Patrick Döring (FDP)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Patrick Döring
© FDP-Bundestagsfraktion
Geburtstag
06.05.1973
Berufliche Qualifikation
Diplom-Ökonom, Unternehmer
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Hannover
Wahlkreis
Stadt Hannover II
Ergebnis
6,2%
Landeslistenplatz
5, Niedersachsen
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(...) Das deutsche Steuersystem wird grundsätzlich mit dem Steuervereinfachungsgesetz einfacher, gerechter, moderner und unbürokratischer. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
27.03.2012
Von:

In der "Berliner Runde" haben sie die Beteiligung der Bürger an politischen Entscheidungen als "Tyrannei der Masse" bezeichnet. Wie vereinigt ihrer Meinung nach sich diese für einen Poiitiker in einer Demokratie fragwürdige Einstellung mit dem Grundgesetz Artikel 20 (2)?
Antwort von Patrick Döring
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25.04.2012
Patrick Döring
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage über abgeordnetenwatch.de vom 27. März 2012.

Der Begriff "Tyrannei der Mehrheit" wurde bereits im 19. Jahrhundert von Alexis de Tocqueville geprägt. Patrick Döring bezog sich in Anlehnung daran auf wesentliche Elemente unserer modernen Demokratie: das Mehrheitsprinzip, den Minderheitenschutz und die Meinungsfreiheit.

Wenn durch Stimmungsmache im Internet so genannte "Shitstorms" ausgelöst werden, die bestimmte Meinungen nicht nur sachlich kritisieren, sondern Personen vor allem diffamieren oder beleidigen, hat dies mit demokratischer Kultur nicht viel gemein. Solche stürmischen Entrüstungswellen im Internet erzeugen zudem häufig ein Zerrbild, was die tatsächlichen Mehrheitsverhältnisse angeht. Die Auseinandersetzung um Stuttgart 21 hat dies eindrucksvoll veranschaulicht: Über Monate hinweg konnte im vergangenen Jahr auch in den Sozialen Netzwerken im Internet der Eindruck entstehen, dass die große Mehrheit der Menschen dieses Projekt ablehne. Als es zu einer realen Volksabstimmung kam, sah das Ergebnis aber ganz anders aus: Eine klare Mehrheit stimmte für Stuttgart 21.

Als Liberale folgen wir einem Prinzip Voltaires: "Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst." Die Auseinandersetzung suchen wir grundsätzlich in der Sache und mit dem gebotenen Respekt unter Demokraten – auch wenn sich in der Anonymität des Internets sich nicht alle politischen Aktivisten daran halten werden.


Mit freundlichen Grüßen

Patrick Döring, MdB
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
28.03.2012
Von:

lieber herr döring !

was genau wollten sie mit ihrer in den medien weit verbreiteten aussage zur "tyrannei der masse" genau ansprechen ? ist ihnen die begriffsdefinition der "demokratie" als abgeordneter einer partei , die von einem gewissen ( grösseren oder kleineren ) teil jener "masse" , in der sie offensichtlich momentan nur die eigenschaften eines tyrannen erkennnen möchten geläufig ?
oder ist ihre wahrnehmung eher dergestalt : wenn die "masse" ihre partei wählt , besteht sie aus verständigen bürgern , wählt sie aber die konkurrenz wird sie von ihnen als "tyrannisch" empfunden ( und dies formulieren sie auch öffentlich so ) ?

kurz gefragt : haben sie verstanden , wie demokratie funktioniert ? auch ganz ohne jene persönlichen empfindungen , die sie offensichtlich zu solcherlei aussagen verleiten ??

ich habe nicht den eindruck , dass sie in diesem spannungsfeld zwischen persönlicher wahrnehmung und übergeordnetem politischem prinzip unterscheiden möchten ......

sie haben hier die gelegenheit , diesem doch eher besorgniserregenden eindruck entgegenzutreten , ich erwarte ihre antwort mit spannung ....... :-)

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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
20.04.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Döring,

wenn ich Ihre Erklärungen zur äußerst unglücklichen "Tyrannei der Masse"-Aussage richtig verstanden habe, so beziehen sich Ihre Befürchtungen darauf, dass die Gefahr bestehe, dass eine Mehrheit die Meinungen von Minderheiten geradezu unterdrücke.

Ich möchte nun gar nicht Ihr Demokratieverständnis in Frage stellen. Bei mir regt sich vielmehr die Frage, wie es um die Minderheitenstandpunkte innerhalb Ihrer eigenen Partei steht. Wie kann es sein, dass Christian Lindner mit 394 von 395 Stimmen zum Spitzenkandidaten für die NRW-Wahl gewählt wird? Gibt es in Ihrer Partei keine Gruppierung, die Herrn Lindner, der ja bereits seinen Rücktritt aus der Politik erklärt hatte, nicht als Spitzenkandidat haben will? Ich kann mir das kaum vorstellen (ohne dabei eine Aussage über Herrn Lindner treffen zu wollen)!

Es ist für mich unverständlich, wie sie einerseits vor der "Tyrannei der Masse" warnen können, andererseits aber in Ihrer eigenen Partei ein Spitzenkandidat mit einem Wahlergebnis gekürt wird, das von der Einbeziehung einer noch so kleinen andersdenkenden Minderheit keine Spur aufweist.

Ich danke Ihnen für Ihre Bemühungen zur Klärung dieser Frage.

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Frage zum Thema Familie
23.04.2012
Von:

Lieber Herr Döring,

mit Freude habe ich gelesen, dass sie in ihrem neuen Grundsatzprogramm die Ehe-Schließung für homosexuelle Paare beschlossen haben. Das ist schon mal sehr lobenswert. Allerdings habe ich starke Zweifel, dass sie sich auch dafür einsetzen werden. Es gibt derzeit eine Mehrheit von SPD, Grüne, Linke und jetzt FDP, die für die Ehe-Öffnung sind. Wird die FDP so einen Gesetzesentwurf in den Bundestag einbringen, oder einen solchen unterstützen, sollte es einen von der Opposition geben?

Bei der letzten Abstimmung hat die FDP entgegen ihres Programmes dagegen gestimmt, was mich sehr an die Glaubwürdigkeit zweifeln lässt. Machtpolitische Taktikspielerein machen nicht gerade einen guten Eindruck. Daher stelle ich mir jetzt die Frage:

Wird die FDP eine Eheschließung unterstützen, sollte ein Gesetzesentwurf von der SPD/Grüne kommen?

Liebe Grüße

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Frage zum Thema Wirtschaft
22.05.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Döhring,

warum haben Sie in der Süddeutschen Zeitung verlangt, daß Thilo Sarrazin nicht in der Sendung von Günther Jauch am 20.05.2012 auftreten soll?

Im Zusammenhang mit dieser obigen Frage möchte ich auch gerne wissen, ob Sie das neue Buch von Herrn Sarrazin "Europa braucht den Euro nicht" überhaupt gelesen hatten, BEVOR Sie Ihre in meiner ersten Frage angesprochene Äußerung getätigt hatten?

Letzte Frage zu diesem Themenkomplex: Sind Sie nicht auch der Meinung, daß es manchmal besser wäre, einfach nur den Mund zu halten, wenn man keine Ahnung hat?

Mit freundlichem Gruß


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