Mechthild Rawert (SPD)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Mechthild Rawert
Jahrgang
1957
Berufliche Qualifikation
Diplom Sozialpädagogin, Diplom Pädagogin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Berlin-Tempelhof-Schöneberg
Landeslistenplatz
4, Berlin
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(...) Es ist sehr einfach, im Internet Abgeordneten einfach zu unterstellen, Sie würden nicht nach ihrem Gewissen agieren. Abstimmungsentscheidungen -- ob nun dafür, dagegen oder qua Enthaltung -- sind von jeder/jedem Abgeordneten zu verantworten. Dieses gilt auf jeden Fall -- auch für die Fälle, wo ich als Abgeordnete die Mehrheit bzw. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
17.03.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Rawert,
ich bin z.Z. bei der Erarbeitung einer Präsentationsprüfung für mein diesjähriges Abitur zum Thema "Volkswirtschaftliche Bedeutung des Flughafen Tempelhof"
Vor ein paar Tagen bin ich auf eine nakte Zahl von Herrn Dr. Tilo Sarazin gestoßen, für die ich weitere Detailaufschlüsselung ersuche.
In einem Artikel - erschienen in der Berliner Morgenpost - wurde berichtet, dass der Flughafen Tempelhof im Jahr 9,6 Millionen Euro Verlust "erwirtschaftet". (Quelle: www.morgenpost.de )
Wie genau setzt sich dieser Betrag zusammen?
In der Tagespresse wurde in letzter Zeit auch oft von Herrn Wowereit gesprochen, der die Mieteinnahmen durch "Bread and Butter" nicht nennen mochte. Gibt es in dieserlei Hinsicht schon Änderungen bzw. konkrete Veröffentlichungen? Gibt es weitere Mieter im Gebäude des Flughafens?
Laut der ICAT stünden über 30% des Gebäudes leer. (Stand: 08/2003) hat sich diese Zahl geändert? Wie hoch sind die Mieteinnahmen der restlichen 70%? Welche Fixkosten müssen das Land und der Bund für den Flughafen tragen? Werden alle diese Aufwendungen durch Steuereinnahmen kompensiert, falls nein wie dann?

Ich ersuche mir nun von Ihnen eine konkrete Antwort, da die Herren der Flughafenverwaltung, sowie der BIM zu keinen Aussage bereit waren.
Liegt es nicht im allgemeinen Intresse den Steuerzahler wissenzulassen wie sich gerade solch kontroverse Finanzierungprogramme zusammensetzen?

MfG
Antwort von Mechthild Rawert
1Empfehlung
12.05.2009
Mechthild Rawert
Sehr geehrter Herr ,

zunächst wünsche ich Ihnen viel Erfolg bei Ihrem Abitur.

Bitte entschuldigen Sie die verzögerte Antwort auf Ihre Frage zum Flughafen Tempelhof. Selbstverständlich ist es im Interesse der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler zu wissen, wie und für welche Zwecke ihre Steuergelder eingesetzt werden. Bei all Ihren aufgeworfenen Fragen handelt es sich jedoch um landespolitische Angelegenheiten in der Zuständigkeit des Berliner Senates. Kenntnis über die Details, beispielsweise zu den Vertragsverhandlungen des Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit mit den Messeveranstalter Bread & Butter über die Nutzung des Flughafengebäudes, haben daher nur die zuständigen Berliner Stellen. Die Mietvertragsverhandlungen für das Tempelhof-Areal sind der BIM (Berliner Immobilienmanagement GmbH) übertragen. Ob und welche sonstigen Mieter es noch gibt und wie hoch die Mieteinnahmen hieraus sind kann ihnen dementsprechend nur die BIM beantworten.

Gleiches gilt im Rahmen der jeweiligen Zuständigkeit für die übrigen Informationen, die Sie anfragen.
Ich bedauere, Ihnen nicht konkreter antworten zu können.


