Prof. Dr. Klaus Buchner (ÖDP)
Kandidat Landtagswahl Bayern 2008
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Prof. Dr. Klaus Buchner
Jahrgang
1941
Berufliche Qualifikation
Physiker
Ausgeübte Tätigkeit
Universitätsprofessor, Bundesvorsitzender der ÖDP
Wohnort
-
Stimmkreis
München-Milbertshofen
Landeslistenplatz
1, Oberbayern
(...) Große Anstrengungen sind auch in der Poliktikwissenschaft nötig, um unsere Demokratie so zu erhalten, wie sie zu Beginn der Bundesrepublik eingeführt worden ist. Die Lobbyarbeit in Berlin und der Vertrag von Lissabon machen die Probleme deutlich. - Dies kann man im Augenblick nur in unseren Pressemeldungen nachlesen. Die Fehlentwicklungen waren in den letzten Monaten so rasant, dass sie noch nicht in unsere Programme eingearbeitet sind. (...)
 
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Frage zum Thema Finanzen
23.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Prof. Buchner,

Was halten Sie von den Versprechungen der CSU, die Steuern zu senken?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Prof. Dr. Klaus Buchner
17Empfehlungen
24.09.2008
Prof. Dr. Klaus Buchner
Sehr geehrter Herr ,

meiner Meinung nach ist das eine Aussage der CSU, die nach der Wahl schnell wieder zurückgezogen wird. Denn bei der jetzigen Haushaltslage wäre eine Steuersenkung nicht zu verantworten. Die Staatsverschuldung ist immer noch so hoch, dass der einzelne Bürger durch die anfallenden Zinsen erheblich belastet wird. Wäre es nicht sinnvoller, zuerst die Schulden zu senken?

Außerdem gibt es vor allem für unsere Kinder und Jugendlichen viele ernsthafte Probleme. Sie sind der CSU nicht so viel wert, dass Kindergärten und Schulen eingerichtet werden, die einem internationalen Vergleich standhalten. Auch bei den Universitäten wird - von einigen Prestigeobjekten abgesehen - ständig gespart, so dass das Niveau in den letzten Jahren dramatisch gesunken ist.

Dieser Vorschlag der CSU kann nur als Verhöhnung der Wähler bezeichnet
werden.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Buchner
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Frage zum Thema Bürgerbeteiligung und Bürgergesellschaft
23.09.2008
Von:

Hallo Herr Prof. Dr. Buchner,

kurze Frage: Wieso haben Sie keine Listenverbindung mit den Freien Wählern eingegangen? Ist das in Bayern nicht möglich mit anderen Kleinpartei oder war das nicht in Ihrem Interesse?

Gemeinsam hätten Sie doch sicherlich 10 Prozent erreichen können und zumindest teilweise ihre Politik vertreten können.

Wie realistisch ist ein Einzug ihrer Partei mittelfristig in ein Landesparlament?
Antwort von Prof. Dr. Klaus Buchner
17Empfehlungen
24.09.2008
Prof. Dr. Klaus Buchner
Sehr geehrter Herr ,

eine Listenverbindung der ödp mit den Freien Wählern wäre nach dem neuen Gesetz, mit dem die etablierten Parteien die Konkurrenz von den "Kleinen" ausschalten wollen, kaum möglich. Denn Mitglieder einer Partei dürfen jetzt nicht mehr auf der Liste einer anderen Partei kandidieren. Und Listenverbindungen im engeren Sinn hat es bei der bayerischen Landtagswahl noch nie gegeben.

Trotzdem wären Modelle einer Zusammenarbeit denkbar. Dies wurde jedoch vom Landesvorstand der Freien Wähler abgelehnt. Schade! Ich meine diese Haltung ist sowohl für die Freien Wähler, als auch für die ödp von Nachteil.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Buchner
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Frage zum Thema Forschung und Technologie
24.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Buchner,

Warum finden sich kaum positiv formulierten Ziele im Bereich Forschung und Technologie im Programm der ÖDP?

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort von Prof. Dr. Klaus Buchner
11Empfehlungen
25.09.2008
Prof. Dr. Klaus Buchner
Sehr geehrter Herr ,

Sie haben Recht: In unserem bayerischen Wahlprogramm sind keine Forschungsziele explizit formuliert. Weil sie bundesweit dieselben sind, stehen sie im Bundestagswahlprogramm, aber auch dort nicht unter einer Rubrik "Forschung", sondern jeweils auf die einzelnen Fachgebiete bezogen. Am deutlichsten ist das für die Bereiche "umweltfreundliche Energie" und "Energiesparmaßnahmen", wo wir sogar eine Sonderfinanzierung vorschlagen. Denn die Klimaveränderung hat bereits heute schlimme Auswirkungen. Außerdem wird in wenigen Jahren die Energie so teuer werden, dass sich nicht mehr Alle im Winter eine Heizung leisten können - es sei denn, wir handeln schnell und effizient. Weitere Entwicklungsschwerpunkte müssen nach unseren Vorstellungen die Senkung der verschiedenen Umweltbelastungen sein, besonders auch durch elektromagnetische Strahlung. Bei letzterer ist in unserem Programm dargestellt, dass wir für den nächsten Schritt die wissenschaftlichen Voraussetzungen bereits kennen. Es ist aber noch viel Pionierarbeit im technisch-wirtschaftlichen Bereich zu leisten.

