Renate Dodell (CSU)
Kandidatin Landtagswahl Bayern 2008
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich. Besuchen Sie das aktuelle Profil.

Renate Dodell
Jahrgang
1952
Berufliche Qualifikation
Studium der Wirtschaftswissenschaften / Geographie für das Lehramt
Ausgeübte Tätigkeit
Landtagsageordnete, stv. Fraktionsvorsitzende
Wohnort
-
Stimmkreis
Weilheim-Schongau
Landeslistenplatz
12, Oberbayern
(...) In der Tat liegt (mit Ausnahme des östlichen Bereiches um Penzberg) der gesamte Landkreis Weilheim-Schongau im "Windschatten" der beiden Autobahnen A 95 und A 96.
Eine bessere Anbindung ist seit vielen Jahren mein Anliegen. (...)
 
weitere Profile auf abgeordnetenwatch.de
Persönliche Website
www.renate-dodell.de
Fragen an Renate Dodell
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Bildung
26.09.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Dodell,

die Bayerischen Schüler haben in zahlreichen, auch internationalen Tests ihr Können und ihren Wissenstand bewiesen und sehr gut abgeschnitten. Dennoch wollen gerade die Pateien der Landtagsopposition unser dreigliedriges Schulsystem abschaffen und entweder die Hauptschule ganz auflösen oder mit der Realschule zusammenlegen.
Wie stehen Sie dazu?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

jun.
Antwort von Renate Dodell
4Empfehlungen
27.09.2008
Renate Dodell
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich gerne beantworte.

Ich halte gar nichts davon, die Hauptschule abzuschaffen oder mit der
Realschule zusammenzulegen. Das ist Augenauswischerei der Opposition.

Ganz bewusst füge ich jetzt hier meine ausführliche Antwort an Herrn Hör vom 19.09. zu diesem Thema noch einmal ein:

Die Meinungen zur Zukunft der Hauptschule in der SPD sind mehr als diffus. Die Bundes-SPD will klar die Abschaffung der Hauptschule und in Bayerns SPD wird uneinheitlich "herumgeeiert": Einer redet von einer verlängerten Grundschule, einer von der Regionalschule (was auch immer das sein soll) und einer von der Gesamtschule. Kein Sozialdemokrat und kein Grüner beantwortet die Frage, was denn bei einer Abschaffung dieser Schulart dann eigentlich mit den Hauptschülern passiert.

Ich bekenne mich klar zu unserem gegliederten Schulwesen in Bayern und zu einer gestärkten Hauptschule! Dort werden mit großem Engagement der Lehrer Kinder und Jugendliche individuell gefordert und gefördert und zur Ausbildungsreife geführt. Allein im letzten Jahr haben 22.000 Hauptschüler in Bayern an ihrer Schule die mittlere Reife erworben. Und Bildungstests belegen immer wieder, dass bayerische Hauptschüler besser sind als gleichaltrige Realschüler in Bremen oder Berlin. Warum sollte man also diese Schulart abschaffen?
Die CSU baut mit einer finanziell gut ausgestatteten Initiative die Hauptschule zu einer stärker berufsvorbereitenden Schule aus und fördert überall dort die Ganztagsschule, wo sie gewünscht und beantragt wird.

Ich halte überhaupt nichts von der "Gleichmacherei" im Bildungsbereich. Kinder haben unterschiedliche Begabungen und sollten möglichst früh individuell gefordert und gefördert werden - Hochbegabte genauso wie mehr praktisch Begabte. Mehrere Studien belegen mittlerweile, dass dies in Gesamtschulen nicht gelingt.

Das bayerische Schulwesen mit einer starken Durchlässigkeit nach dem Motto "Kein Abschluss ohne Anschluss" gewährleistet, dass jedes Kind seinen Weg machen kann - über jede Schulart bis hin zum Universitätsstudium.

Mit besten Grüßen nach Schongau!
Ihre
Renate Dodell
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Bildung
26.09.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Abgeordnete Dodell,

im Herbst 2004 wurde in Bayern das achtjährige Gymnasium eingeführt. Noch heute klagen Schüler, Eltern und Lehrer über den dadurch verstärkten Leistungsdruck und große Stofffülle.

Welche Möglichkeiten sehen Sie, den Stress an den bayerischen Gymnasien zu vermindern, die Schülerinnen und Schüler in ihrer Gesamtpersönlichkeit zu stärken und sie trotzdem gut auf die beruflichen und privaten Herausforderungen einer Welt vorzubereiten, die sich immer schneller wandelt und lebenslanges Lernen erforderlich macht?

