Omid Nouripour (GRÜNE)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Omid Nouripour
Jahrgang
1975
Berufliche Qualifikation
Politikberater
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Hochtaunus
Landeslistenplatz
6, Hessen
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(...) Damit werden gerade diejenigen benachteiligt, die nahe an ihrem Arbeitsplatz wohnen und damit die Verkehrssysteme und unsere Umwelt weniger belasten.
Wir haben stets für eine einheitliche Entfernungspauschale auf niedrigerem Niveau plädiert, die für jeden Verkehrsträger und jeden zurückgelegten Kilometer gleich hoch wäre. Diese Lösung wäre einfach und praktikabel. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Sicherheit
23.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Nouripour,

In Berlin soll ein "Ehrenmal" für die im Dienst umgekommenen Soldaten der Bundeswehr errichtet werden. Soweit mir bekannt ist, haben das im Prinzip auch die GRÜNEN befürwortet.

Meine Frage ist nun, ob es nicht zusätzlich auch eine Gedenkstätte für die durch die Bundeswehrsoldaten getöteten Menschen geben sollte. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist es für uns in Deutschland doch nicht mehr möglich, den Krieg nur aus der eigenen Perspektive zu sehen, sondern wir sehen auch die Opfer unserer Kriegshandlungen.

Durch den NATO-Angriff auf Serbien sind Tausende von Serben umgekommen, und durch den US- und NATO-Angriff auf Afghanistan sind Zehntausende von Afghanen getötet worden. In beiden Fällen waren Bundeswehrsoldaten maßgeblich an den Aktionen beteiligt. Diese Tötungen mögen notwendig gewesen sein -- um einen solchen politischen Streit geht es mir in diesem Zusammenhang nicht. Ich frage einzig und allein, ob es mit unserer politischen und moralischen Kultur vereinbar ist, zwar unserer eigenen Toten zu gedenken, aber diejenigen zu vergessen, die wir getötet haben. (Zumal die Verluste auf der anderen Seite aufgrund unserer technischen Überlegenheit um ein vielfaches höher waren und sind.) Mit meinen christlichen Wertevorstellungen verträgt sich das jedenfalls nicht.

Wie stehen Sie zu der Frage einer Gedenkstätte für die Opfer der Bundeswehr?

Mit freundlichen Grüßen und herzlichem Dank für Ihre Nachricht,
Ihr
Prof. Dr.
Antwort von Omid Nouripour
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28.05.2009
Omid Nouripour
Sehr geehrter Herr ,

Verteidigungsminister Jung kam mit diesem Vorstoß 2007 vollkommen überraschend aus der Deckung, vermutlich auch um sich in konservativen Kreisen beliebt zu machen. Bis dahin kam Minister Jung kaum in der öffentlichen Wahrnehmung vor.

Ich und meine Fraktion begrüßen eine öffentliche Debatte darüber, wie Staat und Gesellschaft ehrend der deutschen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger gedenken, die im Auftrag des Staates oder freiwillig im Dienst für den Frieden ihr Leben lassen. Eine solche Debatte muss vor dem Hintergrund des deutschen Militarismus sehr behutsam und sensibel geführt werden. Viele Diplomaten, Polizisten, Entwicklungshelfer aber auch Mitarbeiter von Friedensmissionen und zivilen Hilfsorganisationen riskieren ihr Leben oder haben im Dienst für den Frieden durch "Fremdeinwirkung" ihr Leben verloren. Auch sie haben ein würdiges Gedenken verdient.

Viele Grüße aus Frankfurt

Omid Nouripour
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Frage zum Thema Kinder und Jugend
30.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Nouripour !

Auf die von Herrn Zingel am 8.05.09
gestellte Frage antworten Sie am 15.05.09,

Zitat Herr Nouripour:

"Lassen Sie mich eines klarstellen: der Amoklauf von Winnenden war eine entsetzliche Tragödie und darf sich nicht wiederholen. Eine Verschärfung des Waffenrechts ist hilfreich, aber nur eine Maßnahme. Ein Paintball-Verbot ist sicherlich nicht hilfreich.
Ich und meine Partei wollen die Frühwarnmechanismen – gerade in der Schule – ausbauen. Dazu gehören auch mehr Sozialarbeiter an Schulen."

www.abgeordnetenwatch.de

Ich stimme Ihner Betrachtung weitgehend zu,
vermisse aber zumindest in Ihrer Darstellung
eine weitergehende Problemanalyse.

