Ernst-Reinhard Beck (CDU)

Angaben zur Person
Ernst-Reinhard Beck
Jahrgang
1945
Berufliche Qualifikation
Oberstudiendirektor
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Reutlingen
Landeslistenplatz
keinen
weitere Profile
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Öffentliche Äußerungen
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Frage zum Thema Gesundheit
30.03.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Beck,

ich wollte heute einen Termin beim Augenarzt vereinbaren. Leider ist die Praxis aber vom 23.-31. geschlossen, lediglich eine Behandlung als Privatpatient ist möglich, da die Änderungen ab dem 01.01. keine Versorgungsmöglichkeit für Kassenpatienten ab dem 23. mehr zulassen würden.
Ich habe meine Krankenkasse (AOK und TK) und das Bürgertelefon angerufen. Unisono war die Auskunft: können wir nichts machen (der Arzt hat Vertreter benannt und somit seiner Pflicht genüge getan)
Meine Fragen: warum muss ich als Kassenpatient vom 01. bis zum 31.ten jeden Monats meine Beiträge leisten und die Halbgötter in Weiss arbeiten vom 23. bis 31. nicht mehr? Warum kann man diesen Ärzten nicht die Kassenzulassung entziehen, einfach mal so ruckzuck, denn Ihren Teil des Vertrages erfüllen Sie ja nicht.
Bin gespannt, ob all die Ärzte nur mit Privatpatienten überleben können...
MfG
Höck
Antwort von Ernst-Reinhard Beck
9Empfehlungen
01.04.2009
Ernst-Reinhard Beck
Sehr geehrter Herr Höck,

ich danke Ihnen für Ihre Frage.

In den vergangenen Tagen und Wochen haben mich zahlreiche Briefe mit demselben Anliegen aus dem Wahlkreis erreicht. Ihre Kritik kann ich sehr gut nachvollziehen.

Ich halte die Honorarreform für völlig verfehlt und hätte mir eine zukunftsträchtigere Lösung gewünscht, die den Namen Reform auch wirklich verdient. Ich habe das gesamte Reformwerk seit dem ersten Entwurf außerordentlich kritisch verfolgt. Angesichts der derzeitigen politischen Konstellation war der verabschiedete Kompromiss aber das Maximalergebnis.

Die hitzig diskutierten Probleme mit der Honorarreform müssen in meinen Augen von allen Beteiligten nochmals genauer überprüft werden. Dies sind in erster Linie die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Kassen, von denen das jetzt kritisierte Werk selbst ausgehandelt wurde – aber auch das Bundesgesundheitsministerium.

Allerdings machen es sich die Ärzte schlichtweg zu einfach, jetzt ihre Praxen für Kassenpatienten zu schließen und dann medienwirksam auf die Politik bzw. die Abgeordneten des Bundes- bzw. Landtags zu verweisen. Das hilft meiner Meinung nach niemandem weiter und trägt nicht zur Lösung der auftretenden Probleme bei. Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass die Änderungen zum 1. Januar keine Versorgungsmöglichkeit für Kassenpatienten mehr zulassen. Zuallererst müssten die Ärzte sich an ihre mitverantwortlichen Standesvertretungen wenden, anstatt das hausgemachte Problem auf dem Rücken der Patienten auszutragen.

Ich kann Ihnen versichern, dass ich mich weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen werde, dass dieser untragbare Zustand schnell ein Ende findet.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Ernst-Reinhard Beck MdB
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Frage zum Thema Internationales
03.04.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Beck,

bitte beantworten sie die Fragen nacheinander und konkret auf die Fragen bezogen:

Zum 60.NATOjubiläum soll eine neue Grand Stratgey initiert werden, die schon auf dem letzten Gipfel angedacht wurde.
1)Welche zentralen Punkte und Neuerungen müßte diese nach Auffassung der CDU/CSU umfassen?
2)Wo gibt es Differenzen mit der SPD bei der neuen NATO-Stratgie?
3)Inwieweit stimmt die CDU/CSU den Überlegungen General a.D. Naumanns und 4 weiterer NATO-Exgeneräle zu, die dieser in seiner 150seitigen Studie"Towards a Grand Strategy in an uncertain world--Renewing the transatlantic relations"forumliert und zu denen eine vernetzte Sicherheit,proaktive Vorwärtsstrategie, eine Aufhebung der Sphären innere und äußere Sicherheit und zudem noch eine atomare Präventivschladsdoktrin gegen WMDstaaten und Proliferationsverdächtige gefordert werden?
4)Soll die Bush-Doktrin mit Verspätung nun auch in der NATO durchgesetzt werden?Wie sieht das die Obama-Administration?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Ernst-Reinhard Beck
9Empfehlungen
15.04.2009
Ernst-Reinhard Beck
Sehr geehrter Herr ,