Ich freue mich auf Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Renate Dodell
6Empfehlungen
27.09.2008
Renate Dodell
Sehr geehrte Frau ,
vielen Dank für Ihre Frage, die ich gerne beantworte.

In einem Positionspapier zur "Bildungspolitik 2020" habe ich 2007
geschrieben:

"Trotz des rasant wachsenden Wissens verwenden wir immer noch viele – vielleicht zu viele – Ressourcen in unserem Bildungssystem darauf, Kindern und Jugendlichen eine Fülle an Details beizubringen, die diese dann nach der erfolgten Prüfung, Extemporale oder Schulaufgabe – sozusagen ex und hopp – schnell wieder vergessen oder ablegen. Da die Ressourcen knapp sind, da Bildungsprozesse im 21. Jahrhundert anders verlaufen, müssen wir uns wohl die Frage nach neuen Bildungsansätzen, nach einem neuen ganzheitlichen Lernen stellen. Wenn der Überbegriff für Bildung im 20. Jahrhundert "Wissensvermittlung" war, könnte man ihn im 21. Jahrhundert mit "Stärkung und Erwerb von Kompetenzen" beschreiben."

Was meine ich damit?

Wir werden unseren Kindern bei noch so viel Anstrengung der Lehrer nicht mehr alles "Wissenswerte" beibringen können - und genau das verursacht so viel Stress und Druck. Kinder müssen heute ganz früh - am besten von Anfang an - Freude an eigenständigen Lernprozessen vermittelt bekommen, auch mit dem Erziehungsgrundsatz "Du kannst das und du schaffst das!"

Kinder brauchen ein gutes Grundwissen (es muss diskutiert werden, was dazu gehört) und ein Art Informationsmanagement, um mit der Fülle an Informationen umgehen und diese nutzen zu können. Darüber hinaus braucht es nach meiner Auffassung viel mehr ganzheitliches, d.h. fächerübergreifendes, projekt- und handlungsorientiertes Lernen möglichst in Teams bzw. in Lerngemeinschaften.

Es ist höchste Zeit, dass wir uns gemeinsam mit allen Beteiligten über ein modernes Gymnasium im 21. Jahrhundert unterhalten. Dabei ist mir wichtig, dass man nicht immer noch mehr hineinpackt, sondern sich auf die wesentlichen Dinge konzentriert und vor allem der Persönlichkeitsbildung junger Menschen mehr Raum gibt.

Wenn es Sie interessiert, kann ich Ihnen gerne den ganzen Aufsatz "Bildung neu und ganzheitlich denken und gestalten - Der Versuch einer Bildungsstrategie für "Bayern 2020" zusenden.

Mit herzlichem Gruß
Ihre
Renate Dodell
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Kultur und Medien
27.09.2008
Von:

Was sagen Sie dazu, daß die GRÜNEN das Kreuz im Klassenzimmer abschaffen und islamische Feiertage einführen wollen?
Antwort von Renate Dodell
3Empfehlungen
27.09.2008
Renate Dodell
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich gerne beantworte.

Es gibt in der Tat einen Parteitagsbeschluss der GRÜNEN von 2008, der die Entfernung von religiösen Symbolen (also auch das Kreuz) aus den Klassenzimmern fordert. Nach umfangreichen Protesten ist dann Grünen-Vorsitzender Daxenberger zurückgerudert. Aber das Ganze ist ja kein Zufall. Bereits im Jahr 2001 wurde von den GRÜNEN ein Gesetzentwurf zur Integration unter der Drucksachen-Nummer 14/8221 in den Landtag eingebracht, der u.a. die Abschaffung des Religionsunterrichts als Pflichtfachs und den Schutz islamischer Feiertage in Bayern fordert. Das haben wir damals kategorisch abgelehnt.

Die CSU leistet erbitterten Widerstand gegenüber wiederholten Forderungen, die Kreuze aus den Klassenzimmern oder gar aus dem öffentlichen Raum entfernen wollen. Die Geschichte des Freistaates Bayern in seiner abendländischen Tradition ist seit mehr als 1000 Jahren tief mit dem christlichen Glauben der Menschen verbunden. Wir wollen, dass dies auch in Zukunft so bleibt - und zwar auch sichtbar nach außen!

Im tieferen Sinn geht es um eine Verleugnung unserer christlichen Wurzeln eine andere Gesellschaft, nämlich eine der Beliebigkeit der Werte, erreichen will. Das würde Bayern grundlegend verändern. Ich will das nicht!

Mit herzlichen Grüßen nach Murnau
Renate Dodell
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Renate Dodell
Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.