Renate Schmidt (SPD)
Kandidatin Bundestagswahl 2005
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Renate Schmidt
Jahrgang
1943
Berufliche Qualifikation
Programmiererin, Systemanalytikerin
Ausgeübte Tätigkeit
Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Wohnort
-
Wahlkreis
Erlangen
Ergebnis
39,5%
Landeslistenplatz
2, Bayern
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Persönliche Website
www.keine-frage-renate.de
Fragen an Renate Schmidt
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Frage zum Thema Familie
11.09.2005
Von:
Dr.

Sehr geehrte Frau Schmidt,
Sie waren in der bayerischen Landespolitik Kämpferin in einem schwierigen Umfeld. Wahrscheinlich ist das mit Ihrem jetzigen Thema auf Bundesebene wenig anders. Die Wirtschaftsangelegenheiten dürften häufig vorrangig behandelt werden. Aber mich bewegt etwas anderes als die Rangordnung. Als Sie nach Berlin gerufen wurden — ja, es hieß ausdrücklich, Sie hätten sich nicht darum gerissen und wollten eigentlich mehr Zeit mit Ihren Enkeln verbringen —, waren Sie gewiss schon mit allen politischen Wassern gewaschen und die Kompetenteste auf Ihrem Gebiet, aber eben — Sie können mir diese Direktheit hoffentlich verzeihen — auch nicht mehr die Jüngste. Heinrich von Pierer hat — vielleicht aus einer großen Weisheit heraus — abgelehnt, jetzt noch ein Ministeramt in einer deutschen Bundesregierung zu bekleiden, jedenfalls in einer CDU-geführten. Was tun Sie, um aus der gewiss großen Riege sozialdemokratischer Nachwuchspolitiker jemanden in Ihre Nachfolge zu lenken? Nicht unbedingt sofort, aber doch so, dass jemand bereit steht, wenn Sie mal wirklich nicht mehr mögen? (Ich weiß nicht, ob ich mich wohl fühlen würde, wenn die ganze Bundesregierung in Westerwelles Alter wäre, aber immerhin hat von Pierer den Siemens-Konzern jetzt einem deutlich Jüngeren anvertraut. Das ist ja im Vergleich zu einem Bundesministerium auch nicht gerade ein Tante-Emma-Laden.)
Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Renate Schmidt
bisher keineEmpfehlungen
14.09.2005
Renate Schmidt
Sehr geehrter Herr Dr. ,

meine Antwort schließt sich im Grunde nahtlos an meine Äußerungen zu Ihrer ersten Frage an: Nachdem es der Bunderegierung gelungen ist, das Thema "Familienpolitik" aus der Ecke des "weichen Weiberthemas" herauszuholen, möchte ich das neu entwickelte Konzept der "Nachhaltigen Familienpolitik" mit seinen einzelnen Aktivitäten für eine bessere Kinderbetreuung, eine gute Balance von Familie und Arbeitswelt und neu zentrierte monetäre Leistungen gerne fortführen.

Dabei stehe ich in regem Austausch mit den Nachwuchspolitikern und -politikerinnen der SPD. Von ihnen erhalte ich viele Anregungen und kann umgekehrt Hinweise geben. Dies ist ein sehr fruchtbares Miteinander, von dem beide Seiten profitieren.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre Renate Schmidt
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Frage zum Thema Familie
16.09.2005
Von:

Liebe Renate Schmidt,

Angela Merkel plant eine weitere Lockerung des Kündigungsschutzes für Arbeitnehmerinnen. Banken, Sparkassen, Bausparinstitute u.a. sind nach den europäischen Richtlinien für die Kreditvergabe ( BASEL II ) gehalten, Kredite nur Antragstellern zu gewähren, die mindestens unbefristete, unkündbare Arbeitsverhältnisse nachweisen.

FRAGE:
Wie kann bei fehlendem Kündigungsschutz vernünftige Lebens-und Familienplanung noch möglich sein? Soll der Staat hier einmal mehr "Bank" spielen? Können Sie nicht einfach einmal mit Angela Merkel von Frau zu Frau sprechen und ihr diesen teuren Vorhaben ausreden? Ich hab`den Eindruck, Angela Merkel mag keine männlichen Frager, weil sie mir bisher bei www.kandidatenwatch.de nicht antwortet? Danke!

