Michael Frieser (CSU)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Michael Frieser
© Bundestagsfraktion CDU/CSU
Geburtstag
30.03.1964
Berufliche Qualifikation
Rechtsanwalt
Ausgeübte Tätigkeit
-
Wohnort
Nürnberg
Wahlkreis
Nürnberg-Süd
Ergebnis
38,6%
Landeslistenplatz
16, Bayern
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(...) Der Beteiligung des Privatsektors kommt jetzt eine zentrale Rolle dabei zu, die Tragfähigkeit der griechischen Schulden herzustellen. Zusammen mit dem Reformprogramm für die griechische Wirtschaft sollte die Beteiligung des Privatsektors eine Senkung der griechischen Defizitquote bewirken, um bis 2020 eine Quote von 120 Prozent zu erreichen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Finanzen
10.08.2011
Von:
Dr.

Sehr geehrter Herr Frieser,

als selbst beruflich im Kapitalanlagebereich eines großen Versicherers Beschäftigter verfolge ich natürlich sowohl aus professionellen Gründen aber natürlich auch mit Interesse als Bürger die Diskussionen um die EU-Rettungspakete und natürlich auch die Beteiligung privater Gläubiger.

Beim am 21.Juli verabschiedeten Modell der Gläubigerbeteiligung hat sich aber m.E. eine sehr merkwürdige Situation ergeben:
Der Bankenverband IIF (als Interessensvertretung von 350 Banken) hat ein Angebot zur weiteren Finanzierung der griechischen Staatsschuld abgegeben, in dem sehr beeindruckende Zahlen einer Gläubigerbeteiligung im Milliarden-EUR-Bereich genannt sind.

Bei genauerem Hinsehen mit einem Mindestmaß an finanzmathematischer Vorbildung erkennt man jedoch, dass diese Beträge nur unter Zuhilfenahme eines Rechentricks entstehen: Nämlich indem man grundsätzlich erst einmal von einer geforderten Verzinsung von 9 % auf alle vorhandenen Griechenland-Forderungen ausgeht und ausgehend von dieser (mehr als großzügigen) einen - ich möchte ihn einmal "Pseudo-Verzicht" nennen - quantifiziert hat.
Zudem wären die neuen Wertpapiere mit Garantien des EFSF versehen, sodass natürlich eine Rendite-Erwartung von 9% mehr als großzügig erscheint.

Leider hat auch das Institut der dt. Wirtschaftsprüfer (IDW) dies augenscheinlich nicht vollumfänglich erfasst, da es zu dem Schluss kommt, dass Griechenland-Forderungen nach HGB-Rechnungslegung mit 21% und nach IFRS-Rechnungslegung komplett auf den Marktpreis abzuschreiben wären. Dies hat sich in den Bilanzen von bspw. Deutscher Bank, Allianz und Munich Re schon zum Q2 2011 manifestiert.
Somit ergibt sich die kuriose Situation, in der trotz eines faktisch wirtschaftlich nicht vorhandenen Verzichts der Gläubiger (somit keine Hilfe für Griechenland) in den Ergebnissen der Unternehmen Belastungen entstehen.

Sind den Abgeordneten die Rechenmodalitäten dieser "Gläubigerbeteiligung" Ihrer Meinung nach bekannt und transparent?
Standard-Antwort von Michael Frieser
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10.08.2011
Michael Frieser
Sehr geehrter Herr Dr. ,

herzlichen Dank für Ihre Frage über Abgeordnetenwatch. Gerne antworte ich Ihnen auch auf diesem öffentlichen Portal. Allerdings bitte ich Sie, zuvor für unsere weitere Kommunikation Ihre Kontaktdaten (Postanschrift, E-Mail, Telefonnummer) an meine Email-Adresse michael.frieser@bundestag.de zu senden. Das erleichtert und ermöglicht uns beiden den weiteren Austausch.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Frieser, MdB
Ergänzung vom 03.11.2011
Sehr geehrter Dr. ,


da ich nicht Mitglied des Finanzausschusses bin, habe ich mit meinen Fachkollegen Ihre Frage zur Beteiligung privater Gläubiger besprochen. Die von Ihnen angesprochene Lösung aus dem Juli 2011 ist bekannt und erörtert worden. Zwischenzeitlich haben wir durch den Beschluss des Europäischen Rates allerdings eine neue Konstellation der Privatgläubigerbeteiligung.

