Omid Nouripour (GRÜNE)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Geburtstag
18.06.1975
Berufliche Qualifikation
selbständiger Berater
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Frankfurt am Main
Wahlkreis
Frankfurt am Main II
Ergebnis
15,2%
Landeslistenplatz
2, Hessen
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(...) Trotz der mangelhaften Afghanistan-Politik der Bundesregierung ist der Einsatz im Grundsatz richtig und ein sofortiges Ende des internationalen Engagements würde Afghanistan in einen blutigen Bürgerkrieg stürzen und die Aufbauarbeit der vergangenen Jahre auf einen Schlag zunichte machen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Sicherheit
28.10.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Nouripour,

Als Betroffener hätte ich einige Fragen bzgl. der Bundeswehrreform:

1. Glauben Sie, dass eine notwendige Neuausrichtung insgesamt erreicht werden kann oder ist die Umsetzung der Reform eher als ´weiter so´ mit reduzierten Zahlen zu bewerten?
2. Halten Sie die vorgestellte Grobstruktur insgesamt für zweckmäßig?
3. Wie bewerten Sie die mangelhafte Ausplanung von streitkräftegemeinsamen Spezialkräftestrukturen (einschließlich der sogenannten ´Enabler´ wie bspw. SOF-fähigem Lufttransport) und den eklatanten Widerspruch zu den Spezialkräfteentwicklungen in der NATO (Siehe auch: www.nshq.nato.int und www.nshq.nato.int )
4. Wie bewerten Sie das Reformbegleitprogramm und wie schätzen Sie die Chancen ein, dass dieses ´unbeschadet´ unser Parlament verlässt?

Mit freundlichen Grüßen

P.
Antwort von Omid Nouripour
bisher keineEmpfehlungen
08.02.2012
Omid Nouripour
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage und bitte verzeihen Sie, dass die Beantwortung Ihrer Frage so lange gedauert hat.

Zu Ihren Fragen: Die notwendige Neuausrichtung der Bundeswehr wird mit der aktuellen Reform nicht erreicht. Aus meiner Sicht mangelt es vor allem an sicherheitspolitischer Weitsicht und dem strategischen Unterbau. Die Fragen "Was wollen wir leisten können?", "Wie muss die Bundeswehr von Morgen dafür aussehen?" und "Was wollen wir künftig im engen Verbund mit Partnern machen?" sind nicht ausreichend beantwortet.

Die vorgestellte Grobstruktur und alle seither vorgelegten weiteren Informationen machen klar, dass die Bundeswehrreform erneut den Ansatz "Breite statt Tiefe" verfolgt. Es besteht die Gefahr, dass so in Europa ohne jegliche sicherheitspolitische Notwendigkeit an nationalen Alles-Könner-Armeen festgehalten wird, die zudem diesem Anspruch nicht mehr gerecht werden können, anstatt einen dringend notwendigen Europäisierungsprozess in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung anzustoßen.

Auch für die Spezialkräfte gilt aus meiner Sicht: wir müssen nicht alles können und sollten hier nicht überzogene Ambitionen verfolgen. Der Einsatz von Spezialkräften ist ein sensibler Bereich, bei dem etwas mehr Zurückhaltung in Sachen Multilateralisierung verständlich ist. Gleichzeitig ist es jedoch aus meiner Sicht nicht ersichtlich, warum in konkreten Fällen wie beispielsweise Geiselbefreiungen im Rahmen multilateraler Einsätze nicht darüber nachgedacht wird, diese im Verbund mit Partnern zu organisieren. Wir kritisieren die mangelhafte streitkräftegemeinsame Ausplanung der Spezialkräfte und sehen, dass auch das Problem der fragmentierten Führungsorganisation der Spezialkräfte weiterhin nicht gelöst ist.

