Miriam Schmidt (SPD)

Grunddaten
Jahrgang
1980
Berufliche Qualifikation
Politologin M.A.
Ausgeübte Tätigkeit
Referentin
Wohnort
Bonn
(...) Für mich steht darum an erster Stelle die Information der Halter über die Notwendigkeit einer Kastration. Eine Kastrationspflicht darf nur das letzte Mittel sein, wenn alle anderen Instrumente das von Ihnen angesprochene Leid der Katzen nicht lindern können. (...)
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Frage zum Thema Städtebau und Stadtentwicklung
04.08.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Schmidt,

in der Bonner Presse habe ich gelesen, dass die Diskussion um die Südtangente wieder aufgeflammt ist. Mich interressiert, wie unsere Dottendorfer Stadtverordneten dazu steht. Wie ist ihre Meinung zur geplanten Südtangente?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Miriam Schmidt
26Empfehlungen
10.08.2011
Miriam Schmidt
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage, in der Sie mich auf meine Position zur Südtangente ansprechen. Obwohl die Südtangente 2003 auf Betreiben der Bonner SPD aus dem Bundesverkehrswegeplan gestrichen wurde, wärmen die CDU in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis dieses Thema regelmäßig wieder auf.

Ich lehne den Bau einer neuen Autobahn mitten durch unsere schönen Stadtteile Friesdorf und Dottendorf und durch die grüne Lunge "Kottenforst" ab. Dies hat zwei Gründe: Zum einen wäre der Bau einer Autobahn durch den Venusberg finanzieller Wahnsinn. Mehr als 1 Mrd. Euro würde der Bau der Südtangente verschlingen. Jeder Cent ist meiner Einschätzung nach besser in Bildung und Betreuung investiert als in eine neue Autobahn! Zum anderen bin ich aus ökologischen Gründen gegen die Südtangente. Die Südtangente würde nicht nur unsere Naherholungsgebiete zerstören, sondern wäre auch ein Rückschritt in die auf den Autoverkehr ausgerichtete Stadtentwicklung der 60er und 70er Jahre. Moderne Verkehrspolitik setzt auf den klimafreundlichen ÖPNV.

Auch ich sehe natürlich die Verkehrsprobleme in unserer prosperierenden Wirtschaftsregion. Wie der VCD Bonn in seinem aktuellen Gutachten aber richtig feststellt, brauchen wir nicht "mehr Auto in Bonn, sondern "mehr Schiene". Dazu gehört der Bau der S 13 und die damit verbundene Anbindung des Flughafens. Und auch der neue DB-Haltepunkt "Bundesviertel", der den Arbeitsplatzschwerpunkt im alten Regierungsviertel anbinden wird, wird das Umsteigen auf Bus und Bahn noch attraktiver machen. Denn mit Bus und Bahn fahren bedeutet: Kein Stau! Keine Parkplatzsuche! Kein Stress!

Ergänzend hat die Bonner SPD vorgeschlagen, den bestehenden Autobahnring rund um Bonn auf volle drei Spuren zu erweitern.

Mit freundlichen Grüßen

Miriam Schmidt
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Frage zum Thema Städtebau und Stadtentwicklung
14.08.2011
Von:

Diese Frage stellt sich mir schon lange:
Aus welchem Grund wird Bonn eine Fahrradstadt genannt?
Ich kann nirgendwo erkennen, dass Bonn sich einigermaßen um das Wohlergehen der Fahrradfahrer sorgt und auch kümmert.
Und wenn es um die Anzahl der Fahrradfahrer geht:
Müssten dann nicht eigentlich auch die Politiker mit ziehen?

Ich bedanke mich im Vorraus und wünsche klärende Antworten.

PS: Die Telefonnummer stimmt nicht. Ich sehe keine Notwendigkeit, sie Ihnen mit zu teilen. Bei Fragen, stehe ich Ihnen gerne per E-mail zur Verfügung.
Antwort von Miriam Schmidt
15Empfehlungen
16.08.2011
Miriam Schmidt
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage, in der Sie mich auf die Bedeutung der "Fahrradstadt Bonn" ansprechen.

