Reinhard Bütikofer (GRÜNE)
Kandidat Europawahl 2009
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Grunddaten
Reinhard Bütikofer
Jahrgang
1953
Berufliche Qualifikation
Politiker
Ausgeübte Tätigkeit
Politiker
Wohnort
-
Bundesland
Berlin
Bundeslistenplatz
2
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  • EU
    42 Fragen / 42 Antworten
(...) Ich werde aber immer im Sinne des Tierschutzes abstimmen. (...)
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Frage zum Thema Europas Rolle in der Welt
04.06.2009
Von:

Herr Bütikofer,

wie ist Ihre Meinung zum Assoziierungsabkommen der EU mit Mittelamerika?
Antwort von Reinhard Bütikofer
1Empfehlung
05.06.2009
Sehr geehrter Herr ,

mit dem von Ihnen angesprochenen Thema habe ich mich bisher nicht befasst und kann daher nicht aus eigener Kenntnis antworten. Ich habe derzeit auch niemand, der das fuer mich recherchieren koennte. Daher muss ich leider passen.

Mit freundlichen Gruessen,

Reinhard Buetikofer
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Frage zum Thema Europas Rolle in der Welt
04.06.2009
Von:

Werter Herr Bütikofer,

sie haben mir neulich geantwortet, daß der Lissabon-Vertrag keine Aufrüstung der einzelnen Mitgliedsstaaten vorsieht. Es stellt sich mir die Frage: Kennen sie den Lissabon-Vertrag nicht? Der EU-Reformvertrag verpflichtet die EU-Mitgliedstaaten zur Aufrüstung. In Art. 28 c heißt es hierzu unmissverständlich: "Die Mitgliedstaaten verpflichten sich, ihre militärischen Fähigkeiten schrittweise zu verbessern." In der Europäischen Sicherheitsstrategie von 2003 wird ergänzend ausgeführt, dass hierzu auch die Erhöhung der Militärausgaben notwendig sei.

Es wird eine "Agentur für die Bereiche Entwicklung der Verteidigungsfähigkeiten, Forschung, Beschaffung und Rüstung (Europäische Verteidigungsagentur)" eingerichtet (Art. 28 a) - d.h. Rüstungsforschung und Rüstungsproduktion, Beschaffung und Waffenexport sollen europaweit koordiniert werden. Was anders als der Aufbau eines militärisch-industriellen Komplexes ist das?

Deshalb noch mal meine Frage: Wenn die GRÜNEN immer noch eine Friedenspartei sein wollen, warum stimmen sie dann dem Lissabon-Vertrag zu und lehnen ihn nicht ab?
Antwort von Reinhard Bütikofer
5Empfehlungen
05.06.2009
Sehr geehrter Herr ,

es ist ja eine ein ganz klein bisschen tendenzioese Frage, die Sie mir stellen: "Wenn die GRÜNEN immer noch eine Friedenspartei sein wollen...".

Ich denke: eigentlich wollen Sie nicht fragen, sondern mit mir streiten. Das ist auch OK, aber dann bekommt die Sache eben auch von meiner Seite den Charakter eines Disputs.

Also nehmen Sie mal den Argumentationsstrang mit der Ruestungsagentur. Sind Sie der Meinung, die Mitgliedsstaaten der EU muessten und koennten in absehbarer Zeit ganz ohne Militaer auskommen? Wenn ja, haetten Sie sich meines Erachtens aus der Realitaet verabschiedet. Dann waere die Debatte schon aus. Wenn nein, dann folgt die naechste Frage: Soll jegliche Modernisierung militaerischer Faehigkeiten ausgeschlossen werden? Das waere meines Erachtens verantwortungslos, weil es auch dazu fuehrte, dass das Leben von Soldaten, die etwa im Rahmen von UN-Beschluessen eingesetzt werden, nicht so gut geschuetzt wuerden, wie das moeglich ist. Also braucht man Beschaffung. Man kann sie begrenzen, sicherlich, aber nicht einfach vernachlaessigen. Wenn man nun militaerisches Geraet beschafft, will man dann moeglichst viel Geld dafuer ausgeben oder moeglichst wenig? Sofern Sie argumentativ bisher noch bei mir sind, wuerden wir wohl beide hier sagen: moeglichst wenig. Ist es aber unter diesem Gesichtspunkt nicht gescheiter, die Beschaffung staerker zu koordinieren als ineffizient mit den Steuermitteln umzugehen? Ich finde schon, dass das eigentlich auch eindeutig zu beantworten ist. Und wenn dann eine Europaeische Verteidigungsagentur das ermoeglicht - ist sie damit schon eine "Aufruestungsagentur", wie die Polemik das so gerne nennt? Und foerdert das einen militaerisch-industriellen Komplex wirklich, wenn der Ruestungsindustrie eine europaeische Agentur gegenueber steht und nicht nur einzelne Laender, von denen die meisten nicht mit einem sehr langen Loeffel essen? Oder schaffen wir die europaeische Ruestungsindustrie gleich ab und kaufen anschliessend den uebrigen Bedarf in den USA oder Russland?