Mit freundlichen Grüßen

Mechthild Rawert
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Frage zum Thema Gesundheit
09.04.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Rawert, heute las ich in der Berliner Morgenpost den Artikel, dass ab Juni die Zigaretten schon wieder (erheblich) teurer werden sollen. Begründung: Jugendschutz. Ganz abgesehen davon, dass dieses Argument auch in anderen Ländern nicht funktioniert hat, also weshalb ausgerechnet bei uns in Deutschland (für wie blöd hält man uns Verbraucher eigentlich)? So sind auch nicht die anderen Argumente, vor allem der Zigarettenherstelller, nicht nachvollziehbar! Was gedenken Sie evtl. dagegen zu tun? MfG
Antwort von Mechthild Rawert
6Empfehlungen
30.04.2009
Mechthild Rawert
Sehr geehrte Frau ,

im Juni werden Zigaretten voraussichtlich teurer. Dies hat allerdings nicht mit dem Jugendschutz oder dem im Mai geplanten Gesetz zur Packungsgröße zu tun. Für die Preiserhöhungen ist allein die Tabakindustrie verantwortlich. Als Grund führt diese gestiegene Produktionskosten an.

Das Argument des Jugendschutzes wird in dem Zeitungsartikel in einem völlig anderen Zusammenhang genannt. Am 7. Mai will der Deutsche Bundestag beschließen, die Mindestpackungsgröße für Zigarettenschachteln anzuheben. Zukünftig sollen mindestens 19 statt heute 17 Zigaretten in jeder Schachtel sein. Dadurch wird die Schachtel zwar insgesamt um 30 bis 50 Cent teurer, dafür erhalten Sie aber auch 2 Zigaretten mehr. Der Preis pro Zigarette wird dadurch nicht beeinflusst. Als Verbraucherpolitikerin möchte ich Sie darauf hinweisen darauf zu achten, dass der Hersteller Ihrer Zigarettenmarke die Packungsumstellung nicht für versteckte Preiserhöhungen nutzt.

Ich empfinde die Erhöhung der Packungsgröße als eine der sinnvollen Maßnamen, die dem Jugendschutz dient. Jugendliche Konsumenten lassen sich am ehesten über den Preis steuern. Ein Beispiel dafür, wie dies funktionieren kann, sind die "Alcopops". Diese Alkoholmixgetränke haben gerade Jugendliche häufig zu übermäßigem Alkoholkonsum verleitet, da man ihnen den Alkoholgehalt nicht unmittelbar anmerkt. Nachdem die Bundesregierung im Juli 2004 eine Sondersteuer auf diese Getränke erlassen hat, ist ihr Konsum unter Jugendlichen massiv zurückgegangen.

Als Gesundheitspolitikerin erinnere ich an die steuerpolitischen Debatten rund um die Tabaksteuer, obgleich diese nichts mit der jetzigen Erhöhung zu tun hat. Die Erhöhung der Mindestpackungsgröße für Zigaretten verläuft preisneutral. Es erfolgt keine Preiserhöhung durch Steuern oder Abgaben. Die Konsumentinnen und Konsumenten zahlen durch diese Maßnahme nicht mehr Geld pro Zigarette. Gleichzeitig wird es für viele Jugendliche schwieriger, den Preis von 4,50 und mehr für eine Schachtel Markenzigaretten zu zahlen. Letztendlich dient die Maßnahme dem Jugendschutz und fördert den verantwortungsbewussten Tabakkonsum.

Mit freundlichem Gruß

Mechthild Rawert
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Frage zum Thema Gesundheit
30.04.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Rawert,

erst einmal recht vielen Dank für Ihre Antwort!
Ich hätte nur noch eine Frage: Wie kommen Sie auf eine Summe von 4,50 pro Schachtel? Die Erhöhung soll angeblich 30-50 Cent pro Schachtel betragen. Wenn wir von einem Durschnitt von Euro 3,60-3,80 ausgehen, beträgt der Unterschied zu dem von Ihnen benannten Preis erheblich mehr.
Sprechen Sie immer noch von keiner versteckten Preiserhöhung?