Der Beteiligung des Privatsektors kommt jetzt eine zentrale Rolle dabei zu, die Tragfähigkeit der griechischen Schulden herzustellen. Zusammen mit dem Reformprogramm für die griechische Wirtschaft sollte die Beteiligung des Privatsektors eine Senkung der griechischen Defizitquote bewirken, um bis 2020 eine Quote von 120 Prozent zu erreichen. Der Beitrag des privaten Sektors wird sich netto auf etwa 37 Milliarden Euro belaufen. Weitere 12,6 Milliarden Euro werden über ein Schuldenrückkaufprogramm aufgebracht werden, so dass insgesamt 50 Milliarden Euro zur Verfügung stehen werden. Für den Zeitraum 2011 - 2019 wird die Beteiligung des privaten Sektors einem Beitrag von netto etwa 106 Milliarden Euro entsprechen. Der Europäische Rat ersucht Griechenland und private Investoren, einen freiwilligen Umtausch von Anleihen mit einem nominellen Abschlag von 50 Prozent des Nennwerts der von privaten Investoren gehaltenen griechischen Staatsanleihen auszuarbeiten. Die dem Euro-Mitgliedstaaten werden einen Beitrag von bis zu 30 Milliarden Euro zur Beteiligung des Privatsektors leisten. Auf dieser Grundlage ist der öffentliche Sektor bereit, bis 2014 eine zusätzliche Programmfinanzierung von bis zu 100 Milliarden Euro bereitzustellen, einschließlich der notwendigen Rekapitalisierung griechischer Banken. Der Anleihentausch sollte Anfang 2012 durchgeführt werden.


Mit freundlichen Grüßen

Michael Frieser
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Frage zum Thema Arbeit
07.09.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Frieser,

bei der beabsichtigten Änderung des Datenschutzgesetzes zeigt der Entwurf der Bundesregierung, dass der ursprüngliche Ansatz des "Arbeitnehmerdatenschutz" ins Gegenteil verkehrt wird.
Ich befürchte eine Legalisierung von Bespitzelung der Arbeitnehmer.

Wie stehen Sie dazu?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Michael Frieser
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29.09.2011
Michael Frieser
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Befürchtungen teile ich nicht. Die christlich-liberale Bundesregierung unter Bundeskanzlerin Angela Merkel geht mit dem Gesetz zum Schutz der Beschäftigtendaten in Betrieben und Unternehmen vielmehr einen beachtenswerten Schritt. Denn Beschäftigtendaten sinnvoll zu schützen, hatten sich schon vielen Bundesregierungen vorgenommen und dies auch angekündigt. Jedoch hat es bisher keine Regierung geschafft, ein Gesetzesentwurf vorzulegen. Das Gesetz wird ganz unmittelbar mehr als 40 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland betreffen. Sie alle werden darin nachlesen können, welche personenbezogenen Daten der Arbeitgeber erheben, speichern und verarbeiten darf. Bereits in der vorliegenden Fassung stellt der Gesetzesentwurf eine Verbesserung und Ausweitung des Schutzes der Arbeitnehmerdaten dar. Wir sollten uns davor hüten, die Erhebung von Arbeitnehmerdaten durch einen Arbeitgeber reflexhaft als Eingriff zu verurteilen. Viele Daten werden zugunsten der Arbeitnehmer erhoben: zum Beispiel bei Unternehmens- und Kapitalbeteiligungen, Bonus- und Rabattprogrammen, gesundheitliche Vorsorgeprogramme und betriebliche Versicherungen.

