vollständig aus der Rentenkasse finanziert werden. In den Folgejahren steigen die Kosten laut Gesetzentwurf (2015: ca. 9 Mrd. Euro, 2030: ca. 11 Mrd. Euro). Ab 2019 will sich der Bund jährlich mit bis zu 2 Mrd. Euro an der Finanzierung beteiligen.

Kritiker bemängeln u.a., dass die Kosten des Rentenpakets den Beitragszahlern der gesetzlichen Rentenversicherung aufgebürdet würden, während z.B. Beamte oder Ärzte keinen finanziellen Beitrag leisteten. Die zusätzliche Belastungen der Rentenkasse würde längerfristig zu sinkenden Leistungen und steigenden Kosten für die Beitragszahler führen. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die Mütterrente auf die staatliche Grundsicherung angerechnet wird. Frauen mit niedrigen Renten profitierten deswegen kaum oder gar nicht von der Ausweitung der Mütterrente.

Die Linke hatte eigene Anträge zur Abstimmung gestellt. In einem Gesetzentwurf forderte die Linksfraktion die Abschaffung der Abschläge auf Erwerbsminderungsrenten. Mit zwei Anträgen wollte die Fraktion die Verbesserung der "Mütterrente" sowie die Anhebung des Rentenniveaus erreichen. Keiner der Anträge fand eine Mehrheit.

Weitere Informationen gibt es auf der Regierungsseite www.rentenpaket.de. Der Gesetzesentwurf hier einzusehen.

© Bild: flickr/aka Jens Rost/ CC BY-NC-SA 2.0
Kommentare von Besuchern zur Abstimmung
Kommentar #16
Abschlagsfreie Rente mit 63: Nach 45 Beitragsjahren sollen Beschäftigte künftig mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen können. Das gilt für die Jahrgänge bis einschließlich 1952.

Ist so nicht richtig: Bin 1952 geboren und habe über 45 Beitragsjahre und ich bekomme nicht eine Abschlagsfreie Rente!
von: Siegfried Altenburger
am: 02.01.2015 20:03
Kommentar #15
Jetzt kann die SPD im nächsten Wahlkampf, und sie wird es sehr laut tun, behaupten, dass sie die Rente mit 63 eingeführt hat. Dass nur wenige davon profitieren und der Rest immer noch bis 67 arbeiten muss wird dann tunlichst verschwiegen. Merke: SDP = Rente mit 67!
von: Walter Sparbier
am: 17.12.2014 17:07
Kommentar #14
Leider merken zu wenige Staatsbürger das wir, dass gemeine Volk, hier für dumm verkauft werden. Die Kasse mit Fremdleistungen plündern und dann den leeren Topf vorzeigen, um das Rentenniveau abzusenken und/oder die Beiträge anzuheben. Gleichzeitig halten sich wieder die üblichen Verdächtigen aus der Finanzierung der Allgemeinkosten, wie der Mütterrente, heraus. Als da wären unsere Politiker, Beamte, Selbstständige und Mitbürger mit hohen Einkommen aus Spekulationsgewinnen etc., die nicht als Renten- oder Sozialabgabepflichtig angesehen werden.

Ich habe meine Ausbildung mit 14,5 Jahren begonnen und seitdem in die Rentenkasse einbezahlt. Da ich 1965 geboren wurde darf ich nach diesem Modell erst mit 65 in Rente gehen, also nach 50 Beitragsjahren (falls nicht noch eine Arbeitslosigkeit eintritt und damit meinen Lebenslauf mit Lücken versieht).
Interessanter Weise höre ich gerade von Leuten die erst spät ins Berufsleben eintreten sind, wie ungerecht und schlimm es ist wenn Mitbürger nach 45 Beitragsjahren in Rente gehen dürften, genau die Menschen, die nach diesem Modell noch nicht einmal mit 67 auf diese Beitragsjahre kommen.

