Reinhold Gall (SPD)
Abgeordneter Baden-Württemberg 2006-2011
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Grunddaten
Reinhold Gall
© Landtag von Baden-Württemberg
Geburtstag
31.10.1956
Berufliche Qualifikation
Fernmeldehandwerker
Ausgeübte Tätigkeit
Landtagsabgeordneter, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion
Wohnort
74182 Obersulm
Wahlkreis
Neckarsulm
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(...) Auch kann ich Ihnen keine Hoffnung machen, dass ich mich für Ihr Anliegen einsetze. Die Kirchen haben eine wichtige gesellschaftliche Funktion und übernehmen insbesondere im Bereich der Jugend- und Seniorenarbeit, der Nachbarschaftshilfe, der Bildung und des sozialen Miteinanders wichtige Aufgaben, die ansonsten vom Staat übernommen werden müssten. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Soziales
08.12.2010
Von:

Hallo Herr Gall, in einer lebhaften Diskusion in meinem Freundeskreis kam u.a. die Frage auf warum die SPD, zumal diese Partei schon mehrmals an der Regierung war, die Diskriminierung der Arbeitnehmer/ u. Rentner auf dem Gebiet der Sozialversicherungen nicht verhindert, ja sogar durch die Agenta 2010 noch wesentlich verschärft hat. Während die Arbeitnehmer und Beitragszahler immer länger arbeiten und noch höhere Lasten zu tragen haben, die Renten nicht oder nur minimal angehoben werden, ist bei Beamten und Politigern, ohne eigene Beitragsleistung, eine stetige Einkommenssteigerung festzustellen. Es ist uns auch unerklärlich wie es möglich ist, dass die Bürgermeister, wie z.B. hier im Weinsberger Tal, nach 2 Amtsperioden ohne Einschränkungen sich in die Pension verabschieden können.

Da in anderen Ländern z.B. Östereich u. Schweiz alle Personen bzw. Einkommensbezieher für die Finanzierung der Soziallasten aufkommen müssen, entsprechen die Pensionen dann den eingezahlten Beiträgen. Die SPD hat mit der Agenta 2010 erreicht, dass mit den enorm hohen Beitragssätzen z.Z. 20% (bald 22%) für DRV u. 15,5% KV sowie 2-3% für AlV jeweils mit Arbeitgeberanteil, der aber selbstverständlich vom Arbeitnehmer erwirtschaftet werden muss, erreicht, dass daraus eine Rente von unter 40% vom letzten netto Verdienst bezahlt wird. Die wenigsten Arbeitnehmer werden bis zum Alter von 67 Jahren arbeiten können. Das bewirkt dann eine weitere Rentenkürzung.
Über die Riesterrente möchte ich gar nicht reden da ich (wir) diese als groß angelegten Betrug zu Gunsten der Versicherungen ansehen.

Über diese Tatsachen können Beamte, Politiker u. Pensionäre nur genüsslich lächeln.
Wir fordern daher eine Bürgerversicherung!
Bis jetzt kann ich nur fesstellen, dass die Partei der Linken diese Forderung im Programm hat und auch in den Parlamenten entsprechend agiert.
Für die SPD ist diese Politik bestimmt nicht hilfreich.

MfG Jörg
Antwort von Reinhold Gall
bisher keineEmpfehlungen
01.02.2011
Reinhold Gall
Sehr geehrter Herr ,
bitte entschuldigen Sie die späte Antwort, die Email ist in den Vorbereitungen zur Landtagswahl untergegangen, aber nun glücklicherweise wieder aufgetaucht.

Zum Anfang Ihrer Mail möchte ich Ihnen Folgendes sagen: jede dieser Fragen im einzelnen zu beantworten, würden den Rahmen dieser Antwort sprengen, zumal sie größtenteils nach bundespolitischen Entscheidungen fragen, die ich als Landespolitiker nur schwer beeinflussen kann.