Das Reformbegleitprogramm ist derzeit im parlamentarischen Verfahren und soll im April im Parlament zur Abstimmung gestellt werden. Bis dahin wird der Verteidigungsausschuss noch eine Anhörung mit Expertinnen und Experten hierzu abhalten. Das Programm enthält aus meiner Sicht einige gute Ansätze, ist aber noch sehr ausbaufähig. Besonders im Bereich nicht-monetärer Maßnahmen ist viel Handlungsspielraum vorhanden. Die Bundeswehr muss professionelle Rahmenbedingungen für den Dienst in der Truppe schaffen, auch und besonders was die Planbarkeit von Karrieren und Versetzungen sowie Einsätzen betrifft. Die Vereinbarkeit von Familie und Dienst erfordert mehr als nur die Bereitstellung von gut gemeinten Eltern-Kind-Zimmern in Kasernen; es erfordert ein grundsätzliches Umdenken und auch eine Flexibilisierung der Bürokratie in der Wehrverwaltung. Das Parlament sollte nicht blockieren, sondern das Ziel verfolgen das Reformbegleitprogramm zu verbessern. In diesem Sinne werden wir in den nächsten Wochen weiter an dem Thema arbeiten.

Mit freundlichen Grüßen!
Omid Nouripour
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Frage zum Thema Internationales
10.11.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Nouripour,

wie werden Sie heute über den Antrag der Opposition bezüglich der Revisionskonferenz zur UN-Waffenkonvention (CCW) abstimmen (es geht um den dauernden Verbot von Streubombem), der von der deutschen Regierung ein klares Nein zu dem Protokoll fordert, da es einen faktischen Rückschritt bedeuten würde.

Danke und Gruss
S.
Antwort von Omid Nouripour
bisher keineEmpfehlungen
10.11.2011
Omid Nouripour
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage. Ich unterstütze den gemeinsamen Antrag meiner Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und der SPD, welcher unter dem folgenden Link nachzulesen ist: dipbt.bundestag.de

Wir fordern die Bundesregierung darin auf, Veto gegen den aktuellen Protokollentwurf VI des VN-Waffenübereinkommens zu Streumunition einzulegen, sich entschieden jedem Abkommen zu Streumunition entgegen zu stellen, welches einen Rückschritt gegenüber der CCM darstellt, und sich für die Universalisierung des Verbots von Streumunition durch eine Universalisierung der CCM einzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen!
Omid Nouripour
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Frage zum Thema Internationales
12.11.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Nouripour,

zur Bundeswehr in Afghanistan:

Halten Sie den Abzugsplan der Bundesregierung für eine Mogelpackung?

Falls ja: Warum?

In welchem Umfange verringern die NATO-Partner ihre Armeen?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Omid Nouripour
1Empfehlung
08.02.2012
Omid Nouripour
Sehr geehrter Herr ,

bitte entschuldigen Sie die verspätete Antwort auf Ihre Frage. Mittlerweile hat der Bundestag das ISAF-Mandat der Bundeswehr bis Januar 2013 verlängert. Die Truppenobergrenze wurde hierbei auf 4.900 reduziert. Zuvor lag die Truppenobergrenze bei 5.000 plus 350 flexible Reserve für kurzfristige Überschreitungen. Faktisch handelt es sich somit um einen Reduzierung der Truppen in Afghanistan um 100 Soldatinnen und Soldaten. Dies als Beginn des Abzugs der Bundeswehr aus Afghanistan zu verkaufen, ist aus meiner Sicht eine Mogelpackung.

Mit freundlichen Grüßen
Omid Nouripour
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Frage zum Thema Gesundheit
13.12.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Nouripour,

vor wenigen Tagen ist die Petition zum besseren Schutz der Bevölkerung im Rhein Main Gebiet gegen Fluglärm beim hessischen Landtag eingegangen. In dieser Petition verlangen 40.000 Menschen ein Eingreifen der Politik in die unzumutbaren Übergriffe der FRAPORT in unser Leben sowie die von der Legislative und der Executive offensichtlich in Kauf genommene geduldete Gefährung unserer Gesundheit.

Eine Neue Petition mit der Zielsetzung der Weiterleitung an den Bundestag ist in Vorbereitung.

Sie stammen aus Frankfurt und kennen die Auswirkungen der neuen Landebahn auf die Bevölkerung im zweitgrößten Ballungsraum der Bundesrepublik persönlich.Auch hat sich Ihre Partei neuerdings als Befürworter des Nachtflugverbots positioniert und auf die Seite der leidenden Bevölkerung gestellt.

Mich interessiert, was Sie persönlich als Abgeordneter des Bundestages zu tun gedenken, um dem von den Unterzeichnern der Petition geforderten Schutz der Bevölkerung im Rhein Main Gebiet Rechnung zu tragen.