Da es für mich aber noch lange hin ist bis zum Renteneintritt und in dieser Zeit noch vieles gedreht und verschlimmert werden kann, gebe ich auf die Langlebigkeit dieses Modells noch nicht allzu viel. Ich befürchte, dass sich in den kommten Jahren noch einiges zu ungunsten er normalen Beitragszahler ändern wird.
von: Dieter Buchholz
am: 15.07.2014 23:12
Kommentar #13
Liebe Leute;
nun lasst einmal die Kirche im Dorf!
Das die Politik die geburtenstarken Jahrgänge von 1959 bis 1964 in ihr Blickfeld nehmen und verstärkt um diese Wählerstimmen werben, ist Wahltaktik!!

Ich möcht mich hier nur der neuen Rente annehmen und diese einmal sachlich darstellen:

In unserer Republik war es ein ungeschriebenes Gesetz, dass wer 45 Beitragsjahre in den Sozialkassen vorweisen kann; der kann ohne Abschläge in die Altersrente gehen. Dies wurde in den 1950er Jahren unter dem Bundeskanzler Adenauer eingeführt!

Und was die Rente mit 63 Jahren (bei eingezahlten 45 Jahren in die Sozialkassen) angeht, so sei darauf hin gewiesen, das eine CDU geführte Bundesregierung unter dem Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl in den 1990er Jahren sorgte das die Jahrgänge von 1945 - 1954 mit 60 Jahren; teilweise aber schon mit 57 Altersjahren; in den Ruhestand gehen konnten. Teils mit Vorruhestandregelungen die vom Staat; und somit von allen Steuerzahlern; finanziert wurde und zum Teil auch mit Nachzahlungen von Seiten der öffentlichen Ämtern.

Das mit der Agenda 2010 viele Änderungen durchgeführt wurden; zum Teil mit viel Nachteilen für die Beschäftigten; zeigte aber wiederum in der Währung- und Wirtschaftskrise von 2009 ihre Vorteile. Kein Land auf der Welt konnte mit den Gewerkschaften- und den Arbeitnehmervertretern sicher und vor allem gut durch die Krise kommen wie die Bundesrepublik Deutschland.

Dann -bei der Rente mit 63 Jahren- sei bitte einmal auch nachgedacht, was das bedeutet mit 63 Jahren und 45 Beitragsjahren ohne Abschläge in Rente gehen zu können:
Wer mit 18 Jahren eine Ausbildung anfängt und auch hier schon Sozialabgaben bezahlt, kommt in den Genuss dieser Regelung.
Wer z.B. schon mit 15 oder 16 Jahren eine Ausbildung beginnt, der hat das Nachsehen. Den diese Personen "dürfen/müssen" bis zum Rentenalter von 63 Jahren arbeiten.

Und wer von der heutigen jüngeren Generation beginnt i.d.R. sein Berufsleben mit 15 1/2 oder 16 Jahren?
Nur diejenigen die einen Hauptschulabschluss haben.
Wer die mittlere Reife oder das Abitur sein Eigen nennt, beginnt seine Berufsausbildung später.
Von den Studierenden ganz zu schweigen!
Im Grunde deutet alles doch auf folgendes hin:
Wer später (in Altersjahren) beginnt am Berufsleben teilzunehmen, muss bis 67 Jahren arbeiten.

Beispiel:
Jahrgang 1992, Abitur mit 18 Jahren, 3 Jahre Bachelor und 2 Jahre Masterstudium, bedeutet das man/frau mit 23 Jahren beginnt am Arbeitsleben teilzunehmen. Dann 45 Beitragsjahre dazu ergibt ein Rentenbeginn mit 68 Jahren. Der Gesetzgeber sagt aber dass mit 67 Jahren Schluss ist. Ergo: es liegen keine 45 Beitragsjahre in den Sozialversicherungen vor!!

