Omid Nouripour (GRÜNE)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Omid Nouripour
Jahrgang
1975
Berufliche Qualifikation
Politikberater
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Hochtaunus
Landeslistenplatz
6, Hessen
weitere Profile
(...) Nach der Etablierung des 5 Parteien-Systems in den Bundesländern und im Bundestag kommen immer wieder Spekulationen einzelner auf, die sich für eine Änderung des Wahlrechts aussprechen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
09.01.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Omid Nouripour

Meine Frage an Sie :

Welche Position nehmen Sie zum bedingungslosen Grundeinkommen ein?
Durch die Schaffung des bedingungslosen Grundeinkommens hätte jeder Bürger gleiche Chancen. Es gäbe für jeden eine sichere Rente, das Bürgerfeindliche Hartz IV System würde verschwinden, das Kreativpotenzial würde gestärkt, das System des Arbeitslosengeldes würde verschwinden und damit auch der aufgeblähte Verwaltungsapparat. Miliarden von Steuergeldern verschwinden in der Unterstützung der BanKenlobby, wogegen der einfache Bürger um jeden Cent kämpfen muß. Das ist keine bürgernahe Politik. Die Grünen sind vor vielen Jahren ausgezogen um sich für eine nachhaltige Politik im Umweltschutz, in der Gesundheit (alternative Medizin) und für mehr Demokratie einzusetzen. Wo sind diese Ideale gebleben?

Deutschland hat immer noch keinen Friedensvertrag und gilt nach den Statuten immer noch als besetztes Land, deren Oberhoheit die Aliierten haben. Es gilt also immer noch das alte Reich Deutscher Nationen. Wie stehen Sie zu dieser Tatsache, das es immer noch keinen Neuen deutschen Staat gibt. -- Wieso unterstützen Sie (oder die Grünen) militärische Maßnahmen, obwohl es hinlänglich bekannt ist, das mit Waffen kein Frieden zu schaffen ist.
Wer gegen den Krieg ist, ist nicht für den Frieden --

Mit freundlichen Grüßen

Lebensraumgestalter
Antwort von Omid Nouripour
1Empfehlung
13.02.2009
Omid Nouripour
Hallo Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage an mich über Abgeordnetenwatch.de. Bitte verzeihen Sie die späte Antwort.

Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens hat einen gewissen Charme.

Zwei Fragen stellen sich mir jedoch, die noch unbeantwortet sind. 1. Wie kann seriös berechnet werden, welche Auswirkungen die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens auf unser Wirtschaftssystem hat? Es könnte zu unbeherrschbaren finanziellen Risiken für die privaten und öffentlichen Haushalte kommen, da niemand die Preisentwicklung und das Konsumverhalten als auch die Auswirkungen auf Löhne und Gehälter genauer voraussehen kann. 2. Wie beheben wir die negativen Auswirkungen eines bedingungslosen Grundeinkommens auf die Frauenerwerbsquote? Frauen werden durch ein bedingungsloses Grundeinkommen viel eher in die "traditionelle" Rolle gedrängt.

Auf Grund dieser ungeklärten Fragen glaube ich, dass die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens noch nicht vollkommen ausgereift ist.

Dennoch: Vor wenigen Tagen hat das Bundessozialgericht entschieden, dass die Höhe der Regelleistung für Kinder unter 14 Jahren im Bezug von Hartz IV verfassungswidrig ist. Damit hat das Bundessozialgericht der Bundesregierung eine echte Ohrfeige verpasst. Wir plädieren schon seit lange für eine Regelleistung in Höhe von min. € 420,00. Leider war weder mit der SPD in Zeiten der rot-GRÜNEN Bundesregierung noch aus der Opposition heraus diese Forderung durchzusetzen. Und der Druck zu handeln steigt. Weitere Ansätze von Bündnis 90 / Die Grünen zur zukunftsfähigen Weiterentwicklungen des Sozialstaats finden Sie im Beschluss des Bundesparteitages in Nürnberg: www.gruene.de

Mit besten Grüßen aus Frankfurt.

Omid Nouripour
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Frage zum Thema Umwelt
09.02.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Nouripour,

die Bundesregierung plant die Novellierung der Kfz-Steuer.

Ich fahre als Umweltbewusster Bürger ein als 5 Liter anerkanntes Fahrzeug mit 109 g/Km Co² Ausstoß und kapp 1,0 Liter Hubraum. Dieses Fahrzeug wurde im Frühjahr 2008 von mir erworben, zuvor war es ein Vorführwagen beim Händler. Ich habe dieses Fahrzeug erworben weil Ich unabhängig von steuerlichen Anreizen ein relativ umweltfreundliches Auto fahren wollte.Ich zahle hierfür 67,- € Kfz-Steuer
Nach den neuem Steuerrecht würde ich zahlen:
10 x 2,- für den Hubraum
0 x 2,- für den Co² Ausstoß da geringer als 120 g/km
Insges. Also 20,- das bedeutet 47,- € weniger!

