Mindestlohn für sechs weitere Branchen
Nach jahrelangem Streit haben SPD und Union die Auseinandersetzung um den Mindestlohn beigelegt. Mit der Koalitionsmehrheit beschloss der Bundestag die Aufnahme von sechs weiteren Branchen in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz. Zahlreiche Abgeordnete der Union stimmten ebenso wie FDP und Linkspartei gegen den Antrag.
Hintergrundinformationen
Für folgende sechs Branchen soll künftig ein Mindestlohn gelten: Pflegedienste, Abfallwirtschaft, Wach- und Sicherheitsgewerbe, Großwäschereien, Weiterbildung und Bergbau-Spezialdienste. Diese Wirtschaftszweige haben bereits die Aufnahme in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz, eine Voraussetzung für den Mindestlohn, beantragt. Über das Arbeitnehmer-Entsendegesetz können in Branchen mit hoher Tarifbindung bestehende Tarifverträge für allgemeinverbindlich erklärt werden.

Bislang waren Mindestlöhne nur in Branchen möglich, in denen mindestens die Hälfte aller Beschäftigten einem Tarifvertrag unterliegen. Um auch in Branchen mit geringerer Tarifbindung Mindestlöhne einführen zu können, hat der Bundestag zusätzlich das "Mindestarbeitsbedingungengesetz" aus dem Jahr 1952 entsprechend angepasst. Darin ist festgelegt, dass ein mit sieben Fachleuten besetzter ständiger Hauptausschuss prüft, ob in der jeweiligen Branche soziale Verwerfungen vorliegen und Mindestarbeitsentgelte festgesetzt werden sollen. Ein Fachausschuss aus Arbeitnehmern und Arbeitgebern der Branche legt daraufhin die Höhe des Mindestlohns fest. Allerdings kann die Bundesregierung auf Vorschlag des Arbeitsministers Mindestarbeitslöhne als Rechtsverordnung erlassen.

Nicht betroffen von der geplanten Neuregelung ist die Branche der Zeitarbeiter. Ihre Aufnahme in das Entsendegesetz war nicht konsensfähig in der Regierungskoalition. Nun soll ein anderer Weg beschritten werden: Das Bundeskabinett soll künftig über das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz eine Lohnuntergrenze einführen, mit der die Tarifautonomie gewahrt wird. Ein entsprechendes Gesetzgebungsverfahren soll zügig auf den Weg gebracht werden.

Linke und Grüne lehnen einen branchenbezogenen Mindestlohn ab und plädieren stattdessen für die Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns. Die jetzige Regelung führe zu einem "Flickenteppich".
Die FDP lehnt Mindestlöhne insgesamt ab. Insbesondere in Zeiten schwerer Rezession würden sich diese negativ auswirken.

Um die Ausweitung der Mindestlöhne hatten Union und SPD monatelang gestritten. Stimmt auch der Bundesrat im Februar zu, unterliegen mehr als drei Millionen Beschäftigte einem Mindestlohn.

(c) Foto: Gerd Altmann / www.pixelio.de



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Kommentare von Besuchern zur Abstimmung
Kommentar #30
Ich finde mit dem Mindestlohn eine Sauerei, Das zeigt es gibt immer noch eine Zweiklassengesellschaft.Nach über 20 Jahren macht man noch Unterschiede nach der Herkunft.Jeder der federführenden Politiker sollte sollte sich in Grund und Boden schämen. Wo ist das Leben im Osten denn billiger. Es werden im Osten die selben Steuern gezahlt, die Mehrwertsteuer ist gleich, die Preise für Strom , Wasser, Gas, Benzin und anders sind ähnlich teuer, teils sind die Preise für Wasser, Gas, Strom sogar höher als in verschiedenen West Bundesländern.
Zur Politik fällt mir ein Zitat von George Orwell ein :
Und wenn alle die von der Parte verbreitete Lüge glaubten , wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit. George Orwell 1984
von: Heiko B
am: 25.08.2010 04:16
Kommentar #29
Ich arbeite im Bewachungsgewerbe monatlich auf 400 Euro Basis. Hier greift der Mindestlohn garnicht, da angeblich die 400 Euro Basis nicht dazu zählt. Ich muß monatlich 88,3 Stunden arbeiten um auf 400 Euro zu kommen. Außerdem fehlen die staatlichen Kontrollen, ob Gesetzte von den Unternehmen eigehalten werden Beschlüsse und Kontrolle klaffen hier sehr weit auseinander. Wer von seinem Lohn nicht leben kann liegt der Allgemeinheit zwangsläufig auf der "Tasche" - ob das sozial sein soll möchte ich bezweifeln.
Die Ost-West-Zange wird nie geschlossen solange nach 20 Jahren Mauer-
fall in den Köpfen aller Deutschen dies Problem noch nicht abgeschlossen ist. Das fängt mit der Zahlung unterschiedlicher Löhne an und hört mit dem gegenseitigem "Hochschaukeln" auf. Warum schiebt man dieses brisante Thema stets beiseite ? Warum sind denn die Fachkräfte aus dem Osten im Westen so begehrt?
von: bewacher
am: 05.04.2010 16:27
Kommentar #28
@27

Wer lesen kann, ist klar im Vorteil:

"Linke und Grüne lehnen einen branchenbezogenen Mindestlohn ab und plädieren stattdessen für die Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns."

Ich kann auch ein oder zwei Branchen Mindestlohn einfügen und mich als sozialer Retter hinstellen. Das hilft aber den anderen Menschen nichts, die keinen Mindestlohn bekommen.

Darum FLÄCHENDECKENDER Mindestlohn!

In nahezu allen anderen EU-Staaten gibt es auch einen Mindestlohn. Warum nicht bei uns?
Aber das ist ja "links" und von daher erstmal "böse".
von: Ihr Name
am: 21.01.2010 19:35
Kommentar #27
Die SED alias "Die Linke" stimmt also gegen Mindestlöhne???
von: Aha...
am: 09.10.2009 11:20
Kommentar #26
jeder muss,wenn er 40 std. arbeitet, davon auch leben können !
von: seestern
am: 09.09.2009 18:37
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