Renate Künast (GRÜNE)
Abgeordnete Bundestag

Grunddaten
Geburtstag
15.12.1955
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwältin, Sozialarbeiterin
Ausgeübte Tätigkeit
MdB, Fraktionsvorsitzende
Wohnort
Berlin
Wahlkreis
Berlin-Tempelhof - Schöneberg
Ergebnis
26,3%
Landeslistenplatz
1, Berlin
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(...) Was den Bau neuer AKW in Polen betrifft, haben auch Grüne aus Deutschland gemeinsam mit den entsprechenden Oranisationen in Polen mehrfach gegen das geplante AKW in Gryfino demonstriert. Wir sind der festen Überzeugung, dass es Sicherheit und Versorgungssicherheit nur mit einem konsequenten Ausbau der Erneuerbaren Energien geben wird. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Finanzen
31.01.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Künast,

die aktuelle Nachrichtenlage in Bezug auf das Ankaufen der Steuersünderdatei was unserem Staat 100 Millionen Euro bringen soll und Ihre Zustimmung zum Kauf veranlasst mich zu folgender Frage.

  • Was ist Ihre Meinung zur Schwarzarbeit ( Schattenwirtschaft) durch die unserer Gesellschaft Milliarden Euro an Sozialbeiträgen entgegehen. Würden Sie dann auch jeden ehrlichen Bürger der dieses anzeigt belohnen oder wie es dann allgemein üblich ist als Denunzianten bezeichnen?


Ihre Meinung interressiert mich sehr.
Antwort von Renate Künast
bisher keineEmpfehlungen
28.10.2010
Renate Künast
Sehr geehrter Herr ,

für die Schwarzarbeit gilt dasselbe wie für die Steuerhinterziehung: sie schadet der Allgemeinheit. Nach Schätzung des Instituts für angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) in Tübingen werden jährlich ca. 15% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) durch Schwarzarbeit erwirtschaftet. Bei einem BIP von 2400 Mrd. Euro 2009 wäre das eine Wertschöpfung von 360 Mrd. Euro. Auf die Arbeitskraft, die dazu beigetragen hat, wurden weder Steuern noch Sozialabgaben bezahlt. Reguläre Arbeitsplätze werden vernichtet, und die sozialen Sicherungssysteme erodieren. Zudem verschaffen sich Unternehmen, die schwarz arbeiten lassen, einen Wettbewerbsvorteil. Deshalb muss Schwarzarbeit energisch bekämpft werden.

Mit freundlichen Grüßen
Team Renate Künast
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Frage zum Thema Finanzen
01.02.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Künast,

Sie haben öffentlich gebilligt, gestohlene Bankdaten aus der Schweiz für eine Million Euro aus Steuergeldern vom Dieb zu kaufen.
Nun würde ich gerne wissen, mit welchen anderen Arten von Kriminellen sie sich darüberhinaus eine Zusammenarbeit wünschen, und unter welchen Umständen.
Welcher Haushaltposten ist Ihrer Ansicht nach geeignet und dazu bestimmt, solche Diebeshonorare zu verbuchen?

Mit freundlichen Grüßen

Burkhard
Antwort von Renate Künast
bisher keineEmpfehlungen
26.02.2010
Renate Künast
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Frage bei Abgeordnetenwatch vom 1.2.2010.
Die Frage, ob die dem Staat angebotene CD mit Daten von Steuerhinterziehern
gegen die Zahlung von viel Geld zu erwerben ist oder nicht, ist auf den ersten
Blick nicht leicht zu beantworten. Eine Menge rechtlicher und ethischer Fragen
stellen sich.
Und doch ist völlig klar, dass der Staat nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht hat, eine solche CD zu kaufen - gerade aus dem Solidaritätsgedanken heraus! Denn andernfalls würde er zulasten des Gemeinwesens und auch der Steuergerechtigkeit auf sehr viel Geld verzichten, das dem Staat und damit der Allgemeinheit eigentlich geschuldet wird.

Im deutschen Strafverfahrensrecht ist es zudem keineswegs unüblich für
sachdienliche Informationen zu bezahlen. Das gilt insbesondere für die
Steuerfahndung.

Der Ankauf einer solchen CD wird im Übrigen gründlich und zum Teil sehr
langwierig überprüft.

Mit freundlichen Grüßen
Renate Künast

Renate Künast
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
06.02.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Künast,

in einem Interview mit dem RBB-Inforadio am 2.2.2010 sprechen Sie im Zusammenhang mit der Diskussion um den Ankauf der "Bankdaten-CD" zweimal von "republikflüchtigem Geld" und heben mehrmals auf das "Gemeinwohl" ab.