ich danke Ihnen für Ihre umfangreichen Fragen zur Nato. Auch wenn Sie nicht aus meinem Wahlkreis sind, beantworte ich Ihnen diese gerne. Ich möchte allerdings anmerken, dass Sie es mir überlassen sollten, in welcher Form ich Ihnen antworte.

Zur neuen Nato-Strategie und den Interessen der CDU/CSU möchte ich Sie zunächst auf die Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Merkel vom 26. März 2009 verweisen: www.bundesregierung.de

Sicherlich werden in einer überarbeiteten Strategie folgende Themengebiete eine zentrale Rolle spielen: Das Grundprinzip der vernetzten Sicherheit, der Spagat zwischen einem Verteidigungsbündnis auf der einen und einem Instrument internationaler Krisenbeherrschung auf der anderen Seite, der Umgang mit neuen Partnern und aufstrebenden Regionalmächten sowie das Verhältnis zu Russland und nicht zuletzt (nukleare) Abrüstung und Rüstungskontrolle.

Es zeichnet sich ab, dass in den anstehenden Diskussionen die so genannten Reformer, welche die Nato in Richtung eines weltweit agierenden Ordnungsfaktors grundlegend reformieren möchten, denjenigen Ländern gegenüberstehen, die große Veränderungen ablehnen und sich am Status Quo orientieren. Insgesamt muss die neue Strategie auch die neue Leitlinie für die transatlantischen Sicherheitsbeziehungen sein.

Meines Wissens bestehen zum jetzigen Zeitpunkt diesbezüglich keine größeren Differenzen mit unserem Koalitionspartner SPD . Zum einen existiert diese neue Nato-Strategie noch nicht, zum anderen sind es auch zunächst nicht die Parteien der einzelnen Mitgliedstaaten, die die neue Strategie erarbeiten sollen. Dass es unabhängig von der Nato-Strategie gelegentlich Unterschiede in den Vorstellungen zur Sicherheitspolitik gibt, liegt auf der Hand.

Ich möchte mich nicht – schon gar nicht im Namen der gesamten CDU/CSU – zu einzelnen Überlegungen ehemaliger Generäle äußern. Zunächst vertraue ich darauf, dass die Generäle und Nato-Entscheidungsträger, die im Amt sind, eine umfassende und schlüssige Strategie erarbeiten, über die wir dann selbstverständlich diskutieren werden.

Wenn Sie mit der Bush-Doktrin die National Security Strategy der USA aus dem Jahr 2002 meinen, die unter anderem Präventivkriege umfasst, so halte ich es für völlig abwegig, dass diese "mit Verspätung" auch in der NATO durchgesetzt werden soll. Leider kann ich Ihnen als deutscher Politiker nicht beantworten, wie die Administration des neuen US-Präsidenten Obama dies sieht. Aber vielleicht verfügt die amerikanische Politik auch über eine Art Abgeordnetenwatch bzw. Präsidentenwatch.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Ernst-Reinhard Beck MdB
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Frage zum Thema Soziales
07.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Beck,

in der gestrigen Tagesschau wurde über den Beschluss der großen Koalition, Renten grundsätzlich nicht zu kürzen, auch wenn dies nach der Rentenformel erofroderlich wäre. Es hieß auch, dass es bei einigen Abgeordneten der Unionsfraktion Widerstand gebe.

Zählen Sie zu diesem Abgeordneten? Oder anders gefragt, wie beabsichtigen Sie abzustimmen?

Als junger Mensch habe ich sowieso das Gefühl, dass die Rente in der heutigen Form nicht mehr finanzierbar ist, wir zwar viel einzahlen, aber nur noch wenig bekommen werden. Wenn dann noch aus wahltaktischen Gründen Geschenke an die heutigen Rentner verteilt werden, die von der heutigen und künftigen Arbeitsbevölkerung finanziert werden sollen, dürfen Sie sich als Politiker über die Politikverdrossenheit und sinkende Wahlbeteiligung doch nicht wundern.