Ich will das Thema jetzt nicht hier argumentativ noch weiter auffaechern. Meine Haltung aber wird Ihnen sicher deutlich. Wer die EU sicherheitspolitisch integrieren will - und das erwartet die grosse Mehrheit der Buergerinnen und Buerger, wie Eurostat-Umfragen zeigen -, der kann nicht einfach am Militaer vorbei schauen, sondern muss sich der Muehe unterziehen zu unterscheiden: Wann und wann nicht? Wie und wie nicht? Wo und wo nicht? Daraus ergeben sich fuer eine Politik, die dem Frieden verpflichtet ist, Probleme, keine Frage, die nicht einfach sind. Ein grosses Problem aus meiner Sicht: Wie man trotzdem die Ruestungsexporte verringert. Aber wer, statt sich den Problemen praktisch zustellen, einfach Parolen schwingt, ist vielleicht schneller mit der Sache fertig. Aber er bewegt damit - was eigentlich?

Mit freundlichen Gruessen

Reinhard Buetikofer
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Frage zum Thema Agrarpolitik
05.06.2009
Von:

Lieber Herr Bütikofer,

welche konkreten Möglichkeiten hätten Sie als EU Parlamentarier in die EU Subventionspolitik einzugreifen und was steht da auf Ihrer persönlichen Agenda?
Man kann ja als Verbraucher heute im Grunde weder Fleisch noch Milchprodukte
kaufen, wenn man sich umweltfreundlich und solidarisch verhalten will. Mir graut es vor jeder Milchtüte zu 50 Cent und was Fleisch betrifft bin ich schon fast gänzlich zum Vegetarier geworden. Aber sehe ich es richtig, dass das Parlament auf die Subventionspolitik der EU keinen Einfluß hat, darüber zumindest nicht mit abstimmen kann?

Mit freundlichem Gruß



"Reinhild Benning, BUND-Agrarexpertin: "Der Wahnsinn, sogar die Überproduktion noch auszuweiten, hat Methode. Mit Agrarsubventionen aus Brüssel, Berlin und den Bundesländern werden die Stallbauten gefördert. Weitere Subventionen fließen in den Ausbau von Schlachthöfen und Molkereien. Zusätzlich erhalten diese noch Lager- und Exportzuschüsse von der EU. Die Fleischbranche hat die Eroberung der Weltmärkte zum Ziel und bedient sich dabei beim Steuerzahler, um einer überholten Wachstumsideologie zu frönen."

Friedrich Ostendorf, agrarpolitischer Sprecher des BUND: "Insbesondere bei Milch und Schweinefleisch bewirkt die Ausrichtung auf den Weltmarkt einen dramatischen Verfall der Erzeugerpreise. Während die Schweinefleischindustrie 2008 mit 2,6 Millionen Tonnen einen Exportrekord erzielte, musste jeder sechste Schweinefleischerzeuger in Deutschland aufgeben. Und während seit Anfang 2009 Molkereien Exportsubventionen erhalten, fürchten 80 Prozent der Milchbauern um ihre Existenz. Damit die Überproduktion beendet wird, muss sich Bundesagrarministerin Ilse Aigner in der EU für Produktionslimits einsetzen."
Antwort von Reinhard Bütikofer
1Empfehlung
05.06.2009
Liebe Frau ,

es wäre wenig glaubwürdig, wuerde ich mich als Agrarexperten ausgeben, und ich habe auch nicht vor, im Europäischen Parlament einer zu werden. Deshalb kann ich Ihnen auf diese Fragen im Wesentlichen nur das sagen, was dazu schon in unserem Programm steht. Das stimmt mit den Aussagen von Frau Benning und Herrn Ostendorff überein. Oder lesen Sie selbst unter www.gruene.de.

Auf eines aber möchte ich zusaetzlich hinweisen. Nach dem Lissabonner Vertrag, der hoffentlich bald in Kraft tritt, bekommt das Europäische Parlament das Haushaltsrecht über die Agrarausgaben. Deswegen sehe ich die Chancen wachsen, auf demokratischem Weg gegen die unerträgliche Subventionierung der Agrarindustrie vorzugehen. Wir Grüne werden uns dafür einsetzen, diese Chance zu nutzen.

Mit freundlichen Grüßen,

Reinhard Bütikofer

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Frage zum Thema Arbeitsmarktpolitik
05.06.2009
Von:

Guten Abend Herr Bütikofer,

der Prozentsatz an Frauen in Führungspositionen ist weiterhin schwindend gering. Von einer wirklichen Chancengleichheit kann nicht gesprochen werden.

Wo sehen Sie kurz- mittelfristig eine Chance, hier etwas zu bewegen?

Viele Grüsse
Antwort von Reinhard Bütikofer
5Empfehlungen
06.06.2009
Sehr geehrte Frau ,

gegen die Benachteiligung von Frauen in Führungspositionen (und genereller: gegen die Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt) muss meiner Meinung nach mit einem Gleichstellungsgesetz auf Bundesebene vorgegangen werden. Ein solches wollten wir schon zu rot-grünen Zeiten durchsetzen, scheiterten damit aber damals an Kanzler Schröder. Ein solches Gleichstellungsgesetz sollte dabei auch Mindestquoten für die Vertretung von Frauen in Unternehmensvorständen vorsehen.

Die Rolle der Europapolitik sehe ich bei diesem Thema sehr stark darin, der Diskussion in unserem Land durch Konfrontation mit der fortschrittlicheren Realität in anderen EU-Ländern einen Spiegel vorzuhalten und damit politischen Druck aufzubauen. Dafür wird sich die grüne Fraktion im Europäischen Parlament einsetzen.

Mit freundlichen Grüßen,

Reinhard Bütikofer
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