Grundsätzlich stehe ich hinter den Beschlüssen der Agenda 2010 und halte sie auch nach wie vor für notwendig. Es war z.B. richtig, das ALG II und die Sozialhilfe zusammen zu legen und die Systeme zu vereinheitlichen, vor allem um Menschen, die damals Sozialhilfe bekommen haben, Zugang zu Weiterbildungsmöglichkeiten zu geben. Dass bei der Ermittlung der Regelsätze nicht alles optimal gelaufen ist, erkenne ich gerne an. Hier hat sich die Position meiner Partei weiter entwickelt, wie Sie sicher der aktuellen Debatte um die Hartz IV Sätze und das Bildungspaket für Kinder entnehmen können.

Was den Verdienst und die Absicherung der Politiker angeht: hier bin ich klar dafür und habe mich auch so positioniert, dass wenn auf der seinen Seite Diäten erhöht werden, auf der anderen Seite die Altersversorgung abgeschmolzen werden muss. Ich finde es wichtig, dass Politiker angemessen bezahlt werden, weil zumindest für diejenigen, die diesen Job ordentlich machen (und dazu zähle ich mich), 80-Stunden-Wochen, kaum freie Abende/Wochenenden und ein hohes Maß an Verantwortung alltäglich sind. Was ich verstehe, ist der Unmut über automatische Altersversorgung, die früher bereits nach zwei Legislaturperioden eingetreten ist. Das ist mittlerweile nicht mehr so, was den Landtag angeht, haben wir dies erst vor kurzer Zeit geändert.

Und selbstverständlich ist die SPD nicht nur für die Bügerversicherung, sie war sogar die erste Partei, die diese Idee bereits im Wahlkampf 2005 zu einem zentralen Thema gemacht hat. Danach haben wir einer Großen Koalition regiert, wo wir gerade in der Gesundheitspolitik viele Kröten schlucken mussten. In einer anderen Regierungskonstellation hätte die Gesundheitspolitik anders ausgesehen. Gerne können Sie sich hier über unsere Konzepte zur Bürgerversicherung informieren: www.spd.de

Mit freundlichen Grüßen

Reinhild Gall MdL
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
15.02.2011
Von:

Wie wollen Sie sich für die überfällige, tatsächliche Trennung von Kirche und Staat einsetzen, insbesondere gegen die versteckte Finanzierung der Kirchen durch Nichtmitglieder, wenn ich Sie wählen soll? Schließlich macht diese Gruppe in der Bevölkerung bald 40% aus und stellt heute schon ein großes Wählerpotential dar, auch wenn sie nicht so viele Mitglieder zählt wie die Kirchen (auf dem Papier). Ich weiß natürlich vom Einsatz der etablierten Kirchen in den Sozialeinrichtungen der Gesellschaft, aber auch von deren überwältigender Finanzierung durch den Steuerzahler (bis zu 95%). Auch bei den Entwicklungshilfe-Organisationen wie Misereor und Brot für die Welt zahlt der Steuerzahler mit, also auch für deren Missionierungsprojekte. Sogar die Konfessionslosen zahlen hier wieder mit. In diesen kirchlichen Einrichtungen gelten darüber hinaus keine normalen tariflichen Vorschriften und Bezahlungsgrundsätze und auch kein Bundesarbeitsrecht sondern kirchliches Recht. Hier ist die Kirche sozusagen ein Staat im Staat. Wie wollen Sie diese Missstände ändern?
Antwort von Reinhold Gall
1Empfehlung
04.03.2011
Reinhold Gall
Sehr geehrter Herr ,

zuerst einmal möchte ich feststellen, dass es keine "versteckte" Finanzierung der Kirchen durch den Staat gibt. Die Erhebung der Kirchensteuer ist transparent und kann nachvollzogen werden.
Auch kann ich Ihnen keine Hoffnung machen, dass ich mich für Ihr Anliegen einsetze. Die Kirchen haben eine wichtige gesellschaftliche Funktion und übernehmen insbesondere im Bereich der Jugend- und Seniorenarbeit, der Nachbarschaftshilfe, der Bildung und des sozialen Miteinanders wichtige Aufgaben, die ansonsten vom Staat übernommen werden müssten.

Mit freundlichen Grüßen
Reinhold Gall MdL
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