Der Gesetzesentwurf wurde von der Bundesregierung in den Bundestag eingebracht. Der Ball liegt somit im Feld des Parlaments. Es ist vielfach in Tageszeitungen berichtet worden, dass die Koalition eine Anzahl von Veränderungen vornehmen wird. Der Grundsatz, an dem wir uns bei diesem Gesetzesvorhaben orientieren, lautet: "Kein Mitarbeiter muss Angst vor Bespitzelung haben!"


Mit freundlichen Grüßen
Michael Frieser
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
08.09.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Frieser,

wieso entscheiden Sie nicht im Interesse Ihres Volkes gegen ein unverantwortliches Arbeiten mit dem Geld der Bürger durch diese BRD-Regierung? Wieso beantworten Sie die Fragen nicht auf diesem Portal? Wie kann ein BT gegen den Art. 125 der Lissabonner Verträge entscheiden? Machen sich dadurch alle strafbar, die dagegen entscheiden?

In angemessener Hochachtung
Antwort von Michael Frieser
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09.09.2011
Michael Frieser
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihr Schreiben. Zu der ersten Frage möchte ich sagen: Weil es um die Stabilität unseres Euro geht. Vernünftige Fragen werden immer beantwortet. Was ist ein "BT"? Und zu Ihrer letzten Frage möchte ich anmerken: Nein.

Mit freundlichen Grüßen
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
10.09.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Frieser, zu ihrer Frage was ist ein BT, es ist der Bundestag ! Die Stabilität des Euros ? Welche meinen sie damit ? Denken sie, dass der Euro gerettet wird durch neue Schulden, wenn ja warum ? Denken sie, dass die Verschuldung der Deutschen gut ist um nicht zu rettende Existenzen noch für einen gewissen Zeitraum zu halten bzw. zu verkaufen, aber nicht zu stabilisieren ? Wie betrachten sie diesen ganzen Rettungsschirm (Art. 125 Lissabonner Verträge) aus fachlicher Sicht und wie betrachten sie die wirtschaftlichen Aspekte dessen aus fachlicher Sicht. Das Volk schaut aufmerksam zu ! Wie ist ihre Meinung zum Art. 146 des Grundgesetzes für die BRD ?
In angemessener Hochachtung
Antwort von Michael Frieser
bisher keineEmpfehlungen
29.09.2011
Michael Frieser
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre zahlreichen Nachfragen, die ich wie folgt beantworte:
  • Das war doch Ihre Frage.
  • Die nächste erledigt sich durch meine erste Antwort.
  • Die Frage verstehe ich nicht.
  • Meine nächste Antwort: Distanziert.
  • Und schließlich: Ein guter Artikel.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Frieser
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Frage zum Thema Internationales
11.10.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Frieser,

können Sie mir erklären, warum ein türkischer Mehrfachmörder in Deutschland frei rumlaufen darf? www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de Und sogar mit einem Pass ausgestattet wird?
1993 hat ein Türke in der Türkei dazu beigetragen, dass 35 Menschen ums Leben kamen. Er flüchtete nach Deutschland. Wohl wissend dass ihm hier keine Strafe droht. Deutsche Behörden erstellten für ihn sogar einen blauen Pass.
Nun meine zusätzlichen Fragen:
  • Sind generell alle Asylanten, die in ihrer Heimat gegen Gesetze verstoßen haben, und ihnen nun Strafe droht, Asylberechtigt?
  • Gibt es irgendwelche Grenzen?
  • Warum dürfen Ausländer, die in Ihrer Heimat Verbrechen begingen, nicht aus Deutschland an die jeweiligen Länder übergeben werden?
  • Schützt der deutsche Staat somit im Ausland gewordene Verbrecher?
  • Haben Personen wie Vahit Kainar ein Anrecht auf Hartz IV?
  • Wird Deutschland zunehmend zum Schutzraum von internationalen Verbrechern?

Ich bedanke mich für die Beantwortung.

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