MfG
Antwort von Mechthild Rawert
5Empfehlungen
09.06.2009
Mechthild Rawert
Sehr geehrte Frau ,

bitte entschuldigen Sie meine verspätete Antwort. In meiner Reaktion auf Ihre Anfrage vom 9. April habe ich geschrieben, dass es nach der Gesetzesänderung für viele Jugendliche schwieriger wird, den Preis von 4,50 Euro und mehr für eine Schachtel Markenzigaretten zu zahlen, jedoch der Preis pro Zigarette nicht durch das Gesetz verändert wird.

Dabei bin ich von einem Preis von 4,00 Euro ausgegangen, der derzeit für eine Schachtel mit 17 Marlboro-Zigaretten verlangt wird. Hochgerechnet auf 19 Zigaretten ergibt sich ein Preis von 4,47 Euro. Falls Sie preiswertere Zigaretten bevorzugen, würde eine Schachtel natürlich zukünftig entsprechend weniger kosten.


Mit freundlichem Gruß

Mechthild Rawert
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Frage zum Thema Gesundheit
04.05.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Rawert,

wie können Sie angesichts von jährlich 3.300 Toten durch Passivrauchen (Quelle: www.aktiv-rauchfrei.de ) von "verantwortungsbewusstem Tabakkonsum" sprechen?

Im Tabakrauch sind 90 Substanzen enthalten, die Krebs erzeugen oder die im Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen (Quelle: www.tabakkontrolle.de ).
Wie können Sie im Zusammenhang mit dem Konsum eines derartig schädlichen Produkts von "verantwortungsbewusstem Konsum" sprechen, während auf der anderen Seite der Bundestag (dem Sie schließlich auch angehören) glaubt, den Bürger durch gesetzliche Helmpflicht, Gurtpflicht, Krankenversicherungspflicht u.v.a.m. vor sich selbst schützen zu müssen?
Antwort von Mechthild Rawert
2Empfehlungen
22.06.2009
Mechthild Rawert
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre kritische Anmerkung. In meiner Antwort auf die Frage an Frau Müller habe ich mich leider missverständlich ausgedrückt.

Tabakkonsum ist ohne Zweifel gesundheitsschädlich und macht süchtig. Er fügt dem Raucher und der Raucherin selbst, aber auch Menschen in dessen Umgebung Schaden zu. Dennoch wird das Rauchen von einem Großteil der Gesellschaft akzeptiert.
Ich bin überzeugt, dass ein Erwachsener eher die Risiken des Rauchens erkennen kann als ein Jugendlicher. Erwachsene wissen besser um die Gefahren des Rauchens und das damit verbundene Suchtpotential. Zudem stehen sie häufig nicht unter dem sozialen Druck, den Jugendliche durch den Tabakkonsum im Freundeskreis empfinden. Erwachsene können sich daher in der Regel bewusster für oder gegen das Rauchen entscheiden als Jugendliche. In diesem Sinne habe ich das Wort "verantwortungsbewusst" benutzt.
Unabhängig davon ist das von Ihnen aufgegriffene Passivrauchen ein Problem. Neben den Rauchverboten, die seit 2007 in staatlichen Einrichtungen, Schulen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sowie in großen Teilen der Gastronomie gelten, setze ich darauf, dass Rauchende sich der Verantwortung auch ihrer Umwelt gegenüber bewusst werden und ihre Mitmenschen möglichst wenig durch ihren Tabakkonsum belasten.

Mit freundlichem Gruß

Mechthild Rawert
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
13.05.2009
Von:

Liebe Mechthild,

ich hoffe, Du akzeptierst (im Gegensatz zum Genossen Wiefelspütz) das sozialdemokratische "Du" auch bei fehlender persönlicher Bekanntschaft.

Mich würde (auch im Hinblick auf die im September anstehende Wahlentscheidung) Deine Position zu den seit Jahren und in letzter Zeit (aus traurigem aber dennoch unpassenden Anlass) wieder verstärkt diskutierten Verboten von "Killerspielen", Paintball und ähnlichen Freizeitbeschäftigungen interessieren.

Weiterhin wäre auch interessant, wie Du zu den heiß diskutierten Internet-Sperren stehst.

