Mindestlöhne (Antrag Die Linke.)
Die Koalitionsfraktionen und die FDP haben einen Antrag der Linken zur Einführung von Mindestlöhnen abgelehnt. Für den Antrag stimmten vier SPD-Abgeordnete, die Linksfraktion und Bündnis 90/Die Grünen.
Hintergrundinformationen
In dem Antrag der Linken wird die Bundesregierung aufgefordert,
  • tarifvertragliche Lösungen für Mindestlöhne zu fördern und dazu das Arbeitnehmer-Entsendegesetz auf alle Wirtschaftsbereiche auszuweiten;
  • für Branchen, in denen tarifliche Lösungen nicht greifen oder Tariflöhne ein Mindestniveau unterschreiten, einen gesetzlichen Mindestlohn einzuführen, der sich in seiner Höhe am Niveau vergleichbarer europäischer Länder orientiert.

Menschen, die einer Vollerwerbstätigkeit nachgingen, müssten von ihrer Arbeit auch leben können, heißt es zur Begründung. Die Einkommensschere in Deutschland gehe weiter auseinander, 2.5 Millionen Menschen würden für Armutslöhnen arbeiten.

Der Antrag "Deutschland braucht Mindestlöhne", den die Fraktion DIE LINKE. in den Bundestag eingebracht hatte, ist fast wortgleich mit der Erklärung "Politik für Gute Arbeit - Deutschland braucht Mindestlöhne", mit der die SPD zur Zeit Unterschriften für die Einführung von Mindestlöhnen sammelt.

Die SPD führt zur Zeit Verhandlungen mit der Union über die Einführung von Mindestlöhnen. Man habe im Koalitionsvertrag vereinbart, nicht gegen den Koalitionspartner zu stimmen, heißt es, außerdem sei die Einbringung des Antrages der Linken "reine Showpolitik".

FDP und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hatten eigene Anträge eingebracht. Die Liberalen befürchten u.a. die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland und die Abwanderung in die Schwarzarbeit, sollte ein gesetzlicher Mindestlohn eingeführt werden. Statt dessen schlägt die FDP die Einführung eines Bürgergeldes vor. Nach diesem Modell würden die verschiedenen steuerfinanzierten Sozialleistungen zusammengefasst. Dadurch werde das Sozialsystem für die Bürger überschaubar und transparent, heißt es in dem FDP-Antrag.

In dem Antrag von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wird die Bundesregierung aufgefordert, eine Mindestlohn-Kommission einzurichten, die unter der Beteiligung von Sozialpartnern und Wissenschaft Empfehlungen für die Höhe von Mindestlöhnen erarbeiten soll. Außerdem soll die Ausweitung des Arbeitnehmer-Entsendegesetz auf alle Branchen forciert werden. Diese Festlegung von einheitlichen Mindestarbeitsbedingungen für in- und ausländische Beschäftigte sei eine Grundbedingung, um die weitere Abwärtsspirale von Löhnen zu verhindern.

Beide Anträge fanden keine Mehrheit.

© Foto: Jürgen Oberguggenberger / www.pixelio.de



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(Drs. 16/4845) abgelehnt
Kommentare von Besuchern zur Abstimmung
Kommentar #71
Nachdem ich diese Seite so gelesen habe ,fällt mir schon auf das es anscheinend zwei Welten in Deutschland gibt.Die, wie es sein sollte und die wie es wohl am besten taktisch machbar ist ,um seine Macht zu behalten...kein Wunder das die SPD sich immer noch selber sucht und bisher noch nicht gefunden hat,wenn ihr einziges Anliegen ist, es allen Leuten Recht machen zu wollen...Es kann nicht sein das ein viertel deutscher Bürger zwar den ganzen Tag arbeiten geht ,aber nach Abzug aller Kosten,nichts mehr im Geldbeutel hat um die dringlichsten Dinge ,wie Grundnahrung und Bildung ausschöpfen zu können...Die Würde des Menschen ist unantastbar ,ist da nur noch Makulatur...
von: I.Barth
am: 17.04.2011 19:51
Kommentar #70
Ich finde es unter der würde für 7,60 euro zu arbeiten. da müssen sich Frau Merkel und die anderen doch garnicht wundern das so viele leute lieber in Harz4 bleiben wollen und ihre Kinder groß werden sehen für das gleiche Geld.
Mein Vater hat mir immer beigebracht das ich ohne abgeschlossene lehre nichts verdienen kann. Die lehre habe ich gemacht und verdiene trotzdem nur das was früher nur "hilfskeulen" bekommen haben und meine chefs oder die der Zeitarbeitsfirmen verdienen sich dumm und dusselig.

Ist das die gerechtigkeit die unsere Regierung unterstützt ?
Dann wird es Zeit diese abzuwählen oder besser einen Putsch zu veranstalten und bei null anzufangen.
Ich könnte weinen wenn ich unser schönes Deutsches land sehe wie es immer mehr abrutscht in Amerikanische verhältnisse ."Entweder bist Du Reich oder eben Arm" .
von: einer von vielen
am: 05.11.2010 11:06
Kommentar #69
Es ist doch sehr erstaunlich, das die SPD in Wahl kämpfen den gesetzlichen Mindestlohn fordert, bei Entscheidungen dann aber den kürzeren zieht.

Für mich ist nur noch Die Linke wählbar.
von: Simon Lorch
am: 18.04.2010 15:31
Kommentar #68
ich finde es mehr als ärgerlich, wenn man bei solchen Modellrechnungen mit falschen Zahlen rechnet:

ein Ehepaar, welches je 1200 € Monatsbrutto erhält, bekommt netto, Steuerklasse IV, 913 €, zusammen also 1826 €, plus Kindergeld für zwei Kinder 328 €. Somit stehen für die Familie 2154 € netto zur Verfügung. Natürlich kann man sich jetzt auch streiten, dass dieser Betrag zum Leben ja viel zu gering ist .....
von: Peter
am: 09.04.2010 09:46
Kommentar #67
Deutschland braucht Mindestlöhe von 10 Euro. Schließlich sind wir ein reiches Land und es muss endlich mal was geschehen. Deutschland ist ein Rechtsstaat und die Menschenwürde ist unantastbar. Ein Applaus an Die Linke!
von: Daniel Seidel
am: 18.03.2010 16:23
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