Vielen Dank für Ihre Antwort
Antwort von Omid Nouripour
1Empfehlung
08.02.2012
Omid Nouripour
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage zum Fluglärm am Frankfurter Flughafen. Bitte entschuldigen Sie, dass die Beantwortung etwas gedauert hat.

Viele Bürgerinitiativen und die hessischen Grünen warnen seit weit über zehn Jahren vor den Folgen des stetigen Flughafenausbaus. Wir haben uns stets für ein konsequentes Nachtflugverbot und gegen den unnötigen Ausbau eingesetzt. Die Grenzen des Wachstums sind beim Frankfurter Flughafen längst überschritten. Insbesondere in einer dicht besiedelten Region wie dem Rhein-Main-Gebiet muss dem Gesundheitsschutz eine höhere Bedeutung beigemessen werden als bisher geschehen. Die schwarz-gelbe Landesregierung hat immer wieder versprochen sich für ein Nachtflugverbot einzusetzen, klagt aber gegen das Urteil, das das Nachtflugverbot festlegt.

Ich teile die Kernforderungen der Petition, habe mehrfach an den Montagsdemos am Frankfurter Flughafen teilgenommen und engagiere mich auch in Berlin für eine Verbesserung der derzeitigen Situation. Aktuelle bin ich im Gespräch mit den Grünen Abgeordneten aus dem Rhein-Main-Gebiet darüber, welche weiteren parlamentarischen Initiativen im Bundestag möglich sind.

Der neu erstarkte Protest ist ein wichtiges Zeichen der Betroffenen, dass die mit der neuen Landebahn einhergehende Lärmbelastung nicht mehr tragbar ist. Dieser Widerstand muss sichtbar bleiben und sich Gehör verschaffen, um weitere Aufmerksamkeit für dieses wichtige Problem zu schaffen. Dazu bitte ich Sie –sofern nicht schon geschehen- auch mit den MandatsträgerInnen der anderen Parteien auf sämtlichen Ebenen in Kontakt zu treten.

Vielen Dank & freundliche Grüße
Omid Nouripour
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
21.12.2011
Von:
-

Sehr geehrter Herr Nouripour,

die Erweiterung der A661 von 4 auf 8 Fahrspuren und die Anbindung der A66 am geplanten Autobahndreieck Erlenbruch bringt den Anwohnern die Verdoppelung des Verkehrsaufkommens. Es wird nichts getan, um die Anwohner vor Lärm und Emissionen zu schützen. Wir fordern seit langem die Einhausung der A661 von der Friedberger Landstraße bis zum Ratswegkreisel und des gesamten Autobahndreiecks Erlenbruch. Nur so können die Menschen nachts ruhig schlafen und tagsüber die Kinder am Bornheimer Hang an den Spielplätzen weiter spielen lassen. Hier wird ein Wohngebiet systematisch ruiniert und dem Verfall preisgegeben.

Wir nehmen an, dass Sie sich als grüner Abgeordneter unseres Wahlkreises dafür einzusetzen, dass dieser Teilabschnitt der Autobahnen A661/A66 komplett eingehaust wird und fragen Sie, was Sie dafür tun. Sollte Ihnen dafür Material fehlen, sind wir gerne bereit, Ihnen das neue Gutachten zuzusenden, das RegioConsult erstellt hat und das nachweist, dass die Gutachten, nach denen derzeit gebaut wird, zu großen Teilen unrichtig sind.

Mit freundlichen Grüßen,

-
Antwort von Omid Nouripour
bisher keineEmpfehlungen
01.02.2012
Omid Nouripour
Sehr geehrte Frau -,

vielen Dank für ihre Anfrage und für ihr Engagement.

Die Erweiterung der A661 bringt leider ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, sowie eine höhere Lärm- und Emissionsbelästigung mit sich. Deswegen halte ich die von ihnen geforderte Einhausung für genauso notwendig wie Sie. Für dieses Projekt sollte der Bund Gelder zur Verfügung stellt. Ich würde mich freuen, wenn Sie mir das Gutachten schicken würden, damit ich dieses an die für Verkehrsinvestitionen zuständigen KollegInnen meiner Fraktion weitergeben kann.

Weiter Informationen zum Thema und dem Grünen Engagement in der Sache finden Sie auch auf der Internetseite der Grünen Fraktion im Römer unter gruene-fraktion-frankfurt.de

Mit freundlichen Grüßen,
Omid Nouripour
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