Frage 1:

Wenn sich ein Amoklauf wie Winnenden nicht wiederholen soll, müssen wir dann nicht viel stärker auf die eigentlichen Ursachen eines solchen Amoklaufes achten?

Ich bitte weiter zu beachten:

Der Amoklauf von Winnenden ähnelt in der Zahl der Opfer, der gezeigten Kaltblütigkeit und Brutalität des Täters dem Amok von Erfurt.

Ich gebe zu bedenken:

Auch der Amoklauf von Erfurt war eine entsetzliche Tragödie,
die sich nicht hätte wiederholen dürfen.

Frage 2:

Haben Staat und Gesellschaft nicht nach Erfurt bei der Bestimmung der eigentlichen Ursachen für einen solchen Amoklauf weitestgehend versagt, so dass ein zweiter Amoklauf
dieser Art, der Amok in Winnenenden nicht verhindert werden konnte, eventuell sogar noch durch die Berichterstattung der Medien befördert wurde?

Frage 3:

Erkennen Sie die Gefahr, dass unsere Gesellschaft aktuell diesen Fehler wiederholt, so dass ein erneuter Amoklauf in der Zukunft nicht ausgeschlossen werden kann?

Frage 4:

Glauben Sie, dass die sonst sicher sinnvolle Maßnahme von mehr Sozialarbeitern an Schulen ausreicht?

Glauben Sie, dass eine bessere Sozialarbeit alleine die Probleme lösen kann, die Jugendliche in Perspektivlosigkeit, Vereinzelung, Verzweiflung und im Extremfall zur Gewalt treibt?

Mit freundlichen Grüssen,
Antwort von Omid Nouripour
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29.06.2009
Omid Nouripour
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Fragen an mich über abgeordnetenwatch.de

Frage 1: Sie haben recht, wir müssen viel stärker auf die Ursachen eines Amoklaufes achten. Der direkte Anknüpfungspunkt zu Jugendlichen ist die Schule, daher plädiere ich u.a. für mehr Sozialarbeit in den Schulen.

Frage 2: Ich glaube, dass der Amoklauf von Erfurt leider aus den Köpfen von Politik und Gesellschaft verschwunden ist, nur so ist zu erklären, dass es in Winnenden erneut zu einem tragischen Amoklauf kommen konnte.

Frage 3: Ja, diese Gefahr sehe ich. Gerade dann, wenn die Schaufensteranträge der großen Koalition beschlossen sind und sie wieder zur "Tagesordnung" übergehen.

Frage 4: ich beziehe mich auf Frage 1.

Viele Grüße nach Dreieich.

Omid Nouripour
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Frage zum Thema Internationales
17.06.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Nouripour,

wie mir heute bekannt wurde, stammen Sie aus dem Iran, weshalb ich mich an Sie wende. In manchen deutschen Medien (Die Welt, Aachener Zeitung) wurde berichtet, dass es im Iran in manchen Regionen eine Art "Grundeinkommen" geben soll, was ähnlich dem Alaska Permanent Fund (aus den Öleinnahmen des Landes) finanziert wird.

Dieses Programm habe Ahmadinedschad für arme Menschen aufgelegt, während der Präsidentschaftskandidat Karrubi ein "Grundeinkommen" für alle bei seiner Wahl zum Präsidenten versprach.

In wie weit spielt das Thema "Grundeinkommen" bei den derzeitigen Konflikten eine Rolle? Will z.B. Mussawi, der als neo-keynsianisch gilt, dieses Programm abschaffen?

Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Antwort,

mit freundlichen Grüßen aus Kiew,

Antwort von Omid Nouripour
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18.06.2009
Omid Nouripour
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Meine Wahrnehmung ist, dass es im Wahlkampf nicht um ein Grundeinkommen ging. Es ging natürlich in vielen Debatten und Auseinandersetzungen um die Armut im Lande, ein Grundeinkommen hat meiner Wahrnehmung nach jedoch keine Rolle gespielt. Es kann aber auch sein, dass mir dieses Thema entgangen ist.

Weitere Informationen zum Iran und über die aktuelle Lage dort erhalten Sie auf meiner Homepage unter www.nouripour.de

Viele Grüße

Omid Nouripour
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
18.06.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Nouripour,

aufgrund der niedrigen Wahlbeteiligung bei der Europawahl habe ich folgende Frage:

Ab welcher Wahlbeteiligung kann sich eine Regierung (unabhängig auf welcher Politikebene) als demokratisch legitimiert bezeichnen?

Ich erwarte dankend Ihre Antwort
Antwort von Omid Nouripour
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25.06.2009
Omid Nouripour
Hallo Herr ,

in Deutschland besteht keine Wahlpflicht, daraus ergibt sich auch, dass es keine Untergrenze im Bundeswahlgesetz gibt. Allerdings hat jede Regierung, die mit einer niedrigen Wahlbeteiligung gewählt wurde immer ein Legitimations-, mindestens eine Argumentationsproblem.

Aufgabe der demokratischen Parteien ist und muss es auch sein, die Politik zu erklären und Bürgerinnen und Bürger zu den Wahlen zu ermutigen. Oftmals passiert dies zu wenig.

Fakt ist jedoch, von einer niedrigen Wahlbeteiligung profitieren in der Regel am stärksten die extremistischen Parteien am linken und rechten Rand des Parteienspektrums. Allein aus diesem Grunde ist es richtig und wichtig, für eine hohe Wahlbeteiligung, von Kommunal- bis Europawahl, zu kämpfen.

Nach der Etablierung des 5 Parteien-Systems in den Bundesländern und im Bundestag kommen immer wieder Spekulationen einzelner auf, die sich für eine Änderung des Wahlrechts aussprechen. In der Regel sind diese Änderungen parteipolitisch tendenziös. Ich bin sehr zufrieden mit unserem Wahlrecht. Spannend bleibt abzuwarten, wie die große Koalition auf die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur "negativen Stimmgewichtung" reagieren wird.

Viele Grüße nach Maintal/Bischofsheim

Omid Nouripour
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Frage zum Thema Internationales
28.06.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Abgeordneter,
ich halte das Vorgehen der Opposition im Iran für im Augenblick falsch.
Ich weiß, das man im Iran so etwas wie eine Volksabstimmung/Volksbegehren machen kann. Wenn sich die Opposition auf diese Position zurückziehen würde, wäre das glaube ich besser für alle. Mehreren Berichten und persönlichen Einschätzungen entnehme ich, das vielleicht realistische Chancen bestehen auf diesem Wege Neuwahlen zu erreichen und vielleicht diesmal auch religiöse Hardliner sich nicht verzählen. Meine Frage: Können sie Einfluss nehmen, oder Herrn Musawi direkt erreichen?
Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Omid Nouripour
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30.06.2009
Omid Nouripour
Hallo Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Ich bin leider nicht in der Lage Herrn Mussawi persönlich zu kontaktieren, habe aber Kontakte bei den iranischen Reformern, der Oppositionsbewegung als auch in der jetzigen Regierung.

Ich glaube, dass die jetzigen Spannungen sich nicht mehr primär nur um den Wahlbetrug drehen. Viele, vor allem junge Menschen, demonstrieren für einen liberaleren Staat, der sich mit dem Rest der Welt auf Augenhöhe und nicht konfrontativ verständigt.

Als Bundesrepublik Deutschland und als Europäische Union erhoffe ich mir, dass wir eine deutlichere Sprache für die Einhaltung der Menschenrechte finden und den Demonstrierenden im Iran dadurch den Rücken stärken.

Viele Grüße aus Frankfurt

Omid Nouripour
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