Grüße aus Reutlingen
J.
Antwort von Ernst-Reinhard Beck
8Empfehlungen
12.05.2009
Ernst-Reinhard Beck
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage.

In der Tagesschau vom 6. Mai hieß es nicht, es gebe bei einigen Abgeordneten der Unionsfraktion Widerstand. Vielmehr würden einige Abgeordnete der Schutzklausel mit "Bauchschmerzen" zustimmen. Diese habe ich zugegebenermaßen auch.

Die Bundesregierung geht derzeit nicht davon aus, dass die Löhne im Jahr 2009 sinken werden. Daher ist nicht zu erwarten, dass die Schutzklausel zur Anwendung kommt, sie stellt vielmehr eine Vorsichtsmaßnahme dar. Sie haben aber zu Recht auf die künftigen Generationen verwiesen. Wir greifen in Krisenzeiten den Bürgern und der Wirtschaft mit großen Summen unter die Arme. Trotzdem dürfen wir gerade jetzt die Nachhaltigkeit unserer Politik und die Auswirkungen auf junge Menschen nicht aus den Augen verlieren.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Ernst-Reinhard Beck MdB
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
20.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Beck,

Der Bundestag bzw. seine Ausschüsse behandeln derzeit den Gesetzvorschlag der Koalitionsfraktionen über das "Gesetz zur Bekämpfung von Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen". Das Gesetz soll es ermöglichen via DNS-Sperren Zugriffe auf Seiten, die Kinderpornographie beinhalten, zu verhindern.

Bezüglich dieses Gesetzentwurfs habe ich an Sie als meinen Wahlkreisabgeordneten einige Fragen:
1.) Finden Sie es nicht bedenklich, dass die Sperrlisten keiner richterlichen oder parlamentarischen Kontrolle unterliegen, sondern allein und geheim vom Bundeskriminalamt verwaltet werden sollen? Finden Sie nicht, dass es wenigstens sinnvoll wäre eine solche Kontrolle dieses Grundrechtseingriffs in den Gesetzentwurf einfließen zu lassen?

2.) Ihre Fraktionskollegin Michaela Noll hat in der Plenarsitzung am 6. Mai folgendes gesagt: "Wenn durch das Sperren von Internetseiten auch nur ein einziger Fall von sexuellem Missbrauch eines Kindes verhindert wird, dann hat es sich für mich gelohnt." [Q1] - Finden Sie solche Äußerungen nicht unverhältnismäßig? Der Schutz des einzelnen steht über unser aller Grundrechte? Inwiefern verhindert das Gesetz überhaupt den sexuellen Missbrauch von Kindern? Das Kind wird durch den Täter mishandelt, nicht durch eine Internetseite. Insofern muss eine Maßnahme mit dem von Fr. Noll angesetzten Ziel ja wohl an der Täterschaft ansetzen, oder nicht?

3.) Wie stehen Sie zu dem Vorschlag des Internetanbieters 1&1 [Q2], der, in Anlehnung an den Jugendschutz im Internet, eine freiwillige Routerbasierte Sperre solcher Seiten vorschlägt?

Vielen Dank bereits jetzt für die Beantwortung Ihrer Fragen,
mit freundlichen Grüßen,


Quellen:
Q1: Plenarprotokoll: www.bundestag.de
Q2: netzpolitik.org: netzpolitik.org
Antwort von Ernst-Reinhard Beck
4Empfehlungen
05.06.2009
Ernst-Reinhard Beck
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie Dank für Ihre Frage.

In einer öffentlichen Expertenanhörung im Wirtschaftsausschuss des Deutschen Bundestages in der vergangenen Woche wurde deutlich, dass es noch einige Kritikpunkte am Gesetzentwurf zur Bekämpfung der Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen gibt und es demnach noch zu Nachbesserungen kommen wird.

Bezüglich Ihrer ersten Frage haben Sie wahrscheinlich mitbekommen, dass Bundesministerin Ursula von der Leyen inzwischen eine "vertrauensbildende Instanz" angekündigt hat. Aus den bisherigen Diskussionen sei die Idee entstanden, dass ein Gremium mit unabhängigen Experten vor Ort beim BKA Einsicht in die Sperrlisten nimmt, ob ausschließlich Kinderpornografie nach Paragraf 184b StGB geblockt wird.