Dein Abstimmungsverhalten zum BKA-Gesetz lässt mich hoffen, auch wenn es leider eine Minderheit in der SPD-Fraktion darstellt. Siehst Du eine Möglichkeit, dass unsere Partei auch für Menschen, denen der (auch) sozialdemokratische Grundwert der Freiheit wichtig ist, wieder wählbar wird?

Die Zustimmung zur Vorratsdatenspeicherung begründest Du (juristisch durchaus korrekt) mit der EU-Richtlinie. Wie kann verhindert werden, dass über den Umweg Europa auch weiterhin Einschränkungen von Freiheitsrechten durchgesetzt werden, die bei den Bürgern eher umstritten sind?

Grüße
Antwort von Mechthild Rawert
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02.07.2009
Mechthild Rawert
Lieber ,

danke für Deine Anfrage. Bitte entschuldige die verzögerte Antwort. Du sprichst in der Tat derzeit heiß diskutierte Themen an:

Im Zuge der Diskussion über eine weitere Verschärfung des Waffenrechts und anderer Maßnahmen ist von den Koalitionsfraktionen ein Maßnahmenkatalog vereinbart worden, der u. a. auch ein Verbot von "Paintball" vorsah. Ein Verbot setzt aus meiner Sicht allerdings voraus, dass andere Rechtsgüter durch Paintball derart gefährdet werden, dass der Staat zu ihrem Schutz eingreifen muss. Bisher sind mir keine belastbaren Fakten bekannt, die eine solche Gefährdung belegen oder ausschließen. Ich bin deshalb der Ansicht, man sollte diese Fragen zunächst klären. Das bedeutet, dass wenn niemand zu Schaden kommt und gleichzeitig die sonstigen Auswirkungen dieses Hobbys unproblematisch sind, kein Grund für ein Verbot besteht. Ein vorheriges Verbot von Paintball wäre eine Verurteilung auf Verdacht. Erst wenn sich wissenschaftlich belegbar herausstellen sollte, dass Paintball zu erhöhter Gewaltbereitschaft etc. führt und somit eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht, bin ich persönlich bereit über ein Verbot nachzudenken bzw. mich dafür einzusetzen. Ein vorheriges Verbot halte ich nicht für gerechtfertigt.

Auch ein Verbot von sogenannten Killerspielen ist meines Erachtens problematisch, denn es greift zu kurz. Gewaltverherrlichende Computerspiele fallen bereits heute unter das Verbot des § 131 StGB. Bereits 2003 wurde dieser Paragraph auf die Darstellung von Gewalttätigkeiten gegen menschenähnliche Wesen erweitert und damit das Strafrecht an dieser Stelle auch in Bezug auf Computerspiele verbessert. Die Argumentation bezüglich der Einführung eines Verbotes von so genannten Killerspielen blendet diese geltende Rechtslage weitgehend aus. Übersehen werden zudem die bedeutsamen Aspekte eines wirksamen Jugendmedienschutzes, zu dem der verantwortungsvolle Umgang mit den Medien und die hierfür notwendige Medienkompetenz gehören. Ein wirksamer Jugendmedienschutz ist und bleibt ein zentrales Ziel der Jugend-, Familien und auch Medienpolitik der SPD. Es geht dabei um das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in der Schule, um die notwendige Anerkennung und Förderung von Kindern und Jugendlichen, um Prävention und Bekämpfung von Jugendgewalt, um die Verantwortung von Eltern und Pädagogen, sowie um Medienkompetenz und Jugendmedienschutz. Im Vordergrund unserer Bemühungen zur Umsetzung eines wirksamen Kinder- und Jugendmedienschutzes muss daher die Förderung und Stärkung von Medienkompetenz in Familien, aber auch im Kindergarten, in der Schule und in der Jugendarbeit stehen. Hier können Kinder Kontakte zu Gleichaltrigen knüpfen und wertvolle Erfahrungen machen, die sie vor Vereinsamung und Gewalt schützen.