In den 60er und 70er Jahren galt in der deutschen Stadtentwicklungsplanung das Leitbild der räumlichen Trennung der Funktionen Wohnen, Arbeiten und Freizeit. Sichtbarer Ausdruck dessen sind die in vielen Städten entstandenen Trabantenstadtteile oder Einkaufszentren "auf der grünen Wiese". Durch die räumliche Trennung sind komplexe Verkehrsbeziehungen entstanden, die vor allem auf das Auto ausgerichtet waren. Heute hingegen setzt man auf eine integrierte Stadtentwicklung, in der diese Funktionen in Stadtteilen wieder gemischt und in der Verkehrspolitik als "Stadt der kurzen Wege" zusammengebunden werden. Güter des tägliches Bedarfs wie zum Beispiel eine Bäckerei sollen zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar sein. Dies fördert nicht nur lebendige Stadtteile, sondern schont auch das Klima.

"Fahrradstadt" ist darum zunächst ein städtebauliches Leitbild. Bonn gehört zu den ersten Städten in Nordrhein-Westfalen, die mit der Strategie "Fahrradhauptstadt 2020" auf dem Weg sind, fahrradfreundliche Stadt zu werden. Aus diesem Leitbild leiten sich wiederum konkrete fahrradfreundliche Verkehrsmaßnahmen ab. Dazu gehört zum Beispiel der Ausbau des Radwegenetzes, Fahrradwegmarkierungen und das Öffnen von Einbahnstraßen für den Radverkehr. Natürlich ist das Radwegenetz noch nicht optimal ausgebaut und dies wird auch noch dauern. Das Leitbild zeigt aber an, wo wir hinwollen.

Als Stadtverordnete für Dottendorf möchte ich auch zur Verwirklichung des Leitbildes beitragen. So wird auf meine Initiative voraussichtlich 2012 auf dem Quirinusplatz eine "Bike&Ride"-Anlage gebaut werden, die das Radfahren gut mit dem ÖPNV verknüpfen wird. Zudem habe ich gemeinsam mit meinen Fraktionskollegen einen Prüfantrag für die Einführung von "Fahrradstraßen" im Bonner Süden auf den Weg gebracht. Ich hoffe, dass es im Laufe dieses Jahres erste Ergebnisse geben wird, ob und wo Fahrradstraßen ausgewiesen werden können. Ich bleib dran!

Mit freundlichen Grüßen

Miriam Schmidt

PS: Weder Ihre Telefonnummer noch Ihre Email-Adresse wurden mir von Abgeordnetenwatch übermittelt.
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
14.08.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Schmidt,

ich habe soeben mit Kopfschütteln Ihre Antwort bzgl. dem Thema "Südtangente" gelesen!

Es geht bei der derzeitigen Verkehrsproblematik nicht um "mehr Auto" sonder darum, den derzeit schon massiven Verkehr zu regeln und in ordentliche Bahnen zu lenken!
Ich weiß nicht wo sie wohnen. Vermutlich sind Sie nicht mit dem täglichen Verkehrskollaps rund um Bonn konfrontiert, sonst würden sie nicht so einfach daher reden. Selbst wenn es mal keine Baustelle oder einen Unfall auf den Hauptstrecken geben sollte, steht der Verkehr regelmäßig still! Egal, ob in der Stadt selber, weil sich der Verkehr von der überfüllten Autobahn 565 über die B 56 durch die Stadt quält! Egal, ob an der Kennedybrücke in beide Richtungen, weil irgend welche Experten die dämlichste Brückensanierung der Geschichte durchgeführt hat! Egal, ob in Richtung Bad Godesberg auf der B 9 oder rund um den Potsdamer Platz oder aus Richtung Niederkassel nach Beuel. Stau, Stau, Stau...

Wir wohnen in Bonn-Beuel, im Ortsteil Geislar. Versuchen Sie bitte morgens, von dort aus nach Lengsdorf zur Arbeitsstelle meiner Freundin zu kommen! Entweder, sie stehen auf der Autobahn (auch ohne derzeitige Baustelle) im Stau oder sie drängeln sich mit anderen Verkehrsteilnehmern über die unsinnig nur einspurige Kennedybrücke. Und bitte kommen Sie mir jetzt nicht mit dem Argument "ÖPNV"! Der steht ebenda auch im Stau.

Wenn der Bus denn mal pünktlich kommen sollte, benötigen Sie ca. 1 Stunde für diese Busfahrt! Für eine Strecke, die mit dem Auto in 10 Minuten zu bewältigen wäre!

Wenn schon die Südtangente nicht verwirklicht wird, dann sollte ein 6 spuriger Ausbau der A 565 in von Beuel bis Hartberg angedacht werden. Aber es muss irgendetwas getan werden, so geht es nicht weiter!