Leider honoriert der Gesetzgeber es nicht, dass wir uns bereits früher um unsere Umwelt Gedanken gemacht haben und verwehrt uns das neue recht! Da meine Frau ebenfalls ein vergleichbares Auto fährt macht das in unserem Haushalt 94,- Euro p.a.

Für die jeweils 67,- € könnten wir auch ein Auto fahren das bei gleichem Hubraum 143,5g/Km Co² Ausstoß hat!

Ist das logisch?
Hat das etwas mit Umweltschutz zu tun oder mit Steuergerechtigkeit?
Oder ist das einfach nur dilettantisch?
Antwort von Omid Nouripour
bisher keineEmpfehlungen
28.05.2009
Omid Nouripour
Sehr geehrter ,

Wir wollen eine Kfz-Steuerreform, die den Namen verdient. Die Reform, die zum 1.7.2009 in Kraft tritt, ist nur halbherzig, weil spritsparende Fahrzeuge nicht genügend ent- und Spritfresser nicht genügend belastet werden. Wir wollen sparsame Autos mit weniger als 120 Gramm CO2/Kilometer für vier Jahre steuerfrei stellen. Fahrzeuge mit einem höheren Verbrauch sollen stufenweise höher besteuert werden, so dass große Geländewagen mehr als das Doppelte gegenüber heute zahlen müssten.

In der großen Koalition zählt schon seit langem eher der Schein als das Sein. Öffentlich wird sich seit Wochen über Steuererleichterungen für die eigene Klientel gestritten, bei der alltäglichen Regierungsarbeit geschehen dabei allzu oft handwerkliche Fehler. Dadurch kann sich der Eindruck verstärken, die große Koalition arbeite dilettantisch.

Vielen Dank für Ihre Frage über Abgeordnetenwatch.de und bitte verzeihen Sie die späte Antwort.

Viele Grüße aus Frankfurt

Omid Nouripour
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Frage zum Thema Wirtschaft
16.03.2009
Von:
-

Wann kommt die Leitzinssenkung bei den Privatpersonen in Bezug auf Überziehungs- und Kreditzinsen an ?
Antwort von Omid Nouripour
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29.05.2009
Omid Nouripour
Sehr geehrte Frau -,

Vielen Dank für Ihre Frage über Abgeordnetenwatch und bitte verzeihen Sie die späte Antwort.

Die Vorgaben der EZB sind mit den letzten Leitzinssenkungen sehr gut. Trotzdem dauert es oft lange, bis sich geldpolitische Entscheidungen auf Kreditzinsen auswirken. In der jetzigen Situation merken die Kunden von den Leitzinssenkungen noch nicht genug. Hier ist es an den Banken, die Zinssenkungen an die Kunden weiterzugeben.

Man kann jedoch deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Banken erkennen. Falls sie Zweifel haben, ob Ihre Bank die Leitzinssenkung der EZB an ihre Kunden weitergibt, empfehle ich Ihnen den Wechsel zu einer fortschrittlicheren und kundenfreundlicheren Bank. Der Vergleich der Zinssätze lohnt sich.

Mit freundlichen Grüßen,
Omid Nouripour
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Frage zum Thema Integration
10.04.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Nouripour ,

ich habe letztens die Anne-Will Diskusion über das Thema Jungendkriminalität verfolgt, bei der auch Grünen-Mitglied Claudia Roth anwesend war.

Beim Zuhören ist mir aufgefallen, dass Frau Roth strafbare Handlungen von Migranten(auch diejenigen die hier geboren sind) als soziales Problem ansieht; diese Ansicht eines sozialen Problems gelte aber nicht für die rechtsextremen Straftäter.

Meine Fragen an sie: Ist diese Aussage von Frau Roth stellvertretend für alle Mitglieder der Grünen?
Warum legen die Grünen besonders Wert darauf, nur bei ausländischen Straftätern auf die Ursachen zu schauen aber gleichzeitig bei rechtsextremen Straftätern zu sagen, sie würden aus reiner ideologischer Überzeugung Verbrechen begehen, soziale Probleme würden nicht gelten und bei diesen Straftätern steht der Opferschutz an erster Stelle?