Große Anstrengungen sind auch in der Poliktikwissenschaft nötig, um unsere Demokratie so zu erhalten, wie sie zu Beginn der Bundesrepublik eingeführt worden ist. Die Lobbyarbeit in Berlin und der Vertrag von Lissabon machen die Probleme deutlich. - Dies kann man im Augenblick nur in unseren Pressemeldungen nachlesen. Die Fehlentwicklungen waren in den letzten Monaten so rasant, dass sie noch nicht in unsere Programme eingearbeitet sind. Hier ist aber der Bundesvorstand der ödp selbst tätig.
In unseren Programmen lassen sich noch weitere wichtige Forschungsschwerpunkte finden. Nicht zu vergessen sind aber auch die "klassischen" Forschungsziele, z.B. in der Medizin. Damit diese Antwort noch lesbar bleibt, will ich aber hier aufhören.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Buchner
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Frage zum Thema Bildung
24.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Buchner,

nach einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft hinkt Bayern in der Förderung technischer Qualifikationen dem Bedarf der Wirtschaft weit hinterher. (siehe www.insm-bildungsmonitor.de ).
Wie kommen Sie von daher zu Ihrer Einschätzung vom 23.09. auf dieser Webseite, dass sich das Bildungssystem nicht "einseitig auf Technologie" beschränken solle?

Vielen Dank und Gruß,
Antwort von Prof. Dr. Klaus Buchner
28Empfehlungen
25.09.2008
Prof. Dr. Klaus Buchner
Sehr geehrter Herr ,

meiner Meinung nach muss unser Bildungssystem grundlegend reformiert werden. Am klarsten sieht man das wohl am desolaten Zustand unserer Berufsschulen und an der Tatsache, dass sich bei den Migranten Parallelkulturen bilden.

Bei dieser Reform darf man nicht einseitig die technischen Fächer berücksichtigen. Wir brauchen ganze Menschen, die gesund sind, Sozialkompetenz haben und auch von unserer Kultur profitieren. Denn was nützt ein Arbeiter oder ein Ingenieur, der zwar fachlich gut ausgebildet ist, aber weder kreativ ist, noch sich mit seinen Kollegen verträgt? Will man wirklich produktive Mitarbeiter haben, so muss man mehr verlangen als nur eine gute fachliche Ausbildung.

Hier sind für mich zwei Vorbilder wichtig, Menschen, die einst meine Chefs waren. Das sind Prof. Yukawa, der Entdecker der Kernkräfte und Werner Heisenberg, der die Quantenmechanik entwickelt hat, ohne die es heute viele Industriezweige nicht gäbe. Heisenberg hat wesentliche Anregungen für seine physikalischen Arbeiten aus der Philosophie des antiken Griechenland bezogen. Seine Vorträge fingen meist mit einem Goethe-Zitat an und endeten mit einem solchen. Bei Prof. Yukawa war es ähnlich. Natürlich zitierte er weniger Goethe als chinesische und japanische Dichter. Damit will ich sagen: Wir brauchen ganze Menschen, die einen breiten Horizont und eine tiefe Menschlichkeit haben. Dies lernt man nicht in einer schmalspurigen Technikerausbildung, die nur auf die Vermittlung von Fachwissen ausgerichtet ist. Dazu ist ein Schulwesen nötig, das den Menschen als solchen in den Mittelpunkt stellt und nicht den Menschen als Teil des Wirtschaftssystems.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Buchner
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Frage zum Thema Europa
25.09.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Prof. Buchner,

warum klagen Sie gegen den Vertrag von Lissabon, der die Grundlage für die Europäische Union bilden soll?

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Prof. Dr. Klaus Buchner
30Empfehlungen
25.09.2008
Prof. Dr. Klaus Buchner
Sehr geehrte Frau ,

wir brauchen Europa, nicht nur als Wirtschaftsraum, sondern als einen Kontinent, der für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Demokratie eintritt.

Das Europa, das der Vertrag von Lissabon bauen will, ist einseitig auf eine neoliberale Wirtschaft und auf die militärische Sicherung unserer Rohstoffquellen, besonders des Öls, ausgerichtet. Ich weiß, das klingt hart. Aber wenn man bedenkt, dass inzwischen 80% unserer neuen deutschen Gesetze nur Umsetzungen von Vorgaben der EU-Kommission in deutsches Recht sind, kann man erahnen, welchen Einfluss Europa auf uns hat. Die neuen Gesetze und Verordnungen können nicht vom EU-Parlament formuliert werden. Dieses Recht hat nur die EU-Kommission, die nicht demokratisch gewählt ist, und die keine Fachkräfte hat, wie sie etwa in jedem Ministerium vorhanden sind. Deshalb werden die EU-Verordnungen zum großen Teil von den interessierten Lobbyverbänden der Industrie formuliert. Das nenne ich nicht Demokratie!

Wussten Sie, dass in Zukunft kein Parlament mehr über Krieg und Frieden entscheidet, weder das EU-Parlament, noch der Bundestag. Die Entscheidung fällt im Ministerrat hinter verschlossenen Türen. Dabei ist der deutsche Verteidigungsminister in vielen Fällen sogar gezwungen, einem Krieg zuzustimmen, falls der Vertrag von Lissabon ratifiziert wird.

Wussten Sie, dass nach dem Vertrag von Lissabon Tötungen (d.h. auch Hinrichtungen) erlaubt sind, wenn sie zur Niederschlagung einer Revolution oder eines Aufruhrs "nötig" sind? Das heißt, das Vorgehen der Chinesen in Tibet, die brutale Niederschlagung der friedlichen Demonstration auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking und 1989 der Plan Honeggers, die Montagsdemonstrationen durch das Militär zusammenschießen zu lassen, sind nach dem Vertrag von Lissabon erlaubt. Da dann die Bundeswehr nicht mehr unter deutschem Oberbefehl steht, sondern unter einem nicht demokratisch gewählten EU-Ausschuss, können sogar Bundeswehrsoldaten zu solchen Tötungen und Hinrichtungen gezwungen werden.

Das ist nicht das Europa, in dem ich leben will.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Buchner
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