Ein Gesetz wird den sexuellen Missbrauch von Kindern nicht verhindern können, das ist klar. Wir müssen aber alles dafür tun, dass unsere Kinder bestmöglich geschützt werden. Dazu gehört, dass abscheuliche Bilder nicht verbreitet werden können! Es geht uns auch nicht darum, Freiheiten der Bürger einzuschränken. Nach unserer Verfassung findet die Meinungsfreiheit ihre Grenze im Schutz der Menschenwürde.


Mit freundlichen Grüßen

Ernst-Reinhard Beck MdB
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Frage zum Thema Arbeit
03.06.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Beck,

da ich nach knapp 20 Jahren nun gezwungen bin, mich nach einer neuen Stelle umzuschauen bin ich in diesem Prozedere nun in einem Training der Bundesagentur für Arbeit gelandet. Nicht nur hier sondern auch bei der privaten Suche via Internet und Tageszeitung muss ich feststellen, daß einer auch noch so qualifizierten Person meist ohne ein Hochschulstudium überhaupt keine Chance auf Bewerbung eingeräumt wird. Selbst die raren Stellen ohne akademische Anforderung verlangen jeweils einen so dezidierten Abschluß, daß auch hier ohne denselben, dafür aber vielleicht mit einem ähnlichen Abschluß keine Hoffnung besteht. Gibt es denn für Menschen, die trotzdem wegen ihrer Eigenschaften, persönlichen Ausprägungen oder während der beruflichen Laufbahn erworbenen Fähigkeiten für die Tätigkeit an sich geeignet sein könnten, überhaupt keinen Weg (zurück) in die Berufstätigkeit? Wäre hier nicht die Politik gefragt, einem Abrutsch in die - die Gesellschaft nicht zuletzt finanziell belastende - Arbeitslosigkeit vorzubeugen? Zu einem Heer von Sozialhilfeempfängern möchte ich ungern gehören, doch selbst das Arbeitslosengelt I ist so gestaltet, daß ich wirklich neugierig bin, wie beispielsweise Sie davon leben würden. Was gedenken unsere Vertreter, was Sie schlußendlich schließlich sind und sein sollten, dagegen zu unternehmen?

mit freundlichen Grüßen

gez.
Antwort von Ernst-Reinhard Beck
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10.06.2009
Ernst-Reinhard Beck
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Regelmäßig erreichen mich Anliegen wie das Ihrige. Es ist für mich dabei immer sehr schwer, die persönliche Lage eines Bürgers oder einer Nürgerin aus dem Wahlkreis zu beurteilen, ohne über den genauen Hintergrund und das einzelne Schicksal Bescheid zu wissen.

Ich kenne Ihre Vorgeschichte nicht, ebenso wenig die Stellen, die für Sie in Frage kommen und auf die Sie sich gerne bewerben würden. Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, dass man ohne Hochschulstudium prinzipiell keine Chance mehr auf eine Bewerbung bzw. eine Stelle hat. Ich bin überzeugt, dass Menschen, die sich im Laufe Ihres Berufslebens besondere Qualifikationen, Eigenschaften und Fähigkeiten erworben haben, auch eine realistische Chance haben, wieder auf dem Arbeitsmarkt in einer angemessenen Anstellung Fuß zu fassen. Dies ist meine Meinung, ohne jedoch Ihre Situation zu kennen. Sie dürfen mir diese in einem persönlichen Schreiben gerne schildern.

Unabhängig davon stellt die Arbeitslosigkeit eines der gravierendsten Probleme in Deutschland dar. Vor der Wirtschaftskrise waren wir auf einem guten Wege, die Zahl der Arbeitslosen ging stetig zurück. Durch eine Vielzahl von Maßnahmen wird von Seiten der Politik derzeit versucht, die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf den Arbeitsmarkt so gering wie möglich zu halten. So steht im Mittelpunkt des Konjunkturprogramms II, dem "Pakt für Stabilität und Beschäftigung", der Erhalt von Arbeitsplätzen. Jede einzelne Maßnahme trägt hierzu bei.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Ernst-Reinhard Beck MdB
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