Ich möchte ebenfalls noch kurz erläutern, was mich zu diesen Fragen führt.
Ich habe mich schon öfter gefragt, aus welchen Gründen vor allem junge Menschen Straftaten begehen. Verfolge ich die Diskusionen über Jugendkriminalität in den Medien, so erwächst sich mir der Eindruck, dass für jungendliche Straftäter, sofern sie Mirgranten sind, mehr Verständnis aufgebracht wird als für solche, die aus dem rechtsextremen Umfeld stammen. Ich kann diese Ansicht aber gar nicht nachvollziehen.
Für mich gelten soziale Probleme für ALLE kriminellen Jungenlichen, auch für Rechtsextreme. Ein Deutscher rutscht in die rechtsextreme Szene ab, während ein Migrant unter seinesgleichen bleibt. Die Probleme, die in ein kriminelles Umfeld führen, sind aber bei beiden gleich.
Wenn man Rechtsextreme aber nur als Feinde betrachtet die mit (fast) allen Mitteln bekämpft werden müssen, dann kann eine Wiedereingliederung solcher Menschen in die Gesellschaft nicht gelingen. Vielmehr muss man versuchen ihnen klar zu machen, warum es falsch ist was sie tun um sie für die demokratische Gesellschaft wiederzugewinnen.
Antwort von Omid Nouripour
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11.05.2009
Omid Nouripour
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage an mich vom 10.04.2009.

Sie beziehen sich auf die Anne-Will-Sendung vom 05. April 2009. Ich habe mir diese Sendung angesehen. Anne Will behandelt dort mit Ihren Gästen das Thema "Jugendgewalt".

In der Debatte um die Jugendgewalt setzte ich auf einen Dreiklang: Prävention, Aufklärung und Schutz. Gerade im Bereich Kinder- und Jugendarbeit haben wir - gerade in Hessen - noch einiges aufzuholen.

Ein Teil der Jugendgewalt ist auch die rechtsextrem motivierte Gewalt. Ich unterscheide die Ursachen von Gewalt. Es macht - da werden Sie mir sicherlich zustimmen - einen Unterschied, ob es sich um soziale Ursachen handelt oder um politisch extremistische Ursachen. Für mich gilt: Null-Toleranz für die Feinde des Grundgesetzes.

Ich hoffe, Ihnen mit der Antwort weitergeholfen zu haben und verbleibe
mit freundlichen Grüßen nach Maintal/Bischofsheim.

Omid Nouripour
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
15.04.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Nouripour,

Sie haben, so entnahm ich einer Antwort auf eine Anfrage, dem Vertrag von Lissabon zugestimmt, weil er institutionelle Verbesserungen gegenüber dem Nizza-Vertrag aufweist.
Würden Sie also behaupten, die EU ist (nach) dem Inkrafttreten des Lissabonvertrages eine Demokratie mit funktionierender Gewaltenteilung, in der der Bürger weiss, wer hier für was verantwortlich ist und in der die Macht vom Souverän, dem Volk, ausgeht?
Step by step auf dem Weg zu einer vollen Demokratie funktioniert meiner Meinung nach nicht, weil die EU durch diesen Vertrag die Kompetenz-Kompetenz bei vielen Themen an sich zieht und nationale Parlamente oder unser Bundesverfassungsgericht schlicht nichts mehr zu sagen haben. Ob die Demokratisierung dann weiter vorangetrieben wird, hängt dann vom Goodwill der EU-Bürokratie ab.
Ich befürchte, durch den Lissabonvertrag wird das gerade erst 60 Jahre gewordene GG ausgeschaltet.
Können Sie meine Ängste diesbezüglich zerstreuen?
Antwort von Omid Nouripour
1Empfehlung
04.05.2009
Omid Nouripour
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Der Text des Vertrages von Lissabon ist ein Kompromiss, der aus meiner Sicht einerseits durchaus problematische Passagen enthält (Stichworte sind beispielsweise Aufrüstung und Euratom), aber andererseits dringend benötigte neue Gestaltungsspielräume schafft. Er macht aus der EU keine Europäische Demokratie, erfüllt jedoch wichtige Forderungen, die zu einer Demokratisierung der EU beitragen: die Grundrechtecharta wird rechtsverbindlich, das Europäische Parlament erhält mehr Rechte und der Europäische Rat stimmt häufiger mit Mehrheit ab. Daher habe ich dem Ratifizierungsgesetz im Bundestag zugestimmt.

Ihr Bedenken, dass das Grundgesetz und das Bundesverfassungsgericht leichtfertig ausgeschaltet würden, kann ich tatsächlich entkräften: derzeit prüft das Bundesverfassungsgericht die Verträglichkeit des Lissabon-Vertrages mit dem Grundgesetz. Die erste Anhörung zum Thema hat gezeigt, dass das Gericht -wie nicht anders zu erwarten- die Prüfung sehr intensiv und kritisch durchführt. Das Urteil, mit dem bald zu rechnen ist, wird dann zeigen, ob und welche Risiken der EU-Vertrag ggf. enthält.

Mit freundlichen Grüßen!
Omid Nouripour
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Ihre Frage an Omid Nouripour
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