Herzlich
Antwort von Renate Schmidt
1Empfehlung
21.09.2005
Renate Schmidt
Sehr geehrter Herr ,
seien Sie versichert, dass sich die SPD in den anstehenden Koalitionsverhandlungen für die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern stark machen wird. Gerade Familien brauchen Sicherheit für Ihre Lebensplanung.
Mit freundlichen Grüßen
Renate Schmidt
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Frage zum Thema Familie
17.09.2005
Von:

Sehr geehrte Frau Schmidt,

leider ist meine kleine Familie gerade im Begriffe, ein Opfer einer Politik zu werden, welche Familienpolitik auf Frauenpolitik reduziert. Ich bin entsetzt, wie leicht es meiner Noch-Frau gesetzlich gemacht wird (sie wird ja geradezu dazu angestachelt), mich familiär ins Abseits zu schieben, von unserer Tochter zu entfremden und seelisch und finanziell zu demontieren.
Eine derart destruktive Politik hat freilich eine Tradition, welche in der Vergangenheit weit über Ihre Amtszeit hinausragt.
Im Blick auf die Zukunft ist eine solche Politik auch frauenfeindlich, da sich aus der drohenden Vaterlosigkeit für meine Tochter - also eine Frau von morgen - erhebliche Nachteile ergeben werden. Auch demographisch und ökonomisch sind die Auswirkungen verheerend, da vaterlose Kinder nicht nur schlechtere Schüler und mit erhöhtem Kriminalitätsrisiko behaftet sind, sondern ein Beispiel wie unseres (und davon gibt es massenhaft!) auch potenzielle Väter vom Zeugen von Kindern abschreckt, was meiner Ansicht nach die Hauptursache für die hierzulande so niedrige Geburtenrate darstellt. Daher meine Fragen: Werden Sie sich für mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Familie einsetzten, auch wenn dies bedeutet, dass Frauen in die Verantwortung genommen werden? Nehmen Sie das Thema Zeugungsstreik und dessen wahre Ursachen ernst? Werden Sie bereit sein, endlich damit zu beginnen, Familien als Ganzes auch vor der Scheidung zu fördern? Ist Ihnen überhaupt bewusst, dass es in Deutschland Väter in Not gibt? Ist Ihnen bewusst, dass Männer emotionale Wesen sind, denen Bindungsverluste genauso stark zusetzen wie Frauen und Kindern auch? Sind Sie der Meinung, dass Kinder ihre Väter brauchen?
Antwort von Renate Schmidt
1Empfehlung
21.09.2005
Renate Schmidt
Sehr geehrter Herr ,
in den vergangenen Wochen habe ich bei kandidatenwatch viele Fragen von Männern und Vätern bekommen, die im Kern ähnliche Punkte angesprochen haben wie Sie.
Als Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fühle ich mich selbstverständlich auch für die Belange von Männern und insbesondere auch Vätern zuständig. Wie Sie an den hier gestellten Fragen anderer Väter sehen können, stehen Sie mit Ihren Sorgen nicht allein da - auch wenn sicherlich jede einzelne Situation anders ist. Mir zeigt es, wie wichtig es ist, für die Zukunft gute Regelungen zu finden. Wie bereits in anderen Antworten dargestellt, bin ich der Meinung, dass ein Kind für seine Entwicklung beide Elternteile braucht: Mutter und Vater. Durch die Kindschaftsrechtsreform haben wir ein gutes Gesetz geschaffen, das helfen soll, den Kindern ihre Eltern zu erhalten, auch wenn diese sich trennen. Aber wir wissen: Das beste Gesetz kann sich nicht entfalten, wenn die Adressaten nicht kooperieren. Dies gilt im Umgang mit Kindern umso mehr. Deshalb prüfen wir derzeit, wie die Rechtslage verändert werden kann, um den Umgang mit Kindern durchzusetzen. Das Bundesjustizministerium ist das federführende Ressort für diese Aufgabe.
Mit freundlichem Gruß
Renate Schmidt
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Frage zum Thema Familie
17.09.2005
Von:

Sie schrieben gestern u.a. folgendes:
"Sie werden verstehen, dass solche Reformen nicht von heute auf morgen wirken können."
Nein, natürlich nicht von heute auf morgen. Aber ich denke schon, dass sie sich - wenn sie denn effektiv sind - innerhalb einer Legislaturperiode auswirken sollten, denn eine Schwangerschaft dauert nun mal nur neun Monate, und wenn sich Rahmenbedingungen mit einer Perspektive der Dauerhaftigkeit ändern, dann sollte eine Entscheidung derjenigen, die bislang mit dem Fehlen eben dieser politisch zu schaffenden Rahmenbedingungen argumentiert haben, pro oder contra Kind(er) innerhalb von einem oder zwei Jahren reifen. Finden Sie nicht?
Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Renate Schmidt
3Empfehlungen
21.09.2005
Renate Schmidt
Sehr geehrter Herr Dr. ,
zum Glück haben die meisten Menschen in der Vergangenheit und hoffentlich auch in der Zukunft ihre Entscheidung für Kinder nicht alleine von der Politik abhängig gemacht. Realistisch kann niemand versprechen, dass wir beim Ausbau der Kinderbetreuung von heute auf morgen alles nachholen können, was in Westdeutschland über Jahrzehnte hinweg versäumt wurde. Doch es allen klar, dass wir schnell voran kommen müssen. Das Tagesausbaugesetz ist seit Anfang des Jahres 2005 in Kraft. Mein Ziel bleibt es bis 2010 das Angebot an Kinderbetreuung für Kinder unter drei Jahren quantitativ und qualitativ an den westeuropäischen Standard heranzuführen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Renate Schmidt
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Ihre Frage an Renate Schmidt
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