Freundlichst,
Antwort von Miriam Schmidt
10Empfehlungen
17.08.2011
Miriam Schmidt
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank, dass Sie mich auf meine Haltung zur Südtangente ansprechen. Ich bleibe dabei: Ich bin gegen den Bau einer neuen Autobahn quer durch Bonn. Ich will an dieser Stelle meine Argumente nicht wiederholen und verweise auf meine erste Antwort zu diesem Thema.

Wenn Sie meine erste Antwort zu Ende lesen, werden Sie feststellen, dass ich Ihren Vorschlag, den bestehenden Autobahnring rund um Bonn auf volle drei Spuren (auf jeder Straßenseite) auszubauen, unterstütze. Dies ist nicht nur unter ökologischen und finanziellen Gesichtspunkt eine bessere Lösung, sondern in der Zeitdimension auch realistisch. Die Südtangente zu planen, Geld einzustellen und dann zu bauen, würde Jahrzehnte dauern. Und: Die Südtangente würde den Arbeitsweg Ihrer Freundin - von Geislar nach Lengsdorf - nicht beschleunigen, weil die Südtangente einen anderen Streckenverlauf hätte. Diese würde durch den Bonner Süden (Venusberg) führen.

Übrigens nur mit dem Ausbau des Autobahnrings würden Geislar und die anderen anliegenden Stadtteile einen Anspruch auf einen modernen Lärmschutz erhalten, den es ansonsten bei bestehenden Autobahnen nicht gibt.

Als Stadtverordnete ist es wichtig, die großen Leitlinien beim Thema Verkehr, aber nicht jede individuelle Verkehrsfrage in jedem Stadtteil zu kennen. Dafür gibt es in der SPD-Fraktion Verkehrsspezialisten und die jeweiligen den Stadtteil betreuenden Politikerinnen und Politiker. Was Ihre konkreten Anliegen zum innerörtlichen Verkehr in Beuel angeht, so möchte ich Sie gerne ermutigen, sich an die Beueler Stadt- und Bezirksverordneten der SPD zu wenden. Die Kontaktdaten finden Sie unter www.spd-bonn-im-rat.de .

Mit freundlichen Grüßen
Miriam Schmidt
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
14.08.2011
Von:

Die Telekom hat zwei große Standorte: Landgrabenweg sowie Friedrich-Ebert-Allee. Beide Standorte haben zusätzlich Parkhäuser bekommen, weil die ÖPNV-Anbindung bescheiden ist.

Den Landgrabenweg kann man von Godesberg sowie Tannenbusch nur schlecht erreichen (obwohl die Linie 65 existiert, die aber so gut wie nie fährt), beide Standorte sind von Vinxel etc schlecht erreichbar.

Ist es so schwer, bei solchem Bedarf die Verkehrsmittel anzupassen?



PS. Wer ist eigentlich auf die tolle Idee gekommen, beim Umbau der 66 die haltestelle "Deutsche Telekom" von dieser um ca. 500 m zu entfernen?
Antwort von Miriam Schmidt
18Empfehlungen
17.08.2011
Miriam Schmidt
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage, mit der Sie mich zu der ÖPNV-Anbindung der Arbeitsplatzschwerpunkte im alten Regierungsviertel und in Oberkassel befragen. Als Stadtverordnete betreue ich schwerpunktmäßig die Stadtteile Dottendorf und die Gronau. Ich bin auch kein Mitglied im Planungs- und Verkehrsausschuss der Stadt Bonn. Darum kann ich zu der konkreten Verkehrsanbindung von Oberkassel keine detaillierten Aussagen treffen. Ich denke aber, dass der Bau der S 13 die ÖPNV-Verbindung in diesem Gebiet verbessern würde. Wenden Sie sich in dieser Frage doch bitte an die Verkehrsspezialisten bzw. an die Beueler Stadt- und Bezirksverordneten der SPD. Die Kontaktdaten finden Sie unter www.spd-bonn-im-rat.de [1]

Wer auf die Idee gekommen ist, die Haltestelle "Deutsche Telekom" an dieser Stelle zu errichten, weiß ich nicht. Es gab dafür aber sicherlich gute Gründe. Dazu könnte etwa der sinnvolle Abstand zu anderen Haltestellen zählen, städtebauliche Aspekte oder einfach eine fußläufige Erreichbarkeit der Arbeitsplätze (Hotel, Ministerien etc.) auf der anderen Seite der Brücke.