Meine Fragen dazu:

1.) Wie paßt das Selbstbild der Grünen als "Bürgerechtspartei" zur Verwendung des Begriffs der "Rebuplikflucht" (geprägt vom kollektivistischen Unrechtsstaat DDR)?

2.) Wie beurteilen Sie die unvermindert starke Auswanderung aus Deutschland, besonders in die Schweiz? Ist das aus Ihrer Sicht ebenfalls als "Republikflucht" bzw. als eine Schädigung des Gemeinwohls zu bezeichnen?

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort von Renate Künast
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28.10.2010
Renate Künast
Sehr geehrter Herr ,

es ist unsozial, hier in Deutschland zu leben und alle möglichen Vergünstigungen in Anspruch zu nehmen, aber dann keine Steuern zu zahlen. Wer woanders wohnt, z.B. in der Schweiz, ist schließlich auch zur Zahlung von Steuern verpflichtet.

Deutschland muss es beunruhigen, wenn immer mehr Menschen von hier wegziehen. Dem Einzelnen ist das selbstverständlich nicht vorzuwerfen.

Mit freundlichen Grüßen
Team Renate Künast
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
15.02.2010
Von:

Lobbyismus

Sehr geehrte Frau Künast,

man liest und hört ja viel, das man allgemein überschreiben könnte mit dem Satz: "da haben entsprechende Lobby Verbände ihren ganzen Einfluss eingesetzt um das Gesetz xy zu verhindern"

Meine Frage: worin bestehen eigentlich die Einflussmöglichkeiten eines Lobbyisten oder eines Verbandes auf die Entscheidungen eines Bundestagsabgeordneten bzw. seiner Fraktion?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Renate Künast
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28.10.2010
Renate Künast
Sehr geehrter Herr ,

die Einflussmöglichkeiten auf politische Entscheidungen sind vielseitig. Es liegt an der Politik selbst, Klarheit in Graubereiche zu bringen; denn diese schaden dem Vertrauen in Politik und Demokratie.

Die Organisation "Lobbycontrol" unterscheidet drei Bereiche des Lobbyismus: den schwarzen Bereich mit klar inakzeptablen

Lobbypraktiken wie Bestechung, Korruption und Manipulation in den Medien. Dann gibt es einen großen Graubereich. Hier können einzelne Interessengruppen privilegierten Einfluss haben. Dazu gehört der ganze Bereich der Nebentätigkeiten von politischen Entscheidungsträgern sowie der Wechsel von Leuten aus der Politik in den Lobbyismus. Als Drittes gibt es noch die ganz normale Lobbyarbeit. Auch hier gibt es ein Bedürfnis nach mehr Transparenz und Information für die Öffentlichkeit.

Unsere Fraktion hat (Drucksache 17/547) eine Begrenzung von Parteispenden gefordert, um die direkte Einflussnahme auf Parteien zu beschneiden. Die Hotellerie-Spenden an FDP und CSU haben nicht nur den beiden Parteien geschadet, sondern unterm Strich dem Vertrauen in die parlamentarische Demokratie.

Mit freundlichen Grüßen
Team Renate Künast
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
20.02.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Künast,

an der Zahl der beantworteten Fragen gehe ich davon aus das Sie wenig Zeit haben, oder sich wenig Zeit für politisch intressierte Bürger zu nehmen.
Deshalb zwei Kurze Fragen : wieviel Neue Posten hat den die Grosse Koalition Rot Schwarz im Jahre 2005 nach der Wahl neu zusätzlich installiert?
Bei wievielen Posten war Ihre Partei beteiligt?
Was steckt hinter den Parteispenden an Ihre Partei von der Allianz?

mit freundlichem Gruß

Kressbronn
Antwort von Renate Künast
bisher keineEmpfehlungen
28.10.2010
Renate Künast
Sehr geehrter Herr ,

selbstverständlich haben wir uns an den von Schwarz-Rot geschaffenen Posten nicht beteiligt. Die genaue Zahl ist uns nicht bekannt. Wieviele neue Posten Schwarz-Gelb geschaffen hat seit dem Regierungswechsel, ist leider nicht transparent. Klar ist jedenfalls, dass keinerlei Posten, die gerade die FDP zu Oppositionszeiten immer abgeschafft wissen wollte, tatsächlich abgeschafft wurden.

Bei der Allianzspende, nach der Sie fragten, handelt es sich um eine normale Spende.

Mit freundlichen Grüßen
Team Renate Künast
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