Sehr geehrter Herr

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es ist richtig, dass sich die Fraktionen im Gemeinderat einstimmig dazu entschieden haben, keine Fragen bei Abgeordnetenwatch zu beantworten. Das hat einen ganz einfachen Grund: Abgeordnetenwatch bietet Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, ihre Abgeordneten, die oft für große Wahlkreise und viele Kommunen zuständig und viel unterwegs sind (Sitzungswochen), direkt zu befragen. Gemeinde bzw. Stadträte agieren in viel kleineren Bereichen, also in einer Kommune oder - bei größeren Städten - als Vertreter ihres Stadtteils oder Bezirks, sie sind in der Regel in Vereinen und Initiativen aktiv und man trifft sie beim Einkaufen, im Theater oder beim Sport und kann sie dort ansprechen.
Wir von der SPD-Fraktion bieten zudem vor jeder Fraktionssitzung eine Sprechstunde an, zu der man vorbeikommen oder anrufen kann. Das heißt, es gibt ausreichend Gelegenheit zur direkten Kommunikation, die es bei Landtags- oder Bundestagsabgeordneten nicht immer gibt. Deswegen finden wir eine Plattform wie Abgeordnetenwatch bei Kommunalpolitikern nicht nötig.
Dazu kommt noch, dass Stadträte ehrenamtlich tätig sind. Viele haben zusätzlich zum kommunalen Mandat einen Vollzeitjob und weitere Ehrenämter, so dass vielen auch einfach die Zeit fehlt, zusätzlich zu dem, was sie bisher schon leisten (auch beim Austausch mit den Bürgern) noch Fragen bei Abgeordnetenwatch zu beantworten. Zumal wir einfach dort eingespeist wurden, ohne vorher gefragt zu werden. Auch kein besonders guter Stil.
Mich können Sie wie gesagt persönlich, telefonisch, per Email, über meine Homepage oder auch per Facebook einfach und mit kurzen Rücklaufzeiten erreichen. Deswegen habe auch ich mich entschieden, Fragen, die einen rein kommunalen Bezug haben, bei Abgeordnetenwatch nicht zu beantworten. Die Fragen, die mich als Landespolitiker, also als richtigen Abgeordneten, erreichen, beantworte ich natürlich auch weiterhin gerne.
Ich bin übrigens sicher: die Kommunalpolitiker, denen der Austausch mit dem Bürger wichtig ist, die schaffen das auch ohne Abgeordnetenwatch. Bei den anderen (die soll es ja auch geben…) hilft auch eine solche Plattform nichts.
Beste Grüße
Rainer Hinderer
Anmerkung der Redaktion:
Der Aufwand für die Teilnahme an abgeordnetenwatch.de hält sich auch für Kommunalpolitikerinnen und -politiker in Grenzen. Insgesamt bekommen die Politiker in Heilbronn durchschnittlich nicht mal eine Frage im Monat über abgeordnetenwatch.de. Doppelte Fragen werden durch die öffentliche Beantwortung sogar vermieden. Wir können die angeführte Argumentation daher nicht nachvollziehen und werden abgeordnetenwatch.de für Heilbronn fortführen, denn abgeordnetenwatch.de ist kein Ersatz für Bürgergespräche oder persönlichen Kontakt, sondern eine Ergänzung.