Durch den DB-Haltepunkt "Bundesviertel" wird sich auch die Verkehrsanbindung im alten Regierungsviertel zwar nicht aus jeder Himmelsrichtung, aber zumindest aus dem linksrheinischen Norden und Süden verbessern.

Mit freundlichen Grüßen

Miriam Schmidt
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
23.08.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Schmidt,

mit Interesse habe ich Ihre Antworten auf vorherige Fragen gelesen. Dabei ist mir aufgefallen, dass Sie den geplanten Bahnhof Bundesviertel immer wieder lobend erwähnen. Sie stehen also für ein Projekt, das der Bund der Steuerzahler "Geldverschwendung" und "Luxus-Halt" nennt. Wie in der Presse zu lesen war, fordert der Bund der Steuerzahler daher diesen Bahnhof nicht zu bauen. Immerhin soll der Bahnhof ja mindestens 6,5 Mio. € kosten, die im Land bekanntlich fehlen. Ich finde es mutig, an einem Luxusprojekt fest zu halten. Denn ehrlicherweise muss man den Bürgerinnen und Bürgern ja sagen, dass das Geld für das Luxusprojekt an anderer Stelle fehlen wird, wo dann gekürzt und gespart werden muss. Wie in der Presse zu lesen war, zweifelt nun wohl auch schon die Bezirksregierung Köln die prognostizierten Nutzerzahlen für den Bahnhof an und hat ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben. Dies soweit zur Einleitung.
Leider schaffen Sie mit dem Bau des Luxus-Halts auch noch für die Anwohner massive Probleme. Für die Anwohner bedeuted der Bau des Luxus-Halts konkret Baulärm, Bahnhofslärm und noch mehr Verkehr!

Ich möchte Sie als Stadtverordnete für Gronau daher fragen:
1) Haben Sie dem Luxus-Halt im Stadtrat zugestimmt?
2) Wie haben Sie persönlich sich für Lärmschutz eingesetzt? Was haben Sie als Stadtverordnete für Gronau an Lärmschutzmaßnahmen gefordert?
3) Welche Lärmschutzmaßnahmen wurden konkret beschlossen?
a) Während der mehrmonatigen Bauphase (Bitte geben Sie hier noch an mit welcher Bauzeit konkret gerechnet wird)
b) Während des Betriebs des Bahnhofs
4) Beinhalten die Kosten von 6,5 Mio. € schon Lärmschutzmaßnahmen für Anwohner? Wenn ja, in welcher Höhe?
5) Wenn nein, liegt der Grund darin, dass hier Kosten bewusst klein gerechnet werden sollten auf Kosten der Anwohner?
6) Würde der Bahnhof auch gebaut, wenn die Kosten viel höher lägen, weil z.B. noch Lärmschutz berücksichtigt werden muss?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Miriam Schmidt
55Empfehlungen
26.08.2011
Miriam Schmidt
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank, dass Sie mich auf den geplanten DB-Haltepunkt im Bundesviertel und die Kritik des Steuerzahlerbundes ansprechen.

Zunächst einige grundsätzliche Anmerkungen: Es ist wichtig ein kritisches Auge auf den Umgang mit Steuermitteln zu haben und Maßnahmen auf ihre Sinn- und Zweckmäßigkeit hin zu überprüfen. In diesem Falle ist die Kritik des Steuerzahlerbundes aber unberechtigt.

Die Gronau ist der Arbeitsplatzschwerpunkt nicht nur für Bonn, sondern auch für den Rhein-Sieg-Kreis und das nördliche Rheinland-Pfalz. Mehrere Tausend Menschen pendeln täglich in die Gronau. Die Folgen sind verstopfte Straßen, Parkplatzmangel sowie genervte AnwohnerInnen und gestresste AutofahrerInnen. Der DB-Haltepunkt ist eine jahrzehntealte Forderung der Bonner Kommunalpolitik und eine Antwort auf diese Probleme. Leider finden sich in dem Artikel des Steuerzahlerbundes, in dem der DB-Haltepunkt kritisiert wird, keine alternativen Vorschläge wie dieser Verkehr umweltgerecht und kostengünstig bewältigt werden kann.

Ich teile Ihre Einschätzung nicht, dass der DB-Haltepunkt zu mehr Verkehr führen wird und damit die Menschen in der Gronau stärker belastet. Ganz im Gegenteil: Viele Beschäftigte werden lieber auf das Auto verzichten und mit dem günstigen Jobticket der Bonner Stadtwerke zur Arbeit fahren. Auch für viele Konzert- und MuseumsbesucherInnen wird dies eine komfortable Anreise bieten. Denn für die BahnfahrerInnen wird sich die Fahrtzeit um weit mehr als fünf Minuten verkürzen, weil das zeitraubende Umsteigen am Bonner Bahnhof entfällt. Davon bin ich fest überzeugt und diese Steuerungswirkung ist politisch auch so beabsichtigt.