Gegenbeispiel:
Jahrgang 1960, Hauptschulabschluss mit 15 1/2 Jahren, 3 Jahre Berufsausbildung (bereits mit Sozialabgaben) und dann 42 Jahre im Berufsleben würden ein Rentenbeginn mit 61 Jahren beinhalten. Der Gesetzgeber sagt aber frühestens mit 63 Jahren. Das bedeutet zwei Jahre länger arbeiten. Dies ergibt eine 47-jährige Abgabenlast an die Sozialversicherten.
Wer kommt denn heute (ohne Langzeitarbeitslosigkeit) auf eine solche Arbeitsleistung?
Gegenüber dem Rentenbeginn der alten (schwarz/gelben) Bundesregierung dürfen solche Personen weitere 37 Monate arbeiten, bevor die Regelalterszeit beginnt!
Dass dies ein Betrug an den langjährigen Versicherten ist, das verschwieg die alte Bundesregierung.
Dazu kam, wer vor der Regelaltersrente mit 65 Jahren (plus Zurechnungsmonate pro Jahrgang) in eine Rente überging, der verlor lebenslänglich 0,3 % pro Monat (3,6 % / Jahr) an Rentenbezug!!
Dies ist ein weiterer Betrug an den langjährigen Einzahlern in die Sozialsysteme.

Dies hat vor allem die SPD erkannt und daher eine Abkehr von der Rente mit 67 Jahren in Angriff genommen.

Daher gesehen, ist es eine gute Regelung.
Klar diese Regelung dient dem potentiellen Wähler.
Logisch ist aber auch es mit großer anzunehmender Sicherheit auch an diesem Gesetz; auch im Nachhinein; noch Änderungen geben.

Im übrigen gehöre auch ich zu den Verlierern dieses Systems:
Ich darf 47 Beitragsjahre in die Sozialkassen einzahlen, bevor ich mit 63 Jahren in Rente gehen darf!!
Wer kann mir hier das Wasser reichen?
von: Horst Staiger
am: 12.06.2014 17:07
Kommentar #12
Hallo Antje, Sie haben vollkommen recht, es sollten alle SV-pflichtigen die "Teufel-Tabelle" und den Vortrag ansehen!
Was Sie über die Art. 3 und 33/5 GG sagen ist richtig, hier wird eine Zweiklassen-Gesellschaft zementiert! In der Präambel steht schon die erste Lüge: Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen [.....]hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses GG gegeben. Mir ist nicht bekannt, daß das Deutsche Volk jemals über dieses GG abestimmt hätte!!!!
Zu den versicherungsfremden Leistungen: Der Staat brüstet sich damit, daß er 80 Mrd. Euro für die Rente aus Steuermitteln in die RV gibt, vergißt aber zu sagen, daß die vers-fremden Leistungen ca. 100 Mrd. Euro/Jahr ausmachen und damit diese Leistungen nicht gedeckt sind, er bestiehl die Beitragszahler und Rentner! Er gibt also für die Rente keinen Cent!
Hier eine Renten- Pensions- Diätenerhöhungen und die inflationsrate von 2000 bid 2013:
Rentenerhöhung West: 13,18%
""""""""" Ost: 18,35%
Pens.-Erhöhung: 25%
Diätenerhöhung. 25,20%
INFLATIONSRATE: 21,30%
Quellen: DRV,DBB, Destasis

Dieses Rentenpaket ist unsozial, unsolidarisch, unchristlich, ungerecht, kurz
politischer Schwachsinn und nur auf Bauernfängerei ausgelegt.
Es ist auf dem Mist einer Andrea Nahles gewachsen. Im Bundestag hat sie bewiesen, daß sie AUCH nicht singen kann! Kreißsaal, Hörsaal, Plenarsaal.
Schauen wir auf die anderen europ. Länder, sie alle haben ein besseres Rentensystem als wir.
von: Holger Mairoll
am: 01.06.2014 12:53
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