Die Internetsperren für kinderpornografische Seiten sind am 18. Juni 2009 im Bundestag verabschiedet worden. Ich habe, wenn auch von Bauchschmerzen begleitet, zugestimmt.

Es stellt sich zunehmend das Problem der Verbreitung von kinderpornografischen Inhalten im Internet. Dies liegt an den Besonderheiten des Internets, in dem auch rechtswidrige Inhalte schnell verbreitet und anonym sowie ohne soziale Kontrolle konsumiert werden können. Die Bekämpfung der Verbreitung von Kinderpornografie im Internet ist deshalb weitgehend unbestritten ein wichtiges Thema. Auch ist das Internet kein rechtsfreier Raum.

Das Internet soll als Plattform für Wissen, als Raum für Kommunikation und Diskussion andererseits unzensiert erhalten bleiben.

Bei dem Gesetzgebungsverfahren waren diese zwei Aspekte aber nicht etwa gegeneinander abzuwägen, sondern vielmehr miteinander in Einklang zu bringen.
Der ursprüngliche Gesetzentwurf ist ganz wesentlich überarbeitet und verbessert worden, wobei die SPD-Bundestagsfraktion wichtige Änderungsvorschläge in den Verhandlungen mit der Unionsfraktion durchsetzen konnte. Wir haben damit auch die wesentlichen Kritikpunkte, die sich aus der Bundestagsanhörung und der Stellungnahme des Bundesrates ergeben haben, positiv aufgegriffen:

Aus einem Sperrlisten-Gesetz wurde nun ein dezidiert auf die Bekämpfung von Kinderpornografie abzielendes Spezialgesetz, kurz "Zugangserschwerungsgesetz". Darüber hinaus gilt nun 1. das Prinzip Löschen vor Sperren, d.h. in einem abgestuften Verfahren soll erst versucht werden, kinderpornografische Inhalte durch Ansprache der Provider/Betreiber aus dem Netz zu entfernen. Wo das nicht gelingt, soll die Sperrung greifen (Subsidiaritätsprinzip). 2. Auch die Kontrolleure werden kontrolliert. Dem BKA, das die Sperrlisten aufstellt und an die Provider übermittelt, wird ein Kontrollgremium zur Seite gestellt, das die BKA-Listen regelmäßig auf Korrektheit prüfen muss. Dieses unabhängige fünfköpfige Gremium wird beim Bundesdatenschutzbeauftragten angesiedelt. 3. Das Gesetz soll ein reines Präventionsgesetz sein. Nutzerdaten sollen nicht erfasst werden. Eine Erhebung, Sammlung und Verwendung von Nutzerdaten über die "Stoppschild-Seite", die bei einer Sperrung davor warnt, eine potentiell kinderpornografische Seite anzuwählen, erfolgt nicht. 4. Das Gesetz ist zudem bis zum 31.12.2012 befristet. Das Zugangserschwerungsgesetz ist so nun dezidiert zu einem Anti-Kinderpornografie-Gesetz gemacht worden. ich hoffe darauf, dass der Missbrauch der Infrastruktur für eine mögliche Zensierung anderer Inhalte erschwert wurde.

Du fragst zum Schluss, wie verhindert werden kann, dass über den Umweg Europa Einschränkungen von Freiheitsrechten durchgesetzt werden, die bei den Bürgerinnen und Bürgern eher umstritten sind. Zunächst einmal müssen die Bürgerinnen und Bürger an den Wahlen zum Europäischen Parlament in großer Zahl teilnehmen, denn nur so kann ein echter WählerInnenauftrag beim EP tatsächlich ankommen. Die Verantwortung für die geringe Wahlbeteiligung liegt allerdings auch in der Politik und bei den Parteien. Wir sind diejenigen, die die Bedeutung Europas noch stärker zu den Bürgerinnen und Bürgern transportieren müssen, ihr Interesse wecken und dauerhaft stärken müssen. Wir müssen Europa greifbarer machen.

Ich danke Dir für Deine Fragen.

Mit freundlichen Grüßen

Mechthild Rawert
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