Es handelt sich nicht um einen Luxus-Bahnsteig, sondern um einen Standardhaltepunkt, d.h. neben den Schienen werden Plattformen mit Überdachungen gebaut. Für einen größeren Bahnhof wäre an dieser Stelle auch gar kein Platz. Übrigens wird es mit dem DB-Haltepunkt auch eine Fußgängerquerung geben. Wenn Sie in der Gronau wohnen, wissen Sie, wie oft man sich bisher an den geschlossenen Schranken die Beine in den Bauch steht.

Meine Antworten:

Zu 1) Als der Grundsatzbeschluss für den DB-Haltepunkt gefallen ist, war ich noch kein Mitglied des Rates. Wäre ich damals Mitglied gewesen, hätte ich den Beschluss aber unterstützt. Folgebeschlüsse habe und werde ich auch weiterhin mittragen.

Zu 2) Ich unterstütze die Forderung nach einer Nachtabsenkung der Lautsprecheransagen während des Bahnhofbetriebs. Siehe auch Antwort 5.

Zu 3) Das Planfeststellungsverfahren läuft noch. Es wurden bisher weder für den Bau noch für den Betrieb Lärmschutzmaßnahmen beschlossen. Meine Nachfrage bei der Stadtverwaltung hat ergeben, dass man mit grob 18 Monaten Bauzeit rechne.

Zu 4) Die kalkulierte Kostenschätzung für den Bau des DB-Haltepunktes schlüsselt sich laut einer Mitteilungsvorlage der Bonner Stadtverwaltung (Drucksachen-Nummer: 0712606 [1]) in circa 3,3 Mio. Euro für den Bau und die Planung der Bahnsteige sowie 1,5 bis 2 Mio. Euro für die Querung auf. Darin sind meines Wissens nach keine Lärmschutzmaßnahmen enthalten.

Zu 5) Nein. Der Grund ist, dass es an bestehenden Schienenstrecken keinen Rechtsanspruch auf Lärmschutzmaßnahmen gibt.

Grundsätzlich zum Thema Lärmschutz: Der größte Lärm wird durch die durch Bonn fahrenden Güterzüge und nicht durch die Personenzüge emittiert. Die Lärmsanierungsmaßnahmen aus dem Bundesprogramm sind in Bonn abgeschlossen, sodass es in Bonn keine weiteren Lärmschutzwände oder -fenster geben wird bis die 3.000 anderen Ortsdurchfahrten in Deutschland nicht die Bonner Mindeststandards haben. Es macht darum mehr Sinn, den Lärm direkt an der Quelle zu reduzieren. Denn für den Lärm verantwortlich sind die alten Bremsen der Güterwaggons, die die Räder verziehen und dadurch holprig auf den Gleisen laufen.

An Bundesschienenwegen ist der Bund finanziell und rechtlich zuständig für Lärmschutz. Als Kommunalpolitikerin habe ich auf die Lärmschutzpolitik keinen Einfluss, unterstütze aber die Forderung der Bonner SPD ausdrücklich, die alten Güterwaggons auf eine leise Bremstechnik umzurüsten. Eine Umrüstung der alten Güterwaggons würde vielen Menschen - nicht nur in Bonn - gleichzeitig helfen.

Zu 6) Ich bin keine Bauexpertin, halte die prognostizierten Kostenschätzungen aber für realistisch. Natürlich können die Kosten durch Tariferhöhungen, Inflation oder zum Beispiel steigende Stahlpreise steigen. Da wir nur einen Standardbahnhof bauen wollen, denke ich, dass sich mögliche Risiken im Rahmen halten werden.

Die großen Fraktionen im Bonner Stadtrat bekennen sich alle zum DB-Haltepunkt und haben darum einen interfraktionellen Antrag (Drucksachen-Nummer 1112552) für den Planungsausschuss am 14. September auf den Weg gebracht, der den schnellen Bau des Haltepunktes fordert.

Wenn Sie noch detailliertere Informationen zum Thema möchten, stelle ich Ihnen gerne einen Kontakt zu den SPD-Verkehrsspezialisten her.

Mit freundlichen Grüßen

Miriam Schmidt
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